Ziege im Gefängnis

empfang

Your whole life can change in a second and you never even know when it’s coming.“
Before and After“, (1996)

Und dann kam Windows 10. Kurz bevor der Schtrom wieda mal 6 Std. ausfiel, gelang es mir im Verlauf von einigen Tagen, Windows 10 komplett runtazuladen und zu installieren. In meinem Laptop funktionierte das nich, sondern er zeigte mir nur den Fehler-Code 1900101-20017 an. Für den gips inzwischen im Indanetz schon eine ganze Fan-Gemeinde. Die angebliche Korrektur verlangt schwierige Eingriffe im BIOS. Das lasse ich lieba. Doch in meinem stationären PC lief alles gut – zuerst. Inzwischen muß ich ihn meist restarten, um ins Indanetz gelangen zu können. Das iss neu. Auch die gelegentlichen Abstürze des kantigen Browsers.
Mir gefallen aufwendich gestaltete, plastische Icons, deren schwarze Umrahmungen sich im schwarzen Hintergrund auflösen. Solche setz ich mir gern auf den Dextop, selbst wenn ich das Programm nich oft benutze. Das iss vorbei. Programme heißen jetzt Apps und haben Icons mit dem piktogrämlichen Charme von Klo-Hinweis-Schildern. Minimalistischer als die Orientierungs-Gemälde an der neuen Tankstelle unseres Regierungspräsidenten. Resourcenschonend? Dafür wird sonst geklotzt, wenn man nich alle übaflüssigen Apps gleich wieda rausschmeißt oda zumindest ruhichstellt, besonders dieses mistich-aufdringliche OneDrive. Optisch iss Minimalismus angesagt. Dünnste Linien auf weißem Grund, besonders beliebt Hellgrau auf Weiß (Wird sofort besser, wenn man alles schwärzt!). Wo man früha visuell mit auffälligen Schaltflächen geführt wurde, muß man jetz suchen, wo der Zeiger zuckt. Dafür große Slogans wie: Wir arbeiten gerade und Was suchste eigentlich? oda Wo willste als nächstes hin? Iss also Windows für Doofe.
Begrüßt wird man 2x. Zuerst ein minimalistisch-perspektivisches Fensta mit achterbahnenden Lade-Punkten, danach wird alles eine Weile schwarz. Dann ein Monster-Foto mit 3cm hoher Anzeige der Uhrzeit. Zum Glück kann man die arschglatten Fotos der Knips-Meista gegen ein Satellitenfoto der eigenen Reisfelda austauschen, was mich imma mit dem Alptraum versöhnt, den ich gerade erlebe („Romantis“, meinte der Anwalt in Betrachtung unseres Hauses und ahnte nix von dem Chaos darin.). Vor diesem Bild kann man von 8:58 bis 9:00 warten, doch passiert solange nix, bis man die Nerven valiert und zudrückt. Danach kommt die Ziege ins Gefängnis.

gefangen

Vielleicht lag es daran, daß ich gerade „Papillon“ wiedalas, denn sofort stellte sich bei mir die Assoziation Gefängnis-Zelle ein. Und als ich kurz darauf das Polizei-Gefängnis in Kema besuchte, weil meine Frau einer ihrer betrügerischen Schuldnerinnen das Auto geklaut hat, vastärkte sich das noch. Design iss bei Windows eben schon imma Glücksache gewesen. Wichtich iss nur, wie das vorherige Produkt veraltet. Richtich dösich sieht auch der neue Papierkorb aus, wo ich den ganzen programmierten Schrott reintue. Was rizeikelt der eigentlich? Bytes zu Humus? Den mach man ganich auf dem Dextop untabringen, so minimalistisch iss der. Der beste, den ich ma hatte, sah gefüllt richtich vadreckt aus, und Fliegen schwirrten um ihn rum. DAS wa schön. Und SO sieht ein ordentlicha Papierkorb aus:

Papierkorb

5 Gedanken zu „Ziege im Gefängnis

  1. http://monde-diplomatique.de/artikel/!5220895

    bindoofs10?
    nee-nee, hettich nich gedacht, dass sowas gerade du nich jetz dir das ma eben so runta holst;
    iss doch imma so, dass das neue auffen markt kommt ehe es fertich iss, das machen dann die kunden, die heissen user; bessa schon, wennde frau a aussem knast freikaust, das gefällt mir!

  2. Das mussich schon machen, weilse den Support für Fensta 7 einstellen. Ich bin ja ganich ers aussem Fensta 8 gefallen. Außadem hat Fensta 10 jetz sogar meine Namen inne richtige Reihenfolge gekricht. Na also!
    Aba meine Frau würd ich übahaupt nich freikaufen, denn wennse im Knast säße, könntse keinen Schaden mehr anrichten.
    Und watt den Le Monde-Artikel betrifft: Von wegen religiöse Toleranz. Das musse Dir so wien kalten Kriech vorstellen. Alles läuft untam Gebets-Teppich ab (z.B. wer baut wo wieviele Tempel?), und es gibt keine lärmenderen Gläubigen in Indonesien als die Protestanten. Atheist kannste nur im Schrank sein. Sonst isses lebensgefährlich.

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