Auf der Jagd

krudungsw

Was könnte informativer sein über indonesische Frauen, als sich im Internet mit Kopftuch und Sonnenbrille unscharf anzubieten. Keine Ausnahme! In was soll man sich da verlieben? Mund, Nase? Letztere gehört in der typisch malaiischen Variante nich gerade zu den schönsten der Welt. Und dann diese Gesichtswarzen! Da ahne ich schon, daß die Dame aus der Region stammt. Eine verwarzte Gesellschaft. Typische Insel-Bewohner. Auf Stirn, Kinn und bevorzugt in beachtlicher Größe mitten auf der Nase. Eventuell lächelnd mit Zahnspange und Handphone. Jenes Instrument gehört auch zu den aufgelisteten Interessen: „Blackberry“ oder „Iphone“. Und natürlich Reisen. Dann zeigen sie sich auf den Standardplätzen dieser Welt. Etlichen gelingt es, dabei immer die gleiche Pose oder auch den gleichen Gesichtsausdruck zu liefern. 2 gezeigte Finger könnten das „Victory“-Zeichen sein. Doch welcher Sieg? Zusammengehalten, weisen diese Finger eher auf Freimaurer. Oft sind es auch 3. Animierend (?) streckt die Dame auf der Jagd dem Betrachter die Zunge raus oder schürzt die Lippen zum Kuß. Manche zeigen mehr als 100 unscharfe Fotos von sich und haben dabei offensichtlich den Überblick verloren, denn viele erscheinen doppelt. Gerne auch in Unterwäsche im Bett, vor der Luxus-Karosse oder am Steuer derselben. Die HP-Fotos verschleimen die Gesichter 20 Jahre jünger. Anscheinend existiert da ein Programm, das die Augen zu Porzellan-Knöpfen vergrößert. Damit werden diese Puppen derartich surreal verhübscht, daß man sich wie in einer Spielwaren-Abteilung vorkommt. Eventuell folgt dann ein Foto des aktuellen Alters wie ein Schock für den neugierigen Betrachter. Mutige, vorwiegend fette Damen lassen tief in den Ausschnitt blicken, die ordentlichen nach Mekka, die süßen erscheinen mit Knuddelbär, die modernen mit Ohrstöpseln verkabelt, wobei sie eher ihr HP als den Betrachter anblicken. All das für mich auf abstoßende Weise interessant. Eine Palette von Modepuppen auf der Suche nach dem Finanzier. Ohne Geschmack, weder zum Fotographieren noch zum Englischen fähig, im Kopf und Portemonnaie die große Leere. Und so sieht man sie an den Zahlstellen der Warenhäuser peinlich berührt gleich mehrere Kredit-Karten hervorkramen, weil die Konten blank sind. Doch immer bereit, sich heftich in Internet-Phantome zu verlieben: „Und wennschon die Liebschaften, wie auch alle Menschen, einander ähneln, so gilt dennoch für wahrheitsbeflissene Ergründer aller Dinge als erwiesen, daß zum Glück der Weiber jede Liebe eine ganz besondere Art und ein einmaliges Gesicht hat und daß zwar nichts einem Mann so ähnlich sieht wie ein Mann, daß aber auch nichts so verschieden ist von einem Mann wie ein anderer Mann. Das macht alles so verworren und schwer verständlich, oder es erklärt die tausenderlei Nücken und Launen der Weiber, welche unter tausend Leiden und tausend Freuden immerfort nach dem allerbesten Manne suchen, wobei ihnen vom einen stets mehr zuteil wird als vom andern.
Doch wie könnte man sie um ihrer Versuche und Probestücke willen, für ihren Wankelmut und ihr widerspruchsvolles Verhalten tadeln? Was wollt ihr schon? Die Natur ist wetterwendisch und wankelmütig, sie wandelt und verändert sich in ewiger Unrast und Bewegung, und da soll ausgerechnet eine Frau getreulich am selben Fleck ausharren?“ Honoré de Balzac (1799-1850), „Tolldrastische Geschichten“

mitherz

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8 Gedanken zu „Auf der Jagd

  1. Ein sehr gelungener Comic über die Probleme des Internets: „Library of knowledge … also a prison … people are obsessed with social media … addicted to the internet … poisoned. Escape from the negativity!“ Um WAS zu werden? Eine Schleiereule? Damals im Winter traf ich eine geblendete im Moor. Da hatte ich noch keinen PC. Hier in meinem Dschungel sah ich schon mehrmals Eulen. Sie ist sogar Wappentier der Region. Z.Z. ist es ein Merlin (Falco columbarius), den ich fast täglich beobachte. Das Internet hat mir nicht nur meine Frau genommen, es ermöglicht mir auch, mit Dir zu kommunizieren und Dir meine Vögel zu zeigen. Das ist der Widerspruch – den man in ALLEN Medien findet.
    Und wie stellt man das Böse dar? Ist es was Grünes, Stacheliges, außerhalb von uns? Tatsächlich ist es IN uns allen drin!

  2. Mich interessiert imma: Was geschah danach? Adam iss versehentlich auf den Frosch getreten, die Schlange hat das Kind gefressen, der Hund dem Fuchs ins Ohr gebissen, der Affe die Katze vergewaltigt, die Schleiereule brauchte ne Sonnenbrille, und als es Herbst wurde, fielen die Blätter ab. Macht Eva nun das V-Zeichen oda was? So ein doofes Gemälde!

  3. alles genau >so< nicht!
    die eule (da wo eva hinzeigt) hat den durchblick…
    zumindest hier auf jeden fall!

  4. Die Eule iss tagsüba ziemlich blind, besonders bei Schnee. Kannste vom Ast hauen. Typisch für partielle Erkenntnis und Halbbildung, Sinnbild der Verwüstung, des Unglücks und des Teufels Oma. Und der Löwe sieht auch aus, als ob er ne Filmrolle bei Disney hat.
    Übrigens, hasse schon die beiden lachenden Gesichter erkannt (Die Brustwarzen sind jeweils die Augen, der Nabel die Nase.)? 2 Vegetarier!

  5. …mit deina hilfe seeich die, linx iss das veggigesicht bessa…aba da iss jezzma kein schnee, keine sonne und alle vatragen sich im para dies; na klaa iss die eule wexelhaft und nach der sache mit dem appel (= eierfön!!) wird das ja auch alles anders;
    was geschah danach?“
    das unmittelbar nachfolgende ereignis hatta hinten linx unta den ellenbogen von a`dam gemailt, und von da app gips nur noch -aussa viel arbeit- den von dir genannten zank und unfälle im urwald … bis auf die sache schlange = kind;
    bei jack teagle iss apphaun angesacht, klamotten (incl. pc) weck und eule sein; seinen comic und den cornelis van h hab ich dir übrie genz nicht innen block getan, das geht leida nich bei word fress!

  6. Ja, da schützt einen WordPress, weil das mit den Linx meist Spammer sind, die einfach die Idee von dem Paradies nicht verstanden ham, oda es nich wolln und nur imma zerstören können. Ich denke, heute müßte man das Bild so maln, daß Eva n Eifön von der Schlange bekommt, und denn geht’s rund.

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