Zumutungen

donbosco

Jetz iss auch noch Don Boscos Gehirn vaschwunden. Vielleicht hamses nur valegt, denn groß kann es ja nich gewesen sein. Ich muß mir imma n Zettel machen, wo ich mein Gehirn hinlege. Und noch n Zettel, wo ich den Zettel hingelecht hab. Ich sah, wiese ihn ma aufgemacht ham. Wirkte noch gut erhalten, weil Heilige ja bekanntlich nich vamodan. Und denn hamse die vasiegelten Tüten geküßt, wo Don Bosco seine Teile drin warn. IIIGITT! Daß diese Katholiken imma an allem rumlutschen müssen. An Füßen, Ringen, Kreuzen und wer weiß, an wem noch. Der Don (1815-88) hat jedenfalls kleine Jungs gemocht. Damals arme und benachteiligte. Die Salesianer ham daraus n Geschäft gemacht. Wie gut das mit reichen, verwöhnten Jugendlichen in Manado läuft, kannste an 3 Plätzen schon von außen sehn, wo die Salesianer alle Schulstufen inklusive Kindergarten und Uni anbieten.
Jedenfalls isses bessa, wenn einem das Gehirn postmortem abhanden kommt, als wenn man zu Lebzeiten keinen Hals hat, wie die Frau in Airmadidi, wo ich umsteige, nachdem mir ein dumpfer Wilder mit einem Löffel irgendwas aus seinem Kaffee an die Hose geschleudert hat. Als er es bemerkt, grinst er nur blödisch. Wenigstens isses kein Lungenauswurf. Untawegs eine Frau mit 2 Köpfen übereinander. Der untere nur ohne Mund, Nase und Augen. Und die 2 dicken Zwerginnen wackeln ihre Fettsteiße durch die Mall in Manado. Dagegen sehe ich von der hauteng-rosa Frau in der Warteschlange des Supamarkts nur den Hintern, weil sie sich vor mir gerade zu ihrem Einkaufskorb bückt. Ich interessiere mich übahaupt nich für Hintern, aber dieser iss nich zu übasehn. Ihr dunkler Slip scheint durch das Rosa, und an der Stelle, die viele Männer für wesentlich halten, ich jedoch nie als ästhetisch empfunden hab, befindet sich ein noch dunklerer Fleck. Offensichtlich eine von den zahllosen Fraun, die nich wissen, wasse tun. Femininer Trumpismus. Im mikro erwarte ich imma, daß ma einer dieser eingeschlafenen Fraun ihr HP aus der Hand rutscht. NIE passiert das, weilse wie die Hühner son automatischen Klammergriff entwickeln, dense wahrscheinlich als Umweltanpassung auch epigenetisch speichern und vaerben.

Rattenschreck

manadomuell

Wenn Bauer Ucit mich im Lorong Jerman trifft, bleibt er immer schon in 5m Entfernung stehn und hebt die Hand zum Gruß. Dann fragt er, wo ich hinwolle. Ucit hat mir damals geholfen, den Weg befahrbar zu machen, indem wir einen unterirdischen Kanal für den kreuzenden Wasserlauf bauten. Als er mich mit seinem einem Auge weiter musterte – das andere ist milchig trüb – fügte ich noch zu meiner Zielangabe hinzu, daß ich ja jetzt allein lebe. Da ergriff er gleich meine Hand und drückte sie tröstend: „Ach ja, allein!“ Das weiß sicher schon das halbe Dorf.
Im mikro saß dann neben mir eine Frau und betrachtete ihr HP. Vielleicht eine von den in sozialen Netzen Gefangenen, die dort ihre Interessen mit „Iphone, Facebook, Chat“ und „Yesus“ angeben. Meistens benutzen sie sogar 2. Eins zum Betrügen, das andere für das tägliche Gequatsche. Vor ihr hockte eine und tippte auf ihrem. Davor eine, die drauf rumschmierte. Danach wischte sie das Display mit einem Tuch sauber. Links und rechts klingelte es gerade. Der Fahrer zählte sein Geld während der Fahrt oder telefonierte. Doch diejenigen, die das von Airmadidi bis Manado tun – mind. ½Stunde – sind immer weiblich. Ich brauche gar kein Handfön mit Indernetz. Da man sich im mikro sehr nahekommt, kann ich rechts, links und vor mir mitlesen. So sah ich zum Bleistift eine Montage, in der sich ein Zebra an einen Giraffenhals klammert. Vermutlich iss das lustich. Vor 20 Jahren hätte man im Bus kein Zebra sehen können, das auf einem Giraffenhals klemmt. Es handelt sich also um Fortschritt.
Um einen Fahrgast am Krankenhaus in Lembean abzusetzen, lenkte der Fahrer seine blaue Dose direkt davor, so daß ich dort die verrosteten Rollstühle betrachten konnte. Ich wollte mir schon einen kaufen, denn meine Wirbelsäule wird wohl irgendwann die Bein-Nerven final abklemmen, aber auf den Plastik-Sitzen rollt man in der eigenen Soße. Die Beine der rostigen Rollbahre daneben befanden sich zwar auf einer Seite im rechten Winkel, auf der anderen neigten sie zu deutlich mehr als 90º. Vielleicht weil das Krankenhaus am Hang liegt. Überhaupt erlebt man in diesem katholischen kranken Haus sonderbare Angewohnheiten. So hat man mir hier einst ein Putzstück in den Finger genäht, vielleicht weil ich nich katholisch bin.
In Manado kaufte ich mir nach dem Mittagessen in der „Pizza Hut“ einen mobilen Kaffee in Plastikflasche – ich ernähre mich gern im Gehen – und warf die leere danach in einen Mülleimer am Küsten-Boulevard. Als die Müllbeseitigungs-Mode begann, weil sich der Plastik-Müll überall häufte, waren diese Container berädert und oft sogar für Müllsorten spezialisiert. Inzwischen sind die Räder weg, die Plastikkästen durchlöchert, angebrannt, zerbrochen und sehen selbst wie Müll aus. Der nächste war umgefallen, und der Abfall bewegte sich. Dies ließ mich nähertreten, und ich bemerkte den braunen Rücken einer großen Ratte. Hier und da sprangen kleinere aus dem Dreck und verschwanden im Spaltenboden des Güllekanals unter mir, der Manado mit seinem markanten Geruch versorgt. Dann erschien eine zweite große Ratte, und da sie zum ersten Mal einen weißen ehemaligen Studienrat erblickte, gab sie einen scharfen Warn-Quieck von sich, der alle jungen Ratten zusammenzucken ließ, aber nicht die andere alte, die sich weiter ganz ihrem Mittagessen widmete. Was diese Kanal-Ratten bei den häufigen starken Regenfällen tun, die schnell den Boulevard überfluten, weil die Abzugs-Kanäle mit Müll verstopft sind, weiß ich nicht. Vielleicht bringen sie sich in den Jeans- und HP-Läden in Sicherheit. In Hildesheim kamen sie mir bei solch einer Gelegenheit mal in Scharen auf der Kellertreppe entgegen. Abends sah ich das in einem Film-Trailer mit diesem verwirrten Tom Cruise. Da dachte ich so vor mich hin: Jetz müssense den Leuten im Westen schon Ratten im Film zeigen, weil die sowas live ganich mehr kennen. Iss genauso wie mit den Schlangen. Alle geraten in Entsetzen, und die dünne, giftgrüne Schlange, die mir am Morgen im und auf dem Weg lag, weiß ganich, was los iss.

Nigger Rap

niggerbus

Ich bin ganich so allein, wie man imma denkt, und Körperkontakt happich auch. Wenn allerdings die Schülerin auf dem Foto ihren übakräftigen Untaschenkel langsam gegen den meinigen drückt, hat das nix zu bedeuten. Sie iss nur eingeschlafen. Männer tun das auch. Auf die Signale ihres Handföns reagierte sie nich mehr. Man kann schon froh sein, wenn ihr Kopf nich auf meina Schulter ruht, und ihre schönen langen Haare im Fahrtwind mein Gesicht kitzeln.
In dem Schrott-mikro gab es keinen mit Plastikkrokodilhaut bezogenen Sitz, der nich von Schülern hinten aufgeschlitzt, die hier genauso blödsinnich sind wie in D. Meist iss der mikro-Himmel noch flächenfüllend mit Filzstift bekritzelt. Da Freitach Nachmittach, befanden sich die Moslems schon inner Moschee, und der Bus leert sich normalerweise, je näher wir meinem Dorf kommen, das so ziemlich das Letzte iss.
Auf dem Rückweg von Manado, wo ich mich ma wieda sattgegessen, begann mich ein schräg hinta mir sitzender penetranter Wilder in schwer verständlichem Indonesisch und noch schwerer zu verstehendem Englisch auszufragen: Nationalität, Vorname, Nachname, Beruf – das Übliche eben. Donald Trump sei ja auch deutscher Abstammung, meinte er. Der wär aba doof, erwiderte ich. „Wär iss jur schörts?“ fragte er weiter. Wieso? Das hatte ich doch an. Ich wollte schon antworten, daß ich zuhause noch ein paar im Schrank hätte, als mir bewußt wurde – er meint „church„! Natürlich, die wichtigste Frage für die christlichen Heuchler, die morgens beten und abends betrügen. Nachdem ich mich als Buddhist geoutet hatte, war ich nich mehr so interessant.
Als ich in Manado einstieg und neben der Schülerin platznehmen wollte, lag ihr Ohrstöpsel-Kabel auf dem Sitz. Sie entfernte es aba noch rechtzeitich. Dann schlief sie ein. Mir iss auch früher schon von Frauen bestäticht worden, daß ich eine sehr beruhigende Wirkung auf sie hätte. Wenn ich mich allerdings hier öffentlich rumtreibe, reagieren sie oft ziemlich fickerich und rufen „OH MY GOD!“ und solche Sachen. Weiß nich, woran das liegt. Da ich aufgrund der letzten Terror-Jahre nun so alt aussehe, wie ich wirklich bin, müßte das eigentlich ma aufhören. Neuerdings stellen sie fest, wenn ich mich mit meinem Rucksack den Berg raufquäle: „Aduh kasian! Ach-jeh! Da geht der arme Mann alleine einkaufen!“ Iss ja schon schlimm, daß ich keinen öffentlichen Platz zum Beten hab.
Der Fahrer, ein mickriger Mann mittleren Alters, paßte ganich zu der „Musik“, mit der er seine Fahrgäste mittels Sehrlautsprechern massierte: Ein Rap, in dem jeder Satz mindestens einen der Begriffe „nigger“, „bitch“, „dick“ oder „fuck“ enthielt. Mit Sicherheit hatte der Schrumpfkopf keine Ahnung von dem ordinären Inhalt, aber es tut weh, noch nich schulpflichtige Kinder bei passenden Körper-Bewegungen zu beobachten, die sie offensichtlich im TV gesehen haben. Der global gleichschaltende Nigger-Rap fügt sich wie angegossen in die primitiv-moderne „Kultur“ der Wilden. Beim nächsten begann ich dies kulturelle Ereignis mit meinem Handfön zu filmen (Für die rechte Stimmung drehe man Lautstärke, Höhen und Bässe auf Maximum. Viel iss viel gut!).
Wie mich diese manierierte Nigger-Gangster-Kultur ankotzt, hab ich bereits an anderer Stelle ausgedrückt. Und wenn man in Philadelphia, New Orleans oder San Francisco beobachtet, daß die Anhänger jenes Drecks überwiegend Neger sind, und davon doppelt so viel wie Weiße in Gefängnissen sitzen – latürnich alle untadrückt und unschuldich – bleibt es nich beim Vorurteil. Entsprechend hob sich mein Adrenalin-Spiegel als der Kleingeist seine „Musik“-Anlage kurz vor der Ankunft auf Trommelfell zerbröselnde Lautstärke aufdrehte. „Da bin ICH!“ zeigt das üblicherweise an. In Manado schon verboten, im anarchischen Umland noch übliche Praxis um Kunden auf sich aufmerksam zu machen. Meist haben die Fahrer einen speziellen Knopf für diese „Hier bin ICH!“-Fanfaren. DAS war mir dann doch zu viel, und ich brüllte los: „HEY, HEY, HEY! KALAU PONGO CARI DOKTOR!“ Das iss Manado-Dialekt, den ich nur vom Hören her kenne, weil es keine Lehrbücher gibt, und bedeutet: Wenn Du taub bist, such nen Doktor!
Da drehte das erschrockene Männlein sein Terror-Gerät gleich runta, ohne sich selbst zu drehen, und die Schülerin, die sich zum Aussteigen schon nach vorne gesetzt hatte, sich – mich angrinsend – zu mir nach hinten.
Nieda mit die Niggas!
Jäh, Männ!