Fehlschläge

fruitfull

Ich weiß ganich, wo ich anfangen soll, es schlägt so viel.

Gerade am 3.1. hatte ich geschrieben, wie man hier die explodierenden Wilden akustisch kaum von Terroristen unterscheiden kann, da wurde es in Jakarta deutlich unterschieden demonstriert, jedenfalls die nationale Eigenschaft des Dilettantismus. Die Nachrichtenlage ist wie immer wirr, aber ein Angriff auf Starbucks zur richtigen Zeit, hätte ein Massaker unter Ausländern angerichtet. Dort hab ich auch schon Kaffee getrunken, im Burger King gegessen und im Sarinah eingekauft. Mein Hotel war nur 100m entfernt. Überhaupt kenne ich die meisten bombigen Plätze Indonesiens von eigenem Aufenthalt. Und da ihr da drüben mit zunehmender Begeisterung unerklärte Kriege in moslemischen Ländern führt, steigen die Chancen, daß es mich doch noch erwischt. Heute hab ich nicht eine Explosion gehört. Als ob das ganze Land den Atem anhält.

Auch die lange, geheimnisvolle Krankheit Ahmads 2. Tochter ist nun rätsellos: eher Schwangerschaft im 5. Monat als Typhus. Wir haben ihr die Ausbildung zur Krankenschwester finanziert – mit diesem Ergebnis. Großes Problem: Er (23 und von Beruf ungelernter Kabelleger) ist Christ, und seine Eltern wollen die Konversion der moslemischen Schwiegertochter, bevor sie eine dringende, mittelprächtige Hochzeit finanzieren. Doch die angehende Mutter will nicht sondern das Kind zur Adoption freigeben. Ist das moslemische Moral? Lernerfolg von Gymnasium und Schwestern-Schule? Möchte vielleicht jemand was spenden für die Entwicklung der Unterentwickelten? Oder hat jemand eine beeindruckende Gesellschafts-Theorie anzubieten?
Der 3. Tochter, deren diebisch-animalisches Wesen mir schon länger unangenehm auffiel, hatten wir so lange die Schulzeit bezahlt, bis wir merkten, wie sie uns betrog und sich vom Schulgeld modische Klamotten kaufte. Kürzlich begegnete sie mir nuttich angezogen im Deutschen Weg, wobei ich mich fragte, wie sie wohl mit ihren Stöckel-Schuhen den Rest der zerrütteten Strecke bewältigen würde. Zuletzt sah ich sie auf einem unserer Grundstücke als Durian-Wächterin, denn die Wilden brauchen diese Früchte unbedingt und schleichen dafür meilenweit. Durian legt ihr Gehirn völlig lahm, mich erinnert der Geruch dagegen nur an Verwesendes. Nun ist die 3. verschwunden. Wahrscheinlich kommt sie auch schwanger zurück, denn sie war von ihren Hormonen schon immer stark benebelt.

Ein kleiner Teil unserer Reisfelder liegt brach, weil wir keine Kredite mehr geben können, Ahmad es nicht mehr schafft, und keine neuen Pächter zu finden sind. Die sitzende Position als Motorrad-Taxi-Fahrer ist wesentlich angenehmer als das Wühlen im Schlamm und bringt täglich Geld. Ahmad versinkt in Schulden, ein erster Schulden-Erlaß hat nichts gebracht.

Meine Frau besuchte Diplom-Betrügerin Linda im Polizei-Krankenhaus (inzwischen schon wieder in der Zelle). Jene ist nachts verhaftet worden, ebenso ihr Mann, Leiter der faschistoiden Brigade Manguni, die für Recht und Ordnung eintritt. Danach wurde meine Frau telefonisch von einem KORAMIL-Angehörigen (Kreis-Militär-Posten) bearbeitet, sich wegen ungedeckter Schecks einer Sammel-Klage anzuschließen, die Linda für lange Zeit hinter Gitter bringen würde. Strafen sind hier drakonisch, jedoch ohne durchgreifend abschreckende Wirkung. Die Rechtslage der Anklage als kompliziert zu bezeichnen, wäre stark untertrieben. Sie ist völlig verworren, und jeder hat recht, sofern er kein Betrüger ist. Das sind sie jedoch alle. Nun will Linda verbindlich zurückzahlen, und auch Erfolgs-Betrügerin Ernny, hat nach dem Besuch eines Polizei-Kommandos Entgegenkommen gezeigt, obwohl ein Verwandter die roten Fahnen wieder entfernt hat, die wir bei der Landnahme aufgestellt hatten. Das Grundstück, das als Pfand gegeben worden war, hat meine Frau zum mehr als doppelten Preis verkauft – ohne Eigentümerin oder wenigstens Besitzerin zu sein. Ernny wollte jedoch weder zahlen, noch das Grundstück überschreiben lassen. Also mußte meine Frau der Käuferin das Geld zurückerstatten – mit Zinsen. Sie hat aber keins mehr. ICH hab welches – noch! Die Polizei war der Ansicht, daß schon die geringe Summe, für die Ernny das Land verpfändete, auf geplanten Betrug hinweist. Die Polizei arbeitet allerdings laut Zeitung „blum optimal“ (noch nicht …), was den irreführenden Eindruck erweckt, sie würde noch optimal zu meinen Lebzeiten. Stattdessen sorgen sich die Polizisten, sofern sie nicht beten, singen, sinnlos mit Pfeifen trillern oder in Deckung gehen, vor allem um ihre Provisionen, gerne auch von allen Beteiligten. Von der Mafia unterscheiden sie sich nur durch die Uniform. Sie versuchen immer möglichst nahe an mich ranzukommen, schrecken jedoch vor den sich paarenden Schlangen in meinen Dschungel-Bäumen zurück. Diese Schlangen sind z.Z. das einzig Positive.

Und dann fiel der Strom aus.

2 Gedanken zu „Fehlschläge

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