Wenn hinter den Westbergen die Ohren verglühn

gekippt

Auf der Rückfahrt von Manado saß ich eingeklemmt auf der hinteren Bank des mikros. Sie fahren erst los, wenn alle Plätze besetzt sind. Hat man Pech, kann das eine halbe Stunde dauern. Hat man noch mehr Pech, steht die blaue Konservendose dabei in der Sonne. Das ist wie japanische Folter-Tonne. Mein Gehirn brodelte also schon. Während der Fahrt vibrierte mich der Baß der Soundanlage so gründlich durch, daß ich von hinten zu brüllen anfing, ob der Baß vielleicht etwas vermindert werden könne. Wir wären nicht taub. Einige Fahrgäste drehten sich erschreckt zu mir um, die Frau neben mir schlief weiter, doch der junge Fahrer, der so bekloppt wirkte wie seine Musik, reagierte überhaupt nicht. Vielleicht schon halb taub. Die 2 nächsten Stücke bestanden eher aus sentimentaler Marmelade, so entschärfte sich das Problem etwas. Immer wieder gab es Geräusche wie Schüsse. Da die sozialen Wilden die Gesellschaft von November bis Februar darauf hinweisen müssen, daß sich das Jahr angeblich ändert, hielt ich das für die traditionellen Artillerie-Angriffe. Doch schienen sie den Wagen so zu verfolgen, daß sogar eine ältere Frau auf dem Beifahrersitz unruhig wurde. Da hielt der Fahrer an, stieg aus, trat gegen die beiden Hinterreifen, machte auf der Straße einige Entspannungs-Übungen mittels Drehung des Oberkörpers, was mir vermittelte, es würde schwierig werden, ihm ein Ohr abzureißen, stieg wieder ein und fuhr weiter. Danach gab es noch weitere Fehlzündungen. Als die meisten schon ausgestiegen und ich allein auf der Rückbank saß, trat ich in einen der Seitenlautsprecher, der kein Schutzgitter mehr aufwies. Der Sachschaden war gering, und er lärmte einfach weiter. Ich diagnostizierte eine starke Wut in mir. Vielleicht weil ich seit Monaten permanent krank bin und nicht mehr normal essen kann.
Beim Umsteigen in Airmadidi saß ich allein unter einem rot-futuristischen Himmel mit 12 Sehrlautsprechern. Der Fahrer stellte ohrenzerbröselnde Musik an und stieg aus um Kunden zu fangen. Ich besah mir die Lautsprecher – einige besaßen Schutzgitter in Spinnenform – und bemerkte auf einer absurden Mittelkonsole 6 Kippschalter. Neben einem leuchtete es blau. Den kippte ich, und dann war Ruhe – bis der Fahrer losfuhr, sich über die Stille erschreckte und den Schalter wieder betätigte. Doch schien jetzt irgendwas nicht mehr zu stimmen, und er schaltete den Lärm ab. Dann schnippte er die Asche seines Zigaretten-Stummels aus dem Fenster. Geleitet durch den Fahrtwind flog sie gleich wieder rein und auf meine Hose, denn ich saß direkt hinter ihm. Zum Glück spuckte er nicht durch den offenen Türrahmen wie die Frau auf der anderen Seite des Wagens. Jene schob schon im Normalzustand ihre Lippen so weit vor, daß ich in ihr eine weitere bisher unbekannte Orang Utan-Art vermutete. Auch beim Überholen von Fußgängern muß man sehr achtsam sein, denn die Wilden spucken wie Lamas. Eigentlich hätte ich dem Fahrer gern die Warze oben auf dem Rand seines rechten Ohrs abgebissen, aber seine Zigarette war schon abgebrannt. Nach seinem Husten zu urteilen, wird er sowieso bald verenden.
In dem Moment, als wir mein Dorf erreichten, gab die Kupplung des Wagens ihren schwachen Geist auf.
Als ich endlich zuhause angekommen war, fiel der Strom aus. Da war es so still in meinem Tempel, daß ich beschloß, einfach das feuerrote Runterglühen der Sonne hinter den Westbergen zu beobachten.

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18 Gedanken zu „Wenn hinter den Westbergen die Ohren verglühn

  1. Da hat noch niemand geantwortet, ich antworte Dir mal was. Hier ist es inzwischen kalt und grau geworden. Es ist alles sehr deprimierend. Vielleicht hilft Dir das ein bisschen. Im Sommer kann es hier sehr schön sein, aber im Winter ist es gefährlich. Ich will Dein Übel nicht kleinreden, aber Dich daran erinnern, dass es hier eventuell sogar noch schlimmer sein könnte. Fühlst Du Dich jetzt besser? Falls nicht, leg ich noch was drauf, und zwar, dass ich auch öfters solche Aggressionen habe, die anscheinend von der Umgebung verursacht werden. Es könnte also sein, dass Du Deinen Zorn hier genauso oder sogar noch schlimmer hättest als da, wo Du bist, es ist zumindest nicht so dunkel und kalt. Es geht mir sehr schlecht, aber ich kann niemandem sagen, warum. Wenn ich sagen würde, warum, würde es mir noch schlechter gehen.

  2. Frank, halt die Ohren steif, es gibt keinen perfekten Platz in der Welt außer in uns selbst. Ich weiß, daß Du stark zwischen Euphorie und Depression schwankst. Was ist aus der Nachwirkung Deiner Wanderung geworden? Hält Dich das nicht aufrecht bis zur nächsten? Allein dieses unerfreuliche Klima in D kann einen schon traurig machen und das Gefühl geben, man wäre das halbe Jahr in Räumen eingeschlossen. Um so intensiver das Erlebnis des nächsten Sommers. Das ist ein heftiges Auf und Ab, während hier das Leben eher gleichmäßig warm fließt – solange es keinen Vulkanausbruch gibt.
    Es gibt 3 Gründe, warum ich nach dem Zusammenbruch meiner Ehe nicht nach D zurück bin:
    Meine Ex hat so viel Geld verspielt, daß es für einen Neuanfang im teuren D nicht mehr reichte.
    Dafür bin ich auch schon zu alt und schwach.
    Und nirgendwo anders könnte ich schöner wohnen, als in meinem selbstgebauten Haus. Außerdem sind in D sogar die Ziegen numeriert.
    Wenn ich vielleicht mal wieder gesund bin – gestern hatte ich einen Vertigo-Anfall – dann ginge es mir recht gut – den Umständen entsprechend. Mit der Einsamkeit komme ich gut zurecht. Mit den Wilden werde ich schon fertig. Bin ja jetzt selber einer. Ich darf nur nicht darüber nachdenken, was passiert, wenn ich hinfällig werde.

  3. …nur wer mal ein flugzeug war oder ein gesunder propeller, weiß natürlich genau, wie das ist und wie sich das anfühlt; ganz anders ist das, wenn bestimmte begriffe, die ihren wert nie selbst kennen, einander begegnen, weil jemand sich das als eine aufgabe gestellt hatte oder weil sie bewegt werden wie gedrucktes auf fahr- und fluchzeugen; es reihen sich so die ereignisse dahinter als scheinbar logische folgen und begegnungen von denen wir kenntnis hatten, sie erst bekommen oder eben nicht, manchmal sind die wie antworten auf fragen, die noch gestellt werden müssten; woher also und warum kommen zu mir frank der wanderer und die orang utan-frau auf der anderen seite im mikro -nachdem tom in airmadidi ganz allein drin war-, und was ist das geheimnis dieser begegnung von warze und zigarette, was jetzt aber niemand beantworten soll, denn es läuft hier wein8.
    https://giphy.com/explore/the-jesus

  4. Das iss eben so, wenn keine Wein8 läuft, sondern ganz andere Vorgänge, die nich so laufen sollten, es aba doch tun. Dann iss man im Kopf imma untawegs, will nur gesund werden und wieder komplett, werd es nich, und alles bröselt langsam wech und versumpft im Hippocampus, wos dann nachts herumtrudelt und raus will. Letztlich iss nur wichtich, ob die Gummistiefel dicht sind oda wieda ein Loch haben – imma der linke – weil man versehentlich auf die Sichel getreten iss.

  5. Na ja, sicherlich bin ich psychisch behindert, aber meine Schwankungen zwischen Euphorie und Depression kommen kaum aus mir selbst, sondern ergeben sich viel mehr aus den Begegnungen, die ich mit anderen Menschen, oder gelegentlich auch Tieren, habe. Tiere haben meistens nur positiven Einfluss auf mich, weil sie dem Umbau der ganzen Erdkugel zum automobil manövrierbaren Großraumschiff nicht widersprechen können. Dass das so ist, dass ich den perfekten Platz in der Welt nicht in mir selbst finde, finde ich unterm Strich nicht schlimm, sondern spannend, interessant und erlebenswert, belebend. Schlimm wird es nur, wenn ich zu vielen Zweiflern hintereinander begegne und somit die Unglückssträhne nicht abzureißen scheint. Dann kommt die Depression, die nichtintrinsische.
    Was diese Wanderung und die Nachwirkung betrifft, hat mich übrigens Gerold http://weltradreise.blogspot.de davor gewarnt, nach so einer in ein Loch fallen zu können. Schaut mal bei ihm vorbei und sagt ihm viele Grüße von mir! Ich hoffe, die Adresse ist aktuell. Er ist im Kölner Raum, wo man vielleicht auch so komisch spricht – oda wieda imma Sichel getreten iss – ai kähnt spiehk sohu, its matsch diffiklt for mieh. Es war echt lustig, wie wir uns kennengelernt haben, irgendwo südlich vom Gotthard, diesen letzten Sommer, als es noch heiß war und man den Schatten suchen musste, den es jetzt im Überfluss gibt.

  6. Von Zweifel und Widerspruch kann man auch sagen, daß sie belebende Wirkung haben können, besonders wenn an fixen, utopischen Ideen gezweifelt wird. Meiner Ansicht nach sind es die zu großen Projekte, die konkreten Schaden verursachen: die religiöse Faselei, das Berufs-Europäertum, Bitcoin-Wahn, totale Digitalisierung, militärische Auslands-Befriedung, die Ruhelosigkeit als Prinzip. Alle diese Hirngespinste werden anti-aufklärerisch vorgetragen und sind gegen fundierte Wirklichkeit durch Evaluation resistent. Die deutsche Leitkultur basiert nicht auf dem Christentum sondern auf Aufklärung und Humanismus. Beide sind nicht durch Glauben sondern den Zweifel auf rationaler Basis entstanden.

  7. wow, was für Sätze! In Ermangelung eines Buttons handgetippt: Find ich gut! Oder, hi hi: „Da gehe ich doch ganz konform mit Ihnen, Herr Dobat!“ Zumindest fast ganz. Zweifel und Widerspruch: belebend, stimmt. Aber nur, wenn der Zweifel wirklich konkret wird, statt bloß generell zu sein. Was hilft es dem Erdumbau, wenn Du mir nur sagst, dass es Spinnerei ist, quasi selbst anti-aufklärerisch bleibst, statt mir zu sagen, worin Dein Zustimmungsproblem eigentlich in der Sache liegt? Rationalität: SEHR GERNE!
    Ein Beispiel, wenn Du mir sagst: „Es ist nicht möglich, die Erde automobil zu bewegen, weil sie viel zu groß und zu schwer ist.“ Dann kann ich belebt nachdenken, eine Lösung finden und Dir antworten: „Nein, Tom, im Weltraum herrscht Schwerelosigkeit und deshalb ist es nicht so schwer, sie zu bewegen, wie man auf den ersten Blick denken könnte, man müsste zum gegenwärtigen Zeitpunkt sogar nur 0,001 Prozent der Erdmasse in Energie umwandeln, um sie aus dem Sonnensystem herauszubekommen, und noch dazu behält ein in der Schwerelosigkeit angeschuggter Körper Richtung und Geschwindigkeit für unendlich lange bei, ohne dass weitere Schubkraft nötig ist.“
    Versuche, rational zu beweisen, dass es NICHT möglich ist – dann kann ich vielleicht, wenn ich drüber geschlafen und gut gegessen habe, rational gegenbeweisen, dass es DOCH möglich ist!

  8. Ich vermute sogar, daß Mars-Missionen Katastrophen produzieren werden. Mir fällt kein utopisches Projekt ein, das nicht schon Fehler in sich trägt. Um das nachzuweisen, fehlt mir das Detail-Wissen. Dir aber auch! Du bewegst Dich gedanklich in einem Kosmos, der noch völlig unzureichend erforscht ist. Die Erde bewegt sich nicht, sie wird bewegt. Um das zu beeinflussen, müßte man die Sonne manipulieren. Vielleicht gibt ja ein durch Trump ausgelöster Atom-Krieg den nötigen Schub. Da sehe ich mir lieber dieses total überflüssige Windows 10 an, das mir nur neue Probleme gebracht hat, dann weiß ich, wie Programmierer schon mit 100%ig funktionierender Software überfordert sind. Sogar mit modernen Autos! Ganz zu schweigen von kontrollierter Atomkraft. Dagegen sind Überbevölkerung und Dummheit greifbare Ursachen für die größten Probleme Indonesiens, gegen die man was konkret tun kann.

  9. …hier lern ich echt noch dazu, dass es zum problem werden kann, aus dem wenigen, was wir bei uns haben, optimal viel machen zu wollen…

  10. Der Kosmos, in dem sich der lustige, kleine Erdkugeltransporteur bewegt, ist in der Tat sehr groß, denn schließlich geht es im Erdkugeltransportwesen ums Ganze. Die Sonne zu manipulieren werden wir nicht schaffen, so „realistisch“ bin auch ich. Aber durch eine Vernetzung sämtlichen Weltraumschrotts mit einigen Billionen zusätzlich hochgeschossener Satelliten (Schwenkmodule) zu einer neuen Erdoberfläche können wir eine Außenhaut für unser Raumschiff konstruieren, die im Jalousieeffekt die Manipulation der Sonneneinstrahlung ermöglicht. Diese Lösung des Klimaproblems hat sich durch das Erdkugeltransportwesen ergeben.
    Ebenso dem Erdkugeltransportwesen zu verdanken ist auch folgende Warnung. Vor einigen Tagen sind wieder drei Astronauten zur ISS, diesmal experimentieren sie darin, einen Roboter in München aus dem Weltraum fernzusteuern. Vorbereitung für Marsmission, heißt es in den Medien, wie auch die neue Mondstation Vorbereitung zur Marsmission sein soll (und ist). Was nicht gesagt oder nicht bedacht wird: Im Erdkugeltransportwesen ist schon lange bekannt, dass eine zukünftige Erdregierung ihren Regierungssitz auf dem Mond haben wird (Ersatz für den Erdmittelpunkt, beides die einzigen Orte mit ausgewogener, gerechter, zustimmungsfähiger Distanz zu allen Orten auf der Erdoberfläche). Vorstellbar ist also auch, dass vom Mond aus Kampfroboter auf der Erde ferngesteuert werden, die alle Unliebsamen vernichten, während die Drahtzieher unangreifbar auf dem Mond in Sicherheit sind. Wir sollten also Leute wie Papst Franziskus auf den Mond schicken, die mit so einer Macht liebevoll umgehen können, statt irgendwelchen Schurken dieses Terrain zu überlassen. Wenn die Erdregierung verantwortungsvoll handelt, kann sie sehr viel mehr Gutes bewirken, als die bisherigen Nationalregierungen, die oft gegeneinander arbeiten, statt zu erkennen, dass unser aller gemeinsamer Feind DA DRAUSSEN lauert und „Weltraumkälte“ heißt (-273,15 Grad Celsius), wenn es in zwei Milliarden Jahren auf die Reise geht, oder „Aliens“ oder noch eher: „Kometen“.
    Aus den Gedanken um den Erdumbau zum Großraumschiff ergibt sich alles andere. Der Erdumbau ist das Alpha und das Omega, die Grundlage alles anderen. Ziel der Erdkugeltransporteure ist, ALLES Leben unseres Planeten in ein neues Sonnensystem zu retten, und nicht nur eine kleine Clique von Millionären oder meinetwegen 50 Millionen Menschen in einem „Weltenschiff“, wie neulich ein eigentlich sehr netter Astronaut in einer Talkshow geschwafelt hat, während der Rest hiergelassen und der Vernichtung preisgegeben wird. Es geht also um ALLES, und wenn man da als einzelner Mensch zu sehr ins Detail geht, verliert man den Überblick und das Gefühl fürs Ganze, was jetzt aber auch keine Entschuldigung für fehlendes Detailwissen sein soll.

  11. Den Papst auf den Mond zu schießen, halte ich für eine SEHR gute Idee. Möglichst bald!
    Malst Du eigentlich noch?

  12. Was stand da drin? Der Artikel ist nicht mehr erreichbar. Auch eine Suche übers faz.net-Suchfenster „Flucht ins Weltall“ ergab keinen Treffer. Aber normalerweise wird in solchen Artikeln sowieso immer folgender Gedanke nicht gedacht oder verdrängt: Angenommen, unsere Nachkommen finden tatsächlich einen erdähnlichen, bewohnbaren Planeten: Was wird dann wohl sein mit diesem erdähnlichen, bewohnbaren Planeten? Genau, er wird bereits bewohnt SEIN! Und das bedeutet dann Krieg, jedenfalls für den Fall, dass die Aliens unsere Nachkommen nicht wohlwollend aufnehmen auf IHREM erdähnlichen, bewohnbaren Planeten.

  13. Danke. Der Artikel ist nicht auf der Höhe der Zeit, sondern irreführend. Lediglich Detailwissen, die Möglichkeit, in der FAZ zu schreiben, blendende Grafiken und Animationen, seriös klingende Sprechstimmen in den Videos – aber kein Gefühl für die wirklich großen Zeiträume*. In einer Milliarde Jahren strahlt unsere alte Sonne so heiß, dass unser ganzes Wasser verdampft? Pustekuchen. Wir werden hier noch zwei Milliarden Jahre leben können. Abgesehen davon, dass die Gravitation den Wasserdampf nicht entweichen lassen wird, das Wasser also nicht ins Nichts verschwinden, sondern höchstens kochen könnte, wird es auch nicht kochen, denn wir werden ein paar Billionen Satelliten mehr im Orbit positionieren und sie mit dem Weltraumschrott zu einem großen, erdumspannenden, also kugelrunden Netz verbinden, das mit den Jahrhundertmillionen immer dichter wird. Wie bei einer Jalousie werden wir die Sonneneinstrahlung durch schwenkbare Satellitenflügel genau so regulieren können, wie es die bisherige Erdoberfläche benötigt. Die NEUE Erdoberfläche, diese Satelliten-Weltraumschrott-Schicht, wird über die Zeit zur Außenhaut des Großraumschiffs Erde.
    Generationenraumschiffe: Zu klein gedacht. Jede Generation hat ein Recht auf ein schönes Leben, auf Schwerkraft, auf Platz, auf Revolutionen, auf ausufernde Partys – all das ist nur auf bzw. in der Erde möglich, die groß genug ist, solche Eskapaden abzufangen und zu ertragen. Diese kleinen Generationenraumschiffe sind viel zu riskant, um eine ganze Menschheit plus Flora und Fauna zu transportieren, da kann viel zu viel schief gehen. Deshalb muss die ganze Erdkugel bewegt werden, und das wird sie, und es wird viele Bewohner geben, die in dieser vernünftigsten aller Zukünfte gar nicht mitbekommen werden, wo sich ihre Erde gerade befindet und wohin sie sich bewegt, so wie es ja jetzt auch schon ist: SO GROSS ist das „Raumschiff Erde“.

    * Ein Beispiel: Es wird darüber spekuliert, zu Sternen zu fliegen, die wir jetzt gerade sehen, und anscheinend wird davon ausgegangen, dass diese Sterne genau so sein werden, wie sie jetzt sind, wenn man eines Tages dort ankommt. Bis man dort ist, sind die betreffenden Sterne aber älter und wohl genauso ungeeignet wie unser eigener zu dieser Zeit. Deshalb sollten wir es vielleicht einfach bei der Annahme belassen, dass unsere Nachkommen sich den geeignetsten Stern eines Tages SELBST aussuchen werden und wollen und hierzu auch das Recht haben, dass wir Jetzigen nur dafür verantwortlich sind, dass sie überhaupt die Möglichkeit dazu haben werden, und dass sie sich womöglich viel eher einen Stern aussuchen werden, den es jetzt noch gar nicht gibt, weil er erst in der Zukunft entstehen wird.

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