Aufer Brücke

bambusbruecke

Der Mensch muß ja auch ma ausspannen und nich imma nur putzen, waschen, kochen, reparieren, Ziegen versorgen, im Schlamm wühlen, sich betrügen und bestehlen lassen und krank sein. Also schwang ich mich in ein mikro. Der Fahrer hieß Gil Azzurri – zumindest war das aufwendich hinten auf seinen Kragen gestickt. Dadrunter ein auf den Jacken-Rücken ebenso komplex gefädeltes italienisches Wappen. Kurz vor Paal Dua sah ich die Brücke. Jedesmal wenn ich sonst an ihr vorbeifuhr, dachte ich so vor mich hin: DA mußte ma rauf! Also stieg ich diesma oberhalb dort aus, wo ich sie unterhalb vermutete, doch war die Böschung so verdschungelt, daß ich se nich fand und mich anfangs in die falsche Richtung bewegte. Ich hatte ja kein Google dabei, das mir gesacht hätte: Hier links abstürzen! Also fragte ich einen Wilden, der an der Böschung rumhackte, auf Indonesisch nach der Brücke, und er wies mich auf Englisch in die entgegengesetzte Richtung. Nachdem ich das Restaurant „bla .. bla .. bla“ passiert hatte, das sich neben einer Reifen-Werkstatt befindet und deshalb Sitze aus Autoreifen anbietet, bemerkte ich die unbehagliche Konstruktion.

brueckenfuss

Das eigentlich tragende Menschenwerk besteht aus 8 zarten Moniereisen, die man zusammengebogen hat, da man für die volle Breite des Flusses mit einem nich rübakommt. 4 Eisen tragen den Steg aus Bambusstücken in allen Zuständen der Verrottung. Die Untakonstruktion ist etwa alle 2m mit noch zarterem Draht an die oberen Eisen gebunden, die so eine Art Geländer andeuten und an beiden Ufern an Bäumen befestigt sind. Auf der einen Seite hat man immerhin 1 Sack Zement für einen Poller spendiert, um den sich das Eisen relativ solide schlängelt. Das andere leida nur um einen mickrigen, abgestorbenen Baum. Am jenseitigen Ufer sind die Bäume lebendich. Der eine wirkt recht gesund, der andere eine Kokospalme mit dem üblichen Schwingungs-Verhalten, das man nicht nur in der Vertikalen, sondern – da einseitich – auch stellenweise in der Schieflage der an sich soliden Kokosplanken verspürt, die mit Draht an den schrottigen Bambusstücken befestigt sind. Untastützt wird die hängende Konstruktion noch durch lange Bambusstangen, die je nach Wasserstand in demselben stecken. Kein Wunda also, daß die Brücke nach der großen Flut von 2014 einfach verschwunden war. Deshalb ises doch gut, wie ich noch rechtzeitich drauf war, bevor sie wieda vaschwindet, denn Bambus iss ein miserables Material, auch wenn es gerne als Alternative propagiert wird. In meinen euphorischen Anfangsjahren, als ich noch doofer Tourist war, wollte ich ma meine Familie auf soner Bambusbrücke fotographieren. Sowas wird hier leicht mißverstanden, wie weit Familie reicht, und da rannte unser ganzer Troß mit aufs Foto und auf die Brücke, worauf jene gleich 1m absackte.
DA googelt die luftige Brücke:

luftbruecke2

Dieb mit Dose

Beute

Zuerst fand ich zufällig eine professionelle Angelrute, die zur Hälfte aus einen Plastik-Rohr bestand, komplett mit Schwimmer und Haken im Graben neben der Straße. Direkt dahinter meine Mauer und ein Teich, in dem ich nie Fische entdecke. Das ist ungewöhnlich, da sie sich hier in jeder Pfütze ansammeln. Dafür sorgen schon die Fluten nach starken Regenfällen. Teiche, die mit dem Be- und Entwässerungs-System zusammenhängen, lassen sich nicht frei von Raubfischen wie Barschen, Welsen und den Riesenaalen halten, die alle dafür sorgen, daß auf Dauer kein Goldfisch überlebt. Dieser Teich ist durch den Lorong Jerman von meinen zusammenhängenden Grundstücken getrennt. Ich habe das Land überhaupt nur gekauft, um die Kontrolle über die Hauptwasser-Zufuhr zu bekommen. Schwer einsehbar, ist das Grundstück eine Spielwiese für Jäger und andere Diebe. Derjenige, der die Angel im Graben versteckt hat, weiß offensichtlich nicht, wie ein starker Regenfall sein Gerät bis in den Pazifik schwemmen kann.
Einige Tage später entdecke ich am Teichrand, gerade mal 10m von meiner Haustür entfernt, eine Stelle, die wirkt, als ob sich ein größeres Tier einen Liegeplatz auf Farn und Strelizien plattgedrückt hat. Das“Tier“ hat auch eine Kokosnuß-Schale mit Würmern und einen kleinen Barsch ohne Kopf hinterlassen. Da hat jemand nachts direkt vor meiner Nase geangelt!
Für die nächste Nacht lege ich mir Brille, Kleidung, Stahl-Stange, Kampfmesser und Taschenlampe bereit. Gegen 22Uhr30 werde ich wach und schaue ohne Licht zu machen von meinem Schlafzimmer von oben nach dem Angelplatz. Dort sehe ich nur 2 weiße Flecken, wie sie das durch den Dschungel geisternde Mondlicht erzeugt. Doch dann gehen die Flecken weg. Es sind helle Hosenbeine, die einem jungen Mann gehören, der sogar zu einem anderen spricht. Lautlos schleiche ich nach unten und höre die beiden direkt vor meiner Haustür in normalem Ton reden, als ob hier niemand wohnt. Die Wilden schlafen wegen der Geister immer mit Licht. Ein Dorf ist nachts hell erleuchtet, obwohl nur die Hunde wach sind. An meine Eisenstange komme ich nicht ran, ohne vorn die Schiebetür zu öffnen, aber ich kann mich hinten wenigstens mit meinem Messer rausschleichen. Als ich das Tor des Hinterhofs öffne, gibt es einen kaum weit hörbaren Rums, aber als ich endlich den Angelplatz ausleuchte, sind die Burschen verschwunden. Vor der Tür eine mit Angelschnur umwickelte Tabakdose, komplett mit Haken, Bleigewicht und Wurm. Also haben sie sich fluchtartig entfernt. Am Tor wieder eine Speerspitze durch Drüberklettern abgebrochen. Die kann ich ankleben. Die Stahl-Stange lasse ich besser ruhen. Ein einziger Schlag damit könnte tödlich sein. Aber pechschwarze Kleidung brauche ich. Und einen Kampfgürtel mit Halterungen für Lampe, Messer und Handschellen. Alles griffbereit an einem Platz gelagert, wo ich mich im Dunkeln anziehen kann.
Es heißt, das Eindringen von Dieben in den privaten Bereich habe für die Betroffenen traumatische Folgen. Noch ein Trauma spielt für mich nun keine Rolle mehr. Wichtig ist, die Asozialen zu traumatisieren! Das ist für alle Beteiligten therapheutisch. Es war vorauszusehen, wie ich als allein lebender bald unangenehmen Besuch bekommen würde, aber es macht sehr viel aus, ob ich einen Ruf als angriffslustiger Wüterich oder hilfloser alter Mann habe.

abgebrochen

Zumutungen

donbosco

Jetz iss auch noch Don Boscos Gehirn vaschwunden. Vielleicht hamses nur valegt, denn groß kann es ja nich gewesen sein. Ich muß mir imma n Zettel machen, wo ich mein Gehirn hinlege. Und noch n Zettel, wo ich den Zettel hingelecht hab. Ich sah, wiese ihn ma aufgemacht ham. Wirkte noch gut erhalten, weil Heilige ja bekanntlich nich vamodan. Und denn hamse die vasiegelten Tüten geküßt, wo Don Bosco seine Teile drin warn. IIIGITT! Daß diese Katholiken imma an allem rumlutschen müssen. An Füßen, Ringen, Kreuzen und wer weiß, an wem noch. Der Don (1815-88) hat jedenfalls kleine Jungs gemocht. Damals arme und benachteiligte. Die Salesianer ham daraus n Geschäft gemacht. Wie gut das mit reichen, verwöhnten Jugendlichen in Manado läuft, kannste an 3 Plätzen schon von außen sehn, wo die Salesianer alle Schulstufen inklusive Kindergarten und Uni anbieten.
Jedenfalls isses bessa, wenn einem das Gehirn postmortem abhanden kommt, als wenn man zu Lebzeiten keinen Hals hat, wie die Frau in Airmadidi, wo ich umsteige, nachdem mir ein dumpfer Wilder mit einem Löffel irgendwas aus seinem Kaffee an die Hose geschleudert hat. Als er es bemerkt, grinst er nur blödisch. Wenigstens isses kein Lungenauswurf. Untawegs eine Frau mit 2 Köpfen übereinander. Der untere nur ohne Mund, Nase und Augen. Und die 2 dicken Zwerginnen wackeln ihre Fettsteiße durch die Mall in Manado. Dagegen sehe ich von der hauteng-rosa Frau in der Warteschlange des Supamarkts nur den Hintern, weil sie sich vor mir gerade zu ihrem Einkaufskorb bückt. Ich interessiere mich übahaupt nich für Hintern, aber dieser iss nich zu übasehn. Ihr dunkler Slip scheint durch das Rosa, und an der Stelle, die viele Männer für wesentlich halten, ich jedoch nie als ästhetisch empfunden hab, befindet sich ein noch dunklerer Fleck. Offensichtlich eine von den zahllosen Fraun, die nich wissen, wasse tun. Femininer Trumpismus. Im mikro erwarte ich imma, daß ma einer dieser eingeschlafenen Fraun ihr HP aus der Hand rutscht. NIE passiert das, weilse wie die Hühner son automatischen Klammergriff entwickeln, dense wahrscheinlich als Umweltanpassung auch epigenetisch speichern und vaerben.