Was soll ich berichten?

kobelco

Ist doch schon alles gesagt. Ich tue lieber was. Das unterscheidet mich von für das Klima schwänzenden Jugendlichen, die niemals vorher so verwöhnt waren wie heute. Alle Generationen vor ihnen sind mit weniger ausgekommen.
5 Bäume hab ich gepflanzt, und nach der Baggerei ist dafür noch reichlich Platz. Ersatz für den von der Eisenbahn zu zerstörenden Wald, die vielleicht nie gebaut wird. Aber solange jemand an utopischen Plänen verdient, wird weiter Natur niedergemacht. Genau wie im zersiedelten D. Schon ein Blick auf die Karte zeigt die Unsinnigkeit einer Eisenbahn-Strecke in Nordsulawesi. Manche christlichen Minahasa (die, die nicht daran verdienen) befüchten sogar, daß mit der Eisenbahn muslimische Bugis und Gorontalos aus dem Süden in den Norden strömen. Das ist etwa so, als ob sich protestantische Niedersachsen sorgen, von katholischen Bayern und Hessen domimiert zu werden. Fremdenfeindlichkeit ist international ein natürlich-tierisches Verhalten, Willkommens-Kultur neurotischer Krampf. Niemand käme hier auf die Idee, Völkerwanderungen einfach zu akzeptieren.

Daß die Berichterstattung über Indonesien noch mal ein realistisches Niveau erreicht, ist zu meinen Lebzeiten wohl nicht zu erwarten. Immerhin wird sie nicht mehr von linken sondern jetzt eher von christlichen Missionaren dominiert, und Korrespondenten, die in Singapur für ganz Asien zuständig sind, versuchen immer noch den Eindruck zu erwecken, sie wüßten, was läuft. Da wird ein Foto als typisch für die Feierlichkeiten am Unabhägigkeitstag präsentiert, das 2 Jugendliche bei einer Kissenschlacht auf einem Kanalrohr zeigt. Hier habe ich das noch nie gesehn, aber schon mehrfach die typischen Paraden gepostet. „Lügenpresse“ ist ein abwegiger Kampf-Begriff, doch müssen Journalisten mit Nachrichten Geld verdienen. Und langweilige bringen keins. Also hat Jakarta zu versinken. In einem Medium 10cm, im anderen 25 pro Jahr. Demnach müßte die Stadt schon fast verschwunden sein. Seriös wird berichtet, daß die Regierung einen Umzug nach Kalimantan plant, im „Spiegel“ ziehen sie schon. Als ob man die gewachsene Metropole, die wie eine Spinne das Land beherrscht, einfach umsetzen könne. Brasilia und Le Corbusiers Chandigarh sind Beispiele, wo die regionale Kultur zugunsten einer international austauschbaren Moderne aufgegeben wurde.

Als Kind wollte ich im Wilden Westen leben. Daß es der wilde Südosten werden würde, mit Eisenbahn-Korruption, Viehdiebstahl, Zaun-Problemen, betrunkenen Wilden, Macho-Gewalt und extremer Umwelt-Zerstörung, konnte ich nicht ahnen.

Oder soll ich über den nackten Mann schreiben, der in Manado versonnen den schwarzen Strand betrachtet? Fotographiert wird er bereits von chinesischen Touristen, die man nicht nur an der Sprache erkennt, sondern auch an ihren Einkaufstüten und den Frauen in luftig-modischer Sommerkleidung direkt aus der Boutique. Ganz ungezwungen wirft sich der Verrückte dort in die Flut, wo die stinkende Stadt ihren Müll zu den Tauchgebieten schickt.

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