Schleier für Christinnen

mikrokreuz

Neulich im mikro saß schräg vor mir ein Mädchen mit weißem T-shirt auf dem „Wiep“ genannten Brett und hatte hinten eine Aufschrift auf der linken Schulter: „1. Korinthus 15“. Ich latürnich gleich zuhause die Bibel gegriffen, die imma bereitsteht, falls Jesus ma plötzlich wiedakommt, und gekuckt, was mir diese Schulter sagen wollte.
Iss von Paul, jener Brief an die Korinther. Kapitel 15 so ziemlich das langweiligste und konfuseste, weil es darin um die Auferstehung geht. Wenn da einer rumposaunt, wern alle Toten irgendwie in Unverwesliches verwandelt. Insofern kann der Tod weder siegen noch pieksen. Nichts Genaues weiß man nich. Dagegen wird schon zu Anfang des Briefes deutlich, daß es bei den Korinthern offensichtlich kriselt. Wie bis heute üblich, haben sie sich in Fraktionen zerspalten, die sich gegenseitich rechthaberisch bekämpfen. Dazu kommen Fälle von Unzucht, Habsucht und Götzendienerei, wie zum Bleistift Holzfiguren und Händföne küssen und ähnliche Schweinereien. Auch Lästerer, Säufer und Räuber soll man dem Satan übergeben und nich gemeinsam mit ihnen essen. „Schaffet den Bösen aus eurer Mitte hinweg!“ rät Paul. „Weder Unzüchtige noch Götzendiener, noch Ehebrecher noch Lustknaben noch Knabenschänder, noch Diebe noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde noch Lästerer noch Räuber werden das Reich Gottes ererben.“ Da muß also ganz schön was los gewesen sein in dieser frühchristlichen Gemeinde Korinths.
Außerdem iss Paul der Meinung, es sei für den Menschen gut, „kein Weib zu berühren“. Er will das nich unbedingt ausschließen, aba die beste Lösung iss Heiraten nich. „Ich wünschte freilich, daß alle Menschen wären wie ich … bist du frei von einer Frau, so suche keine Frau!“ Die Gestalt dieser Welt vergeht, „der Verheiratete aber sorgt sich um die Dinge der Welt, wie er seiner Frau gefallen möge“. Nur der Unverheiratete kann sich voll für Gott einsetzen und Liebesgaben für die Heiligen sammeln (Paulus weist auch deutlich darauf hin, daß Leute wie er nich umsonst missionieren können.). Sich dafür vorne was abschnippeln zu lassen, bringt übahaupt nix, sondern nur das Halten der Gebote.
Manches, was Paul schreibt, issen bißchen schwer zu verstehn. Zum Bleistift, wie er die Juden auf den richtigen Weg bringen will: „Denen, die unter dem Gesetze stehen, als ob ich unter dem Gesetze stände – obgleich ich selbst nicht unter dem Gesetze stehe -, damit ich die unter dem Gesetze Stehenden gewinne; denen, die ohne Gesetz sind, als ob ich ohne Gesetz wäre – obgleich ich nicht ohne Gesetz Gottes, sondern dem Gesetz Christi unterworfen bin -, damit ich die, welche ohne Gesetz sind, gewinne.“ Also sone Art Undercover-Unterwanderung, wie es die Christen überall praktizieren.
Doch der Hammer findet sich in Kapitel 11, 3-16: Das Haupt jedes Mannes iss Christus, das der Frau aber der Mann! Das iss ja wohl selbstverständlich. Ebenso wie der Mann ohne Hut betet, die Frau jedoch, die unverhüllt betet, „entehrt ihr Haupt“. Der „Mann soll das Haupt nicht verhüllen, da er Abbild und Abglanz Gottes ist; die Frau aber ist Abglanz des Mannes. Der Mann stammt ja nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann“. Jene wurde schließlich übahaupt nur um des Mannes willen erschaffen! „Geziemt es sich, daß eine Frau unverhüllt zu Gott betet? Und lehrt euch nicht die Natur selbst, daß, wenn ein Mann lange Haare trägt, es eine Schmach für ihn ist?“ Also da happich mir doch gleich den Kopf rasiert und mich ernsthaft gefragt: Lesen die Christen eigentlich dieses sonderbare Märchenbuch, oda picken sie sich nur das raus, wasse gerade so brauchen? Zum Bleistift iss der heilige Paul u.a. Schutzpatron der katholischen Presse und gut gegen Schlangenbiß!

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