Auswandern

ausgewandert

ARD Liveblog: 24.9.2017 von claireannelage
Es wird Zeit auszuwandern stellt sich nur die Frage wohin? Alternativ bleibt nur ins Koma zu fallen, was aber angesichts des Ergebnisses nicht allzuschwer fallen dürfte ... Denk ich an Deutschland in der Nacht – aber es ist nicht Wonne die mich wach hält, eher die Sorge um die Zukunft …“

Antwort Kommentar:
„Wohin? Denn es gibt kaum ein Land in dem es den Menschen besser geht als hier in Deutschland. Sonst wüßten Sie ja wohin Sie gehen jönnten. Daß Merkel weiter regiert ist gut und richtig. Nur diese üblen 13% für die rechten Poopulisten der AfD sind ein übles Ergenis der heutigen Wahl.“

Motto von Mutti Merkel: In der Ruhe liegt die Kraft.“

Sehr geehrter Herr Dobat,
nach Rücksprache mit dem Bundesverwaltungsamt bezüglich Ihrer Entlassung aus der deutschen Staatsangehörigkeit, benötigt das BVA eine deutsche Übersetzung Ihrer indonesischen Einbürgerungszusicherung. Ohne diese Übersetzung kann eine entsprechende Entlassungsurkunde leider nicht ausgestellt werden. Wir würden Sie daher bitten, Ihre Einbürgerungszusicherung entsprechend übersetzen zu lassen. Sehr gerne kann ich Ihnen eine Liste mit Übersetzern zuschicken. Ich würde Sie auch bitten, uns die Übersetzung dann zukommen zu lassen. Wir würden diese dann an das BVA weiterleiten.
Mit freundlichen Grüßen
Claudia Thieler (Embassy of the Federal Republic of Germany)

Sehr geehrte Frau Thieler,
ich habe keine Entlassungsurkunde von der Botschaft verlangt. Das ist wahrscheinlich nur eine weitere konfuse Idee von Frau Nengsih.
Mit freundlichem Gruß
Thomas Dobat

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Wartungsarbeiten

saeuberung

Der Hund kam von rechts, hatte jedoch keine Vorfahrt. RUMS-KNIRSCH-JAUL! „Reif für den Topf!“ meinte der Fahrer und fuhr ungerührt weiter. 1min später ein Motorrad-Unfall hinter uns.
Vor mir 2 wulstige Fleischberge. Mutter und Tochter. „Die beständig sitzende Lebensweise hat aber den türkischen Frauen alle Anmut der Bewegung, die Einkerkerung jede Lebhaftigkeit des Geistes geraubt, und sie stehen in Hinsicht auf Bildung noch eine Stufe unter den Männern,“ schrieb Helmuth von Moltke in „Kriege und Siege“. Die Mutter besaß eine Warze unter der Nase, aus der Haare wuchsen. Sie in rotem, Tochter in rotviolettem T-Shirt. Bissen sich aber nicht. Erst richtete die Mutter ihre langen Haare gar zierlich mit ihren Wurstfingern, dann die Tochter. Deren Strähnen lagen dabei auf meinen Knien. Zum Glück hatte sie keine Schuppen oder Läuse. Man trifft immer noch auf weibliche Wilde, die sich gegenseitig entlausen.
Es war das erste Mal, daß ich einen mikro-Fahrer dabei beobachten konnte, wie er während der Fahrt die Schrauben an seinem Steuerrad anzog. Dazu holte er einen Kreutschschlitsch-Schraubenzieher aus einer Tasche in der Schaschisch-Verkleidung. Auch sonst war er vielfach nebenberuflich beschäftigt. Sein winziger Sohn auf dem Beifahrersitz – unangeschnallt latürnich, denn Gurte existieren allenfalls für die Fahrer und werden dafür benutzt, deren schleudernde Sitze zu fixieren – bekam nach einem Halt an einem Essensstand einen Pappteller voll mit Curry-Reis, Nudeln und Krupuk, was er dann auf dem Sitz verteilte. Bei plötzlichen Brems-Aktionen hielt ihm der sehr junge Vater die linke Hand fürsorglich vor die Brust. Als der Sohn fertich gespeist hatte, wischte Papa die Nudeln und Reiskörner mit derselben vom Sitz. Auch versäumte er es nicht, mit jedem entgegenkommenden mikro akustisch und zeichenhaft zu kommunizieren. Auf dem Kopf trug er dabei eine schwarze Baseball-Mütze, zünftich mit dem Schirm nach hinten. Auf dem stand weiß aufgestickt: „DOPE“.
Neu war mir auch, wie man mit dem Ende einer Kugelschreiber-Mine seine Ohren sauberbekommt. Der junge Mann vor mir – vielleicht ein Student, zumindest wies der Besitz eines Schreibgeräts auf intellektuelle Ebenen – bohrte sich damit sorgfältig in den Ohren herum, grub mit den sehr langen Fingernägeln eines nicht körperlich Arbeitenden noch etwas nach, schabte dann den Aushub unter seinen Nägeln mit der Mine heraus und wischte jene rechts oben am Gummi-Profil der Scheibe ab – was mir völlich unlogisch deuchtete, denn er hätte erst die Mine und danach die Fingernägel reinigen müssen. Später wischte er die Mine auf der Lehne des Fahrersitzes sauber. Als seine Ohren klar waren, stöpselte er die Hörer seines Handphones in dieselben. Es wird sich doch wohl nicht um eine aktuelle Inkarnation des Arhats Nagasena gehandelt haben? Obwohl es noch keine twitternden Politiker gab, mußte dieser Mönch schon in der Frühzeit des Buddhismus seine Ohren von Geschwätz und Unsinn reinigen, um sie für die reine Wahrheit empfänglich zu machen. Völlich offen bleibt die Frage: Funktioniert ein Kugel-Schreiber auch mit Ohrenschmalz? Wäre das eventuell ein Schreibgerät mit einer gesunden Öko-Bilanz?

Kaubeus und Indianer

beute

Wenn man den Wilden nicht die Möglichkeit gibt, auf gepachtetem Land auch mietfrei zu wohnen, sind sie normalerweise nicht zur Arbeit auf den Reisfeldern zu bewegen. Youke und ihr Sohn Anto, die ihren Verwandten folgten, die schon für mich arbeiten, wollten nur einen Schattenplatz. 4 Bambus-Ständer und ein Palm-, Blech- oder Folien-Dach darüber. Kann man ihnen kaum verwehren. Die Arbeit ist hart und die Sonne eine Plage. Wohl war mir dabei jedoch nicht. Normalerweise kann man beobachten, wie sich solche Rastplätze zu Einfamilien-Häusern entwickeln, mit Familien-Nachzug und sich im Laufe der Zeit verfestigendem Eigentums-Anspruch. Dann wird man die Leute schwer wieder los. Bei den Gorontalo-Moslems geht es oft nur darum, sich im fruchtbareren Norden einzunisten. Youke und Anto lieferten 2 Mißernten, dann gaben sie auf und bearbeiten nur noch ein kleines Stück, auf dem auch ihre Hütte steht, denn das ist inzwischen aus dem Unterstand geworden. Schon länger fiel mir die ungewöhnliche Haltbarkeit des Folien-Daches auf. Sowas hält im Pazifik-Wind höchstens 1 Jahr. Inzwischen sind die brachliegenden Flächen so verwildert, daß es anstrengend ist, sich da durchzukämpfen. Immer wieder stürze ich dabei in überwachsene Gräben. Eine Balkenbrücke brach unter mir zusammen, als ich mich nun doch aufmachte, um mal wieder die illegalen Rinder zu beseitigen, die auf meinen abgeernteten Reisterrassen angepflockt werden und dabei die Dämme zertrampeln.
Zuerst sah ich den Wohnsitz von Youke & Co.. Prächtig hat er sich entwickelt: Hühner-, Enten- und Kankong-Zucht, Wasch- und Kackplatz, Wäsche auf der Leine. Ein idyllisches Plätzchen. Roter Vorhang in der Türöffnung, und auch innen weitere Vorhänge. Hier hat es sich jemand gemütlich gemacht. Als ich mich ein Stück entfernte, tauchten 6 mit Luft-Gewehren, in der Sonne glänzenden Haumessern und Stöcken zum Sumpfvogel-Totschlagen bewaffnete Jäger auf und bewegten sich auf dem Wohnplatz, als ob er ihnen gehörte. Einer nahm sogar Wäsche von der Leine. Bei Jägern sehe ich grundsätzlich nicht Grün sondern Rot. Ich also zurück. Sofort versuchten sie sich in der Gegend zu verdünnisieren, jedoch stellte und warnte ich sie, auf meinem Land nicht zu jagen. Inzwischen habe ich Youke bestellen lassen, ihr Basis-Camp, das tatsächlich bewohnt ist, auf ein Schattendach rückzubauen, oder ich zünde die ganze Anlage an. Keine Kompromisse mehr! Ich bin jetzt zertifizierter Wilder!
Dann begab ich mich zu den Rindern. Als ich dem ersten das Seil kappen wollte, prallte mein stumpfes Haumesser ab, das Viech raste erschreckt los, und das Seil glitt mir so durch die Hand, daß jene gleich zu Glühen anfing. Beim 2. Versuch konnte ich wenigstens einen Teil des Seils kappen, das als Reaktion auf meine früheren Attacken schon 3x verknotet war. Die Wilden sind hartnäckig hinterhältig – aber stets mit einem Lächeln. Ihre Messer sind immer superscharf, und sie sind Meister im Kehledurchschneiden.
Das nächste Rind ahnte schon was und bewegte sich ängstlich im größtmöglichen Radius um seinen Pflock. Als ich das Seil durchhacken wollte, prallte mein Messer wieder ab, das Rind raste los, hebelte mich mit dem Seil auf den Rücken, jenes schlang sich um mein abknickendes rechtes Bein, und los ging die Fahrt rücklings – HOLTERDIPOLTER – über die hartgetrockneten Terrassen. Meine 81kg wurden so schnell über den hartgetrockneten Boden geschleudert, daß ich nur noch dachte: ‚Gleich bricht mein Bein!‘ Zum Glück konnte ich es während der Fahrt strecken, und das Seil glitt ab. Durch die tägliche körperliche Arbeit bin ich anscheinend noch so elastisch, daß ich keinerlei Verletzungen davontrug. Ein anderer Wilder, dem das gleiche passierte, soll hinterher grün und blau gewesen sein. Solch einen totalen Kontrollverlust kenne ich nur aus Western und Walfänger-Filmen. Eventuell vergleichbar mit einem Motorrad-Unfall, bei dem ich mal auf einer stark befahrenen Straße in D eine Weile durch die Luft flog, um dann hart zu landen.
Anschließend wischte ich mir die Kuhscheiße von der Hand und hackte das Seil durch – auch noch einem 3. Rind.

nachschlepp

Ausschnitt aus dem Gemälde „Smoke Of A .45“ (1908) von Charles M. Russell