Sieht verboten aus

T4-Touristen

„Believing his rival had turned into a black dog, President Francois Duvalier ordered all black dogs in Haiti hunted and killed.” „Tropico 5”

Ein Spiel wie „Tropico 4“ mit einer Infrastruktur wie bei den „Sims“ – nur nich so doof – das wäre perfekt. Ließe sich doch damit eine Situation wie im Minahasa-Land nahezu perfekt simulieren. Wobei man sich fragen mag, warum man das tun sollte, da die Wirklichkeit doch ekelhaft genuch iss. „Kim Jong II had a town called Kijong-Dong built right in the Demilitarized Zone between North and South Korea and had a small crew work around the clock to preserve the illusion that people actually live there – as a farce to try to trick South Koreans into defecting.”
Stattdessen nun „Tropico 5“, das man sich sparen kann. Ein rätselhaft dunkler Glow-Filter überzieht die nun partiell vernebelte Karte mit einer Soße, in der man die Neger nich mehr wiederfindet. Die Bewohner sind zu Zombies mutiert, die sich jetzt alle hektisch gleich bewegen und nur noch durch ihre Kleidung unterschieden sind. In der kurzen, neuen kolonialen Anfangs-Phase hetzen die Karrenzieher so schnell wie Autos über die Straßen. Auch hat man die Gestaltungs-Elemente gestrichen, mit denen man die Siedlungen behübschen konnte. Stattdessen quietschbunte Kindergarten-Optik mit einer Baudichte, die eine appgedätete Feuerwehr benötigte, doch deren Aufgaben werden jetzt von der Polizei erledigt.
„In Zaire, the evening news was always preceded with an image of autocratic ruler Mobuto Sese Seko, smiling through the clouds and looking down from the heavens. He also forbade the newscasters to mention anybody but him by name.” Die politischen Überzeugungen der Wahlkandidaten drehen sich piktogrammhaft als riesige Bretter über ihren Köpfen und schieben sich ebenso magisch durch alle Gebäudewände wie die Fischerboote durch den neuen, hübschen Leuchtturm. Schön ist auch, wie sich die Wellen nun auf die Küste wälzen. Neu sind Nonnen, die sich zügig ins Casino bewegen. Man kann ihnen jedoch nich mehr, wie in T4 den Bischöfen, nachweisen, daß sie auch drin sind. Gläubige sammeln sich dafür VOR der Kirche. Klickt man drauf, erhebt sich ein gelblicher Nebel auf der Grundstücks-Grenze – vermutlich der heilige Geist – und alle rennen hinein. Dazu wird ein Glockenton geliefert. Das Enttäuschendste iss jedoch, daß Screenshots und Fußgängerperspektive abgeschafft wurden, und man nich mehr in die Detail-Ansicht zoomen kann. Tropico 5 fails to meaningfully move the series forward.”
Nach wie vor werden die politischen Strukturen von Entwicklungsländern sehr anschaulich, und man wird auch gegen seinen besten Willen gezwungen, an der allgemeinen Korruption teilzunehmen. Kein Wunder also, daß T5 im Witz-Staat Thailand verboten wurde. Kommentar: „In Thailand, people loves to see TV Series about rape and stuff.”
Die gute Nachricht: Gekräckte „Steam“-Spiele lassen sich inzwischen noch leichter installieren, als früher mit einem „Daemon“-Tool. Womit der Abschaffung dieser überflüssigen Idee „Steam“ nichts mehr im Wege steht. „I thought that Thailand pirated all of their game anyway.”

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Zeugnis ablegen

centre

„Sekali Yesus, tetap Yesus.“ Einma Jesus, imma Jesus.

Eins der Sakramente der christlichen Kirche ist die sogenannte Schlüsselgewalt, was bedeutet, daß nach erfolgter Beichte Sünden vergeben werden können. Paulus forderte (1. Kor. 5, 9-13), Unzüchtige, Habsüchtige, Betrüger, Götzendiener, Lästerer, Trunkenbolde und Räuber aus der Gemeinde zu entfernen und mit ihnen keinen Umgang zu pflegen, ja noch nicht einmal gemeinsam zu essen. Da in diesem Falle in den christlichen Gruppierungen kaum noch jemand übrichbliebe, und man zum Bleistift keinen Küster hätte, wenn man die Säufer ausschlösse, wird auf die Beichte sehr viel Wert gelegt. Anders als Luther, der jene als freiwillig und heimlich sehen wollte, legt man hier, unter dem Konkurrenz-Druck der ekstatischen Pfingstler und Adventisten, bei denen alle, die vom heiligen Blitz getroffen wurden, in der Gemeinde-Versammlung quaseln dürfen, auch im pietistisch beeinflußten Standard-Protestantismus öffentlich Zeugnis ab. Dabei betont der Sünder, daß er jahrelang ein Idiot gewesen wäre, seit er aba neulich mit Jesus gesprochen habe, gehe es ihm schon viel bessa, und er sei ein ganz neuer Mensch geworden.
So kam es, daß Nona Möchtegern, frisch gewählte Bürgermeisterin auf Pulau Oscura, nach dem Gottesdienst in einer der üblicherweise anschließenden Reden bekannte – sie reden soo gern, die Wilden – sie habe eine dunkle Vergangenheit. Dafür benutzte sie unta Tränen Worte, die im Indonesischen etwas sehr Schlimmes bezeichnen, ohne das näher zu erläutern. Somit fragt sich jetzt das ganze Dorf, ob sie noch etwas Schwerwiegenderes angestellt habe, als nur ihre Personenstands-Dokumente zu fälschen, um gewählt werden zu können.
Ich selbst möchte an dieser Stelle öffentlich bekennen, daß ich der Theorie zuneige, einma doof, imma doof, und daß Fortschritt im Bereich „Erleuchtung“, als Ausdruck kulturell verselbstständigten lmponierverhaltens, meist übabewertet wird.

Wie David den Goliath haute

mobiles-Heiligtum

Also das war so:
Es war einmal ein Zupith von Rama, der Elkana hieß. Der hatte 2 Frauen, der Unglückliche. Aba zum Glück konnte eine keine Kinda kriegen. Deshalb mochte Elkana seine Hanna lieba als Peninna mit all ihren Söhnen und Töchtern. Eines Tages betete Hanna im Tempel zu Gott und versprach ihm: „Wände mir einen Sohn gibst, soll der Pope wern.“ Der Pope, der ihr dabei zusah, dachte, sie wär besoffen. Warse aba nich. Beim nächsten Mal, als Elkana wieda auf Hanna stieg, hat der Herr geholfen, und Samuel wurde geboren. Hanna war so happy, daß sie sang: „Hoch ragt mein Horn durch meinen Gott. Die Füße seiner Frommen behütet er, aber die Gottlosen werden zunichte in Dunkel. Des Herrn Widersacher werden zerschlagen, der Höchste im Himmel zerschmettert sie.“ Samuel wurde also Pope, aba der Oberpope hatte 2 nichtswürdige Buben, die sich mit ihren Gabeln imma das Fleisch der Opfertiere angelten. Da wurde Gott ziemlich sauer und prophezeite dem Oberpriester eine Menge Ärger, von dem nur Samuel verschont bleiben sollte. Prompt kamen dann die Philister anmarschiert, großgewachsene Biertrinker aus Kreta, und verhauten die Israeliten nich nur sondern klauten auch noch deren mobiles Heilichtum. Das war wiederum Gott zu viel, und so gab es Beulen bei den Philistern. Auch kippte er ihr Heilichtum um. Da hamse ihre Wahrsager befragt, wiese das mobile Heilichtum der Israeliten wieda loswerden könnten, und die erklärten, daß man es zusammen mit 5 goldenen Beulen und 5 goldenen Mäusen zurücksenden solle. Die goldigen Dinger in ein Kästlein, zusammen mit dem mobilen Heilichtum auf einen neuen Wagen und ab dafür. So krichten die Israeliten ihren Kram zurück, und als sie auf Samuels Empfehlung auch noch alle Götzenbilder entfernten, war alles wieda gut. Als die Philister wieda mal anrückten, hat Samuel ein Milchlamm verbrannt, damit der Herr die Angreifer total verdonnere. Zum Andenken an die volle Verdonnerung hat Samuel einen Stein aufgestellt und ihn „Eben-Eser“ (Stein der Hilfe) genannt. Deshalb heißen manche Kirchen in Nordsulawesi so, was aba – wie wir heute wissen – nix genützt hat, denn die Minahasa gehen ebenso wie die Söhne Samuels dem Gewinne nach, lassen sich bestechen und beugen das Recht. Deshalb verlangten die Israeliten die Einsetzung eines richtigen Könichs. Dieser Könich wurde Saul, der Sohn von Kis aus Gibea in Benjamin. Saul war der Größte und Schönste von allen, und deshalb hat Samuel ihn geölt. Gott war aba doch etwas sauer, weil sie außer ihm einen Könich hatten, so daß er noch ganz schön rumgedonnert und -geregnet hat. Als die Israeliten – jetzt übamütich geworden – die Philister wieda heftich verhauten, hamse danach das erbeutete Fleisch mitsamt dem Blut gegessen, obwohl se geschworen hatten, an dem Tach nix zu essen. Später sollten se noch das Volk von Amalek verhauen und nich nur alle Erwachsenen, Kinda und Säuglinge umbringen, sondern auch alles Vieh Gott opfern. Stattdessen hamse aba das Vieh verschont und mitgenommen. Jetzt war Gott endgültig sauer auf Saul und bereute es, ihn zum Könich gemacht zu haben. Kann man ja vastehn. Wär ich auch sauer geworden. Das Ganze iss in Gilgal passiert, einem Platz in Manado. Deshalb kamen nun die Philister volle Kanne wieda, die zwar unbeschnitten warn, aba sonst voll auf Draht und besser bewaffnet. Da konnte nur noch David, ein rotblonder Jüngling helfen, der nich nur Laute spielte sondern auch dem Obaphilister Goliath mit seina Schleuder voll eins vor den Latz knallte. Nachdem Goliath umgefallen war, haute David ihm den Kopf ab und brachte ihn nach Jerusalem. Ich weiß nich, ob der da noch iss. Gemacht hat David das nur, weil ihm dafür lebenslange Steuerfreiheit versprochen worden war. Späta ham dann die Philister Sauls Kopf abgehackt. Das war vielleicht ein Hin und Her damals.