Schwingungen

zikade

Wherever
you may fall,
who is there to cry
in a strange land?
The cicadas.
Only the cicadas cry.

„Zatoichi and the Fugitives“

ZIIIIEH – ZIIIIEH – ZIIIIEH. Dieses schrille Gekreische hat mir immer gefallen. Lauter als der TÜV erlaubt. Von Anfang an verband ich es mit tropischer Exotik. Es ist wild, zeigt akustisch, wo du dich aufhälst: im Dschungel. Das langsam schwingende Sirren der Zikaden dringt ganz anders in dein Hirn, als das Geschrei der dummen christlichen Weiber aus den Sehrlautsprechern, das vom Jaulen der Hunde begleitet wird. Es hüllt dich ein. Niemals hörst du es da, wo die modifizierten Wilden alles Lebendige zerstört haben. Es bringt meinen Oberkörper in sanfte Pendelbewegung, während ich beim Morgen-Kaffee auf der Pazifik-Veranda den Sonnenaufgang am Horizont beobachte. Schaukel-Bewegungen eines notorischen Autisten. Einmal um die Welt geschaukelt. Schaukeln for ever.

„Da es überhaupt so viele traurige Dinge gibt,
weine ich des Tages mit den Zikaden
und klage des Nachts mit den Fröschen.“

Mori Ôgai , „Wellenschaum“, 1890

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