Über Tom

German artist, hermit, rice-farmer & goat-whisperer on Sulawesi / Indonesia

STOP!!!

racuni-laut

„Hören wir auf, das Meer mit unserem Egoismus zu vergiften!“

Banner am Hafen von Manado, wo die mit dem Flieger eingetroffenen Tauch-Touristen losfahren, deren Ausrüstung natürlich nur aus Bambus und recycelten Saughalmen besteht.

Ich hab gelesen, D wäre mehr als 1° wärmer geworden. Großartich! Ich kann mir gut vorstellen, wie die Leute gejubelt ham. Der eine oder auch andere wird sich wahrscheinlich gleich eine 2. Badehose zulegen. Als nächstes kommt die Schnee-Katastrophe. Irgendwas stimmt ja immer nich. Dabei iss das doch ganz einfach mit dem Klima: Wenn man zum Bleistift Hannover auflösen würde, was wirklich kein Verlust wäre. Man kann ja Rathaus und Altstadt stehen lassen, aber den Rest der Bevölkerung auf Wehrdörfer an der polnischen Grenze verteilen. Doch Herrenhausen, Maschsee und der ganze andere trostlose Kram kann wech. Danach macht man an der Stelle übahaupt nix mehr. Und du wirst sehn, wie sich die Natur wieder germanisiert oda sächsisiert, bis kein Italiener mehr durchkommt, und nur Bäume dort wachsen, die Boden und Klima vertragen. Genau das praktiziere ich hier seit fast 20 Jahren. Gerade happich 3 Würge-Feigen aus der Ruine der Villa Ludendorff gezogen und umgepflanzt. In der Villa gabs sowieso nix zum Würgen. Außadem willich die jetz weitabaun. Wenn die Eisenbahn kommt, lech ich mich auf die Gleise.
Die niedersächsischen Förster muß man latürnich umschulen und die nichtsnutzigen Landwirtschafts-Minister entlassen. Wenn man an der Stelle von Hannover nie mehr landwirtschaftet, wirste sehn, was da fürn herrliches Klima entsteht. Der beste Abenteuer-Spielplatz, mit Wölfen und Bären und was sonst noch die Überbevölkerung reguliert.

Mehr Schwarz

schwaerzer

Lauter Schwarze und Schwärzinnen. Politisch total nich korrekt – obwohl das Kinda-Schwärzen gerade in iss. Nö, Indonesien klickt anders. Man fotographiert, wen man will – besonders gern Tote und die exotischen Weißen – und veröffentlicht, wo man will. Privatspähre iss nich vorgesehen. Vermutlich bin ich der einzige, der hier mal auf der Anklagebank gesessen hat, weil er einen Ruhestörer fotographiert hat.
Doch die Geschichte dieses Gruppen-Bildes ist eine andere: Man schwärzt die bereits Verstorbenen oder schneidet sie raus, damit man keinen Ärger mit deren Geistern bekommt. Da sind also seit meinem ersten Besuch bei den Schwiegereltern einige abhanden gekommen. Ma sehn, wann MIR schwarz vor Augen wird. Lange kann es nich mehr dauern. Die restlichen Kinder auf dem Foto, die jetzt schon selber Eltern sind, lauern bereits drauf. Übahaupt ham mich alle auf diesem Bild immer belauert. Das wußte ich damals bloß noch nicht. Doch wolln wa ma abwarten, wer der nächste Nega wird.

Hoffentlich krich ich jetz kein Ärger, weil ich „Nega“ geschriem hap.

Kuppelei

halbdome

Als ich dieses Fenster in einem australischen Dokumentar-Film sah, fiel es mir wie Tetraeder von den Augen: DAS könnte die Lösung für das runde Fenster in der Villa Ludendorff sein, die sich dynamisch zur Ruine entwickelt.

verfall

Da selbst der Gouverneur davon munkelt, es könne noch 2-3 Jahre dauern, bis die überflüssige Eisenbahn hier vorbeidonnert, erwäge ich, den Bau fortzusetzen – in der Hoffnung, daß inzwischen immer mehr Wilden klar wird, utopische Projekte sind nur gut für’s Kino. Schon mein einäugiger Erdkunde-Lehrer erwähnte immer wieder eine elektrische Dampf-Sparkasse, die ich niemals irgendwo realisiert fand. Noch nicht mal als selbstfahrende. Also hab ich erstmal die Halbkuppel mit 5 Sechsecken und 1 Fünfeck aus Pappe nachgebaut und dadurch festgestellt, daß der begnadete australische Tischler keine gleichseitigen Dreiecke verwendete. Das macht seine Kuppel runder als meine, jedoch hoffnungslos für eine Realisierung. Auch die hiesigen Handwerker würden mit den sich ständig ändernden Winkeln dieses räumlichen Objekts nicht fertig werden. Ganz abgesehen von der Frage, wie man die Dreiecke dicht bekommt. Betrachtet man die Holz-Verbindungen genauer, so treffen sie auch in Australien nicht überall exakt zusammen. 

2domes       

hundome

In China bewachen oft Löwen-Paare die Eingänge. Bei mir auch. Es nützt jedoch nix. Die linke Löwin patscht dabei auf einem Löwchen herum, welches manchmal an einer ihrer Krallen saugt. IHGITT! Der rechte Löwe hält dagegen eine Kugel, bei deren Interpretation sich katholische Propaganda schon mal zu der Behauptung versteigt, es handele sich – wie bei dem Löwen im Sommer-Palast in Peking – um eine geodätische Darstellung der Weltkugel, deren Rundung natürlich von einem portugiesischen Missionar mitgebracht wurde. Um 1500 war der Papst ja so von Wissenschaft begeistert, daß er sogar einige ihrer Vertreter anzünden ließ. Tatsächlich ist ein gestickter Ball gemeint, der mit wechselnden textilen Mustern versehen ist, die nicht mal passen müssen, denn man kann den Ball nicht komplett betrachten.

ball

So rollt also auch mein Löwe den Ball solange herum, bis ein Löwchen ausschlüpft – mithin eher ein Fruchtbarkeits-Symbol – anstatt daß er mal einen Dieb beißt. Da die Chinesen in ihrer konfusen Mythologie selber nicht mehr durchblicken, kann auch eine Perle gemeint sein, mit der der Löwe zur Beruhigung spielt, wenn wieder ein Sehr-Lautsprecher für Unterhaltungs-Terror sorgt. Wirft er mit einem gestickten Ball, bedeutet das Beischlaf. Also Vorsicht beim textilen Gestalten in der Volkshochschule!

kugeloewe