
Ohne Unrast, glücklich und zufrieden, erwartet der arhat keine Zukunft mehr, sie birgt für ihn weder Hoffnung noch Furcht … So verzichtet denn der yogin auf alle Versuche, in dem, was er als grundsätzlich leidvoll erkennt, Behagen zu finden. Da er weiß, daß ein Streben nach »Kontrolle« über die Dinge der Außenwelt nur weiteres Leid herbeiführt, wendet er sich von den äußeren Dingen ab und zieht sich in eine innere Ruhe zurück, von wo aus er still und gelassen das äußere Geschehen als ganz und gar entlegen beobachtet.
Wahrscheinlich saß Eberhard Conze (1904-1979) nicht auf seiner Veranda und sah eine Feuerwalze von Osten auf sich zurollen, als er das 1962 in „Buddhistisches Denken“ schrieb. Wer zufrieden und glücklich ist, benötigt keinen Gleichmut, ich war jedoch nur noch am Brüllen. Ohnehin durch monatelange Krankheit morbide, begann der Tag schon übel. Während ich in der gleichen Richtung die Morgenröte zu genießen versuchte, lärmte eine hysterische Protestantin ihre frohe Botschaft ins Mikrofon. Ich versuchte das mit dem Geknirsche von „Atom“-Erdnüssen im Schlafrock in meinem Mund zu neutralisieren – wobei ich vor mich hintropfte.
Als ich gerade zum Essen und Einkaufen losgehen wollte, sah ich die gewaltigen Rauchwolken. Ein ganzer Hang meiner stillgelegten Reisterrassen stand in Flammen, Bäume brannten wie riesige Fackeln, und der starke Wind trieb das Feuer auf mein Haus zu. Ein neuer, junger Pächter mit halbidiotischen Helfern. Obwohl wegen der Dürre ausdrücklich von der Regierung verboten, hatten sie es sich mal wieder leicht gemacht, einfach das trockene Kraut angezündet und dann die Kontrolle verloren. Als die von meiner Ex gerufene Polizei erschien, war es gerade in etwa 100m Entfernung nach Norden abgedreht, wo die Flächen schon vorher abgefackelt und bereits geflutet waren.
Danach quälte ich mich mit Rucksack-Transport von Nahrungsmittel ab, da der Lieferservice (1Std.!) nicht mehr funktioniert. Um 15Uhr probierte ich es trotzdem, geliefert wurde um 20:30 in völliger Dunkelheit.
Gegen 23:00 versuchte ich einen schönen Scalar in meinem Aquarium umzubringen, der alle anderen Fische terrorisiert. Er merkte es jedoch.
Daß die 18 Schulen des Buddhismus auch nur Varianten religiöser Heuchelei sind, weiß ich aus Erfahrung. Läuft alles schief, greift man zur Religion. Als Arznei dient sie uns nur, solange wir krank sind, aber nicht mehr, wenn es uns wieder gut geht. Conze, der sich weigerte, die buddhistischen Kulturen Asiens vor Ort kennenzulernen, war sich bewußt, daß seine Ideale kaum der Realität jener Länder standhielten, in denen man sich offiziell zu ihnen bekennt.
Am nächsten Morgen, während eine andere Hysterikerin aus dem evangelischen Sehrlautsprecher brüllte, habe ich den Scalar dann doch erwischt und in einen Teich gesetzt. Da lernt er final, wie sich das anfühlt, gefressen zu werden. Jetzt – nachdem der Rüpel bereits 6 Neonsalmler verschlungen hatte – glühen 20 neue Hyphessobrycon innesi zwischen den Wasserpflanzen. Das sieht nett aus.


