Fotos, die Frauen schmelzen

lovebait

Iss alles völlich neu für mich, iss ja meine erste und LETZTE Ehe. Aba irgendwann, wenn ich den gewaltigen materiellen Schaden ma übawunden hab, werd ich üba meine Ex nur noch lachen können. Virtueller Ehebruch („Wir mögen uns!“), auch juristisch iss das ja neu zu bewerten. Verliebt in gestohlene Fotos (wie das obige, das ein 22jähriger Nigerianer für sein Romance-Scam verwendete) – und eine Stimme. Auf Skype war seine Kamera angeblich kaputt („We did skype once but his camera didn’t work“, erzählt ein australisches Opfer). Der arme Romance-Scammer! Imma Pech. Erst seine Zwillinge, dann auch noch die Kamera kaputt.
„Was zieht Dich denn an ihm so an?“ hatte ich noch im August 2015 mit Entsetzen gefragt.
„Er ist anders. JEDER ist anders!“
Das stimmt – besonders wenn man ihn nie nich in Bewegung gesehn hat („They NEVER want anywhere to travel!“ erklärt ein Scam-Baiter).
Bleibt also nur die Stimme. Kann man mit ner Stimme Ehebruch begehen? Oda wär das nur ein virtueller Bruch?? Oda Stimmbruch???
Ich hab jetzt zwar aus wirtschaftlicher Notlage meine Rente erneut beantragt, die ich auch krich, aba das Problem, weshalb ich se zurückgewiesen hab (der Strafen-Katalog), hat sich unmittelbar bewahrheitet. Ein Bestätigungs-Schreiben der Deutschen Post brauchte 1,5Jahre, um mich zu erreichen. Nu stell dir das ma mittem Mahn-Schreiben vom Finanz-Amt vor. Irgendwann steht Interpol vor der Tür – oda sie sperren mein Konto in D. Und dann diese Lebens-Nachweise bei der Deutschen Botschaft, zu der ich extra mittem Flugzeuch fliegen müßte. Mich zwingt aba NIEMAND mehr zum Reisen. Doch dann traf es mich wie der Blitz: Wenn die Scammer auch nich reisen wolln, weil das ja ihre Einkünfte schmälert, wär DAS doch der ideale Nebenjob für mich, und VIEL lukrativer als sone beleidigende Almosen-Rente. Und ich weiß jetz wirklich, wie Fraun ticken. Son Scam mach ich mit links.

thebait

Phase 1:
Liebe ……,
ich hab Dein Foto auf Twitter/Facebook oda sonstwo gesehn, und es hat mich getroffen wie der Blitz neulich mein Modem. Da ich total allein bin, dachte ich, wir könnten uns n bißken austauschen (spätere Körpasäfte nich ausgeschlossen).
Ich bin der Mack Bergen, ~50Jahre alt (das Foto macht mich älter, aba das liecht an der Beleuchtung). Auch bin ich ganich so grau.
Meine Frau hat mich auf ne Südsee-Insel gelockt, da ausgeraubt und iss abgehaun. Gauguin iss sowas ja auch passiert. Da ich auch Mala bin, hab ich wieda mit Malen angefangen, um Geld für meine Rückkehr nach D zusammen zu bekommen. Doch iss mir leida mein Pinsel zerbrochen, und jetzt kann ich das Bild im Hintagrund nich fertichmalen. Oppde mir wohl 2EUR50 fürn neuen Pinsel via Western Union übaweisen könntest? Das wär SUPA. Ich weiß, daßde ne ganz sensible Frau bist. Das spüre ich soga hier am Äquator.
Viele Küsse von Mack

Phase 2:
Liebe ……,
ich vasteh ja, daßde skeptisch bist. Das macht Dich SOO begehrenswert. Wände meinst, ich sähe auf dem Foto älta aus, mußte bedenken, was für Schiksals-Schläge ich hier in letzta Zeit einzustecken hatte. Da bin ich so dünn wie nie zuvor geworden, und muß imma aufpassen, daß ich nich meine Hosen valiere. Deshalb: Wännde vielleich zu dem Pinsel-Geld noch was für Hosenträger zulegen könntest, wär mir noch mehr geholfen. Denn brauchte ich mit der Linken nich imma meine Hose festhalten sondan die Palette. Und denn iss auch noch n Steinchen im Lorong Jerman durch meine Schuhsohle gebrochen, und jetz happ ich keine Schuhe mehr, um n Pinsel zu kaufen.
Leida bin ich nie in Afghanichverstan tätich gewesen, aba auch unta den Künstlern gips ganze Kerle, die wissen, wo der Hamma hängt.
Noch mehr viele Küsse von Mack

Phase 3:
Liebe ……,
mit den übawiesenen 30EUR haste mich gerettet. Ich werd jetz gleich das Bild fertichmalen, es vakaufen, und Dir Dein Geld umgehend zurückschicken.
Hoffentlich wird diese Mail nich feucht von meinen zahlreichen Küssen! LOL!
Dein FOREVER!

Phase 4:
Liebe ……,
leida isses mir nich gelungen, das Bild zu verkaufen. Aufem Markt wolltense mir nich ma n Sack Reis dafür geben. Dabei isses das bisher einzige Bild mit 2 im Pazifik schwimmenden Bügeleisen. Aba die Wilden hier vastehn übahaupt nix von Kunst. Die wolln nur gemalte Hunde, weil die ihre Lieblings-Speise sind. Und denn happ ich so heftich gemalt, daß ich dabei in meinem eigenen Schweiß ausgerutscht und auf die Staffelei gefalln bin. Jetz muß ich auch noch zum Zahnarzt, und Du weißt ja, wie teuer son Zahnarzt iss. Ich kannte ma einen, der dabei sogar gestorben iss. Doch manche meinten, er hätte sich an seiner Staffelei aufgehängt. Der hätte auch nich imma Pimmel in Zelten sondan lieba Hunde malen sollen. Du siehst, meine Liebe, wie schwierich das Leben als Künstler iss. Ich komm ganich voran, und ohne Deine treusorgende Hilfe bin ich aufgeschmissen.
Deprimierte Grüße von Mack

Phase 5:
Tausend Dank, meine ferne, einmalige Liebe. Die 1000EUR ham mir sehr geholfen. Bessa wär natürlich, wände die jeden Monat regelmäßig überwiesest. Denn könnte ich auch schon meinen ersten Besuch bei Dir einplanen …“

Das Elend des Lemmings

lemming

Man sagt ja, der Lemming renne manchmal konsequent ins Verderben. Nun, ich kenne keinen, aber meine Frau kann das. Meine erneute öffentliche Darstellung ihres heimtückischen Verhaltens hat bei ihr zu einem 4. Zusammenbruch geführt. Das bedeutet doch nichts anderes, als es auch noch einen 5. und 6. geben könnte, obwohl ihr inzwischen wohl klar ist, daß der Ablauf ihrer Internet-Romanze exakt so erfolgt ist, wie ich ihr das lange vorher prophezeite. Doch selbst als die Blase schon geplatzt war, hat sie mit Überweisungen an die Nigeria-Connection erst richtig losgelegt, und verlor dabei das Geld, das sie von der leibhaftigen Minahasa-Betrügerin Linda, die schon einsitzt, sogar zurückbekommen hatte. Wie in einem verzweifelten Versuch, die untergehende Liebes-Beziehung zu einem Online-Betrüger mit Geld zu stabilisieren. Überhaupt haben wir immer wieder über das gesprochen, was sich nun so lemminghaft bewahrheitet. Aber es ist eben die Tragik des Pädagogen, daß er zwar weitsichtig sein kann, seine Schülerin (oder sein Sohn) jedoch erst zu spät zur Einsicht gelangt: „Es war doch richtig, was Sie mir damals gesagt haben, aber ich habe es seinerzeit nicht umsetzen können.“ Ach ließen sich doch Erkenntnis-Prozesse künstlich beschleunigen! Für mich funktionierte das mit LSD, nur kann das keine allgemein gültige Methode sein.
Hier würde eine Deprogrammierungs-Therapie von neutraler Seite benötigt, wie man es bei Sekten-Angehörigen einsetzt. Ich weiß, daß es schon Therapien für IT- und HP-Junkies gibt. Meine Frau zeigt deutliche Anzeichen einer Psychose (nicht die 1.), und ich habe bereits zu viele üble Erfahrungen mit psychotischen Frauen. Deshalb bin ich auch kein Familien-Mensch. Ich kann mein eigenes psychisches Gleichgewicht bewahren, und möchte niemanden mit etwaigen Störungen belästigen oder sogar seine Existenz gefährden, doch für 3 kann ich es nicht. „Ohne fremde Hilfe Wege aus der Internetsucht zu finden, ist oft sehr schwierig. Wie bei anderen Suchterkrankungen ist ein Leidensdruck wichtig, bevor das eigene Verhalten geändert oder Hilfe in Anspruch genommen wird. Eine lange Verleugnungsphase ist jedoch ein typisches Symptom. In der Therapie geht es daher auch um folgende Fragen: … Welche Lebensbereiche wurden bereits negativ beeinflußt (Auswirkung auf Partnerschaft, Arbeit, Freizeit, Lebensgenuß)? Welches sind die Probleme, Geheimnisse und Entschuldigungen des Betroffenen? Welche Versuche wurden bis jetzt unternommen, dysfunktionales Verhalten einzuschränken? Wie ernst ist der Veränderungswunsch?“ (Dr. Dominik Batthyány).
Diagnostische Kriterien für Pathologische IT-Benutzung:
„…
6. Aufs Spiel setzen oder Riskieren einer engen Beziehung, einer Arbeitsstelle oder eines Berufsangebots wegen des Internets.
7. Belügen von Familienmitgliedern Therapeuten oder anderen, um das Ausmaß und die Verstrickung mit dem Internet zu verbergen.“

1. Der erste Schritt zur Heilung wäre eine totale Internet-Abstinenz. Schon dadurch wird der Kranken ihr Suchtverhalten schmerzlich bewußt. Wer mit dem Internet nicht intelligent und kreativ umgehen kann, wessen Leben durch Klingeltöne strukturiert wird, lebt falsch. Wie bei Alkoholikern gibt es keine ungefährliche Dosis sondern nur völlige Enthaltsamkeit und Neuausrichtung des Lebens. Und wie der Alkoholiker muß auch der IT-Junkie erst ganz unten ankommen, bevor er zur Verhaltens-Änderung in der Lage ist.

2. Die offensichtlichen Defizite im Gehirn müssen mit Studium gefüllt werden, nicht nur über gleiche Schicksale anderer Abgestürzter, sondern auch durch die Auseinandersetzung mit sinnvollen Lebenseinstellungen. Anders als Christentum und Islam bietet der Buddhismus hierzu konkrete Analysen und Lösungen – etwa zu der Frage nach der Ursache des Leidens. Jedoch ist mir bei allen Buddhisten, die ich persönlich kennengelernt habe, der große Widerspruch zwischen Theorie und ihrer Praxis aufgefallen. Ein reiner Wohlfühl-Buddhismus führt nirgendwo hin, ein pervertiert-institutionalisierter auch.

3. Das tägliche Leben muß wieder mit realen Inhalten gefüllt werden: Körperliche Arbeit, Bildung, Kreativität. Reisen ist kein Lebensinhalt sondern nur eine andere Droge, für die geistige Unverbindlichkeit und Ruhelosigkeit typisch sind. Ich interessiere mich überhaupt nicht mehr für Reisen. Jahrelang mußte ich sogar 2x zwangsweise reisen, um wieder eine Aufenthalts-Genehmigung zu bekommen. Ich bin bereits angekommen. Mein Projekt ist eine Farm. Wer Tiere hält, kann nicht herumflippen. Wer da mitmachen will, ist willkommen. Ansonsten: Bon voyage!
Zusatz zur (hoffentlich!) letzten Überweisung an Oluwatofunmi Olukayode Onakoya vom 6.4.2016: „For the journey!“

http://www.romancescams.org/TypesOfScams.html

Survival

fcpromotion

Jetz happ ich auch ein hape. Endlich! Teil der Ausrüstung für mein neues Survival-Training. Ich hasse diese Dinga. Sie gehörn zu den Werkzeugen, die meine Ehe zerstörten. Doch ohne geht’s nich. Macht man sich hier genauso verdächtich wie ohne Religion. Jeda hauptberufliche Kokosnuß-Öffner hat eins. Da happ ich ersma gleich 1 Zellvieh gefont. Imma mittem Schrubba-Stiel war ja nix. Ging ganz prima, nur kann ich dem Ding nich abgewöhnen, mich Jahre jünger zu glätten. Iss 1 „Samsung Galaxy A3“. Das alte! War schwierich zu kriegen. Vastehn die Wilden nich, warum man nich das neue A3 will, wenns gerade erschienen iss. Will ich aba nich, weil länga und teurer. Ich happ das A3 ausgesucht, weil es leicht (110g) und nich so brettlang (13cm) daherfönt. Will ja nur telephonieren, wenn ich ma Hilfe brauche, meine Frau jedoch endgültich abgehauen iss. Geistich isse eh schon wech. Denn kann ich zum Bleistift Ruli, die Deutschlehrerin, anrufen, die mich zur Kinder-Malaktion im einzigen Buchladen Manados geladen hatte. Dort hockten lauter Zwerge auf einem Teppich und bemalten auf niedrigen Klapptischen vorgedruckte Käfer. Mit „Faber-Castell“-Stiften. Angeleitet von 2 uniformierten „Faber-Castell“-Animateusen. Es geht darum, den asiatischen Markt zu erobern, während die Chinesen schon in D Bleistifte produzieren, um sie mit „Made in Germany“ ausstatten zu können. „Neue [„Faber-Castell“] Buntstifte für meinen Sohn gekauft. Sie brechen leider beim Anspitzen permanent ab und sind absolut untauglich für die Schule. Dachte mal das sei ein Qualitätsprodukt. Bin echt enttäuscht!“ (Facebook-Kommentar). Als Student happ ich mit „Schwan-Stabilo“ gezeichnet.
Am Rand des Teppichs saßen die auf moslemische Weise in Tüchern verpackten Mütta. Eine in Dschungeltarn, das Kopftuch dazu passend in Dunkelgrün. Eine Soldatin war das nich. Diese pseudo-konservative Kleidung adaptiert alle Trends. Gern auch Wüstentarn. Oft oben Kopftuch, unten und hinten frißt jedoch der Spalt die Hose. Ich stellte mir einen Raum komplett in Dschungeltarn vor. Wand, Möbel, alles camoufliert. In der Mitte aufem dschungelgetarnten Sofa die Frau. Man würdse nur an den Bruchkanten der Muster wiedafinden. Ihre kleine Tochter, in ein leuchtend oranges Kopftuch eingewickelt, krabbelte weinend auf ihren Schoß: der auch zeichnende ältere Bruder hatte sie gemobbt. Die haben imma Vorrang, Töchter zählen nich. Jene müssen sich dem Bruder untaordnen. Deshalb fühlte sich die Mutta nur bei der Bedienung ihres Handphones gestört. Ich schlug vor, die Tochter auch mit Dschungeltarn auszustatten. So würde sie der Bruder vielleicht ganich mehr finden.
Dann holte eine ehrgeizige Mutta das Wettbewerbs-Bild ihrer Tochter aus eina Plastik-Röhre, mit dem letztere Insel-Meisterin werden soll. Die traditionelle Kultur der Minahasa war das Thema, doch fand ich weder Jeans noch Yamaha-Orgeln, Sehrlautsprecher oder Handphones in dem Gemälde. Stattdessen Cakalele-Tänzer und Warugas. Na gut, macht euch ma ruhich was vor mit euren traditionellen asiatischen Werten. Die tierische Natur egoistischer Gier iss in jedem Fall dominanter als Solidarität. Ich happ dann etwas üba das Bild rumgefachsimpelt. Z.B. daß die Erfolgs-Tochter sich vielleicht ma auf 2 der Hokuspokus-Tänzer fokussieren sollte, aba lieba hätt ich der Mutta gesacht: Laß doch deine Tochter einfach malen, wasse will (Warum muß eigentlich imma jemand siegen?). Die sah ohnehin schon irgendwie unglücklich in ihren Pop-Leggins mit englischem Fahnen-Muster aus. „To create is to explore tiny unfamiliar parts inside the soul“, steht in dem Laden an der Wand. Die Minahasa ham ihre alte Kultur noch schneller als die Deutschen verloren, dachte ich so vor mich hin, als ich in einem mikro nach Hause blechte. Doch bisse ne neue entwickeln, bin ich schon tot. Bis dahin muß ich noch irgendwie übaleben. In Manado wär ich beinahe gegen einen Lampen-Mast gelaufen, als ich mich beim Gehen umdrehte. Der stand mitten im unbürgerlichen Steig. Dabei hatte ich mein hape noch nich ma ausgepackt.
Nachts weckte mich das blöde Ding, weil ich es nich ausgeschaltet hatte. Schlimmer jedoch sind schwere Angst-Attacken, die mich neuerdings aus dem Schlaf reißen. Ich wage nich, Licht zu machen. Stattdessen sehe ich einen leuchtenden Metallkontakt. Wenn ich den berührte, würde alles um mich herum explodieren.

neuphonesw