30. September 1965

PKI-Ostjava

Wenn der amerikanische Produzent des Films „Act of Killing”, Joshua Oppenheimer, beklagt, es sei nicht gelungen, die indonesische Öffentlichkeit damit aufzuwühlen, so stimmt das nicht ganz. Die Zeitschrift „Tempo“, eine Art indonesischer „Spiegel“ brachte einen ausführlichen Bericht mit Fotos, der sogar in Buchform erschien, und aus dem das obige Foto einer kommunistischen Partei-Versammlung auf Ostjava stammt. Daß zumindest auf dem Lande nicht darüber diskutiert wird, kann nicht verwundern, weil derartig kultivierte Feinheiten dort nicht üblich sind, sondern Meinungs-Verschiedenheiten – wenn überhaupt – lieber mit Messern ausgetragen werden. Diese Verhaltensform ist in den 60er Jahren der jungen Republik noch viel ausgeprägter gewesen, und das Foto gibt einen kleinen Eindruck von der Verbissenheit, mit der sich seinerzeit Kommunisten und Nationalisten gegenüberstanden. Wer dann letztlich wirklich für die extrem brutale Ermordung 6 führender Generäle und weiterer Personen verantwortlich war, wird sich wohl nicht mehr restlos klären lassen, weil die Wertung der Ereignisse von verschiedenen Seiten instrumentalisiert wurde.

Putschopfer

Sicher ist, daß es nicht der 1. kommunistische Putsch-Versuch war (Madiun-Affäre). Während des Indonesischen Unabhängigkeitskrieges gegen die Holländer töteten kommunistische Rebellen 1948 in der Stadt Madiun den Gouverneur von Ost-Java, sowie mehrere Polizisten und religiöse Führer.

Madiun-1948

Solange Suharto regierte, war die politische Berichterstattung über Indonesien in D fest in der Hand der Linken, die die Existenz eines linken Putsches schlicht negierte und den inhaftierten Autor Toer als Opfer darstellte, was er nur deshalb war, weil er den Kampf um die Macht in Indonesien verloren hatte.
Es ist schon ein erheblicher Fortschritt, wenn es in Indonesien derartige Veröffentlichungen gibt, nur kann man nicht erwarten, daß die militante Moslem-Organisation, die ebenso wie christliche Gruppen in der Folge des 30. Septembers Kommunisten jagte und immer noch für Unruhe sorgt, an den Pranger gestellt werden kann. Und schon gar nicht Militärs wie der Vater der First Lady Indonesiens. Insofern hat der indonesische Co-Direktor recht: „Behind the facade the machinery is still the same.” Die Frage ist jedoch eher: Wie groß können die Schritte in die richtige Richtung sein, denn es gibt auch eine erstaunliche Anzahl von Bürgern, die den Verlust der „guten alten Zeit“ unter Diktator Suharto bedauern. Die Regierung will daher nicht die inzwischen 280Millionen in der Regel irrational reagierender Wilder und Halbwilder aufrühren – nach dem Zusammenbruch der erfolgreichen Kontrolle des Bevölkerungs-Wachstums unter Suharto sind wieder 40Millionen ohne Land und Arbeit dazugekommen – sondern versucht, ihnen demokratische Manieren beizubringen.

Foto 2 und 3 aus dem Militär-Museum Manado

Advertisements

Minahasa früher

 

Das Video zeigt, was alles verloren ist. Die wirklich traditionellen Häuser sahen deutlich anders aus, als die, die man heute als traditionell verkauft (steilere Dächer). Das gleiche gilt für die Kostüme, die bei Tänzen getragen werden. Manche Minahasa sehen heutzutage schon die Yamaha-Terror-Orgeln als Tradition an, und in 10 Jahren werden sie behaupten, daß sie schon immer Handphones benutzt hätten.

SOS-Rufe aus Borneo und Celebes

Pacific-War-1941

Völkischer Beobachter“, Freitag, 16.1.1942
Stockholm, 15. Januar
Wie eine Agentur aus London meldet, liegt dort ein SOS-Ruf aus Borneo und Celebes vor, in dem es heißt: Wir verteidigen eine gewaltig ausgedehnte Küstenlinie und müssen unbedingt Verstärkungen haben, wenn wir durchhalten sollen. Die Agentur fügt hinzu, daß in London die Lage als überaus kritisch bezeichnet und der Verlust von Borneo und Celebes als wahrscheinlich angesehen wird.
Immer deutlicher wird, wie „Nya Dagligt Allehanda“ meldet, in London die Einsicht, daß man die militärische Stärke Japans gewaltig unterschätzte. Sogar Ward Price wendet sich jetzt gegen die Phrasen, die man in England ausstreute. Man habe erklärt, die großen Schiffe der Japaner seien nicht kampfbereit, japanische Flieger würden leicht schwindlig, sie lebten von Reis. Alles das ist Unsinn, sagt heute Price. Die Engländer haben zu früh gelacht. Es ist gar nicht so lustig, gibt er bitter zu, daß die Japaner mehr über die Wälder von Malakka und die Moskitos wissen als die Briten, die dort ihr ganzes Leben verbracht haben.

Alle Flughäfen auf Minahassa besetzt
Tokio, 15. Januar
Das Kaiserliche Hauptquartier meldet, daß Sonderabteilungen japanischer Marinesoldaten, die von Menado (Celebes) aus operierten, die Besetzung sämtlicher feindlicher Flughäfen auf Minahassa (dem Nordteil von Celebes) beendeten. Das Kommuniqué fügt hinzu, daß im Verlauf der Operationen die japanischen Streitkräfte eine große Anzahl feindlicher Panzer, Geschütze, Maschinengewehre, Gewehre, Munition u.a. Kriegsmaterial erbeuteten.
Japanische Sturzkampfbomber griffen am Mittwoch einen USA-Flughafen auf der Halbinsel Bataan (östlich der Subig-Bucht) an und zerstörten ein Curtiss-Kampf-Flugzeug, eines der letzten Überbleibsel auf den Philippinen.

37000 BRT. versenkt
Das Kaiserliche Hauptquartier gab bekannt, daß japanische U-Boote, die in den niederländisch-ostindischen Gewässern operieren, am Mittwoch vier feindliche Schiffe mit zusammen 37000 BRT. versenkt haben. Japanische Marineeinheiten, die in den gleichen Gewässern operieren, brachten 3 feindliche Handelsschiffe auf.

Ruhe und Ordnung in Manila
Die japanische Nachrichtenagentur Domei meldet aus Manila, daß die Ruhe und Ordnung in der Stadt durchaus wieder hergestellt sei. Außerdem seien die regelmäßigen Rundfunksendungen für die Philippinen wieder aufgenommen worden, um die Bevölkerung, die bisher der amerikanischen Propaganda ausgeliefert war, über die Lage zu unterrichten. Neben musikalischen Darbietungen würden regelmäßig der Heeresbericht und ein umfangreicher Nachrichtendienst gesendet werde.

Manado (Wikipedia)
On the island of Celebes (now known as Sulawesi),1,500 Dutch troops were attacked by a much larger force of Japanese on the Minahasa peninsula. The Japanese launched a combined air and ground attack, in an attempt to capture a strategic airfield. After two days of fighting, seeing that the battle was lost, the Dutch troops retreated inland and started a Guerilla War. By the end of February, most had been captured and many of them were executed.

http://en.wikibooks.org/wiki/Dutch_Empire/Japanese_Invasion
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pacific_War_-_Dutch_East_Indies_1941-42_-_Map.jpg