Das Andere

andere-Feder

Mönch: „Ich fühle mich wie ein gefesselter Affe, der ständig von einem Ast zum anderen springt.“
Meister Bo-Dat: „Zeige mir Deine Fesseln!“

Das Andere ist die Emanation des Durstes. Dieser Durst nach dem jeweils Anderen verursacht Leiden. Vergnügen und Lust, heute hier, morgen da, der Liebes- und Selbsterhaltungs-Trieb, die Sucht nach Reichtum entwickeln Unruhe. Zen-Meister Bankei (1622-1693): „Deine Vorliebe für dich selbst liegt an der Wurzel all deiner Illusionen. Ohne diese Vorliebe für dich selbst gibt es gar keine Illusionen.“ Daheim ist, wenn einer seine Tage im Einklang mit dem Gewöhnlichen verbringt. Dabei lebe ich im sensationell Ungewöhnlichen. Mein mich und das Haus langsam verschlingender selbstgepflanzter, von meiner Frau meistgehaßter Märchenwald, der uns mit einer enormen Wachstums-Geschwindigkeit überwuselt, hat eine geradezu unwirkliche Erscheinung, vor der die Wilden staunend verharren, obwohl sie solches eigentlich kennen sollten: „Haben Sie hier keine Angst?“ Dafür sind sie geschickt im Twittern. Im Bereich des So-Seins hören „Ich“ und „Anderes“ jedoch auf zu existieren. Dabei ist die Schönheit der Natur durchaus in der Lage wiederum zu fesseln. Was soll man also tun? Morgens die Ziegen füttern, vormittags lesen und schreiben, mittags in die Röte des breit aufgerissenen Rachens des jungen Ziegenmelkers starren, der nie eine Ziege melken wird, nachmittags im Schlamm wühlen und sich bei Sonnenuntergang an die Weite des Pazifiks verlieren. Aber was tust du, wenn gar nichts mehr geht? Dann mußt du gehen. Bis du die Struktur deines Mensch-Seins so radikal und total verändert hast, daß du dich nicht mehr gefesselt fühlst. Wenn du so zufrieden und glücklich mit dem bist, was ist und nicht ist, was du hast und nicht hast, bist du aufgewacht. Dann fällst du aus dem Imitations-Zeitalter heraus, in dem die Leere des Überflusses triumphiert, und du wirst zu einem Menschen ohne Rang und Bedeutung. Wer will mir vorwerfen, wie ich mich von menschlicher Gesellschaft bewußt weitgehend isoliert habe? Welches Gegen-Modell hast du anzubieten? Das Rauschen der Autobahn und der Klima-Anlage gegen das des Baches? Die hochhackigen Schuhe gegen das Spüren der Erde? Den hoffnungslosen Kampf mit dem körperlichen Verfall gegen das entspannte Schwimmen im Strom des Lebens?
Mönch: „Und wie komme ich auf den Weg zum geheimnisvollen Dreh?“
Meister Yunmen (864-949): „In dreißig Jahren!“ Also der Zeit, die einem im Leben zum Aufwachen zur Verfügung steht.
Mönch: „Bitte Meister, laßt mir Eure Belehrung zuteil werden und macht meiner Verwirrung mit einem Schlag ein Ende!“
Yunmen: „Wieviel kostet der Reis in Xiang-zhou?“

Ich wußte seit Anfang der 70er Jahre, wo ich hinwollte. Merkwürdigerweise wurde mir das auf einem LSDreh klar. Das iss latürnich kein übertragbares Modell, und der Ein- ist kein Zweisiedler. Die Frau von Willy Ackermann war im Alter auch unzufrieden.

You said that you were once married, Mr. Thomas.“
Yes Mam, lucky for me, she left me.“
I must say, Mr. Thomas, what ever your faults are, you do have a great kind of honesty.“
She was so busy to be a lady that she forgot to be a woman. It was Indian country and she didn’t like that. It was cold in the winter and hot in the summer and dusty in the dry spells, and she didn’t like that. And when I wona go hunting and fishing, I go hunting and fishing, and she didn’t like that …“
She didn’t like much, didn’t she?“
She’s happy now, I guess. She’s living in Philadelphia with a cat, giving piano lessons.“
John Wayne in „The Undefeated“ (1969)

2 Gedanken zu „Das Andere

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s