Schleierfahndung

schleierfahndung

Mir iss das schleierhaft, was die deutsche Großmutta aller Schutzsuchenden da fordert. Ich mein, wer wie ich einfach wech vom Fensta iss, der scheckt sowieso nix mehr. Erst machense alle Türen auf, dann wieda zu und bringen noch mehrere Riegel an. Was hatte man denn geglaubt, wer da reinkommt? Damals, als man nich sagen durfte, daß eim das mit dem Schleyer schleierhaft wär, erfand man die Rasta-Fahndung. Die betraf nich Jamaikaner, sondern man suchte was Bestimmtes, zum Bleistift meinen Ex-Spielkameraden Rolf Heißler. In der ereignisunabhängigen Kontrolle kuckt man dagegen anscheinend nur so rum, wie ich, wenn ich nach Manado fahre, und vor mir im mikro ein sehr Brauner mit stark abstehenden Ohren sitzt, und hinten auf seinem Baseballmützen-Verstellband steht „SWAT“. Da denk ich mir doch gleich was, aba für irgendwelche Einsätze erscheint der mir viel zu müde, denn sein Kopf kippt von einer Seite zur anderen. Außadem fahren SWAT’s in viel schickeren Autos zur Arbeit, können jedoch trotzdem nich verhindern, wie dem Ältesten der Anti-Korruptions-Behörde Säure ins Gesicht geschüttet wird.
Die zahllosen roten Kreuze, die vor einer katholischen Kirche im Zentrum von Manado üba einem Parkplatz hängen, bestehen NICH aus 3-Wege-Kondomen, wie ich fälschlicherweise jahrelang angenommen hatte, sondern aus Plastikflaschen. Christliches Recycling. Doch warum sindse rot?
Und wenn ich am Straßenrand kurz vor dem Eiafest neue Müllhaufen bemerke, sind das in Wirklichkeit Jesus seine Höhlen. Neben den Höhlen, von denen manche wie Geista-Bahnen angelegt sind, steht ein 2-dimensionaler Papp-Engel und stellt spruchblasich fest: „Dia tidak ada disini“. Logisch! Er iss nich drin. Ich mein, es iss ja schon hart, jedes Jahr wieda sterben zu müssen, weshalb die christlichen Minahasa auch ganz traurich sind und schwarze Kleidung tragen, aba denn noch hunderte von verschiedenen Höhlen, wo man nich drin iss, weil man ja jedesmal mit eina hidrolik innen Himmel gedrolt wird – das iss doch anstrengend. Und was beweist es eigentlich? Wenn sich diese christlichen Propagandisten was ausdenken, und denn isses nich da? Verstößt doch klar gegen Michael Schmidt-Salomons 1. Gebot seiner „10 Gebote der Rationalität„, der internen Widerspruchsfreiheit, und ist ein logischer Zirkelschluß. Oda was?

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Gerhard Seyfried, „Wo soll das alles enden“, 1978

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