Das Gerücht

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Wird meine Ex von einem meiner Nachbarn gefragt, ob ich die Schlange schon wiedergefunden hätte. ??? Sie geht jedoch darauf ein, weil das sich hartnäckig perpetuierende Gerücht, ich würde auf meinem Grundstück Schlangen HALTEN, eventuell potentielle Eindringlinge abhält.
„Die Leute unten am Fluß haben eine Python gefangen und sie aufgegessen.“
„Oh, wie schade!“ stöhnt meine Ex. „Das war sicher die Schlange von bapak.“
„Das müssen Sie verstehen“, erklärt der naive Wilde, „die Schlange hat sich jeden Tag ein Huhn geholt.“
Ach deshalb! Ich hab mich schon gewundert, daß die 3 illegalen Rinder, denen ich das Seil kappte, am nächsten Tag verschwunden waren. Die hat sich die Python bestimmt auch geschnappt.
„Und die andere? Hat bapak die schon gefunden?“
Die 10m lange Königs-Kobra? Nö, aba ich hab ihr einen Knoten in den Schwanz gemacht, damit ich sie wiedererkenne. Normalerweise binde ich meine Schlangen nachts an den Bäumen fest, damit sie nich wechlaufen. Aba die ham sich losgerissen, weilse sich mit Knoten auskennen.
„Hat bapak denn viele Schlangen?“
„Och, manchmal, wenn sie sich paaren, sind 3 auf einem Baum.“
„SOO VIELE?“ Es schüttelt den Wilden. „Sorgt bapak auch für seine Schlangen?“
Klar! Den giftigen putze ich morgens immer die Zähne, damit se beim Zubeißen nich aus dem Mund riechen.
Leider nützt die Versorgung der Gerüchte-Küche nichts gegen abulante Diebe, die nicht wissen, wie wild ich bin.

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Paul Weber, „Das Gerücht“, 1943

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Ziegen und Schlangen

Fuetterung

„You know, there are a million ways to die in the west, Clinch. There’s, uh, famine, disease, gunfights … And, uh, wild animals. You know, like snakes. And, you know, the funny thing is, you don’t even have to get bitten. All you need is a little bit of the venom introduced into your bloodstream and you’re pretty much screwed.“
A Million Ways to Die in the West„, 2014

Am Abend zuvor hatte ich noch diesen Western gesehen. Sehr witzig, romantisch, spannend. Alles in einem. Cochise: „There is an ancient proverb among my people: Sometimes the only way for a man to find true happiness is to take drugs in a group.“ Die Wilden meinen, der junge Bock, den ich vor einiger Zeit mit blutigem Schaum am Maul tot aufgefunden hatte, sei von einer Schlange gebissen worden. Vielleicht. Am nächsten Tag ruhte ich mich gerade vom Grasschneiden im Ziegen-Gehege aus und beobachtete meine futterneidischen Ziegen – irgendwie menschlich – als ich eine Bewegung im Gras ganz in meiner Nähe bemerkte. Ein Meter braune, daumendicke Schlange wand sich da und schien nicht vorwärts zu kommen. Sie kaute an einem Frosch rum, der, für sie viel zu groß, noch stoisch aus ihrem Rachen herausschaute. Ich rannte gleich los nach meiner Kamera. Der Körper der Schlange lag im Schatten, der Frosch im gleißenden Nachmittags-Licht. Das geht nicht gut zusammen. Also stellte ich mich so, daß mein Schatten auf den Kopf fiel. Jetzt war eine Pflanze im Weg. Die riß ich aus. Doch eine zweite unmittelbar vor dem Frosch störte ebenfalls. Als ich die auch noch entfernen wollte, klappte die Schlange ihren Rachen weit auf, riß dabei ihre Zähne aus dem Rücken des Frosches, der dreimal so dick wie ihr Kopf war, zuckte zurück, drehte sich blitzschnell um und verschwand. Mit meiner Hand in Reichweite hatte ich das nicht erwartet. Es schien eher so, als ob sie sich selbst festgepfropft hatte. Zwei Drittel des Frosches waren bereits zur Wurst gepreßt und wirkten wie vorverdaut. So war es also nix mit einem interessanten Schlangen-Foto. Am Morgen war auch der Frosch verschwunden.
Randy aus Baton Rouge in Lousiana hatte da mehr Pech. Zweimal von einer Kupferkopf-Viper in die Hand gebissen, benötigte er mehrere Serums-Injektionen. Diese Vipern flüchten nicht immer bei Gefahr, sondern erstarren, weshalb man leichter mit ihnen kollidieren kann. Meine dagegen hauen immer ab. Auch die lange, niedliche, die mich neulich umrundete, als ich auf einer Baumwurzel am Feuer saß. Jedesmal wenn sie verharrte und den Kopf hob, um mich zu sondieren, lief eine Wellen-Bewegung durch ihr Vorderteil. Sowas habe ich vorher noch nie gesehen. Als ich mich dann bewegte, hat sie sich sehr erschreckt.

Jahr des Hundes

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„Unter dem Zeichen des Hundes Geborene sind dickfellig und temperamentvoll. Wenn jemand, der im Jahre des Hundes geboren ist, das Gefühl hat, im Recht zu sein, wird er auf seinen Prinzipien beharren, ganz gleich, was dabei herauskommt. Er ist auch zynisch, pessimistisch und schätzt keinerlei Gruppen-Unternehmen. Doch sind unter diesem Zeichen Geborene sehr gefühlvoll, verantwortungsbewußt und treu.“
(Chien Tung)

Man könnte meinen, ich wär ein Hund. Ich bin jedoch eine Ratte! „Wegen seiner temperamentvollen Veranlagung wird der Mann stets in der Liebe mit Problemen zu kämpfen haben. Beide, Mann und Frau, werden eine glückliche Ehe mit einem Partner eingehen, der im Zeichen des Pferdes geboren ist. Wenn ein Hund einen Drachen heiratet, so gibt es nichts als Zwistigkeiten.“

Indonesische Hunde sind die widerlichsten, die ich kenne. Ich jage sie grundsätzlich und versuche, nicht in ihre Scheiße zu treten, die sie dort auf der Straße ablegen, wo alle langgehen. Beim Kreuzen der Straße werden sie manchmal überfahren, und die Autoreifen sorgen für eine bessere Verteilung der in diesem Klima schnell trocknenden Kacke. Man findet Hunde-Kot in den unterschiedlichsten Natur-Farben. Unterwegs trifft man gelegentlich Doppel-Hunde. Das sind Hunde, die nach dem Ficken nicht mehr auseinanderkommen. Sie sorgen auch dafür, daß die zahlreichen wilden Müllkippen einen größeren Wirkungskreis bekommen, in dem sie zum Bleistift vollgeschissene Windeln wieder auspacken. Danach besuchen sie Restaurants und werden dort von den Minahasa mit Begeisterung gegessen. Einer der wenigen vernünftigen Bräuche auf Nordsulawesi. Die schwarzen mögen sie am liebsten. An Hundebiß zu sterben, ist durchaus eine Option. Während Hundebesitzer in D es eher vermeiden, ihre Köter frei rumlaufen zu lassen, wildern sie hier überall. Mit meinem inzwischen eingegangenen Luftgewehr konnte ich bisher nur 1 erledigen. Springen mannsgroße Hunde in Spielfilmen wie selbstverständlich ins Bett, wird mir gleich schlecht. Von Hunde-Blogs auch. Vom Jahr des Hundes ist also nur Scheiße zu erwarten.