Niedlich

niedlich

Hatte doch Udin gerade vermutet, daß es beim Deutschen von Schlangen nur so wimmeln müsse. Och nö! Eigentlich war schon lange keine mehr im Haus. Bloß als ich mich gestern zum Eisessen auf meiner Pazifik-Veranda niederlassen wollte, saß da schon eine und kuckte mich neugierig an. Die mußte ich gleich – ohne sie zu fotographieren – mit nem Besen innen Teich befördern, weil mein Eis schmolz. Und als sie im Wasser noch rummachte, hielt ich ihr den Besen drüba, worauf sie tieftauchend verschwand. Vielleicht hatte sie so ihre höchstens daumendicken 90cm. Das war mittags. Danach hab ich ersma die Ziegen gefüttert, geduscht, meine kranke Haut verarztet und wollte mich gerade auf meinen Wasserfall-Beobachtungs-Sessel setzen – da saß schon eine. Eine wesentlich kleinere. Vielleicht die Tochter, die sich schon eine Weile in meinem Wohnzimmer rumgetrieben haben mußte. DAS war knapp! SO geht das nich! Das iss MEIN Platz! Ich hab nur den einen, mehr brauch ich ja nich. Wenn ich noch n zweiten Sessel hätte, könnte man ja zusammen Mogu-Mogu trinken und sich n bischen darüba untahalten, wie das so iss als Schlange. Ich mein, die hams ja auch nich leicht. Neulich, als ich zum Einkaufen ging, happich eine grüne getroffen, deren Bisse sehr krank machen, wie mir mal ein Balinese erzählte. Die war völlich platt.

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Nicht sozial

stehauf

Als Udin einem Fremden das zu verkaufende Reisfeld zeigt, weil er sich gerne wichtig tut, weiß er nicht, daß der potentielle Käufer meiner Ex erzählen wird, was er über mich gesagt hat, und jene dann mir. Also erfahre ich es nicht nur aus 3. Hand, die Begrifflichkeiten sind auch andere. Wenn ich von Udin als unsozial geschildert werde, bedeutet das nicht das gleiche wie im Deutschen. Nur einer, der nicht mitmacht. Ich dagegen habe die Minahasa 17 Jahre als so asozial erlebt, daß ich es inzwischen für mentale Prägung halte. Ich wolle mit ihnen nichts zu tun haben, meint Udin, der mit seiner Moslem-Bande weiter unterhalb im Lorong Jerman wohnt. Warum auch? Ist ja nicht verboten. Oder soll ich – abgesehen von der Sprach-Barriere – mit ihnen Tag und Nacht um Geld spielen, mit ihnen nachts stehlen gehen, von mittags bis 2Uhr morgens zu dröhnenden Baß-Boxen falsch singen und saufen? Ich sei streng, meint Udin. Meine Pächter müßten alles genau so machen, wie ich es wolle. Dachte er dabei vielleicht an das Verbot des Anzündens riesiger, feuchter Reisstroh-Haufen, deren Rauch einem tagelang in den Lungen brennt und die Luft zum Atmen nimmt – abgesehen von der rumfliegenden Asche? Oder vielleicht, daß ich ihm mal nur per Armbewegung die Richtung gezeigt habe, in die er mit seinen freilaufenden Ziegen zu verschwinden habe. Er ist nämlich auch einer der sonst sehr sozialen Viehzüchter ohne eigenes Land. Nicht mal die Warane dürften sie töten, und mein Land sei schon ganz berutan. Verwildert bedeutet das und ist schlimmer als betrügen, denn der Minahasa will keine Natur sondern Facebook und Karaoke. Da müßten doch viele Schlangen auf meinem Land rumkriechen, aber der Deutsche „liebe“ Schlangen! Auch die Bäume dürften sie nicht fällen. Dem Schlachter Anki, der hier schon wesentlich länger lebt als ich, habe ich gerade erklärt, wie der Baum heißt, unter dem er staunend stand, und daß es dessen Nuß war, die er in der Hand hielt. Doch angeblich würden sie sich um mich Sorgen machen. Was, wenn mir etwas passiere? Meine Ex, die ihr Leben in typischer Minahasa-Manier ruiniert hat, sei dagegen durchaus sozial. Aber da stimme anscheinend was nicht. Sie komme zwar ab und zu, gehe jedoch wieder.
Fein beobachtet!

Auswandern

ausgewandert

ARD Liveblog: 24.9.2017 von claireannelage
Es wird Zeit auszuwandern stellt sich nur die Frage wohin? Alternativ bleibt nur ins Koma zu fallen, was aber angesichts des Ergebnisses nicht allzuschwer fallen dürfte ... Denk ich an Deutschland in der Nacht – aber es ist nicht Wonne die mich wach hält, eher die Sorge um die Zukunft …“

Antwort Kommentar:
„Wohin? Denn es gibt kaum ein Land in dem es den Menschen besser geht als hier in Deutschland. Sonst wüßten Sie ja wohin Sie gehen jönnten. Daß Merkel weiter regiert ist gut und richtig. Nur diese üblen 13% für die rechten Poopulisten der AfD sind ein übles Ergenis der heutigen Wahl.“

Motto von Mutti Merkel: In der Ruhe liegt die Kraft.“

Sehr geehrter Herr Dobat,
nach Rücksprache mit dem Bundesverwaltungsamt bezüglich Ihrer Entlassung aus der deutschen Staatsangehörigkeit, benötigt das BVA eine deutsche Übersetzung Ihrer indonesischen Einbürgerungszusicherung. Ohne diese Übersetzung kann eine entsprechende Entlassungsurkunde leider nicht ausgestellt werden. Wir würden Sie daher bitten, Ihre Einbürgerungszusicherung entsprechend übersetzen zu lassen. Sehr gerne kann ich Ihnen eine Liste mit Übersetzern zuschicken. Ich würde Sie auch bitten, uns die Übersetzung dann zukommen zu lassen. Wir würden diese dann an das BVA weiterleiten.
Mit freundlichen Grüßen
Claudia Thieler (Embassy of the Federal Republic of Germany)

Sehr geehrte Frau Thieler,
ich habe keine Entlassungsurkunde von der Botschaft verlangt. Das ist wahrscheinlich nur eine weitere konfuse Idee von Frau Nengsih.
Mit freundlichem Gruß
Thomas Dobat