Kein Kommentar

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Meine besten Kommentare werden ab und zu blockiert. Das wäre in Ordnung, erschienen sie grob beleidigend. Auch wenn meine Frau meint, ich würde immer übertreiben (obwohl allein die nüchterne Beschreibung des Schadens, den sie angerichtet hat, wie ein phantastischer, nicht endender Alptraum wirkt), bin ich der Ansicht, dabei in der Regel ins Schwarze getroffen zu haben.
Da sind z.B. die missionarischen Blogger, die sich anschleichen, ohne offensichtlich was bei mir gelesen oder verstanden zu haben. Bevor ich in eine von verwirrten Betrügern beherrschte Enklave auswanderte, war das überhaupt kein relevantes Thema mehr. Nun, wo das Mißverhältnis zwischen religiöser Aufdringlichkeit und unethischem Verhalten so offensichtlicher Alltag geworden ist, kommentiere ich gelegentlich bei Christen (Buddhisten kann ich einfach nicht mehr ernstnehmen. Das sind Schauspieler.). Moslems haben mich noch nie anmissioniert. Wird da gejammert über eine vermeintlich weltweite Zunahme an Christen-Verfolgung, weise ich gerne mal auf die Geschichte des Christentums. Auch Bibel-Studium hilft weiter. Nachdem es den Christen nicht gelungen ist, auftragsgemäß die ganze Welt zu beherrschen und alle Andersdenkenden zu unterdrücken und zu verfolgen, klagen sie nun über Gegendruck. Das darf man wohl historisch begründet anmerken. Bei den Moslems halte ich mich zurück, denn da droht Gefängnis oder Schlimmeres.
Subtile Korruption findet man auch in den mehr oder weniger getarnten PR- und Verkaufs-Blogs. Schon die arschglatte Perfektion völlig nebensächlicher Fotos weckt den Verdacht auf Professionalität. Solche Blogs erscheinen mit Buch-Rezensionen und scheinbarer Kultur-Kritik auf dem Schirm. Unseriös fand ich den Ausstellungs-Bericht von Katja Jahnke über einen Künstler aus Myanmar. Während die Rezensentin mit zeitgenössischer Kunst eher offensichtliche Schwierigkeiten hat, stellte sie spießige Gemälde als Ausdruck von Innerlichkeit vor – was ich zu kommentieren versuchte: „Nur weil es sich um ein Entwicklungsland handelt, muß man doch seinen kritischen Verstand nicht bei der Einreise abgeben. Ein Kunsturteil aus Mitleid? Darf man vielleicht auch feststellen, wie es sich hier um Kunst handelt, die im 19.Jahrhundert hängengeblieben ist? Das subtile Unbehangen an der Moderne kann man wohl nicht mit diesen banalen Aquarellen aufwiegen, die noch nicht mal an der eigenen Kultur orientiert sind.“ Da Katja u.a. die kritische Beschäftigung als der Kunst „immanent“ ansieht, nahm ich an, mein Kommentar würde zu einer Diskussion führen. Doch wirklich kritische Auseinandersetzung ist anscheinend nicht erwünscht, sondern Spenden für Flutopfer.
Interessant auch, wenn es scheinbar um Schule geht. Da fühle ich mich in jeder Hinsicht kompetent. Eine 10 Punkte Wunschliste für Lehrer versuchte ich ebenfalls erfolglos zu kommentieren:
zu 1.: Bei manchen Kollegen hatte ich das Gefühl, Kaffee-trinken sei überhaupt das Wichtigste in ihrem Schulalltag.
zu 2.: Oh ja! Klausuren korrigieren war geistige Quälerei.
zu 3./5./7./9.: Dies ist doch wohl nicht einer dieser getarnten Verkaufs-Blogs?
zu 6.: Es gibt auch handliche Stromschlag-Geräte.
zu 10.: Da geht es um Verantwortung. Ein Thema, das leider nicht alle Beamten verinnerlicht haben.“
Ist also nicht so einfach, mehr als ein „like“ unterzubringen. Und wer kann schon deutliche Kritik vertragen.

20 Gedanken zu „Kein Kommentar

  1. Toe, mit dem Buddhismus iss das so: Im Osten findense Christentum, im Westen Buddhismus exotisch. Jede Gruppe kennt die geistige und praktische Korruption der historisch gewachsenen eigenen Religion, weshalb sie mehr oder weniger krampfhaft nach einer Alternative sucht. Schon das allein ist ja komisch. Mal abgesehen davon, daß alle Religionen von Frauen getragen werden, die programmatisch unterdrückt werden. Dazu kommen im Buddhismus so allerlei Kostümierung und sonderbar katholisch-okkultes Verhalten, was auch auf Theater weist. Egal in welche Richtung – daß beide historisch versagt haben, wird nicht berücksichtigt. Schon gar nich von den Wohlfühl-Buddhisten. Ich hab einfach zu viel schauspielernde Buddhisten kennengelernt, um sie noch ernstnehmen zu können.

  2. Einmal Pädagoge, imma Pädagoge. Man ist in Ausbildung und Praxis hart gezwungen worden, seine Ansichten und sein Verhalten zu überdenken und ständig zu kontrollieren, und das läßt sich nicht mehr ablegen. Schadet aba auch nix, nur wird man gegen auffällige Dummheit etwas überempfindlich.

  3. Hmm, also ich stimme dir zu, dass vorallem im Historischen in vermutlich allen Religionen Widersprüchliches oder gesellschaftlich Unsinniges passiert. Aber du musst einsehen, dass eine Religion auch nicht viel mehr ist als eine Idee im Kopf des Menschen, der ihr folgt. Und Menschen machen Fehler und Verhalten sich selten so, wie sie es sich vornehmen.
    Und da du weder die Menschen der Verganganheit noch alle der Gegenwart persönlich kennst und ihre Beweggründe hinterfragen konntest, empfinde ich deine Formulierung als grobe Verallgemeinerung. Auch wenn Schubladendenken durchaus seinen Sinn hat, reduziert es einem auf die vorhanden Denkmuster.
    Wie gesagt, im Wesentlichen stimme ich dir zu, aber dennoch finde ich, dass man Religionen als Werkzeug verwenden kann und zwar zur positiven Entwicklung des Folgenden, im stillen und Inneren. Dafür können auch äußere Handlungen hilfreich sein, müssen aber aus der richtigen Haltung passieren. Und trotzdem ist es dann die individuelle Verantwortung eines jeden, was er oder sie daraus macht.
    Wenn man dadurch Wohlsein erlangt ist das wohl nicht schlecht, oder?
    MfG toe

  4. Wenn man alle Menschen der Vergangenheit und der Gegenwart kennen müßte, um etwas zu bewerten, ließe sich überhaupt nix mehr aussagen. Tatsächlich haben weder die der Vergangenheit noch der Gegenwart alle begriffen, was sich tatsächlich abspielt. Hier muß ich natürlich verallgemeinern um abzukürzen, aber wenn Du unter meinem Tag „Buddhismus“ suchst, wirst Du Ausführlicheres finden. Wahr ist doch, das Gläubige an wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen gar nicht interessiert sind, und, wie die Erfahrung von Prof. Brian Victoria zeigt, Nachforschungen sogar verhindern wollen. Wenn man davon ausgeht, daß Religionen keinen Schaden anrichten, besteht auch kein Handlungsbedarf. Doch gibt es Fakten, historisches Wissen und Aussagen von Betroffenen, die meiner Ansicht nach Aufklärung rechtfertigen und notwendig machen.
    Es ist durchaus so, daß ich aus dem Buddhismus wesentliches gelernt hab, daß er mir als institutionalisierte Massen-Bewegung jedoch keinen gesellschaftlich wertvollen humanistischen Fortschritt zeigt. Im Gegenteil. Religion sollte mehr als ein Weg zum Wohlfühlen sein. In die Schulen gehört sie jedenfalls nicht. Darüber hatten wir ja schon auf Deiner Seite diskutiert.

  5. wenn ich die welt aus meiner einsiedelei betrachte, ist besoffen alles besser.

    aber bevor ich denke, ich sei alkoholiker oder depressiv, stell ich sicher, dass ich nicht komplett von arschlöchern umgeben bin und nehme dann im internet und von meinem blog eine auszeit.

  6. Ja da laufen unsere Definitionen auseinander. Ich habe nicht das Gefühl, die Bibel hätte mich verletzt. Aber zB. manche Prister haben Schutzbefohlene in, mehrfacher Weise verletzt. Ich behaupte natürlich nicht, dass sowas nicht in der buddhistischen Geschichte vorgekommen wäre – weil ich das ja nicht wissen kann – aber ich behaupte auch nicht, dass Religionen schlecht seien, sondern dass Menschen sich zeitweilig sehr schlecht verhalten und das leider auch im religiösen Kontext. Aber deswegen ist die Religion und die besonnen handelnden Folgenden derselbigen nicht schlecht. Du würdest wohl auch nicht alle Schulen vernichten, weil wenige Lehrer ihre Authorität ausgenutzt haben.
    MfG toe

  7. Die Aussagen der Bibel haben insofern Menschen verletzt, indem ihnen z.B. ärztliche Hilfe verweigert oder indem sie zu Tode missioniert wurden. In D werden sogar nicht-christliche Arbeitnehmer von der Diakonie diskriminiert, die von Steuergeldern lebt. Und Du könntest durchaus über all die Mißstände und Verwirrungen im Buddhismus informiert sein, aber Du hast Dich bisher nicht dafür interessiert, weil Du ein positives Bild behalten möchtest.
    Bei einer konfessionsfreien, staatlichen Schule sollte es darum gehen, junge Menschen für eine selbstständige Existenz zu trainieren, indem man sie über das informiert, was ist, und ihnen nicht Märchen erzählt, die Angst machen und verdummen. Verglichen mit der Zielsetzung, ist das zu Religion völlig gegensätzlich. Konsequenterweise müßte man im deutschen Schul-System nun auch Islam und Buddhismus sich austoben lassen. Das wäre ein Alptraum!

  8. Alkohol und Internet sind gefährliche Drogen. Du solltest lieber Hanf-Kekse essen. Dann sieht alles gleich viel besser aus.

  9. Och, mein Vater war mit meiner Entwicklung ganz zufrieden, aba meine dumme Mutter nich, die selber nix gelernt hat außer Abitur.

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