Not Dark Yet

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Der Schreihals der Protestanten ist mit seiner sehr frühen und sehr lauten Morgen-Predigt schon fertich, als ich auf meiner Pazifik-Veranda platznehme. Elektromagnetische Zikaden füllen die Luft mit ihren Schwingungen. Meine Hähne markieren akustisch ihr Territorium. Schwalben verjagen wütend quietschend einen verspäteten Nightjar. Der „HUH-HUH-HUH“-Vogel huh-huh-huht. Auch häht er zart wie eine alte Schrank-Tür. Der Schweinehund des Nachbarn jault verzweifelt. Eine große Reiher-Silhouette reihert sich über die Dschungel-Bäume. In der Ferne klappert Lach-Henni mit 2 Stöcken, um die Finken-Schwärme aus den Reisfeldern zu verjagen – mit einem „FLATSCH“ durch die weiße Plastikfahne ihres Mannes Alo unterstützt. Krähen quäken, der Gasherd-Zünder-Vogel zündet. Ein dunkler Falter umwackelt mich. Hysterische Hühner regen sich auf, weil sie sich ungerecht behandelt fühlen, und können sich nich beruhigen. Ein türkiser Kingfisher düst vorbei. Die Krähen protestieren. Barsch-Lippen lutschen Sauerstoff unter mir. Kuckucke glucksen. Die Sonne geht neben dem Sendemasten auf. In der Hafenstadt Bitung marschieren schwarz Gekleidete und beschwören mit Gongs das Ende der Welt. Eine javanische Spa-Mitarbeiterin in Manado verschickt Ketten-Mails an ihre Kunden: Jene sollten zwischen 0Uhr30 und 3Uhr30 ihre Handphones wegen der schädlichen kosmischen Strahlung abstellen. Adventisten posten ihren neusten Fruchtsaft. Die Auserwählten sind optimistisch. Über Megaphone wird allen im Dorf mitgeteilt, daß sich am Nachmittag die protestantische Frauengruppe „Maria“ mit der Gruppe „Imanuel“ zum gemeinsamen Gottesdienst im Bürgermeister-Amt trifft. Ein Cui quietscht zwischen rosa Blüten. Weris zetern sich durchs verfilzte Gebüsch. Schlafen die Rallen noch? Ein Mini-Gecko, diese Gummi-Reptilien, die als unentdeckt Tote stinken wie Leichen, schnalzt mit den Lippen. Bob Dylan singt:

„Shadows are fallin‘ and I’ve been here all day
It’s too hot to sleep and time is runnin‘ away
Feel like my soul has turned into steel
I’ve still got the scars that the sun didn’t heal
There’s not even room enough to be anywhere
It’s not dark yet but it’s gettin‘ there.
Well, my sense of humanity has gone down the drain
Behind every beautiful thing there’s been some kind of pain …
Well, I’ve been to London and I been to gay Paris
I’ve followed the river and I got to the sea
I’ve been down on the bottom of the world full of lies
I ain’t lookin‘ for nothin‘ in anyone’s eyes
Sometimes my burden is more than I can bear
It’s not dark yet but it’s gettin‘ there …“

Dann schiebt sich langsam der Mond von rechts unten vor die Sonne. Gegen 8Uhr30 ist das vorher weiß gleißende Licht deutlich gedämpft. Nicht rötlich wie beim Sonnen-Untergang, eher eigenartig bräunlich. Nur ein kurzer Blick in die Sonne oder deren Spiegelung auf dem Teich hinterläßt selbst mit Sonnenbrille sofort schwarze Flecken in der Optik. Jegliche von Menschen erzeugten Geräusche verstummen. In der Ferne verbreitet der letzte Stellvertreter Gottes seine Lügen. Alle Wissenschafts-Feinde beten, die Sonne möge nich ganz verschwinden, obwohl das eigentliche Problem darin besteht, wie sie sich in etwa 2-3 Milliarden Jahren so vergrößert, daß sie alles Erdenleben verdampfen wird. Ein Rauschen ist in der Luft. Wahrscheinlich die 4 apokalyptischen Reiter. Einer von ihnen testet noch ein letztes Mal das Potential seines Gasgriffs. Stiller als sonst isses nur, weil der balinesische „Tag der Stille“, Nyepi, zum allgemeinen Feiertag erklärt wurde. Der Tag, nicht die Stille!
Um 9Uhr30 ist es dann schon fast wieder normal hell. Enttäuschend! Nur eine sehr partielle Erdfinsternis. Richtich dunkel wurde es nur im Gehirn der vorbestraften Porno-Darstellerin, die jetzt unsere Regierungs-Präsidentin spielt: Der Vorgang wäre ein Zeichen Gottes! Wenn das stimmt, hätte es in Nordsulawesi völlich duster werden müssen.
Beständich finster bleibt nur die pauschalisierende Berichterstattung über Indonesien in deutschen Medien wie „Spiegel“ und „Deutsche Welle“. Die Erkenntnis, der Kern-Schatten einer Verfinsterung der Erde sei nur in einem Gebiet mit maximalem Durchmesser von 264km höchstens 7,34min zu beobachten, ist anscheinend mal wieder zu viel an Komplexität.

https://dailypost.wordpress.com/discover-challenges/blogging-the-senses/

Von wo zieht’s?

Gravitationsmodell

Neulich hat mir Ulrich wieda son komisches Foto geschickt, das er im Internet geklaut hat. Es sollte angeblich ein Gravitationsmodell der Erde zeigen. Demnach sind jene Kräfte nich gleichmäßig sondern verbeulen die Erdkugel. Außerdem war der Klumpen schön bunt, und – ausgerechnet an der Stelle, wo ich wohne – ziemlich glühend. „Aber von wo zieht’s“, fragte sich Ulrich ganz richtich. Iss vielleicht irgendwo ein Fensta offen? Schon möglich, daß auf Sulawesi die Erdanziehungskräfte stärker sind als an anderen Stellen der Erde. Das würde ja erklären, warum es mich immer wieder hier hergezogen hat, bis ich schließlich kleben geblieben bin. Und das trotz der Fliehkraft, die der Gravitation entgegenwirkt und am Äquator am größten ist! Deshalb will ich ja manchmal lieba wechfliehen. Da die Antarktis anscheinend auch so glüht, und man angeblich dort einige hundert Gramm mehr wiegt, könnte es sein, daß ich hier mehr wiege als in D – was mir auch schon aufgefallen iss, leida! Und wer weiß, wie sich diese Ungleichmäßigkeiten auf den Gemütszustand der Wilden auswirken. Das würde manch Rätsel lösen. Iss jedenfalls besser, als wenn die Gravitation nich ausreicht, und man imma Gefahr läuft, von der Erde runtazufallen – wie unten in Neuseeland.
Da ich das Foto nich einfach übanehmen wollte, hab ich mir eins aus Ziegenkacke selbstgebastelt. Meine Ziegen produzieren nämlich Kügelchen, die sich beim Stallreinigen imma wie Billard-Kugeln verhalten. Man muß sie oft mehrmals anstoßen, bis sie endlich wech sind. Aba je nach momentaner Arsch-Konfiguration sind sie auch mehr oder weniger verbeult.

http://www.weltderphysik.de/gebiet/planeten/erde/satelliten-zur-erdvermessung/der-satellit-goce/

Mit Niribu nach Bugarach

Buddha-TV

hallo thomas!
…geht mir auch so wie dir mit tannenbaumfest und rutsch-nummer, aber ne klobürste geht nicht so gut so zu verformen, dass die zugleich diesen baum spielen könnte, oder?
…und übrigens iss das hier nicht mehr so wie du auf deiner pazifick-blogger-terrasse denkst, keiner lebt hier so wie früher mal, das ist erinnerung; berlin iss nich mehr so wie beim „kleinen bruder“; für fetten zigarettenqualm muss man in den raucherclub, ansonsten raucht hier keiner mehr; zum musik-hören fehlt am plattenspieler die nadel oder die zeit, alte gesprächspartner sitzen in rollstühlen und kriegen ihre gedanken nicht mehr nach draußen; einige leben und teilen sich im gefällt-mir-netz, da iss für sie „draußen“, oder es iss da, von wo der bringdienst herkommt und mit der pizza klingelt,
…und einige glauben, dass niribu 2012 kommt, andere sind bereits echt tot! (trotzdem: „melancholia“, …den guck dir an!);
…mit der schule hab ich 3 jahre früher als „normal“ schluss gemacht, gewöhne mich an die neue situation; hab aber noch immer solche merkwürdigen surrealen alpträume davon, das kennst du gut; komme wieder mehr zum bilder-machen, das ergebnis überrascht manchmal, wenn und weil man ungeschredderte zeit hatte…
gruß, auch bitte an aaltje, hier up, a grüßt auch, sagt sie gerade…

ICH: Kannst Du, Ulrich, das nich auch mal im “Gefällt-uns-Netz” teilen, ich mein, so 1 Kapazität wie Du, Ulrich, jetz ohne Flachs oda Flax, kann doch den Leuten auf den Inseln nich imma vorenthalten werden, zumal Du hier schon richtich zusammenhängende Worte findest, was ja selten der Fall iss, und hat a wirklich gegrüßt? Was ich ja nett finde, bloß kann Aa gerade nich grüßen, weil sie schläft gerade, und was oda wer iss “niribu”? Davon weiß ich noch ganix, und wenn er oda es kommt, wie soll man sich da verhalten? Ich finde, Du, Ulrich, solltest diese Deine Antwort jenem meinem Post anfügen, oda ich kann es auch tun, aba bessa Du tust es, weil es Weltliteratur iss, wie auch imma, und der Welt nach niribu oda karibu oda dochribu erhalten und gezeigt werden können sollte, damit die Nachwelt sich Gedanken üba die Vorwelt machen und zu dem Ergebnis kommen kann, daß die Vorwelt ganich so war, wie man imma denkt. Außerdem hatte ich schon vermutet, daß Berlin nich mehr das iss, was es ma war, weil als ich das einzige Mal da war, da ham die Russen die Amerikaner aufer Autobahn angehalten, und die inner Ostzone hatten gerade ihre Fenster zugemauert. Deshalb bin ich ganich mehr hingefahrn, weil da offensichtlich merkwürdige Leute wohnten.
Die Alpträume von der Schule sind ganz selten geworden, kann mich ohnehin an kaum was erinnern, fange schon langsam an, imma das selbe zu schreiben und es im “Gefällt-mir-Netz” zu veröffentlichen, denn sonst veröffentlicht das ja keina, und ich mein, so 1 Kaprizität wie Du, Ulrich, ohne Flix, solltest das auch tun, Du brauchst ja dabei Deinen Kopf nich zu zeigen. Neulich hätte ich beinahe auch wieda gemalt, hatte mir schon Leinwände gekauft, sowas gips hier aufer Insel inzwischen schon, doch dann hab ich mich lieba wieda operieren lassen, und danach konnte ich nich mehr, ich mein, malen, so daß ich jetz nur noch Ungemaltes male. Und jetz grüße ich nochmal kurz, falls ich es oberhalb noch nich gemacht hab, ich hab das vergessen. Erica V. iss ja der Ansicht: “I often feel a lot of anxiety before publishing a post. Why? Mostly because I know that I have blog subscribers and they will (hopefully) be reading the post that I’m agonizing over. I worry about my tone, whether or not what I’m saying could be misunderstood, and if I will offend anyone. It’s embarrassing to admit that I can feel that self-conscious when writing, but it’s true.” Bloß, wer iss Erica V.? Das wirft doch wieda unzählige Fragen vor uns hin.

hallo thomas
du hast doch inter-netz und zack:
erica heißt varlese, sie ist die mit dem kuh-köter aus der broncks;
und niribu geht genauso wie blauer kachina;
ich bin nicht dabei, kann nicht sagen gefällt mir oder teilich, halte mich zunehmend von aliens fern, gehöre nicht zu denen, die nach bugarach fahren;
als man -weil schon so nah- nur noch diesen planeten am himmel sieht (bei lars von trier), da bauen die aus holzstangen ein tipi-zelt, hilft aber auch nix;
also ersma abwarten, mag ja sein, dass es den spannenden polsprung gibt, … egal…
sach lieber mal, wie klein und schwach die dateigröße von bildern sein darf, die bei dir durch den schlauch passen, ohne dass hinterher alles kaputt iss oder sogar tsunami, also jetzt! gruß up

ICH: Du liebe Güte, das sind ja Sachen, mit denen Du Dich beschäftigst! Das hab ich ja alles ganich gewußt, weil hier sowas nich passiert, und mein Indernetz eben eher selten ZACK macht. Mit den Bildern isses so, daß ich mich frage, warum 1 größer als der Schirm sein muß, und deshalb setze ich meine im Photo-Blog auf maximal 950Pixels Breite und 450KB. Sowas geht meist noch locker durch – wenn überhaupt Strom da iss.
Mit dem Bloggen iss das so wie mit Ausstellungen: Wir arbeiten doch nich für die Ausstellung, sondern weil wir unta Zwang stehen und sowieso was produzieren, das andere auch ganz gern sehen wollen – meistens. Besser wär natürlich noch ein mag-ich-nich-Knopf, aba man kann ja nich alles haben. Außerdem wärst Du der letzte, dem das nich nach und nach imma mehr Spaß macht, weil es eben nich nur virtuell bleibt.
Auf jeden Fall iss Dein Knäuel-Objekt, oda was das iss, saustark, und Du solltest es SOFORT zu WordPress bringen und die Leute dort irritieren.