
Ich vermute, daß kaum ein Buddhist die literarisch trostlosen Original-Texte liest, die erst 500 Jahre nach Buddha (563 oder 480 v. Chr. – 483 oder 400) aufgezeichnet wurden. Doch Eberhard Conze (1904-1979) hat sich mit philologischem Eifer abgequält, „Buddhistisches Denken“ zu verstehen. Allein die völlig irren Kategorisierungen, mit denen menschliche Phantasien von indischen Jüngern als scheinbar metaphysisch präsentiert wurden, sind grotesk: „Der Leib des Buddha ist mit den 32 Merkmalen des Übermenschen und den 80 geringeren Merkmalen geziert.“ Was haben diese Gaukler über den menschlichen Körper, über die Welt, den Kosmos gewußt? So gut wie nichts! Weisheit entfaltete sich bei ihnen über Stadien: A., B., C. I. 1), 2), C. II. – V.. „Die theravādins zählten 82 dharmas, die sarvāstivādins 75, die yogācārins 100; fast alle sind bedingt.“
Um menschliche Schwächen wie Gier, Haß, Wahn, Mangel an Schamgefühl, Überheblichkeit, Neid und Ignoranz zu erkennen und zu überwinden, braucht man keine Religion. Und schon gar nicht die Heucheleien eines parasitären Klerus, der andere sich in Weltliches verstricken läßt, um die eigene Gelassenheit zu erhalten. Daß sich die viel beachtete Atmung als biochemischer Prozeß völlig automatisch abspielt, war den Mystikern eher störend. Der Leib sollte kontrolliert, aber nicht erforscht werden. Und so wirkte sich der Buddhismus stark hemmend auf die Entwicklung von Naturwissenschaft aus.
„Man erfährt dharmakāya, beseligend, dem Himmelszelte gleich, nur einen Augenblick lang: Im Moment (1) des Sterbens, (2) einer Ohnmacht, (3) beim Einschlafen, (4) beim Gähnen und (5) beim Koitus.“ Und unter LSD, wo einem das Denken über das Denken und Sein besonders bewußt werden kann. Dagegen haben mich 1-4 noch nicht beseligt.
Diese wirre Philosophie „hat dem gesunden Menschenverstand wenig Tröstliches zu bieten und muß den Durchschnittsmenschen in atemberaubende Verwirrung stürzen“. Auch den frühen Buddhisten wurde schon klar, welch geringe Chancen sie gegen die historisch stabile Blödheit der Massen hatten. Ein arhat, also einer wie ich, der garantiert nicht wiedergeboren wird, war auch eher ein Mann im Wald. Jener hat durchaus seine Gelüste, wie man in den Klostergärten Kyotos sehen kann. Da wird nämlich die angeblich sich ständig verändernde Natur, die uns die Unbeständigkeit des Seins veranschaulichen kann, mit gewaltigem Aufwand in eine starre, ästhetische Form gezwungen.
Und ich pfeife auf die 32 Arten der „Leere“, welche den 5 Ebenen der Einsicht entsprechen. „Auf der höchsten Ebene (der transzendentalen Leere) herrscht beredtes Schweigen. Das Wort versagt, und die geistliche Realität kommuniziert mit sich selbst.“ Deshalb habe ich auch Gemini deaktiviert.

