Erste Hilfe

Schiebetuerschlange

Neulich wa wieda ne Schlange zu Besuch. Das geht so:
Da ist eine Schlange! schreit meine Frau von irgendwo.
„Wo?“ schrei ich zurück.
Im Haus!“
Wo im Haus?“
Hier!“
„Wo iss hier?“
An der Tür!“
„An WELCHA Tür?“
An der Eingangstür!“
Ich geh hin: „Wo?“
Da oben!“
Ich fegse raus.

In D lernt man im Erste-Hilfe-Kurs, wie man eine Katastrophen-Meldung macht.
„Also hier iss was passiert. Überall Blut. 1 Auto mit 3 Leuten iss umgefallen. 4 Verletzte und eina sacht nix mehr. Kommense schnell!“
SO NICH! Sondan so:
„Wo geschah es?“
Am Äquator, bis zum 125. Längengrad, links ab und denn imma geradeaus.“
„Was geschah?“
Schlangenbesuch. Schlange ohne Gefahrenklasse-Kennzeichnungsnummer.“
„Wie viele Verletzte?“
Keine.“
„Wieso dann der Anruf?“
Wassen fürn Anruf?“
„Sie rufen doch gerade den Notdienst an!“
Woher wissen Sie das?“

einblick

Die Bergprinzessin

Beerdigungsinstitut

Mehr als 7/8 Tote wegen Beerdigungs-Vazögerung ham wa noch nich geschafft, aba dafür gäbe es bald ne Hochzeit, meint Lena und hält eine angebissene, mit Fisch und Gemüse gefüllte Pirogge in der Hand.
„Willste ma abbeißen?“
„Nein, danke! – Wieso? Wer heiratet denn?“
„Na, Paul!“
Paul? Der Witwer, dessen Frau gerade vor 3 Wochen an Krebs gestorben iss?
„Wen denn?“
„Na, seine Putri Gunung. Willste was trinken?“ fracht Lena und drückt ihren schmutzigen Fingernagel durch die Deckel-Folie eines Wasserbechers.
„Nein, danke, ich hab gerade Kaffee getrunken. Wer iss denn Putri Gunung?“
Putri Gunung, die Bergprinzessin, iss sone Art Dorfhure, die nur etwas höher am Hang wohnt, und Männer abkassiert. Der gembala (Hirte) ihrer Penta- oda Pantekosta-Sekte, GDP oda GPP – blickt ja keina durch, jedenfalls so Pfingstler, bei denen imma der heilige Geist einschlägt, und denn fangse an komische Sachen zu plappern – also der Hirte von der Bergprinzessin iss schon ganz sauer, weilse imma wieda n neuen Mann zum Heiraten anschleppt, und denn wirds doch nix, wenn dem sein Geld alle iss. Und jetzt iss eben Paul dran, der schon 8 Jahre nich mehr auf seine kranke Frau steigen konnte. Iss ja vaständlich. Bloß denn wärer doch mit der Bergprinzessin bessa ins Hotel gegangen, wo seine tote Frau noch nich ma malele (geschmolzen) iss, meint Lena. Aba Paul hat nich ma imma genuch Geld für Benzin, und seine Frau war durchaus schon am Schmelzen, so leicht ins Blaue getönt. Deshalb hatters mit der Bergprinzessin im Haus getrieben, was seine Kinda so wütend machte, dasse das Tor verschlossen ham, wo keina mehr rauskonnte, und denn sindse reingerazzt, ham ihren Vatta mit der Bergprinzessin in flagranti erwischt und son Theater gemacht, daß draußen die Moped-Fahrer angehalten sind. Die Putri Gunung hat vor Schreck zwar noch gerade ihre Hose hochziehen können, aba ihre Bluse nich gefunden. Da hatse einfach Paul sein Hemd übergezogen und iss fluchtartich üban Hofzaun geklettert. Dabei hat sich das Hemd im Zaun verfangen und iss hinten aufgerissen. So konntese aba nich durchs Dorf nach Hause laufen, weshalb se sich ersma in einem Haus gegenüba vasteckt hat.
Und deshalb gips jetz bald ne Hochzeit, meint Lena.

Inzwischen wissen wir auch von Paul direkt, was passiert ist: Er ist deshalb so klamm mit Geld, weil seine Tochter in den USA – um ihn abzustrafen, da sie über die Bergprinzessin informiert ist – kein Geld mehr schickt. Bei der Razzia wurde er sogar von seinem Schwiegersohn körperlich angegriffen (Sie sind ja soo liebenswürdig, diese Wilden!), worauf seine Bergprinzessin, ebenfalls attackiert, die Flucht ergriff.

Und nun sind es 9 Tote. Den Fastenmonat überleben immer einige nicht.
“Besides the medical risks, the side effects of not eating, drinking and smoking in the daytime can result in irritability and short-temperedness, spilling over into violence and crime. So perhaps it’s not surprising that anti-social behavior and domestic abuse surge throughout the Muslim world in the holy month.”
http://www.asianewsnet.net/news-78160.