Über Tom

German artist, hermit, rice-farmer & goat-whisperer on Sulawesi / Indonesia

Sing-sing und guvment

tanzwatt

„Freizeitaktivitäten, damit sind Konzerte, Discobesuche oder Sportveranstaltungen gemeint, aber auch das Hören von lauter Musik auf eigenen Geräten. Hier sollte die Belastung im Jahresdurchschnitt 70 Dezibel nicht überschreiten. Das entspricht dem Lärm eines Rasenmähers.“
Feiern als Selbstdarstellung

Eigentlich hätte ich mich sinnlos besaufen und bis mindestens 1Uhr morgens Krach machen sollen, denn es ist mir nach einem halben Jahr endlich gelungen, meine Anzeige gegen den Papua auf den Weg zu schicken.
Unser Dorf ist in 2 Verwaltungs-Einheiten aufgeteilt mit 2 Bürgermeisterinnen. Ich lebe in Teil 2, der Angriff des Papuas ereignete sich dort, aber seine Gorontalo-Frau lebt im Bereich 1. Auch solch ein Früchtchen, das sich damals von seinen Schulden nach Papua abgesetzt hat. Die Grenze, die die Regierung offensichtlich nicht kennt, verläuft genau vor meinem Tor. Die Polizei wollte nicht tätig werden, obwohl sie bei der letzten Party des „big-man“ wegen einer Schlägerei erschienen ist. Sie verwies mich an den zuständigen musyawarah-Beamten, der anscheinend überhaupt nichts unternahm. Musyawarah ist eine zeitaufwendige Schmieren-Kömodie, in der juristisch an sich eindeutige Fälle – etwa der Bau einer Schrott-Kirche auf einem Gelände, das der okkulten Gemeinde nicht gehört – so verkleistert werden, daß sich der Konflikt beliebig lange fortsetzen kann. Da der Boden unter einer Kirche sofort heilich wird, mag man den sensiblen Wilden die Räumung nicht so ohne weiteres zumuten, und keiner würde sagen: Ihr nehmt jetzt euren Jesus und verschwindet hier!
Auch haben wir im Bereich 2 Pech mit unseren Bürgermeistern, die entweder extrem korrupt sind und/oder selber Krach machen, bis sie krank werden. Jedenfalls gelang es meiner Ex nun, die Zuständigkeit festzustellen, und die intelligente Bügermeisterin vom Bereich 1, die nur bis 22Uhr feiert, weil sie weiß, daß es Bürger gibt, die nachts schlafen müssen, weil sie tagsüber arbeiten, wird den Papua vorladen – wenn er zur nächsten Party wieder im Dorf erscheint. Vielleicht Weihnachten? Und natürlich hat sie mich – wie viele andere vor ihr – gewarnt, bloß nicht einen Platz anzugreifen, wo die Wilden besoffen sind.
Zum Rassisten wird man ja oft durch Erfahrung. Einige Tage nach dem Vorfall weigerte ich mich, in ein mikro zu steigen und neben einem Papua Platz zu nehmen. Und zwar auf dem Sitz neben dem Fahrer, der für eine Person bequem ist, jedoch werden darauf immer 2 verstaut. Das hätte extreme Tuchfühlung bedeutet. Bei hübschen, nicht nach Naphthalin riechenden Frauen ist das nicht so unangenehm. Bei 2 dicken geht manchmal die Tür nicht mehr zu. Neulich konnte ich nicht mehr entrinnen: Neben mir saß einer dieser heiteren Papuas ohne Penis-Köcher, machte die Beine breit und spuckte aus dem Fenster. Gleich ging die Ausfragerei los. Höflich antwortete ich, wo ER denn herkäme, obwohl das nicht zu übersehen war.
„Aus Papua.“
„Oh“, sagte ich, „da war ja gerade Erdbeben!“ Und dachte: Zur Hölle mit diesem Macho-Pack!
In seinem typisch schnellen, leicht klappernden Papua-Slang nannte er den Ort, was ich jedoch nicht verstand. Wir sind uns ja sehr ähnlich, nur bin ich nicht so häßlich. Beide keine Malaien, eigene Sprache, beide Fremde. Vielleicht beobachten sie mich deshalb immer, als ob sie mich beim nächsten „pig-kill“ mit „sing-sing“ eventuell in die Suppe tun wollen. Oder ich könnte ein Missionar und damit heilich sein. In meinem Dorf arbeitet ein junger Papua, der schlecht hört – was mich überhaupt nicht wundert. Wenn man ihn mit etwas beauftragt, hebt er einen oder 2 Daumen und sagt:“SIPP!“ Gemeint ist wohl „siap“ (Bereit! Zu Befehl!).
Übrigens sind 70dB Rasenmäher (bei einer Motorsäge habe ich 75dB gemessen) nicht das gleiche wie bei einer Terror-Baß-Anlage in 200m Entfernung. Der Schalldruck des Rasenmähers bewirkt kein Erdbeben.

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Police Service

policestop

1 Stop („One Stop“) war es tatsächlich, und zwar ein totaler, und am Ende statt „Service“ wieder eine Niederlage.
Nur wenige Tage vorher hatte ich mich vor einer ~3x4m Sperrholz-Bruchbude ohne sanitäre Versorgung – aber mit 12500Watt Baß-Anlage – im benachbarten Indianerlager aufgebaut und höflich um weniger Lärm gebeten. Dem waren die mindestens 4 Bewohner auch gleich nachgekommen, jedoch startete der Papua am folgenden Tag einen erneuten Terror-Angriff. Als gegen 9:30 der „Sound-Check“ mit einem Donnerschlag begann, ging ich sofort hin. Bereit, mich diesmal nicht nur beleidigen zu lassen, sondern den Papua sofort anzugreifen. Leider kann ich dafür meine linke Hand nicht mehr zur Faust ballen, weil der kleine Finger seit einem Sichelschnitt steif ist. Bedauerlicherweise war der Papua nicht anwesend oder schlief seinen Rausch aus, und so verwarnte ich nur die professionellen Musik-Terroristen mit ihrer Rock-Konzert-Anlage, die leider immer kleiner, billiger und leistungsfähiger werden. Danach gab es bis 14Uhr eine merkwürdige Ruhe, die sich jedoch als Stromausfall erklärte. Doch als sich die Terroristen einen Generator besorgt hatten, brach die Hölle los. Zwar nur 75Dezibel in 200m Entfernung, also noch unterhalb von Gehörschädigung (ab 84), doch vibrierte mein Fußboden so, daß mir im Liegen das Gehirn schlackerte. Um 23:15 war fast vorschriftsmäßig Schluß, und Dank des Stromausfalls hatte ich nicht die vollen 13Std. Party erleiden müssen. Gegen Ende beschäftigte ich mein müdes und überreiztes Gehirn mit einem YouTube-Video über weibliche australische Gefängnis-Insassen. Da berichtete eine, die in Selbstjustiz einer randalierenden Frau mit einem Baseball-Schläger den Kopf eingeschlagen hatte, daß bei solchen sozialen Dissonanzen die Polizei vorher gar nicht erschiene.

rumshaus

Am nächsten Tag fuhr ich mit meiner Ex zur Polizei-Zentrale in Airmadidi, um mich darüber zu beschweren, daß der zuständige Beamte seit dem Vorfall im Januar untätig geblieben war (Der Mann ist nicht mehr auffindbar, sein Telefon nicht aktiv.). Das hatte Jahre vorher schon mal Erfolg gehabt, und die korrupte Polizei-Station in meinem Dorf war heftig angepiekst worden.
Typisch in solch einem Polizei-Laden ist es, daß man seine Geschichte mindesten 3x erzählt, weil völlig unklar bleibt, wer eigentlich zuständig ist, sich jedoch alle für den Ausländer interessieren. Der erste war ein Beamter in Zivil, der mit seinem HP spielte und nicht zuzuhören schien, während meine Ex berichtete, jedoch immer wieder sachfremde Fragen stellte. Dann verwies er uns an den eigentlichen Sachbearbeiter, der mit geröteten Augen hinter seinem Monitor saß. Einerseits sind diese Beamten überlastet, was ihre Abwehr aller Fälle ohne Blut erklärt, andererseits lungern immer weitere Beamte offensichtlich beschäftigungslos herum (hier waren es 3 zusätzliche), so daß man eher den Eindruck von Organisations-Chaos bekommt. Der Arbeitsplatz vor dem Command Center SS war von einem mit seinem HP spielenden Kind besetzt.
Nachdem der anscheinend übermüdete Beamte meinen bereits auf einem PC-Stick vorhandenen Text in seinen Computer aufgenommen hatte, und wir von einem anderen Beamten (als Kläger!) fotographiert worden waren, folgten wir ihm über einen Hinterhof zur Rückseite des Gebäudes. Das Durchqueren der Polizei-Station wird durch das vergitterte Gehege für die gut sichtbaren Gefangenen verhindert. Wir betraten einen mit Personen und Schreibtischen überfüllten Raum, in dem es vor Spannung zu knistern schien. Dort sollte ein 3. Beamter mit uns reden, den ich auf den ersten Blick in einer wüsten Stimmung erkannte. Neben mir hockten 2 Wilde auf dem Fußboden, und es blieb weitgehend unklar, wer hier Polizei, Kläger oder Krimineller war. Der mißgelaunte Beamte wechselte mit uns in ein leeres Zimmer, wo er uns ungestört auf untypische Weise grob zusammenstauchen konnte. Schon weil ich den Beklagten nur als „orang Papua“ bezeichne! Hat der Mann keinen Namen? Wo sind die Zeugen? Fotos, Videos? So könne die Polizei selber Schwierigkeiten bekommen, wenn sie den falschen Papua ergriffe. Und wenn ich mich beschweren wolle, solle ich das in meinem Dorf tun. Auf wiedersehn!
Die Zeiten, wo man diskret einen Umschlag über den Tisch schob, und der Beamte fragte, wie lange der Übeltäter denn in der Zelle bleiben solle, sind offensichtlich vorbei, und das Unvermögen, mit kleinen Fällen umzugehen, erreicht langsam internationalen Standard (17% Aufklärung bei Diebstahl in D).
Na gut, wenn mich das nächste Mal ein Wilder heimtückisch angreift, werde ich gleich mit 2 Zeugen erscheinen (NIEMAND hätte den Mut, sich nachts mit einem Pulk betrunkener Orang Utans anzulegen!), den Täter während der Tat filmen und nach seinem Namen fragen. Und ich werde dafür sorgen, daß Blut fließt!
Wieder eine Schlacht verloren, doch der Krieg mit dem Papua ist noch nicht zuende. Schon 2x erfuhr ich, daß sich dieser bekannt hochnäsige Mann bei seinen Alkohol-Exzessen auch mit Verwandten streitet, ihnen sogar gekaufte Schläger androht! Und dem Kritiker die Existenz-Berechtigung abzusprechen, ist eine ganz miese Tour. Das gilt auch für deutsche Regierungs-Präsidenten!
Draußen stoppte uns ein neugieriger Beamter in Zivil und fing an, auf deutsch zu stammeln: „DU-U-U! BISS!“
„… alles“, ergänzte ich.
„ALLES!“
„… auf der Welt,“ fügte ich hinzu.
„Peter Maff-Ei!“
„Genau!“ bestätigte ich die eigentliche indonesische National-Hymne.

Im chinesischen Restaurant fand dann der Chef, der in Braunschweig gearbeitet hatte, daß ich wie ein typischer Deutscher aussähe.
Auf der Rückfahrt im mikro am Straßenrand eine wüst schreiende Frau mit verdrehten Augen, die von Umstehenden gehalten wurde. „Besessen!“ urteilte eine hinter mir Sitzende.
Auf dem Rückweg von der Bushaltestelle eine relativ hübsche, aber pummlige junge Frau, die mich wie eine Prostituierte lächelnd und winkend mit „Good morning!“ anschmierte. Das war gegen 15:30. Immerhin nicht die Verrückte aus dem Indianer-Lager, die neulich beim Tanzen im Supermarkt ausgerutscht ist. Als ich sie das letzte Mal nachmittags traf, wobei sie mich grundsätzlich mit „Good morning!“ grüßt, hatte sie gerade einen Schuh verloren. Und gestern ist sie auf dem Markt geschlagen worden.

Ethisches Husten

hustenethik

Richtich husten und niesen

Vaschließ Mund und Nase mit nem Tuch!
Schneuz nich in deine Finga und wisch dir hinterher üba die Haare! Wenigstens bisse denn ma fürn Moment ruhich.

Tu das Tuch innen Müll!
Schmeiß es nich bei mir über die Maua oda außem mikro!

Hasse kein Tuch? Mach Mund und Nase mittem Ellenbogen zu!
Und spuck nich aufen Fußboden oda außem Fensta! Besonders, wenn ich hinta dir sitze!

Wasch die Hand mit Seife und Wasser oda mit Alkohol!
Wischese nich an deinem Hemd oda meina Hose ab! Und trink nich den Alkohol!

Trag ne Maske, wände Schnupfen und Husten hast!
Aba nich, wände mit mir redest! Denn vasteh ich nämlich noch weniga.