schmerzhaft

opfer

„Die Welt ist ein Irrenhaus.“
„Die sorgenfreie Erinnerung an vergangenen Schmerz bringt nämlich Freude.“
Cicero

Die Polente benötigt ein visum vom Krankenhaus in Lembean, in dem meine Verletzungen amtlich bestätigt werden. Im dem katholischen kranken Haus, wo man mir mal ein Mörtelstück in den Finger genäht hatte, wurden meine Gesichtswunden desinfiziert. Ich bekam Antibiotika und Tabletten gegen die Schmerzen, die langsam zunahmen. In den folgenden 5 Nächten schrie ich, wenn ich mich nachts nur im Bett umdrehte. Die Tritte in die Rippen machten mir so zu schaffen, daß ich wieder zurück ins Krankenhaus mußte. Dort wurde ein für mich ungewöhnlich hoher Blutdruck von 160 festgestellt, und eine dünne, junge Ärztin diagnostizierte ein Trauma aus 1m Entfernung nur aufgrund meiner Beschreibung. Es sei typisch, daß die Schmerzen manchmal erst nach 3 Tagen anfingen. Ich bekam eine Spritze, die gleich wirkte, und neue Medikamente.
Während ich wartete, saß mir schräg gegenüber eine schmächtige, junge Frau auf einer Rollbahre, halb verdeckt durch Plastik-Vorhänge, mit denen man in diesem kranken Haus Privatspähre simuliert. Dann sah ich sie plötzlich wie schlafend auf dem Fußboden. Zuerst vom Personal unbemerkt, näherten sich ihr nun mehrere Personen gemächlich wie immer, trugen die Bewußtlose auf eine Rollbahre und stellten ihr den Kopf hoch. Falsch! meinte meine Ex-Intensiv-Schwester, man legt den Kopf tief und die Beine hoch. Nachdem immer mehr Angestellte sinnlos um die Bahre herumwuselten, wurde ihr Blutdruck gemessen. Danach stieß man sie an, und sie kam wieder zu sich. Auf den Hinweis meiner Ex, die Frau sei von der Bahre gestürzt, wurde ihr Kopf abgetastet.
Als meine Ex auf der Wache den Kontakt-Bereichs-Beamten nach dem Stand der Anzeige befragte, der sich so sehr über meine Bemerkung aufgeregt hatte, die Regierung funktioniere nicht, wies jener sie an das Büro der Kripo im Hinterhof. Das war verwaist. Ach ja! fiel dem Beamten ein, die seien ja alle auf einer Tagung. „Dann sind wir wohl ganz alleine hier“, bemerkte er zu seinem Kollegen.
Im Verwaltungstrakt des kranken Hauses wurde ein junger Mann sofort aufmerksam, als er das Wort visum hörte, denn dann mußte der Weiße geschlagen worden sein. Das ist hier Tradition. Es stellte sich heraus. daß er der ORMAS angehört, einer etwas rätselhaften nicht-staatlichen Massen-Organisation, die sich der gesellschaftlichen Entwicklung widmet, und deren Idee bei Cicero wurzeln soll, welcher 43 v. Chr. ermordet wurde. Nach Cicero beruhe die eigentliche Autorität des Staates auf seiner Konformität mit der objektiven Gerechtigkeit. Genau! Deshalb funktionieren Regierungen ja oft nicht, und Denker stellen sich quer.
Der Bursche kannte sogar den Schläger und dessen wirre Familien-Verhältnisse. Als Beispiel dafür, daß man nicht mit einer Monster-Hochzeit mit 100 angeben muß, wenn man kein Geld hat, beschrieb er seine eigene mit nur 3 Gästen. Ein sympathischer Typ, der vorschlug, ich solle 25 Mille (~438 EUR) Schmerzensgeld fordern, was reine Illusion wäre und noch mehr Haß auf mich erzeugen würde – bei der Anarchisten-Familie. Nicht bei den Anwohnern ringsum, die sich alle gestört fühlten, als ihre Fensterscheiben im totalen Musik-Lärm vibrierten, jedoch Angst haben, sich zu beschweren.

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