Über Tom

German artist, rice-farmer & goat-whisperer on Sulawesi / Indonesia

Toter Lump

krebstod

Wieder ein Lump weniger, der mich bereits während der Bauarbeiten für mein Haus betrog. Zusammen mit seiner Frau bildete er ein kriminelles, verbeamtetes Duo, das immer auf der Flucht vor seinen Gläubigern war. Beim „Schatzsuchen“ wurde es sogar selbst von Kriminellen betrogen, die noch raffinierter vorgehen. Die einzigen „Schätze“, die dabei gefunden werden, sind die verlorenen Investitionen der Dummen. Gesessen haben beide schon. Über derartig skrupellose Menschen sagt man hier, sie hätten keine Galle. Zumindest er hatte nun auch keine funktionierende Lunge mehr. Seit Jahren versucht meine Ex ihr verlorenes Geld wiederzubekommen und verfolgte diese Betrüger bis ins Krankenhaus, wo der erheblich jüngere Mann ohne fühlbaren Puls mit vollgelaufener Lunge verröchelte, und sie sollte beraten, was man noch tun könne. Den Kopf höher für bessere Atmung ging nicht mit dem kaputten Bettgestell. Doch sei es Tradition in diesem kranken Haus, in dem auch ich gründlich gequält worden bin, bei Verstorbenen einen Wiederbelebungs-Versuch zu unternehmen. Also brachte man kein Brett, das man in D unterlegt, sondern ohne Eile einen Stuhl, auf den der Arzt kletterte, um dem schon 3min Toten von oben die Rippen zu brechen. Auf der Intensiv-Station in D war das meiner Ex beim Pressen des Brustkorbs wiederholt gelungen, weshalb sie auch abriet von dieser sinnlosen Maßnahme – und der Arzt stieg wieder vom Stuhl. Doch ein EKG mußte noch sein: perfekt gerade Linie. Dann bekam er ein ehrenvolles Begräbnis im prunkvollen Sarg. Zwar weiß jeder, was für ein Ganove er war, dieser Bau-Unternehmer und höherer Beamter, doch auch eng verwandt mit der regionalen Regierung, die von einer wegen Korruption Vorbestraften angeführt wird. Sein Bruder hält das qualvolle Sterben des Lumpen für eine Folge seiner Taten.

Es geht aufwärts. Die Betrüger sterben aus oder bekommen ein staatliches Zimmer im „Hotel Gratis“, die Straßen werden besser und die Polizei auch. Für den endlos bürokratischen Prozeß der Erlangung indonesischer Staatsbürgerschaft benötige ich u.a. ein polizeiliches Führungs-Zeugnis. Hatte ich schon, war jedoch inzwischen älter als 3 Monate. Ich mit mikro und zu Fuß hin zum Hauptquartier der Polente kurz vor Airmadidi, bei der Wache mein Anliegen erläutert, durch die Gänge zur INTEL-Abteilung, meine Unterlagen vorgelegt, 3 Paßfotos abgegeben, 10min gewartet, ~2Euro13 bezahlt, Zeugnis unterschrieben und mitgenommen, nach Hause gefahren. Alles alleine hingekricht! ZUM 1.MAL!!! War ein echtes Erfolgserlebnis.
Im Warteraum ein wandfüllendes Banner: BESTECHUNGSFREIE ZONE! Das ist ernstgemeint. Na also! Die indonesischen Verwaltungs-Beamten nehmen fast keine Schmiergelder mehr an.
Sie lassen sich jetzt pulsa für ihre Handföne schicken.

Fotos: Alles, was uns fertichmacht, aus dem Wartezimmer eines Dorf-Arztes, mit dessen Verschreibungen man SEHR vorsichtich umgehen muß, und der Schmetterling des Todes (Acherontia lachesis).

Man Down

man-down

Man Down“ (2015) könnte die Fortsetzung des spannenden Films „American Sniper“ (2014) sein, in dem man zwar umfangreiches Trauerbewältigungs-Theater sieht, aber keine Antwort auf die Frage: Warum wurde der amerikanische Scharfschütze Chris Kyle von einem Veteranen erschossen? Der Regisseur Clint Eastwood verweigert sich dabei sogar historischer Genauigkeit. In „Man Down“ wird der Betrachter dann leider durch die mißlungene Erzählstruktur gründlich in die Irre geführt: Zuerst (noch) ein post-apokalyptischer Zukunfts-Film, den man sowieso nicht ernstnehmen kann, dann (noch) ein realistisch wirkender Afghanistan-Film und zum Schluß (noch) ein Psycho-Thriller, der erst ganz am Ende verdeutlicht, wie man vom Regisseur verwirrt wurde. Das schadet der Darstellung des ernsten Themas PTSD sehr – trotz brillianter schauspielerischer Leistung und Kameraführung. Weniger reißerische Filme setzen den Erzähler an Anfang und Schluß und springen auf der Zeitschiene nicht ständig hin und her. Wenn dazu die schizophrenen Vorstellungen des unter PTSD leidenden Veteranen – zwar mit durch Nachbearbeitung reduzierter Farbigkeit, aber für den Betrachter doch real wirkend – vorgeführt werden, ist die erzählerische und optische Konfusion perfekt.
Für den, der auch heimtückische und psychisch wie materiell ruinöse Aktivitäten seiner Partnerin im Internet entdeckt hat, bekommt der Film noch eine weitere Flashback-Bedeutung: Ein Mann braucht nicht unter PTSD zu leiden, um auszurasten.

Joe: „Did you ever love me?“
Emma: „We had a laugh, Joe. I’m sure there were moments, but you have to make it some it wasn’t.“
Joe: „Which was what?“
Emma: „A lie! You know, we’re not God’s children … I’m free, Joseph!“
Joe: „I don’t wonna be free.“
Emma: „O, come on! That’s all we ever wanted!“
Joe: „That’s what YOU wanted – and now you got it . – Good bye, Emma.“
Live by Night“ (2016)

Geliebter Karfreitach

kelinci

„One day, my son asked me: ‚Where is heaven in the sky?‘
I told him what Loretta told me: THIS is heaven – right here. We’re in it now.“
Live by Night“ (2016)

Ich liebe Karfreitach! Er iss SOO ruhich. Die Schweine sind verstummt weil tot, die Hunde versuchen, nich auf sich aufmerksam zu machen und hoffen auf anhaltenden Fisch-Verzehr. Denn DAS wird sogar im mikro diskutiert, wie die Katholiken am angeblichen „Good Friday“ nur Fisch futtern. Damals in Hildesheim die ganz harten sogar JEDEN Freitach. Was essen dort eigentlich die Salatisten?
Hier auf Nordsulawesi Hundertausende im Zustand geistiger Verwirrung. Angeblich liebe ihr erfundener Gott die Welt. Der Tod seines Sohnes lösche die Sünden der Menschen für immer, phantasiert Pastorin Herolina, und der Journalist verwechselt ihr Personal-Pronomen in den englischen „Antara News„, weil es im Indonesischen nur eins für alle Geschlechter gibt. Pastor Nico, „one of Gods soldiers“, unterstützt Herolinas Show-Wahnsinn mit der Behauptung, Jesu Tod gäbe den Sündern eine Gelegenheit, ihre Missetaten zu bereuen. Vielleicht sind es jene, die das Internet im Stau zusammenbrechen lassen, denn jeder betrügt hier jeden, sofern er nich gerade betet. Und daß einer den 10 Geboten folgt, iss mir noch nich aufgefallen. Von den Frauen, über die ich intensiver berichtete, sitzen die meisten bereits im Gefängnis oder haben es schon hinter sich. Die Chancen waren noch nie so real, daß ich jenes auch noch persönlich erlebe – als Besucher!
Doch am Freitach, Samstach und sogar Sonntach Vormittag nur vereinzelt gröhlende Besoffene. Sehrlautsprecher verkündeten nich, wer wieviel gespendet hat, oder sendeten christliche Popmusik. Die Kinda, die nich singen können, demonstrierten ihr Geplärre nich in Live-Übertragung. Es war geradezu esoterisch still, und wenn nich überall Saurier-Eia vor Plastikfolien-Höhlen rumliegen würden, erhärtete sich schon deshalb der Verdacht, daß wieda Ostan mit seinen Auferstehungs-Terror-Parties drohte. Mit der größten nicht nuklearen Bombe vanichteten engagierte Christen vorher noch schnell die Höhlen, wo kein Jesus drin, doch nachdem sie innenpolitisch weitgehend entmachtet und unfähig sind, Andersdenkende zu verbrennen, durfte ein weiteres Mal zu Friede, Liebe und Eiakuchen aufgerufen werden. Danach sündicht man wieda eine Weile – bis zum nächsten Event. Inzwischen schleichen sich die christlichen Fake-Followers vermehrt an meine Blogs und versuchen ihren Schwachsinn auf die Bühne zu bringen. Es iss deprimierend, wenn ansich zum Denken befähigte Erwachsene nur noch rumstammeln über ihre selbst etablierte, ganz persönliche Kommunikation mit dieser göttlichen Triade – mit Maria quadrophonisch!
Und nachdem am Freitach Jesus gestorben, war’s am Sonnabend meine Telefon-Leitung. Passiert jeden Monat mindestens 1x. Das letzte Mal verschwanden einfach ~20m Kabel. Da brach die totale Stille aus – und wenn ich aufgebe, wie der Prachtreiher sein Nest in meiner Sago-Palme, bleibt es dabei.
Sonntach Nachmittag wurden die Wilden dann zunehmend unruhich, weil Jesus nich mehr in seinen Höhlen drin war. Ich hab Bambus verbrannt, der dabei imma mit heftigem Knall explodiert. Ein kleines Stück iss mir innen Hemdausschnitt geflogen, von da unter Hinterlassung einer Brandwunde glühend im Hemd nach unten gerutscht und von meinem Schweiß gelöscht worden. So lernt man Tanzen.
Danach brach das eifernde Mikrofon-Gelalle, die ganze notorische Luftverschmutzung los, begleitet vom Geheul der Hunde, und hielt an bis nach Mitternacht.
Doch kein Ostahase breit und quer. Das da oben sind kelinci (Kaninchen). Neulich happich ein weißes vorbeihoppeln sehn, obwohl ich total nüchtern war. Und meine weiße Katz hat zum 1.Mal Kinda gekricht: 2 totgeborene und 3 richtige. 1 happich gekillt, die anderen hat wascheinlich ein Waran zu Ostan gefressen. Und dann isse innen Teich gefallen. Es gibt da eine Stelle, wo jede neue Katz 1x versucht mein Haus zu entern. Es geht aba nich. Statt dessen rutschense ab und plumpsen innen Teich. Das iss imma schön anzusehn. Wie im Seeräubafilm.
So wa das Ostan.

Halbmond

LIVER TURCX DAN PAUS
Niederländisches Medaillon (16. Jahrhundert) für den Widerstand gegen Spanien