Das Gerücht

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Wird meine Ex von einem meiner Nachbarn gefragt, ob ich die Schlange schon wiedergefunden hätte. ??? Sie geht jedoch darauf ein, weil das sich hartnäckig perpetuierende Gerücht, ich würde auf meinem Grundstück Schlangen HALTEN, eventuell potentielle Eindringlinge abhält.
„Die Leute unten am Fluß haben eine Python gefangen und sie aufgegessen.“
„Oh, wie schade!“ stöhnt meine Ex. „Das war sicher die Schlange von bapak.“
„Das müssen Sie verstehen“, erklärt der naive Wilde, „die Schlange hat sich jeden Tag ein Huhn geholt.“
Ach deshalb! Ich hab mich schon gewundert, daß die 3 illegalen Rinder, denen ich das Seil kappte, am nächsten Tag verschwunden waren. Die hat sich die Python bestimmt auch geschnappt.
„Und die andere? Hat bapak die schon gefunden?“
Die 10m lange Königs-Kobra? Nö, aba ich hab ihr einen Knoten in den Schwanz gemacht, damit ich sie wiedererkenne. Normalerweise binde ich meine Schlangen nachts an den Bäumen fest, damit sie nich wechlaufen. Aba die ham sich losgerissen, weilse sich mit Knoten auskennen.
„Hat bapak denn viele Schlangen?“
„Och, manchmal, wenn sie sich paaren, sind 3 auf einem Baum.“
„SOO VIELE?“ Es schüttelt den Wilden. „Sorgt bapak auch für seine Schlangen?“
Klar! Den giftigen putze ich morgens immer die Zähne, damit se beim Zubeißen nich aus dem Mund riechen.
Leider nützt die Versorgung der Gerüchte-Küche nichts gegen abulante Diebe, die nicht wissen, wie wild ich bin.

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Paul Weber, „Das Gerücht“, 1943

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Zügig in den Kampf

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Anfangs hielt ich den Film „The 15:17 to Paris“ für eine jener Dilettanten-Produktionen, in denen junge Männer auch mal Filmstars sein wollen. Doch ist dafür der Aufwand zu groß und die Kamera-Führung geradezu übertrieben professionell. Die Entwicklungs-Geschichte dreier junger Amerikaner wird vorgeführt, in der besonders ein Glatzkopf, der allzeit bereit ist, sich zu verteidigen, folgerichtig auf ein besonderes Erlebnis hinsteuert: Den terroristischen Angriff eines Marokkaners 2015 im Zug nach Paris, der von den Protagonisten vereitelt wird. Holprige Szenen aus der frühen Jugend der drei, endlos langweiliges, extrem doofes Touristen-Verhalten und immer das vage Gefühl des Betrachters: Sind das drittklassige Schauspieler, oder ist der Regisseur ein Idiot aus dem Bible-Belt? Szenen in D braucht man nicht in D zu drehen. Es findet sich immer jemand, der falsch deutsch sprechen kann (was man ja auch aus amerikanischen WW2-Filmen kennt). Am Ende hat man dann begriffen, daß sich hier drei Helden selbst gespielt haben, wobei es einen erheblichen Unterschied macht, ob man sieht, wie die Kalaschnikow des Terroristen nicht funktioniert (Realität), oder man ihn in jedem Fall frontal angreift (Film). Doch das Erstaunlichste im Nachspann: Regisseur ist der 87jährige Clint Eastwood, der sich mit diesem Schmarren selbst demontiert.
3 Kernaussagen enthält das absurde Werk, das in seiner zielgerichteten Modellierung von Sozialisation an den Hochstapler Joseph Beuys erinnert:
1. Extreme Waffen-Vernarrtheit bei amerikanischen Jugendlichen ist kein Problem.
2. Gute Menschen sind betende Christen, die mit Gott in direktem Kontakt stehen.
3. Persönlicher Mut der Bürger kann mit islamischem Terrorismus fertigwerden.

Alle 3 Prämissen sind falsch.

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Warning

gratis

Einsteigen gratis.
Aussteigen?
Bezahl gefälligst!

Neulich stieg ich nach kurzer Fahrt ohne zu bezahlen wieder aus, weil der Fahrer anfing, mir seinen Terror-Baß in den Körper zu drücken. Und zum ersten Mal beobachtete ich eine überernährte, chinesisch wirkende junge Frau, die sich nach Besteigen des mikro bekreuzigte. Das nützt zwar nix, beruhigt aber. Auf ihrem Busen ein zartes, weißes Plastik-Kreuz. Bestimmt würde es ihr in Bayern gut gefallen. Ist ja dort auch sehr gebirgig, und das Meer würde ihr sicher nicht fehlen, denn die extreme Nagellänge ihrer kleinen Finger zeigte, daß sie handwerklich höchstens an verschiedenen Stellen rumbohrt. Auch hatte sie keine schwarzen Ränder unter den Nägeln wie ich. Gefährlich wirkte ihr kleiner, dicker Sohn im militärgrünen Trikot und gleichartiger kurzer Hose. Auf dem Rücken rot-weiß aufgedruckt „Ranger“, da drunter 2 stilisierte Handgranaten. Mehrere Wilde stießen sich den Kopf beim Ein- und Aussteigen an den etwa 20 aus der Decke ragenden Sehrlautsprechern. Zusätzlich befanden sich dort noch einige Düsentrieb-Verstärker mit Digital-Anzeige. Nur kleine Kinder konnten aufrecht ein- und austeigen.
Wie sich Muslime bei mikro-Fahrten absichern, weiß ich nich. Nun endet leider die Schlemmerzeit Ramadhan, und die Baß-Terroristen fangen wieder an zu toben. Es war einen Monat lang so wunderbar still, daß ich mir das ganze Jahr Ramadhan wünsche. Allerdings würden die Wilden dadurch hemmungslos übergewichtig. Hindere einen am Essen, und er denkt nur noch daran. Manchmal beschlich mich sogar das Gefühl, hier völlich allein zu sein.
Bin ich ja auch.
Aba, BUMS! stirbt eina, und schon geht das Gejaule wieda los.