Auf der Leiter

Schamanen

Ihr Gebet dauerte deutlich länger als 1min. Ungewöhnlich war, wie die Frau in dem javanischen Restaurant es mit geschlossenen Augen so laut sprach, daß es noch einen Tisch weiter zu verstehen war. Sinnvoll ist sowas vor dem Essen schon, kühlt doch in der Zwischenzeit die Bakso-Suppe etwas ab. „Wenn ihr aber betet, sollt ihr kein unnützes Geschwätz machen wie die Heiden; denn sie meinen, daß sie um ihrer vielen Worte willen Erhörung finden werden.“ (Matthäus 6, 7). Auch scheint wieder Ostern zu drohen, obwohl die Weihnachts-Dekorationen noch nicht überall abgeräumt sind. Die Kreuze am Rande und zwischen den Fahrbahnen sind ein untrüglicher Hinweis. Verkehrs-Sicherheit, das Überleben der irdischen Hülle spielt keine Rolle, es geht um Errettung der Seelen vor dem Fegefeuer – und deren Spenden! Die ersten Folter-Environments (Taman Salib), die jetzt sogar schon von Architekten entworfen werden und wie Geisterbahnen wirken, sind bereits aufgebaut. Ich versteh ganich, wieso man um den mutwilligen Tod dieses Jesus immer wieder solch einen Zirkus macht. Deutlich wird jedenfalls, wie die Aktivitäten von der protestantischen Synode in Tomohon gesteuert werden. Verbreitung von Trugbildern von Mission und Auserwähltsein. Permanente Mobilmachung des Ernstfallbewußtseins. Johannes Climax (579-649), laut Sloterdijk der größte Folter- und Verklärungspsychologe („Es fehlt nicht viel dazu, daß man von einer Geburt des christlichen Konzentrationslagers aus dem Geist der Gotteserzwingung sprechen düfte.“), jener Johannes, der ein geschwätziger und kindischer Mann gewesen sein soll, bevor er sich Schweigen auferlegte, war ebenso ein „Vollendungsterrorist“ wie der erleuchtete Prügler Schenûte von Atripe, der angeblich 118 Jahre alt wurde. Letzterer Abt regierte 2200 Mönche und 1800 Nonnen in Ägypten auf solch tyrannische Weise, daß man ihn lieber vergaß. Dagegen sollten wir am 30.März schon mal die Leitern bereithalten, denn das ist der Tag des heiligen Climax, der die Stufen zur Erleuchtung gezählt und beschrieben hat. Über die fundamentalistische Verwirrung des Schenûte erfährt man etwas auf einer neu-adventischen Webseite, wo man auch zum aktuellen Stand des Kampfes gegen Abtreibung weitergeleitet wird: „By the way, if you blessed their water supply, and all their tools, and their careers, would they not be able to carry out their sin?“ „If feminazis could get pregnant, abortion would be their sacrament.“
Auch für die hiesigen Verwirrten gibt es wieder neue Verhaltens- und Sprach-Reglungen: Der Protest radikaler Moslems gegen die Verwendung der Bezeichnung „Allah“ durch Christen zeigt Folgen: Kommt der Kreisdirektor zur Totenfeier ins Dorf und übergibt den Zuschuß der Regierung. Anwesend sind Christen zahlreicher Sekten und Moslems.
Kreisdirektor: „Shalom!“
Die protestantischen Dörfler antworten mit der neusten Formel: „DAMAI DI HATI!“ (Friede im Herzen!). Moslems und abweichende Sekten-Angehörige schweigen. Für sie ist das neu.
Kreisdirektor: „Damai di hati!“
Dörfler: „SHALOM!“
Bonbon, Chefin des Te-Latte-Clans, laut und selbstbewußt: „SHALOM EL OHIM!“
Warum nich El olam, El schaddai, Jehova oder Jahwe? 6700mal wird Gott im Alten Testament Jahwe genannt! Warum nich Indonesisch für Predigten auf Nordsulawesi gleich durch Hebräisch ersetzen? Die Juden seien doch angeblich das auserwählte Volk, allerdings erheblich bedrückt durch den selbst erfundenen metaphysizierten Selektions-Terror ihres alttestamentarischen Gottes, der „inmitten der GANZEN Erde“ die Vernichtung der Ungläubigen vollstreckt (Jesaja 10, 23). Die Ursprünge dieser Überlieferungen kennt kein Wilder. Kennst Du sie? Sprachreglungen, die Kommunikations-Verlust erzeugen und die Gesellschaft zersplittern. Damit melden von Privatdämonen inspirierte Halb-Gebildete Führungs-Ansprüche an und überschwemmen die Öffentlichkeit mit ihrem idiotischen, ungemeinsamen Hokuspokus, anstatt bei den Verdammten dieser Erde Nachhilfeunterricht in Menschlichkeit zu nehmen. In „Weltfremdheit“ schlug Peter Sloterdijk vor, 1997 die Logik des Schreckens des Bischofs Augustinus von Hippo (354-430), der die „Bekehrung“ vieler „durch heilsamen Zwang“ (terrore perculsi) begrüßte, als Festschrift zur 1600-Jahrfeier des christlichen Terrorismus neu zu veröffentlichen. Augustinus über das Alte Testament lesende Juden: „Sie lesen es als Blinde und SINGEN ES ALS TAUBE.“ „Was, in der Tat, ist denn überhaupt so falsch am Krieg? Daß Menschen sterben, die ohnehin irgendwann sterben werden, damit jene, die überleben, Frieden finden können? Ein Feigling mag darüber jammern, aber gläubige Menschen nicht … Niemand darf jemals die Berechtigung eines Krieges bezweifeln, der in Gottes Namen befohlen wird.“

3 Gedanken zu „Auf der Leiter

  1. Pingback: Resurrection | UNGEMALTES

  2. Wer iss Ya Mo?
    Wir sind doch froh, daß endlich die Neujahrs-Feuerwerke (von November-Februar) vorbei sind.
    Iss wirklich schon wieda Ostan? Wa doch gerade letztes Jahr! Mir sacht ja keina was.

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