Wie kann man sich wehren?

Meist űberhaupt nicht. Deshalb ja dieses riesige Angebot an Rache-Filmen. Ganz offensichtlich gibt es eine gewaltige Menge Frustrierter, fűr die Filme wie „The Equalizer 1-3“ oder „The Beekeeper“ therapeutisch sind. Letzterer handelt anfangs von Hackern, die űberall unbedarfte PC-Benutzer ruinieren. Auch wenn man weiß, in welcher indischen Stadt, in welchem Bűro-Hochhaus, in welcher Etage ganze Säle mit diesen Computer-Kriminellen untergebracht sind, können allenfalls indische Behörden eingreifen, aber die sind korrupt. Der Film geht in purem Sadismus unter. Obwohl auf Betrug normalerweise nicht mit Todesstrafe reagiert wird, ahnt man, welche Fantasien damit fűr die Opfer in Bilder umgesetzt werden („JUSTICE KNOWS BO BORDERS“).
Es ist eigenartig. Da fehlen in meinen Texten plötzlich Wortabstände. Zeilenabstände riesig. Ein Infinitiv verdoppelt. Hab ich das űbersehen, obwohl ich lieber nochmal am nächsten Tag Korrektur lese? WordPress hat wieder gepopelt. AI ist immer noch HI. Menschliche, unzureichende Intelligenz. Was Programmierer hier verbessern, beschädigen sie an anderer Stelle. Daten-Übertragung vom HP zum PC und umgekehrt war mittels USB-Kabel ganz einfach – bis „Link zu Windows“ erschien. Jetzt brauche ich Internet fűr eine Geräte-Entfernung von 20cm. Vom PC zum HP geht nicht mehr. Und alles wandert in eine Cloud, dem Jagd-Grund der Hacker. Diese IT-Firmen, die angeblich ständig um unsere Sicherheit besorgt sind, arbeiten permanent am Zugriff auf unsere Daten. Um jene besser verkaufen zu können, entműndigen sie uns. Deshalb blockiere ich alles, was Cloud heißt. Vergeblich. Nun habe ich USB-Bluetooth installiert. Alles schön gekoppelt, wird richtig erkannt, aber űbertragen läßt sich nur vom PC zum HP.Doch mit „Quick Share“ von Samsung sollte alles gut werden. Kann man sich runterladen. Danach wurde mir angezeigt, daß mein relativ neuer W11-PC mit „Quick Share“ leider nicht kompatibel ist.
In die 4. Rakete sollte man Elon Musk setzen. Ich bin sicher, daß der Start dann auf unbestimmte Zeit verschoben wird.

Katholische Mobilität

Neulich war ich Gast in einem katholischen mikro. Links befand sich eine stehende Madonna, die wie aus Bronze wirkte. Ich wollte das nich testen, um sie als Ungläubiger nich zu schänden. Daneben die Bűste einer Porzellan-Maria, der gerade das Handtuch, auf dem sie die Fischeimer trägt, in den Nacken gerutscht iss. Was sich da rechts neben ihr befindet, weiß ich wirklich nich. Schwieriger als eine Plastik von Hans Arp. In den gelbbraunen, dynamischen Stumpf ist zwar Schrift eingraviert, aus der ich jedoch nich schlau werde. Eindeutiger daneben die Parfűmflasche mit Schleife und Kompaß in der Deckelkugel. Vielleicht fűr Leute, die ihre Achselhöhle nich ohne Kompaß finden. Weiter rechts lag noch ein Kompaß, aba ohne Parfűm. Dafűr hing am regulären Rűckspiegel eine kleine Parfűmflasche ohne Kompaß. Auch ein Drahtherz und ein Miniatur-Eiffelturm. Der Fahrer wirkte dagegen ziemlich normal, trug jedoch űber seinem rechten Arm einen schwarzen Ärmel. Teiltrauer oder um eine entzűndete Tätowierung zu verdecken? Gern lassen sie sich die Unterschenkel wie Yakuzas tätowieren. Das sieht dann meist so vergammelt aus, als ob das Bein bald amputiert werden műßte.
Davor wurde ich in einem religiös undefinierten, aber stark zerfallenen mikro von einem Spastiker transportiert. Etwa 1x pro Minute zuckte er zusammen und trat dabei auf das Gaspedal. Da wurde ich jedesmal in meinen Sitz gepreßt. Unangenehm aber interessant.
Heute saß ich neben einem Mann, der sehr heftig gestikulierend mit einem anderen in seinem hape kommunizierte. Auch der Mann im Fon sagte nix sondern fuchtelte nur rum. Anscheinend war zumindest einer von beiden taubstumm. Beim Aussteigen bemerkte ich, daß der Mann gar kein Mann war sondern eine Frau. So kann man sich irren.
Und als ich gegen 15Uhr wieder in meinem Dorf ankam, wurde ich an der Wartestelle der Motorradtaxis mit einem heftigen „Guten Morrgen!“ begrűßt.
Jetz fällt mir ein, was dieser schwarze Strumpf űber dem Arm bedeuten könnte: Ein Manta-Arm-Schutz gegen Sonnenbrand von rechts.

Zensur

Dies schrieb ich an Daphne auf expat.com, einem nur dűrftig getarnten Versicherungsladen, der deutsche Texte nicht zuläßt. Daphne zieht es nach Bali:

Es erscheint mir fast unmöglich, von Bali nicht fasziniert zu sein, und ebenso unmöglich, als Tourist zu erkennen, was in Indonesien wirklich abläuft. Als ich Ende der 70er anfing, mich fűr Indonesien zu interessieren, gab es nur die total positive Tourismus-Werbung und die total negative Geschichts-Fälschung der deutschen Linken.
Seit 2000 lebe ich auf Nordsulawesi, seit 2017 besitze ich die indonesische Staatsbűrgerschaft. Der Weg dorthin war sehr schwierig, ist inzwischen jedoch viel einfacher. Mit einer indonesischen Ehefrau, die aber schon die deutsche Staatsbűrgerschaft besaß, war es relativ einfach, in ihrem Heimatdorf zu siedeln und einen verwandten Sponsor zu bekommen. Damals standen Imigrasi und das Religions-Ministerium an der Spitze der Korruption. Der Zustand der Straßen und des Gesundheitssystems war katastrophal. Im Dorf herrschte nachts reine Anarchie. Regierungsvertreter korrupt und unfähig. Vieles hat sich inzwischen deutlich verbessert, doch habe ich noch keine Gesellschaft erfahren, in der man rűcksichtsloser miteinander umgeht. Es ist wie in der Werbung: Wenn ständig Harmonie betont wird, kann man davon ausgehen, daß es genau da hakt. 3X bin ich angegriffen worden, weil ich mich űber Partylärm beschwert habe. Es gibt keine gesetzliche Lärmgrenze. Der Wilde fűhlt sich erst wohl ab 50 Dezibel. Solange ich die Eingeborenen nicht kritisiere, behandeln sie mich wie einen Star. Deutschland hat hohes Ansehen in Indonesien. Aber wie sich Rassismus anfűhlt, habe ich erst hier kennengelernt. Meine Ziegenzucht gab ich auf, weil die Mörder regelmäßig jedes Jahr kamen, und nachdem meine Frau anfing, heimlich die Grundstűckspapiere zu verpfänden, trennte ich mich von ihr. Zuletzt verlor ich 1ha Land, das mir einer verkauft hatte, dem es nicht gehört. Und zum Ende meines Lebens droht ein weiteres sinnloses Großprojekt der Korruption, eine Eisenbahnlinie, alles zu zerstören, was ich hier aufgebaut habe.
Aber wenn ich mich frage, ob ich es wieder tun wűrde: Unbedingt (ohne die Fehler), denn niemals hätte ich in D einen so schönen Bauplatz gefunden, um darauf ohne jegliche Einmischung einer Behörde ganz nach meinen Vorstellungen bauen zu können. Fűr einen Kűnstler eine einmalige Chance.
Deshalb: Trau ihrem Lächeln nicht! Und sammle so viel Erfahrung (und Geld!) wie möglich, bevor Du Dich unumkehrbar entscheidest.

Schönen Gruß von
Tom