Ich singe NICH

politiker

„Indonesia tanah airku, tanah tumpah darahku.
Disanalah aku berdiri, jadi pandu ibuku.
Indonesia kebangsaanku, bangsa dan tanah airku.
Marilah kita berseru, Indonesia bersatu!“

Indonesien, mein Mutterland, das Land, in dem ich mein Blut vergossen habe.
Hier stehe ich als Wächter meiner Mutter.
Indonesien, meine Nation, mein Volk und mein Land.
Laßt uns ausrufen: „Indonesien ist vereint!“

Sicher, ich hab hier schon ne Menge Blut vergossen. Leida mein eigenes. Ich wär sogar schon ma fast im kranken Haus in Manado verblutet. Ich wüßte also, worüba ich sänge, wenn ich die Indonesische National-Hymne eina Kommission darböte, die darüba zu entscheiden hat, ob ich Indonesier werde. Ich singe aba nich! Mag Bob Dylan den Nobel-Preis annehmen, ich lasse mich jedenfalls als alter Mann nich von korrupten Wilden zum Narren machen. Ob Mutta- oda Vataland iss mir egal. Beide sind schon lange tot. Ich kann sie also in keinem Fall mehr bewachen. Und geh mir wech mit Volk! Diese Worthülsen übalasse ich den Untaentwickelten, wo ein Stamm den anderen haßt. Deshalb müssense ja auch imma sowas rumjaulen.

„Hiduplah tanahku, hiduplah negeriku,
bangsaku, rakyatku semuanya.
Bangunlah jiwanya, bangunlah badannya.
Untuk Indonesia Raya!“

Es lebe mein Land, es lebe mein Staat,
meine Nation, mein ganzes Volk.
Wacht alle auf mit Seele und Körper.
Für das große Indonesien!

Da fühl ich mich ja vom Schicksal verscheißert. Damals hab ich mich dagegen gewehrt, wie mein Gymnasium infolge eines typischen ministeriellen Sesselfurzer-Erlasses, der – entgegen der Idee des Humanistischen Gymnasiums – eine Spezialisierung forderte, sich jene Institution selbst zum Musical-Gymnasium degradierte, und nun soll ich im Marsch-Rhythmus um mein Leben singen? Nä! Nich mit mir!

„Indonesia Raya!
Merdeka, merdeka.
Tanahku, negeriku yang kucinta.“

Großes Indonesien!
Freiheit, Freiheit!
Mein Land, mein Staat, den ich liebe.

Vielleicht fängt das Land ja noch zu meinen Lebzeiten an aufzuwachen und mehr als nur flächenmäßig groß zu werden. Bisher hab ich das noch nich bemerkt. Und lieben tu ich z.Z. nur noch mich selbst und MEINE Freiheit.

„Indonesia Raya!
Merdeka, merdeka.
Hiduplah Indonesia Raya!“

Großes Indonesien!
Freiheit, Freiheit!
Es lebe das große Indonesien!

Dazu kommt, daß ich mir son Wortmüll ganich mehr merken kann, und im Singen war ich schon imma ne Niete. Mit meina dauerhaft heiseren Stimme, die aus Prinzip eher selten eingesetzt wird, geht das nich. Ich muß also Deutscher bleiben. Unheil nimm deinen Lauf!
„Sich nicht aufgeben! Wenn auch keine Erlösung kommt, so will ich doch jeden Augenblick ihrer würdig sein.“ Franz Kafka

2 Gedanken zu „Ich singe NICH

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