Geimpft

froschpfeiler

Das geringe Risiko, an Covid-19 zu sterben, gegen das bereits nachgewiesene Risiko einzutauschen, durch eine Impfung mit einem weitgehend ungetesteten Medikament schwer zu erkranken, diese Logik muß mir mal jemand erklären. Aber all das, was bisher vernünftig war, ist ja in der neuen Normalität auf den Kopf gestellt. Und daß viele der Ärzte gekauft sind, die in der Wahndemie mitmachen, ist nichts Neues.
Die Spritze, die ich im kranken Haus gegen die Schmerzen durch den Tritt in die Rippen bekam, wirkte schnell. Keine Ahnung, was es war.
Die Impfung in meinem Dschungel bestand aus einem Stich in die Schulter. Nach dem mir schon bekannten heftigen Sofort-Schmerz zu urteilen, wird es eine Hornisse gewesen sein, der ich absolut nix getan hatte. Vielmehr ging ich so an einem meiner Teiche dahin, wunderte mich über eine Schar rotbrauner, mittelgroßer Reiher in den hohen Kronen der verwuselten Würgefeigen, und während jene ärgerlich krächzend abflogen, began mich ein wütender Brummer zu umkreisen, den ich nur mit meiner Säge etwas abwehrte. Doch stach er zu, und es ist ziemlich erstaunlich, mit welcher Geschwindigkeit solch ein Viech eine spürbare Menge Gift injiziert, das sich wüst schmerzend über den Hals bis zum Ohr ausbreitete. Doch hab ich auch schon wesentlich mehr Stiche überlebt. Das ist Lebens-Risiko, von dem nur neurotische Städter glauben, es auf Null reduzieren zu können.
Überhaupt war das wieder eine Überdosis Dschungel, denn ein paar Stunden vorher hörte ich ein Klacken im Atrium-Hof. Normalerweise fallende Blätter. Ich kümmerte mich nicht darum, weil ich gerade mit Kochen beschäftigt war. Nach dem Essen wollte ich mich etwas hinlegen, doch bemerkte ich etwa 1m dünne Schlange im Hof, von der Art, wie sie sich hier eben so rumtreiben. Vielleicht war es die, die sich am Fuße eines Pfeiler-Affens gehäutet hatte. Ich schob sie mit meinem Besen in Richtung der Wasser-Ablauf-Röhren, doch wollte sie absolut in die Gegenrichtung. Verärgert versuchte sie mehrmals, mich anzuspringen, doch fand sie dafür auf den glatten Fliesen nicht genügend Halt. So umtanzten wir uns eine Weile, bis es mir schließlich gelang, sie in eine Röhre zu schubsen. Neudings passiert sowas jeden Monat. Die letzte traf ich im Wohnzimmer. Lächerlich dünn wie ein Bleistift.

Enten heißen Greta

greta

Die Zeitungsente in „Mecki bei den 7 Zwergen“ hieß allerdings Watsch. Um das Klima zu schonen, ließ sie sich von heißer Luft durch die Welt tragen. Sie half immer aus, wenn einer Redaktion aufregende Nachrichten fehlten.

watsch

Falls Sie jedoch an den unmittelbar bevorstehenden Untergang der Welt glauben, sollten Sie sich umgehend der vom Einzelhandel gesponserten Prepper-Szene anschließen. Es wird absehbar keine bedeutenden Verhaltens-Änderungen geben, denn fast die gesamte Weltbevölkerung strebt den umweltzerstörenden westlichen Lebensstil an. Schon für Heraklit gab es kein allgemeines Erwachen der Menschheit sondern nur überwiegend Idioten. Der Untergang von Städten und der Verfall von Moral waren für ihn unaufhaltsam. Also Bunker bauen, Lebensmittel horten und Waffen besorgen, um die Neger, denen es in Afrika zu warm wird, in Schach zu halten. Ohne Waffenschein hilft eventuell auch eine 700m Taschenlampe. Mit einer solchen habe ich mich kürzlich zum ersten Mal mit den nächtlichen Herumschleichern erfolgreich duelliert. Sie muß allerdings mit Strom aufgeladen werden. Zwar kann man in Manado solide Stahlbögen teuer erwerben, jedoch keine Pfeile. Das strikte Waffenverbot wirkt gut. Man ist gezwungen, die Asozialen abzustechen oder zu zerhacken. Auch verboten.
Eine Alternative wäre, so naturnah wie möglich zu leben. Das Beste, was Sie für SICH tun können. Ihre Kinder werden es hassen, auch wenn sie freitags schwänzen. Der große, neue Teich, den ich baggern ließ, ist bereits von einem Enten-Paar angenommen worden, das sich allerdings gestört fühlt, wenn ich das schnelle Zuwachsen mühselig zu verhindern suche. Dazu bepflanze ich gerade den Rand mit Bäumen, die eßbare Beeren produzieren. Auch das sehr anstrengend und erst mittelfristig wirksam.
Gemäß Heraklit, der sich im Alter völlig absonderte und das Leben eines Einsiedlers führte, können nur kleine Freundeskreise oder Einzelgänger so leben, wie man leben sollte.

neuenten

Scharfe Schildkröte

uebereinander

In der Regel besitze ich irgendwo immer eine mehr oder weniger große Schnitt- oder Rißwunde. Von Grashalmen, Muscheln, den Kanten meiner sich selbst zerstörenden Aluminium-Schiebetüren, meinem Haumesser oder anderen unachtsam benutzten Werkzeugen. Doch an einer Sumpfschildkröte hatte ich mich bisher noch nicht geschnitten. Immer wenn ich im Sumpf auf einen Stein stoße, der sich bewegt, handelt es sich um eine solche. Manchmal verfangen sie sich auch im Müll meiner Teichsiebe. Diese nun weigerte sich beim Reinigen einer Teichterrasse woanders hinzuschwimmen, und ich grabschte sie versehentlich immer wieder beim Rausziehen des Kangkong. Dabei schnitt mir ihre scharfe Panzerkante in einen Finger.
Nur unbedeutend verletzt, wagte ich mich trotz der Sturmwarnung der Regierung auf den Weg nach Manado. Draußen war es so seltsam still, als ob die Wilden alle auf eine Zunahme des Windes warteten. Schon der Jahreswechsel war ungewöhnlich ruhig verlaufen, da der arogante Papua verschwunden ist, der hier nicht mal gemeldet war. Anscheinend habe ich ihn erfolgreich weggeekelt, wobei mir seine angeheiratete Verwandtschaft half. Ich hatte mir extra Arbeits-Handschuhe aus Leder gekauft, um Silvester gleich zuschlagen zu können, falls er mich wieder angegriffen hätte. So löst sich manches von selbst, nur die geplante Eisenbahn-Strecke noch nicht, und das nun beginnende Jahr der Ratte könnte mich final ins Gefängnis bringen, denn ich werde die Villa Ludendorff jetzt weiterbauen und verteidigen.
In meiner Bank in Manado bedrängte mich dann eine neue Angestellte, die weder attraktiv, noch weiß, wie schwierig es ist, mir was zu verkaufen. Sie betonte, daß ich mit Investitionen in Versicherungen viel mehr Geld machen könne, und daß wir mal darüber reden sollten. Sie könne mich auch besuchen. Meine Telefon-Nummer verlangte sie, und ich suchte dieselbe mühsam in demselben, denn ich trage sie nicht im Hirn mit mir rum. Dann checkte sie ihr Fon, und da ich nicht reagierte, sollte ich ihre eingetippte Nummer auf Richtigkeit prüfen. Das konnte ich jedoch nicht, weil ich die Nummer selbst nicht kenne. Also suchte ich die Nummer wieder in meinem Fon und zeigte sie ihr nochmals. Ich sollte ihre Nummer speichern, forderte sie, obwohl ich ganich weiß, wie das geht. Stattdessen hab ich ihren Anruf gleich gelöscht, als ich wieder draußen war. Wenn die junge Frau wenigstens schön wäre, hätte ich sie vielleicht gespeichert, aber in meinem Fon sind nicht mal pulsa. Auch der alte, zerknitterte Mann, den ich an der Küste zwischen Fischerbooten traf, verlangte nach kurzem Gespräch meine Telefon-Nummer, die ich ihm jedoch verweigerte. Wollte er vielleicht mein virtueller Freund werden, weil Jesus ihm das angekündigt hat, oder mir ein gelbes Untersee-Boot verkaufen?
In Manado sah es aus wie im Film „Jexi“ (2019), der zwar stellenweise komisch, jedoch nicht empfehlenswert ist. Alle Wilden glotzten auf ihre Föne, und es gab keinen Sturm. Die erste Sturmwarnung der Regierung. Wahrscheinlich üben sie gerade Klima-Hysterie. Ich hoffe, daß es mit der Eisenbahn auch so läuft, denn ich leide schon wieder an Gewalt-Phantasien, in denen ich Polizisten aufschlitze und andere Offizielle zusammenschlage. Lieber wäre ich als Schildkröte geboren worden. Die können ihr Haus leicht versetzen. Na ja, vielleicht nächstes Mal.