Hans-Lothars Welt

niewieder2

Wahlplakat von 1957 + Hans-Lothars Awards

Nato-General Hans-Lothar Domröse 2015 auf einer CDU/CSU-Tagung:

„… ich bin nich nur in der NATO sondern auch in der evangelischen Kirche und deswegen glücklich … Afghanistan, das issen Gewehr-Taliban, iss nich so gefährlich – bißchen Mine … das kriegen wir ganz gut hin. Also da schaffen wir es, to maintain the peace.

Die baltischen Staaten sind wunderbare Völker … sie lieben Deutschland, weil wir stark sind, weil wir in der Regel pünktlich sind, und weil wir alle BMW fahren … der Angriff findet nicht statt, weil die turrets not broken sind … insofern brauchen die, was wir Heavy Metal nennen … Vertrauen iss key … NATO muß wahrscheinlich global gehn … ich bin verantwortlich für den Schutz von Millionen von Menschen und Infrastruktur – den Afghanistan-Auftrag mache ich ja fast mit links.

Ich komm ja ganich anner Key-Town vobei – wegen der Fla … iss ja auch ganz gut, daß ich ma in ihr Handy reinhöre, was Sie so sagen … responsibility to protect iss das Gefährlichste, was wir machen können.

In Afghanistan haben wir die Chance bei … weiterhin viel Liebe und Stehvermögen, to win the peace.“

YouTube-Kommentar: „Der Mann ist doch angetrunken, oder?“

imRuecken

Frans Masereel, „Krieg und Gewalt“, 1967

Aber zum Allmächtigen möchte ich reden,
und mich gelüstet, mit Gott zu rechten.
Denn ihr, ihr übertüncht [die Wahrheit] mit Lügen,
und Pfuschärzte seid ihr alle.
O daß ihr doch nur stille schwieget! –
Als Weisheit würde es euch angerechnet.

Hiob 13, 3-5

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Im Herzen der Finsternis

Tourismus-Plakat

… ist es sonnig und warm. Was die Hitze betrifft, so glaubt man das ja schon länger zu wissen. Doch wird auch übermäßig und falsch gesungen. Und dunkel bleibt es, weil das türkische Kraftwerk-Schiff, das die staatliche Kein-Strom-Gesellschaft besorgt hat, nicht funktioniert. Stattdessen werden 32Std. ohne Strom geliefert. Die Maschine sei neu – erklären die Polizisten – gestrichen. Als der Strom wieder fließt, nehmen sie die Betrugs-Anzeige gegen das Paar Ernny und Jimmy zu Protokoll. Bei Stromausfall kommt die gesamte Bürokratie, die ohnehin wenig effektiv ist, zum Erliegen. Den Beamten und Angestellten ist das nicht wirklich unangenehm.

„Er landet in einem Sumpf, marschiert durch die Wälder und hat in irgendeiner Niederlassung im Innern das Gefühl, er sei von der Barbarei, der reinsten Barbarei umgeben – dem ganzen geheimnisvollen Leben der Wildnis, das sich da regt im Wald, im Dickicht, im Herzen der Wilden. Auch gibt es ja in solche Geheimnisse keine Einweihung. Er muß inmitten des Unverständlichen leben, das obendrein widerwärtig ist. Das hat zwar auch sein Faszinierendes, dessen Wirkung auf ihn nicht ausbleibt. Das Faszinierende des Greulichen, wißt ihr, – denkt nur an die wachsende Reue, an die Sehnsucht, von hier fortzukommen, den ohnmächtigen Abscheu, das Ausgeliefertsein, den Haß.“

Jimmy, Beamter, Bauunternehmer und Betrüger, saß schon wegen illegalen Steinabbaus in Untersuchungshaft, für die zwergwüchsige Ernny, Beamtin und Betrügerin, die immer wirkt, als ob sie gleich platze, wird es Zeit. Jimmy ist einer der Söhne von Om Jakob, ebenso wie der Stellvertreter von Vonnie, die die Wahl zur Regierungspräsidentin gewonnen hat. Mit 51% der Stimmen in einfacher Mehrheit. Dabei erscheint es völlig überflüssig, reine Verwaltungsposten pseudodemokratisch wählen zu lassen. Ein Gericht soll jetzt prüfen, ob Porno-Darstellerin Vonnie die nötige moralische Qualifikation besitzt. Das Urteil ist zwar vorherseh- doch finanziell gestaltbar. Im Westen Indonesiens werden unverheiratete Frauen vor den Malls öffentlich verprügelt, die sich nur mit einem Mann ohne Aufsicht in einem Zimmer aufgehalten haben.

„Deshalb war er ans Ufer gegangen und hatte den Häuptling des Dorfes mit einem Stock verprügelt. Oh, das überraschte mich nicht im geringsten, auch nicht das, was ich gleichzeitig vernahm, daß Fresleven das sanfteste, stillste Geschöpf gewesen, das je über Gottes Erdboden gewandelt sei. Zweifellos war er das gewesen; doch er hatte schon zwei Jahre dort draußen der edlen Sache gedient, wißt ihr, und er verspürte wahrscheinlich das Bedürfnis, endlich auf irgendeine Weise seine Selbstachtung geltend zu machen.“

Selbstverständlich begrüßen wir es, wenn eine Führerin sexuell vital häufig Partner und Stellungen wechselt. Viel besser als auf den Knien säuerlich durch Kathedralen zu schrubben und grell zu jubilieren, „denn die Verhinderung einer freien, selbstbestimmten Sexualität ist seit jeher eine zentrale Stütze religiöser Herrschaft“ (Schmidt-Salomon). Doch wer sich dabei knipst und dann kandidiert, zeigt doch, wie doof er ist. Baut sich eine ständig um, wechselt Frisur, Hautfarbe und Kleidung, läßt sich tätowieren oder ist fett wie ein Klops, dokumentiert sie ihre Unzufriedenheit mit sich selbst und besitzt weder Disziplin noch vorausschauendes Denken. Was sollte also Wählern an solch einer Kandidatin gefallen? Doch ebenso wie Serienmörder jede Menge weibliche Fans haben können, finden auch Schauspieler ihr politisches Gefolge.

„Ich habe den Teufel der Gewalttätigkeit und den Teufel der Habsucht und den Teufel heißer Begierde kennengelernt; doch, weiß der Himmel! das waren stämmige, rüstige Teufel mit blutunterlaufenen Augen gewesen, die den Stock schwangen und Menschen schindeten – Menschen, sage ich. Doch als ich da in dieser Hügellandschaft stand, begriff ich, daß ich unter dem blendenden Sonnenschein dieses Landes Bekanntschaft mit einem schlappen, eingebildeten, kurzsichtigen Teufel raubgierigen und erbarmungslosen Wahnsinns machen würde.“

Wenn man also wirklich Prinzipien einer öffentlichen Moral als verbindlich definieren würde, wie z.B. Verantwortungs-Bewußtsein oder Ehrlichkeit, die sowieso zum politischen Selbstmord führt – soweit haben wir ja Machiavelli verstanden – so ständen gar nicht genügend Kandidaten für alle öffentlichen Posten in der Minahasa-Gesellschaft zur Verfügung. Schon das Wahlrecht für alle ist ja eigentlich eine absurde Idee. Da Mittelwege meist nicht funktionieren, muß man die zu Regierenden entweder durch Wohltaten gewinnen oder unschädlich machen (Soll man Wahlergebnisse manipulieren, um zu verhindern, daß eine kriminelle Heuchlerin an die Macht kommt?). Der erfolgreiche Politiker kommt leicht in die Situation, zur Bändigung einer disziplinlosen Gesellschaft Brutalität und Heimtücke einzusetzen, denn die Menschen taugen in der Regel nix – was sie mit aufwendigen religiösen Konstruktionen zu verschleiern suchen. Wer mit Gott in persönlichem Kontakt steht, weist sich damit jedoch als Psychopath aus.

„Nein, es ist unmöglich; es ist unmöglich, das Lebensgefühl einer bestimmten Epoche unseres eigenen Daseins anderen zu vermitteln – das, was deren Wahrheit, deren Sinn ausmacht -, deren zartes und durchdringendes Wesen. Es ist unmöglich. Wir leben, wie wir träumen – allein.“

Zitate aus Joseph Conrad, „Herz der Finsternis“, 1911

Gottes Wege

Vonnie

Die Wilden, gerade eben von den Bäumen gestiegen und schon komplett mit Handphones ausgerüstet, tun sich immer noch schwer mit ihren Videos. Da halten sich 2 im Hotel-Zimmer im weltweit gepflegtesten Sündenpfuhl Bali auf, und der Mann filmt seine Geliebte mit dem männlichen Eroberungs-Stolz, der ihn anscheinend auch veranlaßte, sein Produkt weiter zu verbreiten (vielleicht aber auch aus Rache). ZU weit – wie so oft. Das zusätzlich Dumme daran ist nur, wie es sich bei der Frau um Vonnie Panambunan handelt, die gerade die von der Kommission noch nicht bestätigte Wahl zur Regierungs-Präsidentin gewonnen hat, und ihr Geliebter ist ein verheirateter Polizei-Offizier, dem sie angeblich die Laufbahn finanzierte. Angezeigter Ehebruch führt bei Offizieren zur Entlassung. Dessen Ehefrau ziehe es jedoch vor, weiter versorgt zu werden.
Als sie in der Flughafen-Lounge sitzen, fordert er sie auf, doch in die Kamera zu lächeln. Sie, die als genau so dumm angesehen wird, wie sie im Video wirkt, will jedoch nich, weil man dann ihre schlechten Zähne sähe.
“Dann geh ich weg!” droht er.
“Geh doch”, antwortet sie, “ich such mir auch einen anderen.”
“Wen denn?” fragt er.
“Einen Weißen!”
“Wenn du mit ihm ‚inden heu‘ [holländisch wörtlich] bist, ruf mich an!”
Doch steht die sehr religiöse Vonnie mit Gott in direkter Verbindung – wie ein Wahl-Video verkündete: “God will make a way where it seems to be no way … .” Zuerst koalierte sie mit Verwaltungs-Fachmann Sompie, der jetzt – trotz unserer Hilfe – gegen sie knapp verloren hat. Während ihrer Amtszeit als Regierungspräsidentin wurde sie der Korruption überführt und erhielt eine mehrjährige Gefängnis-Strafe, mußte jedoch nur 1½ Jahre absitzen. Danach beförderte sie ihre Tochter aus einer früheren Ehe ins Parlament, die auch noch nicht durch irgendwelche politisch relevanten Fähigkeiten aufgefallen war. Und nun ihr Come-back mit Säcken voller Geld. Nie hörte ich jemanden über politische Programme diskutieren. “Wer mir Geld gibt, den wähle ich.” Eine weit verbreitete Ansicht, denn es ist das einzige, was die Wähler von ihren Regierungs-Vertretern erwarten können, die sich nach der Wahl aus der Staatskasse bedienen. Alle Freßplätze mit dem eigenen Klan besetzen und die anderen am Fressen hindern. So machen das meine Barsche auch. Vom amtierenden Regierungs-Präsidenten munkelt man, er besäße inzwischen 4 Tankstellen (Nur 2, die dringend benötigt werden!). Und dann gab es noch die unrechtmäßigen Genehmigungen für eine Goldmine und die Uran-Förderung auf der Insel Bangka. Deshalb ist es letztlich egal, wer regiert. Politiker, Polizisten, Ärzte, alle sind korrupt, doch ist Sompie deutlich der Fähigste im Angebot. Die 49% aus reinem Mehrheits-Wahlrecht, die Vonnie auf sehr dunkle Weise errungen haben soll, repräsentieren sowieso höchstens einen erheblichen Teil der Dummen. Demokratie ohne Demokraten. Man will das nächste Mal den Stimmzettel-Auswertern die sehr langen Fingernägel schneiden, mit denen sie Wahlzettel ungültig machen. Überall in Indonesien hat es bei den Provinz-Wahlen erhebliche Unregelmäßigkeiten gegeben, und es wird bis Juli dauern, bis alle Gerichts-Verfahren die Lage endgültig geklärt haben. Wähler wurden jedenfalls von allen Kandidaten gekauft. Während ich nächtens am PC saß, hockten draußen im unbeleuchteten Hof 60 Moslems und warteten auf ihren Umschlag. Antwortete einer der Aufgerufenen zu laut, wurde er gleich ermahnt: “PSST!”
Deshalb hab ich auch nix gehört und weiß von nix was.
Und was sacht der Volksmund zu der Angelegenheit? “Wenn die da oben jetzt nur noch mittem Handtuch rumlaufen, brauchen wir uns ja üba Klamotten keine Sorgen mehr zu machen.”

voni

Anscheinend ist jetzt auch ein Porno-Video aufgetaucht mit Vonnie ohne Handtuch. Es gibt sogar schon eine Inhaltsangabe. Das dürfte dann wohl das Ende ihrer höchst sonderbaren Karriere sein.