Harry dreht durch

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Harry Zeki (unwahrscheinlich, daß es sein echter Name ist), Heiratsschwindler, Betrüger, Erpresser, schickt nun auch Morddrohungen: „BASTARD, YOU BETTER DELETE MY PICTURES OUT OF YOUR POOR BUDGET SITE. I GIVE YOU 2 DAYS TO DO IT OR ELSE I WILL COME TO YOUR HOUSE AND SHOOT YOU. YOUR CHEATING WIFE GAVE ME YOUR HOUSE ADDRESS, YOU DONT KNOW WHERE I LIVE IN IRAQ. I WILL SEND MISSILE TO YOUR RICE FUCKING FARM AND BLOW IT UP. DON’T YOU FUCK WITH ME. I KNOW WHERE YOU LIVE.“
Sehr passend zur aktuellen Haß-Kommentar-Debatte Meisterwerke purer Galle. Und wenn es schon Luther nicht gelungen ist, seine Haß-Gefühle rational zu kontrollieren, was können wir dann von Harry erwarten. Dabei macht die wirre Diktion eher den Eindruck, als ob es ihm mental nicht wirklich gut geht: „SO I WARN YOU FOR THE LAST TIME, TAKE DOWN MY PICTURES OF YOU WILL FACE WAR WIT ME. YOU CAN CALL FBI OR ANY POLICE, I HAVE MY LAWYER WAITING TO DESTROY YOU IN IRAQ … ALL YOU CARE ABOUT IS YOUR RUBBISH DAMN BLOG THAT NOBODY CARES ABOUT YOU FOOL. FUCK AND FUCK YOU AND FUCK YOU
YOUR GOATS LOOKS BETTER THAN YOU PIG FAGGOT FROM GERMANY.
BITCH LIKE YOU TOM
IF YOU HAVE THE GUTS NF YOU FEEL YOU ARE A MAN, POST THIS COMMENT SO THAT YOUR FOLLOWERS ON THIS BLOGS WILL SEE IT BITCH.“
Sein entzückender Text enthält noch wesentlich mehr Beleidigendes. Vorwiegend illustrieren sie seine sexuellen Phantasien und Prägungen. Auch gegen meine Ex, die er mal beschimpft, bedroht, mal umwirbt, um noch mehr Geld aus ihr heraus zu locken. Und alles in dieser sehr typisch amerikanischen Proleten-Sprache. Na, ich werde jetzt lieber mit Helm rausgehen – wegen der Raketen!

awaiting-Harry

In der Hölle

freiehoelle

‚Choose life‘ was a well meaning slogan from a 1980’s anti-drug campaign and we used to add things to it, so I might say for example, choose designer lingerie, in the vain hope of kicking some life back into a dead relationship. Choose handbags, choose high-heeled shoes, cashmere and silk, to make yourself feel what passes for happy. Choose an iPhone made in China by a woman who jumped out of a window and stick it in the pocket of your jacket fresh from a South-Asian firetrap. Choose Facebook, Twitter, Snapchat, Instagram and a thousand others ways to spew your bile across people you’ve never met. Choose updating your profile, tell the world what you had for breakfast and hope that someone, somewhere cares. Choose looking up old flames, desperate to believe that you don’t look as bad as they do. Choose live-blogging, from your first wank ‚til your last breath; human interaction reduced to nothing more than data … Choose unfulfilled promise and wishing you’d done it all differently. Choose never learning from your own mistakes. Choose watching history repeat itself … Choose disappointment and choose losing the ones you love, then as they fall from view, a piece of you dies with them until you can see that one day in the future, piece by piece, they will all be gone and there’ll be nothing left of you to call alive or dead. Choose your future … Choose life.
T2 Trainspotting (2017)

„NEREKA ITU NYATA“. Die Hölle gips wirklich! Wände dich beeilst, könnteste am 27. Mai einen Zeugen in Manado sehen und hören, der sie erlebt hat. Bei freiem Eintritt! Latürnich geht ein Klingelsack rum, der nich klingelt, weil Münzen nichts mehr wert sind. Könnt ich auch auftreten. Die letzten traumatischen Jahre warn nix anderes. Aba mich würdense nich nehmen als Höllenzeuge, weil ich zu anderen Schlußfolgerungen komme. Außadem hasse ja die Hölle eventuell nur in deiner persönlichen Gehirn-Suppe, und die musse auslöffeln, anstatt auf den Erlöser zu warten, den dir der Pope vakaufen will. Vielleicht meinte das auch die „Manado Post“, die titelte: „Rajin Status, Malas Kerja“.

faul

Statt zu arbeiten, prüfen die faulen Arbeiter, Angestellten und Beamten ihren Status in den sozialen Medien. Sofern sie sich übahaupt am Arbeitsplatz aufhalten. Eine Arbeits-Woche sieht so aus:
Am Montag muß man ersma zum Fahnenhissen und Appell auf dem sonnendurchglühten Platz vor der Arbeitsstelle militärisch geordnet antreten. Wenn der Vorgesetzte da zu 30 Untagebenen spricht, braucht der heutzutage ein Mikrofon. Danach iss man erschöpft – auch von den Nachwirkungen des Wochenendes – außadem iss dann schon fast Mittach. Da man bis dahin schon 2x gegessen hat, muß das alles ersma verdaut werden, und denn will man ja erzählen, was so am Wochenende passiert iss. Wobei die Moslems zwischendurch auch ma inne Moschee vorbeischaun.
Am Dienstach könnte man eigentlich arbeiten, aba denn iss einem Mitabeiter die Oma gestorben, und da müssen alle hin und der toten Oma was vorsingen.
Wäre noch der Mittwoch, oda hat da jemand was von Feiertach gesagt? Zum Bleistift Tach der völligen Ruhe auf Bali. Oda Kartini-Tach für die Frauen-Emanzipation, wo die sich in enge traditionelle Sarongs und weniga traditionelle Pömps pressen und viel singen.
Am Donnerstach wird jetz aba wirklich gearbeitet – sofern nich der Schtrom ausfällt. Dann geht latürnich kein Komputa mehr. Ärgerlich iss, wie denn auch das Internet nich funktioniert, und man nich ma seinen Status übaprüfen kann. Seit Indonesien digitalisiert wird, läßt man einfach die Komputa arbeiten. Die essen, singen und beten nich und können imma – sofern Schtrom da iss.
Freitach könnte man ansich abeiten, zumindest halbtags, denn mittachs gehn alle Moslems inne Moschee. Der Freitach iss nämlich deren Sonntach.
Am Samstach arbeiten erbebliche Segmente des international verwirrten Christentums nich, weil das angeblich so inne Bibel steht. Was soll man sich eigentlich unta einem „Seventhday Florist“ vorstellen? Verkauft der samstags keine Blumen? Oda nur an Adventisten? Tja und denn iss auch schon wieda Sonntach. Und im Fastenmonat Ramadhan arbeitet es sich latürnich ganz schlecht – was sich von den restlichen Monaten jedoch nich wesentlich untascheidet.

Und was geht sonst noch nich? Verkehrsregulierung durch Ampeln. Staunend stelle ich fest, daß mir plötzlich vor der Mega Mall in Manado ein leuchtend rotes Männlein das Überqueren des 4-spurigen Boulevards verwehrt. 4-sprurich bedeutet: 4 Autos und 5 Motorräder nebeneinander. Da iss latürnich schlecht rübakommen. Aba üba dem roten Männchen werden mir Sekunden angezeigt, wann das Männchen grün wird: 3 – 2 – 1 – los! Für alle Fälle kucke ich mir ersma die 9 Verkehrsteilnehmer an, die herangebraust kommen. Ich kenn ja die Wilden schon länga. Niemand hält. Ein paar Tage später probier ich es nochmal. Gleiches Ergebnis. Auch die Fußgänger ignorieren die Ampel. Jetz ignorier ich se auch.

Rattenschreck

manadomuell

Wenn Bauer Ucit mich im Lorong Jerman trifft, bleibt er immer schon in 5m Entfernung stehn und hebt die Hand zum Gruß. Dann fragt er, wo ich hinwolle. Ucit hat mir damals geholfen, den Weg befahrbar zu machen, indem wir einen unterirdischen Kanal für den kreuzenden Wasserlauf bauten. Als er mich mit seinem einem Auge weiter musterte – das andere ist milchig trüb – fügte ich noch zu meiner Zielangabe hinzu, daß ich ja jetzt allein lebe. Da ergriff er gleich meine Hand und drückte sie tröstend: „Ach ja, allein!“ Das weiß sicher schon das halbe Dorf.
Im mikro saß dann neben mir eine Frau und betrachtete ihr HP. Vielleicht eine von den in sozialen Netzen Gefangenen, die dort ihre Interessen mit „Iphone, Facebook, Chat“ und „Yesus“ angeben. Meistens benutzen sie sogar 2. Eins zum Betrügen, das andere für das tägliche Gequatsche. Vor ihr hockte eine und tippte auf ihrem. Davor eine, die drauf rumschmierte. Danach wischte sie das Display mit einem Tuch sauber. Links und rechts klingelte es gerade. Der Fahrer zählte sein Geld während der Fahrt oder telefonierte. Doch diejenigen, die das von Airmadidi bis Manado tun – mind. ½Stunde – sind immer weiblich. Ich brauche gar kein Handfön mit Indernetz. Da man sich im mikro sehr nahekommt, kann ich rechts, links und vor mir mitlesen. So sah ich zum Bleistift eine Montage, in der sich ein Zebra an einen Giraffenhals klammert. Vermutlich iss das lustich. Vor 20 Jahren hätte man im Bus kein Zebra sehen können, das auf einem Giraffenhals klemmt. Es handelt sich also um Fortschritt.
Um einen Fahrgast am Krankenhaus in Lembean abzusetzen, lenkte der Fahrer seine blaue Dose direkt davor, so daß ich dort die verrosteten Rollstühle betrachten konnte. Ich wollte mir schon einen kaufen, denn meine Wirbelsäule wird wohl irgendwann die Bein-Nerven final abklemmen, aber auf den Plastik-Sitzen rollt man in der eigenen Soße. Die Beine der rostigen Rollbahre daneben befanden sich zwar auf einer Seite im rechten Winkel, auf der anderen neigten sie zu deutlich mehr als 90º. Vielleicht weil das Krankenhaus am Hang liegt. Überhaupt erlebt man in diesem katholischen kranken Haus sonderbare Angewohnheiten. So hat man mir hier einst ein Putzstück in den Finger genäht, vielleicht weil ich nich katholisch bin.
In Manado kaufte ich mir nach dem Mittagessen in der „Pizza Hut“ einen mobilen Kaffee in Plastikflasche – ich ernähre mich gern im Gehen – und warf die leere danach in einen Mülleimer am Küsten-Boulevard. Als die Müllbeseitigungs-Mode begann, weil sich der Plastik-Müll überall häufte, waren diese Container berädert und oft sogar für Müllsorten spezialisiert. Inzwischen sind die Räder weg, die Plastikkästen durchlöchert, angebrannt, zerbrochen und sehen selbst wie Müll aus. Der nächste war umgefallen, und der Abfall bewegte sich. Dies ließ mich nähertreten, und ich bemerkte den braunen Rücken einer großen Ratte. Hier und da sprangen kleinere aus dem Dreck und verschwanden im Spaltenboden des Güllekanals unter mir, der Manado mit seinem markanten Geruch versorgt. Dann erschien eine zweite große Ratte, und da sie zum ersten Mal einen weißen ehemaligen Studienrat erblickte, gab sie einen scharfen Warn-Quieck von sich, der alle jungen Ratten zusammenzucken ließ, aber nicht die andere alte, die sich weiter ganz ihrem Mittagessen widmete. Was diese Kanal-Ratten bei den häufigen starken Regenfällen tun, die schnell den Boulevard überfluten, weil die Abzugs-Kanäle mit Müll verstopft sind, weiß ich nicht. Vielleicht bringen sie sich in den Jeans- und HP-Läden in Sicherheit. In Hildesheim kamen sie mir bei solch einer Gelegenheit mal in Scharen auf der Kellertreppe entgegen. Abends sah ich das in einem Film-Trailer mit diesem verwirrten Tom Cruise. Da dachte ich so vor mich hin: Jetz müssense den Leuten im Westen schon Ratten im Film zeigen, weil die sowas live ganich mehr kennen. Iss genauso wie mit den Schlangen. Alle geraten in Entsetzen, und die dünne, giftgrüne Schlange, die mir am Morgen im und auf dem Weg lag, weiß ganich, was los iss.