algorhythmische verselbständigung

wordpress hilft dir dabei meine meistbesuchten posts zu finden ein irrtum wände glaubst das seien meine bedeutendsten da ham sich ma zufällich ein paar leser in meiner flaschenpost den post fundstück angesehen der von einem silbrichen blei handelt das ich in new orleans fand ohne mir hinterher die hände zu waschen und bautz hat wordpress das gemerkt den post wieder angeboten mehr ham den gelesen und die ganze sache hat sich verselbständigt obwohl es nur n stück galena iss kannste ma sehn wie die digitale welt wirklich bedeutung herbeizaubert noch raffinierter die entstehung immenser jährlicher einschaltquoten in meinem waldschrat-post zur fotografie eines konfirmanden der nur mich und das gedicht von erich kästner enthält ohne das man sehen könnte wie ich bei meiner konfirmation nix gefühlt hab aber ich mach jede wette dass da irgendwo son pope oder studienrat mit deutsch und religion der sich immer lächelnd ganz aufgeschlossen gibt den link seinen zu gehirnwaschenden verpasst und dann klicken sich hunderte verwirrte jugendliche in meinen post was ja ganich schlimm iss denn so hamse die chance aufzuwachen wennse mehr von mir konsumieren der gerade h. c. artmanns nachrichten aus nord und süd liest welcher erst mit 40 zum ersten mal heiratete und deshalb vorher 30 jahre lang kopfschmerzen hatte und dann kamen wieder 80 sinnlose nachrichten in mein fon obwohl ich alle quellen blockiert hab

Selbständigkeit

Die in den Deckel meines chinesischen Aquariums sehr ordentlich integrierte Dioden-Beleuchtung hat 3 Stufen: Bordell-Rot, weißlich und angenehm warm mit intensiven Farben. Nachts schalte ich die Lampe aus, und es läuft nur die Umwälz-Pumpe. Wenn nach nächtlichem Stromausfall wieder Saft kommt, schaltet sich nicht nur die Pumpe sondern auch das Licht an, obwohl ich dafür normal den Sensor 3x berühren muß. Zuerst vermutete ich, einer dieser mistigen Zwerglurche wäre über den Sensor gelaufen, aber es ist die Programmierung.
Was ich damit sagen will: Vor der totalen Digitalisierung des Lebens gab es nur 2 Möglichkeiten – an und aus. Jetzt gibt es 3. An, aus und selbständig. Das hat unserem Leben eine zusätzliche, unendlich variantenreiche Fehlerquote bis in den globalen Wahn beschert. Selbständige Fahrzeuge, Raketen, Atom-Kraftwerke, Daten und im Zusammenwirken mit entfesselten Regierungen perfekt totalitäre Regime, die sich meist auf solid-ignorante Mehrheiten stützen können – wie das in Australien und besonders in China bereits verwirklicht wurde.
Wenn mein Fon mal wieder den Geist aufgegeben hat, obwohl ich es kaum benutze, schmeiße ich beim neuen erstmal den ganzen App-Müll raus. Denn ein neues muß her, sonst könnte ich gar nicht mehr mit meiner Bank in D agieren. Obwohl ich damit kaum telephoniere, es eher als mobilen Foto-Apparat einsetze, und es nur ungefähr 15 Programme enthält – Internet nur ab und zu zum Aktualisieren – kommen täglich zwischen 100 und 200 Nachrichten rein. Dabei habe ich alles blockiert. Selbständige Technik.
Es heißt, meine Eltern-Generation hätte den totalen sozialen Zusammenbruch erlebt, und wäre deshalb danach so ganz auf Existenzsicherung und Konsum eingestellt gewesen. Zumindest einem Teil meiner Generation, die nicht alles hatte, sondern immer darauf warten mußte, bis die Mittel vorhanden waren, war das zu langweilig als Lebensinhalt. Deshalb die Ausbruchs-Versuche in den 60ern. Wir ahnten, daß da noch was Anderes sein mußte, als mit mehr oder weniger sinnloser Arbeit Geld zu verdienen. Die folgenden Generationen haben schon alles vorgefunden und wollten den optimalen Lebens-Standard sofort. Sie können sich gar nicht mehr vorstellen, daß man den ganzen Scheiß nicht wirklich braucht, zeigen ein neuartiges Suchtverhalten und lassen sich begeistert manipulieren. Sie benötigen schon als Jugendliche sehr viel mehr Geld als meine Generation, und die Sicherung einer gefährdeten Zukunft wird immer von dem bereits erreichten hohen Standard aus gesehen, den Millionen Asiaten auch erreichen wollen. Das kann nicht funktionieren!
Der von mir gestiftete Friedhof sieht nachts inzwischen wie Las Vegas aus. Zusammen mit der Inflation von Sende-Masten ist das Tendenz weltweit. Vorher fand dort Landwirtschaft statt. Heutzutage gibt es nicht mehr genug Bauern, weil man bei der harten Arbeit im Dreck schlecht telephonieren kann.

Tage der Arbeit

Am Morgen warte ich lange neben der Dorfstraße vor einem Kopierladen. Ich hab das Haus des unverschämten Moslems, der 4x am Tag Truppen-Übungsplatz spielt, telephoniert und will die Kopie auf dem Bürgermeisteramt abgeben. Der Kopierer muß erst noch n Kaffee trinken, dann geh ich bergauf zum Amt. Dem dort Wachhabenden lege ich das Luftbild von meiner letzten Beschwerde vor: Dieses Haus ist jetzt ruhig (diam), die Mühle ist halb-ruhig – vielleicht nur, weil gerade Ramadan ist – und dieses Haus liefert immer noch jeden Tag Terror-Musik. Der Beamte kuckt, als ob er sowas Präzises noch nich erlebt hat. Hat er auch nich. Als ich gerade rausgehen will, kommt der kurze Piter rein, der eigentlich Zuständige. Der Wachhabende erklärt ihm, was ich gesagt habe und bringt gleich einiges durcheinander: Dieses Haus sei friedlich (aman), dieses Haus sei auch friedlich, nur in diesem sei Krach. Piter will sich drum kümmern. Die ausführende Blockwärterin ist eventuell Muslima, und man darf davon ausgehen, daß ein Moslem dem anderen kein Auge aushackt.
Danach fahr ich nach Manado. Ein Busfahrer erzählt mir in recht gutem Englisch, daß er als Ölbohrer vor langer Zeit einen deutschen Boss hatte. Als wir die 2 Aquarienläden passieren, die zufällig gerade geöffnet haben, steige ich aus. Ob ich was einkaufen wolle, fragt der Fahrer noch. Aquarium-Fische!
Innen wimmeln winzige rote und gelbe Zebra-Barben in einem Becken, und ich kaufe 5 rote und 2 gelbe. Auch einen Wasserfarn als Bodendecker für mein Aquarium.
Zuhause setze ich die Fische und den Farn ein. Die Fische sind begeistert (Am nächsten Tag ist schon ein Neuling krank, am übernächsten tot.), und es wäre fast ein guter Tag geworden, denn als ich die Vorhänge im Gästeraum aufziehe, sehe ich vor mir ein Gewirr aus der abgebrochenen Krone einer Würgefeige. Die Äste teilweise so dick wie mein Oberschenkel. Gleich neben der Stelle, wo sich vor nicht all zu langer Zeit ein Stamm durchs Dach gebohrt hat. Etwa 10 Dachziegel zerschlagen. Seit Monaten hatte ich versucht, einen sehr fähigen Kletterer zu beschäftigen, um die Bäume zu kappen. Aber er kommt nur unregelmäßig, und nu isses zu spät. Bis zur Erschöpfung fange ich spontan an zu sägen.
Am nächsten Tag kaufe ich in Manado eine auf 5m ausziehbare Teleskop-Leiter, mit der man sich gut die Finger einklemmen kann, senke sie in den Teich, daneben eine Klappleiter, zurre beide an einem Veranda-Pfeiler fest und repariere das Dach.
Doch mein körperlicher und mentaler Untergang ist noch nicht so schlimm wie bei Ptolemy Grey. Dessen Frau ist sich darüber klar geworden, daß ihr Luxus allein als Lebensinhalt nicht reicht. Sie braucht einen Mann, der ihr jeden Tag anders gestaltet, sie also auch geistig unterhält. Dafür liefert sie Sex und Schönheit. Doch so funktioniert das leider nicht, meine Damen, denn wie wird der Mann mental amüsiert?
Und Billie Holiday singt: Do you know what it means, to miss New Orleans?
Ich weiß!