Das Elend des Lemmings

lemming

Man sagt ja, der Lemming renne manchmal konsequent ins Verderben. Nun, ich kenne keinen, aber meine Frau kann das. Meine erneute öffentliche Darstellung ihres heimtückischen Verhaltens hat bei ihr zu einem 4. Zusammenbruch geführt. Das bedeutet doch nichts anderes, als es auch noch einen 5. und 6. geben könnte, obwohl ihr inzwischen wohl klar ist, daß der Ablauf ihrer Internet-Romanze exakt so erfolgt ist, wie ich ihr das lange vorher prophezeite. Doch selbst als die Blase schon geplatzt war, hat sie mit Überweisungen an die Nigeria-Connection erst richtig losgelegt, und verlor dabei das Geld, das sie von der leibhaftigen Minahasa-Betrügerin Linda, die schon einsitzt, sogar zurückbekommen hatte. Wie in einem verzweifelten Versuch, die untergehende Liebes-Beziehung zu einem Online-Betrüger mit Geld zu stabilisieren. Überhaupt haben wir immer wieder über das gesprochen, was sich nun so lemminghaft bewahrheitet. Aber es ist eben die Tragik des Pädagogen, daß er zwar weitsichtig sein kann, seine Schülerin (oder sein Sohn) jedoch erst zu spät zur Einsicht gelangt: „Es war doch richtig, was Sie mir damals gesagt haben, aber ich habe es seinerzeit nicht umsetzen können.“ Ach ließen sich doch Erkenntnis-Prozesse künstlich beschleunigen! Für mich funktionierte das mit LSD, nur kann das keine allgemein gültige Methode sein.
Hier würde eine Deprogrammierungs-Therapie von neutraler Seite benötigt, wie man es bei Sekten-Angehörigen einsetzt. Ich weiß, daß es schon Therapien für IT- und HP-Junkies gibt. Meine Frau zeigt deutliche Anzeichen einer Psychose (nicht die 1.), und ich habe bereits zu viele üble Erfahrungen mit psychotischen Frauen. Deshalb bin ich auch kein Familien-Mensch. Ich kann mein eigenes psychisches Gleichgewicht bewahren, und möchte niemanden mit etwaigen Störungen belästigen oder sogar seine Existenz gefährden, doch für 3 kann ich es nicht. „Ohne fremde Hilfe Wege aus der Internetsucht zu finden, ist oft sehr schwierig. Wie bei anderen Suchterkrankungen ist ein Leidensdruck wichtig, bevor das eigene Verhalten geändert oder Hilfe in Anspruch genommen wird. Eine lange Verleugnungsphase ist jedoch ein typisches Symptom. In der Therapie geht es daher auch um folgende Fragen: … Welche Lebensbereiche wurden bereits negativ beeinflußt (Auswirkung auf Partnerschaft, Arbeit, Freizeit, Lebensgenuß)? Welches sind die Probleme, Geheimnisse und Entschuldigungen des Betroffenen? Welche Versuche wurden bis jetzt unternommen, dysfunktionales Verhalten einzuschränken? Wie ernst ist der Veränderungswunsch?“ (Dr. Dominik Batthyány).
Diagnostische Kriterien für Pathologische IT-Benutzung:
„…
6. Aufs Spiel setzen oder Riskieren einer engen Beziehung, einer Arbeitsstelle oder eines Berufsangebots wegen des Internets.
7. Belügen von Familienmitgliedern Therapeuten oder anderen, um das Ausmaß und die Verstrickung mit dem Internet zu verbergen.“

1. Der erste Schritt zur Heilung wäre eine totale Internet-Abstinenz. Schon dadurch wird der Kranken ihr Suchtverhalten schmerzlich bewußt. Wer mit dem Internet nicht intelligent und kreativ umgehen kann, wessen Leben durch Klingeltöne strukturiert wird, lebt falsch. Wie bei Alkoholikern gibt es keine ungefährliche Dosis sondern nur völlige Enthaltsamkeit und Neuausrichtung des Lebens. Und wie der Alkoholiker muß auch der IT-Junkie erst ganz unten ankommen, bevor er zur Verhaltens-Änderung in der Lage ist.

2. Die offensichtlichen Defizite im Gehirn müssen mit Studium gefüllt werden, nicht nur über gleiche Schicksale anderer Abgestürzter, sondern auch durch die Auseinandersetzung mit sinnvollen Lebenseinstellungen. Anders als Christentum und Islam bietet der Buddhismus hierzu konkrete Analysen und Lösungen – etwa zu der Frage nach der Ursache des Leidens. Jedoch ist mir bei allen Buddhisten, die ich persönlich kennengelernt habe, der große Widerspruch zwischen Theorie und ihrer Praxis aufgefallen. Ein reiner Wohlfühl-Buddhismus führt nirgendwo hin, ein pervertiert-institutionalisierter auch.

3. Das tägliche Leben muß wieder mit realen Inhalten gefüllt werden: Körperliche Arbeit, Bildung, Kreativität. Reisen ist kein Lebensinhalt sondern nur eine andere Droge, für die geistige Unverbindlichkeit und Ruhelosigkeit typisch sind. Ich interessiere mich überhaupt nicht mehr für Reisen. Jahrelang mußte ich sogar 2x zwangsweise reisen, um wieder eine Aufenthalts-Genehmigung zu bekommen. Ich bin bereits angekommen. Mein Projekt ist eine Farm. Wer Tiere hält, kann nicht herumflippen. Wer da mitmachen will, ist willkommen. Ansonsten: Bon voyage!
Zusatz zur (hoffentlich!) letzten Überweisung an Oluwatofunmi Olukayode Onakoya vom 6.4.2016: „For the journey!“

http://www.romancescams.org/TypesOfScams.html

4 Gedanken zu „Das Elend des Lemmings

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