Sozialkunde

grundschulung

Aktuell auf demTitelblatt eines Sozialkunde-Heftchens (1977) für Grundschüler Sulawesis der 4.Klasse ist nur das Servierbrett, das ich hinzufügte. Tatsächlich sieht man die mit weinroten Röcken und Hosen uniformierten Zwerge zunehmend mit Smartphones hantieren. Im fortgeschrittenen Alter dann auch ohrverkabelt. Keiner trägt Aktentaschen, sondern alle besitzen modische Rucksäcke. Ebenso Sportschuhe nach neuster Ausrichtung. Die Trinkflasche wird durch gekaufte Snacks und anderen Müll ersetzt, den man nach Gebrauch irgendwo hinschmeißt. Die Schüler lernen neben Umweltschutz u.a. die indonesische Nationalhymne, die ich einer Imigrasi -Kommission in Manado vorsingen, und die Verfassung-Präambel „Panca Sila„, die ich ihr aufsagen soll. Ferner verlangt man von mir, im Amt auf mehreren Seiten handschriftlich über mich und mein Motiv, Indonesier zu werden, Erklärungen abzugeben. Singen kann und will ich nich. Die Panca Sila wäre kein Problem. Niemand hält sich dran, kaum einer – außer den Schülern – wird sie aufsagen können. Aber den schriftlichen Teil kann ich nich bewältigen. Eine freundliche Sachbearbeiterin hat uns Muster der benötigten Unterlagen aus dem Antrag eines Italieners kopiert. Der Mann würde über die Verwendung seiner Daten wohl kaum begeistert sein (Mit Sicherheit hat er seine fehlerhaften Erklärungen dort nich ohne Hilfe auf indonesisch formuliert.). Ein starker Gegensatz zum deutschen Datenschutz, wo man den Klienten vor seinen eigenen Daten schützt, indem sich zum Bleistift die fast perfekt arbeitende Rentenversicherung weigert, Rentner innerhalb von wenigen Minuten per Email über den Inhalt auf dem Postweg verlorener Rentenbescheide zu informieren.
Auffallend viele Analphabeten, die Verträge mit Daumenabdruck bestätigen, hab ich kennengelernt. Singen tun sie alle mit Begeisterung. Von der National-Hymne kennt meine Frau nur die Melodie. Auch kann sie die Panca Sila nich aufsagen. Weder beherrscht sie Indonesisch perfekt noch Deutsch. Ein Beispiel, wie Zweisprachigkeit nicht unbedingt ideal ist. Wenn ich einen indonesischen Text nich verstehe, liest sie ihn mir vor. Anscheinend um Zeit zu gewinnen, ihn selber zu verstehn. Danach nix mehr. Wenn ich sie dann frage, welchen Lernerfolg ich jetzt von ihrem Einsatz habe, ist sie beleidigt, antwortet, ich solle selber im Wörterbuch nachkucken, und geht wieder schätten. Selbstverständlich hab ich ihren Rentenantrag erfolgreich durchgeführt. Ihr bei der Computerei zu helfen, gab ich nach Jahren ohne signifikanten Kenntnis-Zuwachs auf („Ich hab mein Paßwort vergessen!“). Skrupellos ließ sie sich bei der Einrichtung von Programmen helfen, mit denen sie dann mich und sich selbst betrog.
Deutlich wird, wie der Einbürgerungs-Test der Imigrasi abschreckend angelegt ist. Den würden Millionen Indonesier nich bestehen. Deetje, die Imigrasi-Beamtin mit dem zu großen Kopf auf zu kleinem Körper, die uns wärmstens empfing, kennen wir schon lange. Mit ihren privaten Geld-Forderungen hat sie uns seinerzeit noch telephonisch verfolgt, als ich meine Aufenthalts-Papiere schon längst besaß. Inzwischen trägt sie 1 Stern auf der Schulterklappe – für viele Jahre erfolgreicher Korruption. Angeblich soll die im Religions-Ministerium noch extremer sein.

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