Frühling für Oma

Eifersucht

Griechische Tragödien haben mir schon in der Schule nich gefallen. Leida hat mich eine eingeholt und es bis zum Äquator geschafft. Das Unangenehmste ist am „Lied (ode) zum Opfer des Ziegenbocks (tragos)“, wie alles, was man macht, falsch ist, und es keine Katharsis für den Helden gibt.

Im Herbst vergangenen Jahres brach das Geldverleih-Unternehmen zusammen, das meine Frau hinter meinem Rücken und gegen meinen erklärten Willen betrieb. Sie hatte im großen Stil an Betrüger überwiegend von MIR erwirtschaftetes Geld verliehen und mußte nun, um das Fiasko vor mir zu verschleiern, Schulden zu Wucherzinsen machen, die ihr in kürzester Zeit über den Kopf wuchsen.
Zuerst war da aber Joubert, der Fahrer, den sie ebenfalls ohne mein Wissen fest anstellte, dem sie sogar das Geld für einen Hauskauf lieh. Wäre Joubert nich so ein häßliches Ekel, hätte hier schon ein erheblicher Verdacht einsetzen müssen. Doch nach einer eindringlichen Ermahnung meinerseits schien die Zukunft vernünftig.
Dann tauchte Jafar auf und gab mir nichtsahnendem Idioten lächelnd die Hand. Dem alten, gehbehinderten Moslem mit Mafia-Brille würde ich nich ma eine meiner Instant-Suppen leihen. Er vermittelte für 2 Verwandte einen Kredit meiner Frau. Ich wußte von nichts. Der eine war als Bankangestellter wegen Unregelmäßigkeiten entlassen und tauchte mit unserem Geld unter, der andere auch. Jafar kassierte von beiden Provision, ebenso wie Sülze, die Jafar meiner Frau zugeführt hatte. Sülze hat Jura studiert und ist für ihre Dummheit bekannt. Auch für ihre Betrügereien. Ich merkte nur, wie sie die neuste Favoritin meiner Frau wurde. „Hat sie Geld geliehen?“ fragte ich mißtrauisch. „Nur ein bißchen“, war die falsche Antwort. Es war ein bißchen mehr und total weg. Deshalb stahl meine Frau später ihr Auto. Selbstjustiz ist hier normal.
Und schon lange hatte sich Linda angeschlichen, die nicht nur wie aus der Verbrecher-Kartei entsprungen erscheint, sondern auch schon gesessen hat. Ebenso wie ihr Partner, Leiter der schwarz-faschistoiden Brigade Manguni, der aber wegen Drogenhandels. Sie schmiegte sich so geschickt an meine Frau, daß ich jene gleich warnte. Es nützte nix. Linda bezahlte zuerst mit einem ungedeckten Scheck, dann verlangte sie ihre Grundstücks-Papiere zurück, die sie als Pfand gegeben hatte, damit sie woanders neu leihen und so ihre Schulden bei meiner Frau abzahlen konnte. Am Ende war alles wech. Zusätzlich entwickelte sich eine ganze Reihe ähnlicher Fälle abgründig, von deren Tiefen ich nie im Detail erfuhr.
Dann war meine Frau weitgehend pleite und nahm Kredite auf – auch um das Desaster vor mir zu vertuschen – mit bis zu 20% Zinsen im MONAT. Folglich war sie schnell hoffnungslos bankrott, und ich mußte den Schaden von ~360000EUR reparieren, um auch unsere verpfändeten Grundstücks-Papiere zurück zu bekommen. Daran arbeite ich seit 1 Jahr, denn die Wahrheit lieferte sie mir nur etappenweise, immer wenn nichts mehr zu leugnen war.
Während ich im Frühjahr verzweifelt Tag und Nacht darüber nachdachte, woher ich Bargeld bekommen konnte (von 0 Geld-Sorgen zu täglichen), entwickelte meine Frau ihre Online-Liebes-Beziehung zu einem amerikanischen IT-Spezialisten, mit dem sie seit 2011 bei Twitter Kontakt hatte. Schon bei ihrem merkwürdigen Versuch, kurz nach einer ausgedehnten Bali-Reise gleich wieder hinzufahren, ahnte ich aufgrund ihres völlig veränderten Verhaltens, daß irgendetwas im Gange war, und fragte sie ganz offen: „Hast Du sonst noch irgendwelche Geheimnisse?“
Antwort: „JEDER hat seine Geheimnisse.“
Während ich mich abquälte, wurde ihr konspiratives Verhalten immer offensichtlicher. In ihrem Tagebuch fand ich dann die Erklärung: Ihrem Online-Lover (Love forever, Queen Sayang) war die Frau in England erschossen worden, auch seine Söhne starben keines natürlichen Todes. Wassen Schicksal! Bei sowas schmelzen suchende Herzen. Ich begegnete mal einem im Internet, der dort um seine an Krebs gestorbene Frau trauerte. Er beweinte das auch musikalisch. Die Damen lagen ihm zu Füßen. Später wurde er enttarnt. Er lebte schon länger mit einer Verrückten zusammen, die er aber loswerden wollte. Ich vermute, daß das Internet ebensoviele Ehen zerstört, wie es neue Beziehungen schafft. Wie verliebt man sich per Email? Ich kann das nich. Ich schätte auch nich. Achso, Skype! Was zieht man denn so an, wenn man skeipt? Von Erpressung wegen Videos war noch die Rede, und sogar „Fuck you!“. Das geht ja gut los.
Ex-Mahal: „Was ist es, was Dich an ihm so anzieht?“
Queen Sayang: „Das möchte ich Dir nicht beantworten. Er ist einfach anders. JEDER ist anders.“
Ex-Mahal: „Wie stellst Du Dir vor, daß es mit uns weitergeht?“
Queen Sayang: „Das weiß ich nicht.“
Ex-Mahal: „Wie MÖCHTEST Du, daß es weitergeht?“
Queen Sayang: „Ich möchte frei sein.“ (Wäre mit dem Geld zu verwirklichen gewesen, das sie verspielt hat.)
Ex-Mahal: „Frei von was?“
Queen Sayang: „Ich weiß es nicht.“
Mit 66? Nach 40 Ehejahren? Stark verspätete Midlife-Crisis? Ein unbestimmtes Gefühl, im Leben etwas verpaßt zu haben? Buddhistisch iss das nich, obwohl sie dem Dalli Lama auf Twitter folgt.
Allein kann ich unseren Hof nicht bewirtschaften, schon gar nicht im fremden Land. Um nach D zurückzukehren, fehlt mir nun das Geld, und ich bin auch zu alt. Wer mit 67 nochmal von vorne anfangen muß, hat was falsch gemacht. Was habe ich falsch gemacht – außer meiner Frau blind zu vertrauen? Großzügig will sie mich auch nach der Trennung weiter sponsorn. Sonst würde man mich nämlich aus Indonesien rausschmeißen.
Ich weiß nich weiter.
Mein Gehirn brennt.
Un dolor nuevo, desconocido y terrible!
Ein neuer, ungekannter und fürchterlicher Schmerz.
Nachts, wenn ich nich schlafen kann, habe ich das Gefühl, als ob sich unter mir der Boden öffnet, und ich in einem schwarzen Loch versinke.

Foto: Edvard Munch, „Eifersucht“, um 1895

7 Gedanken zu „Frühling für Oma

  1. OK, diese Gefühle hatte ich auch, nachdem ich erkennen mußte, daß mein Land immer auf der Seite der Täter und Brandstifter steht. Daß ich sogar versichert war, ich also auch alles richtig gemacht habe, zählt nichts in einem „Rechtsstaat“, in dem die Parteischranzen wie Friedrich Merz (CDU) im Aufsichtsrat des Versichertenbetrügerkonzerns sitzen, die teilen sich dann das „gesparte“ nicht an den Versicherten ausgezahlte Geld.
    Solange, wie mein Schatz zum Glück noch lebt, kann ich allerdings nicht Amok laufen, sonst sehe ich sie in diesem Leben nicht wieder.

  2. Der Staat sagt, wir seien ein freies Land, ich dürfe jederzeit im Lotto gewinnen und dann sei ja alles wieder gut.
    Und die Brandstifterin (die statt mich damit eigentlich einen Prof. Dr.Dr.Dr. Schwendter treffen wollte, sei eine Person die „Hilfe braucht“.

    Die AXA-versicherung hat Jahre später im CDU-Foruzm wo ich Stimmung gegen sie machte ausrichten lassen, sie hätten mich zusammen mit MEINEM Anwalt beschissen, ich solle mioch doch an den wenden.
    Mandantenverrat, falls es einer war, wäre aber schon ein Jahr nach der Tat verjährt gewesen.
    Gekriegt habe ich unter der Erpressung, daß ich als Selbstständiger Pleite gehe wenn ich es auf einen jahrelangen Prozeß ankommen lasse, nur einen Bruchteil, und zwar unter Vorspiegelung einer falschen Brandursache, „techn. Defekt“ in der Stromleitung, was ja VIELLEICHT vermeidbar gewesen wäre, also „Mitschuld“.

    Jahre später hat mir ein Staatsanwalt versehentlich die Ermittlungsakte zukommen lassen, dort steht definitiv das Gegenteil: kein techn. Defekt.
    Gleich nachdem ein Vergleich unterschrieben war, damit ich nicht GLEICH sondern später pleitegehe, drohte die Nachbarin damit, „ich darf es jederzeit wieder tun, der Arzt hat ja gesagt ich kann nichts dafür“.

    Das eigentlich gemeinte Anschlagsziel bekam danach vom SPD-Bürgermeister einen Bürgerrechtspreis: das Marburger LeuchtFEUER.
    Dafür, daß er die Antipsychiatriebewegung gegründet hatte, die mitverantwortlich war, daß eben einige Irre zuviel unbetreut frei rumliefen, u.a. auch „meine“ feurige Nachbarin.

    Ich habe von der AXA 300.000 zu wenig gekriegt und deswegen habe ich dann (hatte ja schließlich Totalschaden) natürlich doch alles verloren, weil man das Rennen gegen die Zinsen nicht gewinnen kann. FAST hätte ich es trotzdem geschafft, bis das Finanzamt gehört hat, meine Unterlagen seien ja weg (Verstoß gegen zehnjährige Aufbewahrungsfrist) und rückwirkend alle Steuerbescheide aufgehoben hat und neu „geschätzt“.

    Bevor das passiert ist, war ich ein hilfsbereiter Mensch.
    Da wäre es normal gewesen, jemandem mit Deinem Schicksal einfach mal eben das Heimreise-Ticket samt vorläufige Meldeadresse zu geben. Ich habe immer nach der Devise gehandelt, ich könne ja sowieso das Geld nicht mit ins Grab nehmen, und die Wahrscheinlichkeit vom Blitz getroffen zu werden ist ja höher als im Lotto zu gewinnen.
    Mich hat aber stattdessen der deutsche Antipsychiatriebewegungsstaat getroffen statt der Blitz.

  3. Echte und SEHR üble griechische Tragödie. Die Antipsychatrie-Bewegung war geistich so entwickelt wie Baader-Meinhof. Das habe ich auch erlebt: Bevor eine Irre weggesperrt wird, musse dich schon mindestens anschlitzen.
    Bemerkenswert ist, wie kompliziert solch ein Stück in D abläuft. Hier spielt man noch archaischer. Das Ergebnis ist das gleiche.

  4. Mein tief empfundenes Mitgefühl hilft Dir wenig.
    Es ist eine dieser hinterindischen Geschichten, über die ich anfänglich schmunzelte. Heute lösen sie bloss Brechreiz aus. Leser in Europa konnten sich die traurige Realität kaum vorstellen und fragen naiv:
    „Warum heiratest Du Dick nicht?“
    Du hast wenigstens Ziegen. Ich muss mich mit Ameisen begnügen.

  5. Ameisen hab ich auch jede Menge, die im günstigsten Falle nur über mich rüberkrabbeln. Übrigens tief gehaßt von meiner Frau und ein Grund dafür, daß sie „raus“ will. Mir als Chinesen machen sie natürlich nich so viel aus. Außerdem werden sie mich irgendwann entsorgen.
    Um wirklich nachvollziehen zu können, was Dir widerfahren ist, muß ich erst noch mehr in Deinem interessanten Blog lesen – falls ich aus diesem Tief noch mal rauskomme.

  6. Pingback: Die Falschspielerin | Flaschenpost

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