Villa Schlangennest

gestohlen

Wenn man morgens als erstes feststellt, daß wieder eine Ziege gestohlen wurde, ist der Tag schon im Eimer. Sowas trifft mich persönlich, weil ich eine emotionale Beziehung zu meinen Ziegen habe. 8 Tage war dieses hübsche Böckchen alt, zu jung, um sich selbst zu ernähren. Die Wilden behaupten, daß es von einer Python verschluckt wurde. Von wegen! Die einzige Python, die ich hier in 18 Jahren gesehen hab, war eine mittelgroße voller Ratten, die Ahmad versehentlich motorgesenst hatte. Die größeren findet man allenfalls in Stücken auf dem Markt. Wenn es jemals eine in meine von Umweltzerstörern umzingelte Wildnis geschafft hätte, wäre ich über sie gestolpert oder hätte sie wenigstens gerochen. Dagegen sind junge Böcke heiß begehrt von Muslimen, die sie für ihre widerwärtigen Rituale unbedingt brauchen. Außerdem wird hier ALLES geklaut. Die Menge der Kriminalität verhält sich direkt proportional zur Anzahl der Gebete. Gerade habe ich eine vergammelte Bambus-Leiter von einem Fruchtbaum abgerissen, die sich Diebe zum bequemeren Besteigen konstruiert hatten. Mein Bauunternehmer sagt, sowas tun Faule, die nicht arbeiten wollen. Wer fleißig ist, hat genug zu essen.

Auch mit der Zuordnung der Schlangen hapert es. Bei der „2-Kopf„-Schlange, die beim Fundament-Ausgraben aufgetaucht ist, handelt es sich nicht um eine frisch geschlüpfte Python, sondern eine sehr sonderbare, die mit ihrem Schwanz den Kopf vortäuscht, während der eigentliche eher wie abgehackt und vernarbt wirkt. Augen sind überhaupt nicht feststellbar. Es gibt tatsächlich Schlangen-Mutationen mit gegabeltem Doppelkopf, habe ich hier jedoch noch nicht gesehen. Wie die Koordinierung beim Zubeißen funktioniert, wäre interessant. Am schlimmsten sind jedoch die zweibeinigen Schlangen.

scheinkopf

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7 Gedanken zu „Villa Schlangennest

  1. Zweibeinige Schlangen. Ich lese das hier eigentlich nur noch, weil ich auf eine Entschuldigung wegen der Verleumdung der tapferen Identitären warte. Aber apropos zweibeinige Schlangen. Vor zwei Monaten hab ich eine kennengelernt. Ich hab Instrumentaltraining gemacht, ehrenamtlich, für Benachteiligte an einem Ort, der angeblich dafür da ist, Benachteiligten zu helfen, Benachteiligten Gutes zu tun und für Benachteiligte da zu sein. Es hat dort auch SozialarbeiterInnen, die sehr gut dafür bezahlt werden, für Benachteiligte da zu sein, ihnen Gutes zu tun und ihnen zu helfen, wobei auch immer. Jedenfalls ist mein Instrumentaltraining (Musik eben) bei den Benachteiligten immer gut angekommen, seit einem Jahr schon, und ich hab es bevorzugt freitags angeboten, weil da weniger los ist und ich so besser auf die einzelnen Leute eingehen konnte. Also gut, vor zwei Monaten etwa kam dort eine nette Frau dazu, die zwar nicht benachteiligt ist, aber trotzdem gekommen ist, gerne, und mitgemacht hat, und die mir allerdings auch ganz besonders, also als Frau, für mich, gefällt. Wir wollten uns wöchentlich, also dort, sehen und auch an Weihnachten mal was zusammen machen. Sie ist etwas scheu, deshalb hab ich sie nicht nach ihrer Nummer gefragt. Und jetzt ist es so gekommen, dass ich das Instrumentaltraining hingeschmissen hab. Ich geh nicht mehr dorthin, weil es keinen Kaffee gibt. Normalerweise gabs freitags immer Kaffee. Dann irgendwann nicht mehr. Ich hatte gefragt, ob ich den Schlüssel zur Küche haben kann, ich würde selbst Kaffee machen. Nein. Jedenfalls war es immer hilfreich, wenn es Kaffee gegeben hat, da sind mehr Benachteiligte gekommen, als wenn es keinen Kaffee gegeben hätte. Ich hab wieder gefragt. Nein. Irgendwann hab ich dann meine eigene Kaffeemaschine mitgebracht und Kaffee gemacht, um den Benachteiligten Kaffee zum Instrumentaltraining anbieten zu können. Was auch gut angekommen ist. Nur nicht bei einer Sozialarbeiterin, gerade bei der, die ich auch schon mehrmals um Kaffee am Freitag gebeten hatte. „DAS geht aber nicht!“ hat sie mich angekeift. Gut, hab ich mir gedacht, und auch gesagt, dann lasse ich es eben mit dem Instrumentaltraining, hab meine gesamten Instrumente dort abgebaut, ins Auto getragen und bin für immer weggefahren. Ich nehme an, dass das den Sozialarbeiterinnen (die mich gut leiden können und im Grunde genommen toll finden, was ich gemacht hab, also wenn Dritte zuhören, finden sie das alles toll) gerade recht ist, denn ihre Büroarbeit ist natürlich viel wichtiger als Musiktherapie für Benachteiligte, und bevor irgendwelche Benachteiligten die Leiden ihrer Seele mit Musik lindern können, sollten zuallererst die sehr viel wichtigeren Sozialarbeiterinnen bzw. Sozialpädagoginnen (sie stehen Tausend Meter höher in der Hierarchie, man hat zu ihnen aufzuschauen und von ihnen zu lernen) sich auf ihre unglaublich schwierige, fordernde Büroarbeit konzentrieren können. Dass sie ihre Bürotüren einfach schließen, wenn es ihnen zu laut ist (wir waren NIE wirklich laut), kam wohl nie in Frage. Es ging zwar nur um ein, zwei Stunden vor dem Wochenende, der ganze sonstige Freitag und viele weitere Tage der Woche ist es dort wirklich SEHR still, aber selbstverständlich müssen AUCH die zwei letzten Stunden der Woche vor allem für die Sozialpädagoginnen da sein und die Benachteiligten möglichst vertrieben werden, denn Benachteiligte an einem Ort, der für Benachteiligte gedacht ist, bedeuten nur Lärm und möglicherweise Folgearbeit, also Aktenanstieg usw. Was mir jetzt aber doch hin und wieder durch den Kopf geht, ist, ob das nette Mädchen es fertigbringen wird, mich trotzdem zu finden, obwohl sie mich dort jetzt ja nicht mehr finden kann, sie könnte theoretisch ja die Sozialarbeiterinnen nach meiner Nummer fragen. Aber ob das gutgeht? Also drück mir die Daumen, weil wenn sie mich findet, ist sie sicher sehr gut für mich, wenn nicht, dann halt nicht. Jedenfalls wüsste ich nicht, wie ich sie finden kann, an diesen Ort gehe ich jedenfalls nicht mehr.

  2. Kann man Dich nur beglückwünschen, dass Du keine bedeutendere Probleme hast. Ich drück latürnich alle verfügbaren Daumen.

  3. Danke. Es ist ja nicht so schlimm, wie eine Ziege zu verlieren. Es geht immer irgendwie weiter, man darf sich nicht unterkriegen lassen! Man muss einfach nur ein paar Durchhalteparolen vor sich her sagen und die immer wieder und wieder wiederholen. Kein Beinbruch! Könnte schlimmer sein! Na und! Was uns nicht umbringt, macht uns nur noch härter! Usw.!

  4. Pingback: Ein bösartiges Jahr | Flaschenpost

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