Die Lieblichkeit des Religiösen

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In ihrem Buch „Jetzt oder nie“ stellt Helga Hegewisch (*1931) u.a. den muslimischen Pakistani Mohammed D. Rehman vor, aus dem der englische Jude David M. Rehman wurde.
Als alle Moslems Indien verlassen mußten, wurden auch die Hindus aus Pakistan vertrieben. Daß Rehmans Vater, der mit seiner Familie 1947 aus Bombay geflohen ist, sich für den Verbleib eines Hindu-Freundes einsetzt, kann nicht verhindern, wie jener ermordet wird. Sein schon durch die Abneigung gegen die Teilung stigmatisierter Vater stirbt bald darauf aus Kummer, die Familie wird von Muslimen schikaniert, das Geschäft boykottiert, Müll auf ihr Land gekippt, die Töchter verspottet. Aus dieser Erfahrung heraus wendet sich Rehman vom Islam ab und dem Judentum zu, was für ihn gewisse Ähnlichkeiten aufweist: „Der Islam ist eine Secondhand-Religion, nichts ist original gewachsen, alles ist fremden Ursprungs und übernommen worden.“ Als er seine Landsleute darauf hinweist, daß alle muslimischen Propheten Juden gewesen seien, wird er fast gelyncht. Manche der simplen Gläubigen, die man gut für Glaubenskriege instrumentalisieren kann, sind der Ansicht, „daß der erste Mann auf dem Mond ebenfalls ein Muslim gewesen sei, denn diese Nähe zu Gott könne niemals ein Andersgläubiger erreicht haben.“ Rehman mag das Nachbeten vorgefertigter religionsabhängiger Maxime nicht mehr akzeptieren, welches jegliche schöpferische Exzellenz und Erfüllung unmöglich macht, alle Kreativität im Keim zerstört und ihn selber dadurch zu einem Instrument geistiger Versklavung degradiert, aus der niemals Größe wachsen wird. So flieht er nach England, wo er sich durch eine Scheinehe das Aufenthaltsrecht erschleicht und nun als „Schwarzer“ stigmatisiert ist. In der muslimischen Diaspora Londons findet er die gleiche religiöse Arroganz ohne übergreifende Ethik, die gleiche Unoriginalität, Enge, geistige Korruption und Konformität wie in Pakistan. Als er deshalb zum jüdischen Glauben konvertiert, zeigt ihn ein fanatisch-rachsüchtiger Vetter wegen seiner Scheinehe an. Zwar wird er auch in seiner neuen Gemeinde nicht voll akzeptiert, jedoch gelingt es jener wenigstens, die Ausweisung nach Pakistan wegen Todesgefahr abzuwenden (Israel will ihn nicht aufnehmen!). Wie viele Konvertiten ist er nun ein besserer Jude als die originalen und möchte am liebsten missionieren: „Ich könnte zum Beispiel zurückgehen nach Pakistan, in meine Stadt Peshawar, wo man mich kennt. Ich könnte mich auf den Marktplatz stellen mit einem Schild in der Hand: ‚Mein Name ist David Rehman. Weil ich den Islam aus tiefster Seele verachte, bin ich zum Juden geworden.‘ Vermutlich würde man mich umbringen.“
Das mit dem Schild würde ich auch gerne tun – aber mit anderem Text, denn auch das hiesige, fanatisch vorgetragene Christentum ist ein reines Secondhand-Produkt orientierungsloser Ungebildeter.

2 Gedanken zu „Die Lieblichkeit des Religiösen

  1. Das Prinzip der hier beschriebenen ungebildet-religiösen wiederkäuenden Eiferer wohnt der geballten und sich zusammenrottenden Angst vor den entsprechenden Fanatikern nicht minder inne. Das „Charlie“-Getue und die braunen Pegida sind die jüngsten deutschen populistischen Beispiele solcher Neigungen.

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