Die Fraun

Arhat

Bis vor kurzem hatte ich mich ja für einen Arhat gehalten (Ari = Feind, hat = zerstören), also einen, der geistich soweit fortgeschritten iss, daß er nich wiedergeboren wird – was nich weita schwer, wenn die Lehre von der Wiedergeburt sowieso nur n kurioses Märchen iss. Und was könnte bessa sein, denn als völlich blauer Arhat mit einer nackten weißen Sakti ein wenich Yab-Yum zu machen. Diese meine Vorstellungen haben sich jedoch als voreilig erwiesen. Gleichgültich gegenüber jeder Gefahr zu sein „wie das duftende Sandelholz gegenüber der Axt, die es spaltet“, iss auf Dauer ganich so einfach. Dabei hatte Buddha, mit seiner Erfahrung als gewiefter Polygamist, mich rechtzeitich gewarnt: „Man soll sich vor den Frauen hüten. Auf eine kluge kommen tausend dumme oder schlechte. Der Charakter der Frau ist verborgener als der Weg, den der Fisch im Wasser nimmt. Sie ist wild wie ein Räuber und ebenso hinterhältig. Nur selten spricht sie die Wahrheit: für sie sind Wahrheit und Lüge dasselbe.“ Das hat latürnich keine gläubige Buddhistin jemals abgeschreckt, sich ihre Unterdrücker selbst auszuwählen, zumal ja auch Hoffnung besteht: Frauen, die zum Bleistift die Ergüsse des Lamas Thubten Yeshe (1935-1984; 1985 als Spanier wiedergeboren) weiterverbreiten, können als Männer wiedergeboren werden – falls sie es wünschen. Na also!
Watt soll ich denn nu machen? Statt unendlicher buddhistischer Freundlichkeit fange ich doch imma wieda an zu kochen. Zorn übawältigt mich, wenn ich zufällig erfahre, daß meine Frau WIEDER Geld geliehen hat – in Sorge um ihr persönliches Asset – während ich ihre gigantischen Schulden begleiche. Auch daß sie inzwischen das Pfandleihhaus regelmäßig besucht, war mir neu. Es hatte sich also nicht um eine aus Erkenntnis resultierende Verhaltens-Änderung gehandelt sondern nur um eine heftich mißglückte Absetzbewegung.
Edward Conze (1904-79) vermutete, daß der selbstlosen menschlichen Wärme als „eisiger Kern die Furcht vor dem Alleinsein“ zugrunde läge. „Wahre Liebe erfordert Berührung mit der Wahrheit, und die Wahrheit muß in Einsamkeit gefunden werden. Daher gehört die Fähigkeit, Einsamkeit zu ertragen und lange Zeit für sich allein in stiller Meditation zu verbringen, eher zu den Grundvoraussetzungen für jene, die nach selbstloser Liebe trachten.“ Nix anneres hab ich damals im Moor gemacht, bevor ich meine Frau kennenlernte. Auch wenn mir bewußt iss, wie es anstelle eines zusammenhängenden, festen Ichs nur eine unendliche Zahl von Augenblicks-Ichs gibt, und es mir gelänge, mich von den „10 Verderbnissen“ zu befreien, als da sind: „dem Verlangen, das die Sinne erzeugen, dem Haß, dem Hochmut, der Verleumdung, der Unwissenheit, der falschen Anschauung, dem Zweifel, der Schamlosigkeit, der Nachlässigkeit und schließlich der gewöhnlichen Unklugheit durch den Bankrott des gesunden Urteils“ (Maurice Percheron), bliebe imma noch das Problem, daß sich Erkenntnis nich so ohne weiteres auf einen Partner übatragen läßt. Meine Geistes-Ruhe also imma wieda von außen gestört würde, wie die Windstille durch den Flügelschlag eines Vogels (Sri Aurobindo). Ein populärer tibetischer Text bezeichnet die Frauen sogar als Ursache der 3 Verderbnisse: „Der Umgang mit Frauen kann dem Mann nur schaden. Die Frauen sind ein Unglück für die Männer in dieser und der anderen Welt. Wer sich nach Frauen sehnt, findet keinen Frieden … Diese Welt wird noch an den Frauen zugrundegehen.“ Wie erreicht man also die unveränderbare gelassene Ruhe (sukha), wenn alles unbeständich iss? Wenn selbst die absolute Glückselichkeit niemals bleibt. „Das von uns erwartete Glück dieser Welt übersteigt alles, was sie tatsächlich zu geben hat, so daß wir uns entweder eitlen Hoffnungen hingeben oder in Verzweiflung verzehren … Wenn jemand innerlich gegen das Alter oder das Dahinschwinden teurer Besitztümer kämpft, wenn er sich von seinem Bankkonto, von Macht über andere, von geschlechtlichen Beziehungen oder von der Gesellschaft seiner Mitmenschen dauerndes Wohlbehagen erhofft … steuert er auf einen tiefen Fall zu und muß über kurz oder lang stürzen.“ (Conze, „Buddhistisches Denken“, 1962).

aaut

Bei Ratte aufem Sofa (Polaroid; ~1976)

2 Gedanken zu „Die Fraun

  1. „…watt soll ich denn nu machen?“ haste da ohm gefraacht un gesaacht, dassde mit kochen anfängst, was jezz wiklich ma ne richtich gute idee iss; haap nie geseen, dass du mal irnkwass gekocht hättest; die fraun komm dann hier im block auch wida zurück, wennde nich meer üba fraun so schkepptisch biss un eha ma kochrezepte für männliche anfenga reintust; da wirt dir dann gehollfen;
    fraun könn sich im gegensalz zu mennan alles merken; meine weiß noch h-klein, was vor 39 jaan auffem sofa un umzu geredet un was konkret gekocht un gegessen wurde, so isses nämlich; machma test mit a, linx nehm dir, vonna beetr8tarin aus geseen;
    der annere budda m konnte mit kritick schomma ga nich umgeen un wa desdalp dauabeleidicht, trotzzdem alle halbe jah ne neue frau, die könn natürlich das nich wissen, was die anneren vorher sich so gut gemerkt ham, so bisse imma wida bei null un die von dir genannten pro bleme mit fraun gipps tot aal ga nich…

  2. Nee, mit DER Art Kochen kannste mich nich reizen. Reine Zeitverschwendung. Ich setzt dafür maximal 9min an: 1min Sofortsuppe auspacken und heißes Wassa rein, 4min waten, 4min essen, färtich. Kein Abwasch! SO muß das sein. Ich versuch mir so nach und nach das Essen abzugewöhnen. Irgendwann biste dann schon satt, wändes nur siehst. Iss Dir schon ma aufgefallen, wie die Leute, die imma üba Essen reden, meistens dick sind? Kannste Dich wascheinlich auch nich mehr dran erinnern, wiede mir ma n Buch geschenkt hast, obwohl ich schon 1 besaß: “Manuel Gassers Köchel Verzeichnis”. Zu Deina Entschuldigung sei gesacht: Da sind ganz edle Illustrationen von Heinz Edelmann drin. Iss jetz sogar am Äquator.
    Aba daß ich hier keine Rezepte bringe, stimmt ganich. Ich hab schon mindestens 2 Hunde-Rezepte veröffentlicht: Eins iss hier, und das andere von meiner Frau finde ich jez nich, iss aba auch irgendwo. Und hier findste jede Menge Erschöpfendes üba Essen. Hundemenü im Angebot.
    Als ich imma noch alle halbe Jahre ne neue Frau hatte, da gings aba nie ums Essen. Muß man sich doch fragen, wie kommt es eigentlich zu solch offensichtlich international verbreiteten monströsen Urteilen? Liegt das vielleicht u.a. daran, daß Männer das Geld erwirtschaften, das Frauen verschleudern?

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