Harry dreht durch

Harry-Zeki-romance-scammer

Harry Zeki (unwahrscheinlich, daß es sein echter Name ist), Heiratsschwindler, Betrüger, Erpresser, schickt nun auch Morddrohungen: „BASTARD, YOU BETTER DELETE MY PICTURES OUT OF YOUR POOR BUDGET SITE. I GIVE YOU 2 DAYS TO DO IT OR ELSE I WILL COME TO YOUR HOUSE AND SHOOT YOU. YOUR CHEATING WIFE GAVE ME YOUR HOUSE ADDRESS, YOU DONT KNOW WHERE I LIVE IN IRAQ. I WILL SEND MISSILE TO YOUR RICE FUCKING FARM AND BLOW IT UP. DON’T YOU FUCK WITH ME. I KNOW WHERE YOU LIVE.“
Sehr passend zur aktuellen Haß-Kommentar-Debatte Meisterwerke purer Galle. Und wenn es schon Luther nicht gelungen ist, seine Haß-Gefühle rational zu kontrollieren, was können wir dann von Harry erwarten. Dabei macht die wirre Diktion eher den Eindruck, als ob es ihm mental nicht wirklich gut geht: „SO I WARN YOU FOR THE LAST TIME, TAKE DOWN MY PICTURES OF YOU WILL FACE WAR WIT ME. YOU CAN CALL FBI OR ANY POLICE, I HAVE MY LAWYER WAITING TO DESTROY YOU IN IRAQ … ALL YOU CARE ABOUT IS YOUR RUBBISH DAMN BLOG THAT NOBODY CARES ABOUT YOU FOOL. FUCK AND FUCK YOU AND FUCK YOU
YOUR GOATS LOOKS BETTER THAN YOU PIG FAGGOT FROM GERMANY.
BITCH LIKE YOU TOM
IF YOU HAVE THE GUTS NF YOU FEEL YOU ARE A MAN, POST THIS COMMENT SO THAT YOUR FOLLOWERS ON THIS BLOGS WILL SEE IT BITCH.“
Sein entzückender Text enthält noch wesentlich mehr Beleidigendes. Vorwiegend illustrieren sie seine sexuellen Phantasien und Prägungen. Auch gegen meine Ex, die er mal beschimpft, bedroht, mal umwirbt, um noch mehr Geld aus ihr heraus zu locken. Und alles in dieser sehr typisch amerikanischen Proleten-Sprache. Na, ich werde jetzt lieber mit Helm rausgehen – wegen der Raketen!

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Telephonieren als Risiko

vogelself

„Alle Welt sucht die Methode, sich nicht zu irren … Wenn man mit Erfolg entgegnen und einem andern aufzeigen will, daß er sich irrt, muß man darauf achten, von welcher Seite er die Sache ansieht.“ Blaise Pascal (1623-62)

Ich wollte mir eigentlich keine pulsa mehr für mein Samsung Galaxy A3 kaufen, das ich nur im Rucksack als leichten Fotoapparat mitführe, und das noch nich explodiert iss. Doch dann riß jemand ein Stück Telefon-Leitung wech, und ich war von allem abgeschnitten. Weder konnte ich die Polizei anrufen, falls ich als Alleinstehender mit aggressiven Wilden zu händeln hätte, noch bei Bewegungsunfähigkeit einen Arzt. Letzteres sowieso fraglich, denn gerade ist wieder ein Verwandter an einem Medikamenten-Schock gestorben. Und es ist nicht das erste Mal, daß der in Frage kommende Arzt vermutlich Falsches verschrieben hat. Ein Risiko also, sich überhaupt auf Hilfe zu verlassen. Trotzdem ging ich los und kaufte pulsa bei einer attraktiven jungen Frau in einem Dorf-Schuppen. So brauchte ich nicht zur weiter entfernten Telkom-Station zu gehen, um da jemanden zu finden, der das Dschungel-Kabel reparieren würde, sondern ich textete. Im galoppierenden mikro traf ich mit meiner ohnehin zu klobigen Fingerspitze allerdings meist die falschen Buchstaben. Doch nun funkt das Internet wieder zäh vor sich hin, und ich kann der ganzen Welt mitteilen, warum Zellföne nich nur dick sondern auch dumm machen – sofern man’s nich schon iss. Dazu brauch ich mich nich mal auf Philip Reed, einen amerikanischen Philosophie-Professor berufen, denn ich hab ja selbst fürchterliche Erfahrungen mit den Dingern („Niemals überwindet die Vernunft den Wahn, während das Gegenteil häufig ist.“ Pascal).

nointerest

Reed möchte ganich in die Lage versetzt werden, mit lauter Menschen kommunizieren zu können, die nich anwesend sind. Und wie ich, hat er schon allein im Gespräch mit jemandem gemerkt, der plötzlich zu seinem Ha-Pe greift, um welche Kommunikations-Qualität es sich da handelt. Wenn meine Frau mich gelegentlich besucht, um noch etwas zu erledigen, braucht es keine 10min, bis sie wieder ihre Maschinen am Ohr hat, und mir die letzten 3 Horror-Jahre mit ihr wieder hochkommen. Außerdem macht Telephonieren als Lebensinhalt offensichtlich dick. „Communicating with someone who is not physically present is alienating, forcing the mind to separate from the body … people walking down the street talking animatedly to themselves who turn out to be apparently healthy people using their Bluetooth.“ Weshalb Zellföne und Gesichtsbuch in ganz Indonesien so ein extremer Erfolg sind, liegt vor allem daran, daß beide Erfindungen Einsamkeit, Langeweile und selbständiges Denken verscheuchen. Alles Phänomene, die der Indonesier unbedingt meidet. „This propensity for diversion was notably confirmed in a recent study where subjects preferred to give themselves electric shocks rather than occupy themselves with their own thoughts for 15 minutes.“

nolikes

„Ich behaupte, wenn alle Menschen wüßten, was die einen über die andern reden, so gäbe es keine vier Freunde auf Erden … So dünkelhaft sind wir, daß wir wünschen, die ganze Welt möge uns kennen, und selbst die, die leben werden, wenn wir nicht mehr sind; und so eitel sind wir, daß uns die Achtung von fünf oder sechs Menschen, die uns nahestehen, freut und zufriedenstellt.“ (Pascal)
„Pascal believed that the height of human dignity is thought, and that the order of thought begins with oneself, one’s creator, and one’s end. He linked this kind of thought inextricably to genuine rest and happiness … Avoiding a cellphone allows, for me, space for thinking and so enables a richer, more fulfilling way of life. With fewer tasks to perform and preferences to satisfy, life slows to a pace compatible with contemplation and gratitude.“ Deshalb sind mir ja auch Ziegen so sympathisch: Sie telephonieren nich.

will

Frauen im Netz

saveface

„In 2007, Steve Jobs introduced the world to the iPhone with the catchphrase ‘this changes everything’. What we didn’t know was that the everything was us.“

Professor Andrew Lepp (Experte für Tourismus und Erholung): „… besonders interessant war die Tatsache, daß wir etwas feststellen konnten, was Wissenschaftler neuerdings problematische Handy-Nutzung nennen. Leute mit solch einer problematischen Nutzung sind jene, die das Handy in Situationen benutzen, in denen man das eigentlich nicht tun sollte. Sie verspüren einen Zwang, das Handy zu nutzen, das ist fast schon Sucht-Verhalten. Etwa beim Autofahren, oder kurz vorm Schlafengehen, wenn man Lernen sollte, oder beim Essen …
Ich halte den geschlechtsspezifischen Unterschied zwischen Männer und Frauen für interessant. Und es scheint die Vorurteile, die viele Menschen über Männer und Frauen haben, zu stützen. Sie wissen schon: Männer mögen nicht so viel am Telefon quatschen, sie sind nicht so gute Kommunikatoren am Telefon wie Frauen.
Aber für mich lautet die Botschaft aus unserer Untersuchung: Guckt auf die problematische Handy-Nutzung. Das sollte man im Hinterkopf behalten, obwohl die Geräte so wunderbar sind und soviel für uns tun, daß man kritisch reflektiert, wie man sie benutzt und ob zur rechten Zeit. Und daß man auch den Kindern diese Art der Selbst-Kontrolle mit diesen Geräten beibringen muß. Das tut mir manchmal schon weh, wenn ich mit der Familie und Freunden in einem schönen Restaurant sitze und andere Leute sehe, die keine schöne Unterhaltung miteinander haben, sondern alle auf ihrem eigenen Bildschirm unterwegs sind.
Vielleicht ist unsere Untersuchung nur eine von vielen Untersuchungen, die eine rote Fahne aufzieht, eine Warnung ausspricht: Laß jeden Tag dein Handy für eine Weile in der Tasche und guck den wichtigen Menschen in deinem Leben in die Augen, sprich mit ihnen ohne Bildschirm zwischen euch. Das ist für mich die Botschaft.“

„Before the Internet every girl was a lot more special.“ (Swiss Army Man„, 2016). Ich versteh den Satz so, daß heutzutage Millionen Frauen ihre Dummheit per Internet dokumentieren, die man früher nur erahnen konnte. Telephonieren als Lebensinhalt gab es schon, doch blieb es privat. Man sollte dieses veränderte Verhalten jedoch auch zu schätzen wissen. Es ist ein zuverlässiger Indikator, der uns Auskunft über die Partnerin gibt und vor Illusionen bewahrt: über ihren Lebensstil, ihre Intelligenz, ihr kreatives Vermögen, ihre Kommunikations-Fähigkeit. Wer solch süchtelnde Frauen nich mehr ertragen kann, dem bleibt noch ein alternativer Rest von etwa 3% – schätzungsweise. Microsoft geht da mit gutem Beispiel voran und sperrt sich jetzt sogar schon selbst.

ausgeluckt