
Im Restaurant tropfte ich beim Essen so, daß sich zwischen meinen Fűßen eine gelbliche Pfütze bildete. Den Speichel auf dem Tisch zog ich in Ermanglung einer Serviette mit der Hülle des Plastik-Trinkhalms über den Plattenrand. Die Fäden rissen aus der ständig feuchten Haut aus, und das Loch wurde wieder größer. Da begab ich mich erneut ins katholische, kranke Haus, wo die kranke Schwester des Chirurgen für 10EUR (inkl. Medikamente) die Fäden entfernte, etwas Placenta-Gel in die Wunde schmierte und sie nur abdeckte. Unterstützt von Wels-Extrakt-Kapseln heile jene angeblich bereits von innen nach außen. Es würde bloß noch ein paar Wochen dauern. Inzwischen sieht das Loch schon wieder hübscher aus.
Um an das Loch in der Scheibe der Medikamenten-Ausgabe zu gelangen, nahm ich Anlauf, als ich aufgerufen wurde, und schlidderte auf dem spiegelglatten Kachelboden – begleitet von einem milden Aufschrei der überwiegend gehbehinderten Wartenden – bis zu einem rohen Regalbrett, auf das man sich flach wie ein Frosch aufstützt, um mit den kranken Schwestern hinter der Scheibe zu kommunizieren. Zurück wieder geschliddert, so daß die Wilden merkten, wie ich nur albrich war, weil ich wieder Hoffnung auf Gesundung bekommen hatte.
Meine Welt geht also vorerst nicht unter – trotz der fast täglichen, mehrstündigen Stromausfälle, weil das Wasserkraftwerk in den Bergen eventuell nicht mehr genug Wasser hat. Nachdem es jahrelang (Ich hab den Überblick verloren!) fast täglich geregnet hat, regnet es nun überhaupt nicht mehr. Dafür weht ein starker, kühlender Wind. Dieses abenteuerliche Land voller Extreme bleibt sich also treu.



