Chinesische Naturheilkunde

Akupunktur

Zwar hat der Westen die Medizin auf wissenschaftlicher Basis entwickelt, doch die Chinesen ihre Naturheilkunde: „Herbs don’t have chemicals!“ Biologie ist anstrengend, Chemie noch mehr. Deshalb meidet der gemeine Ungebildete die Wissenschaft, ist jener gegenüber sogar sehr kritisch eingestellt, folgt aber gerne den sofort einleuchtenden Märchen der Okkultisten. Das macht in China sogar Sinn, da die Qualität der ausgebildeten Ärzte sehr gering sein soll. Zumal man sich dort, genauso wie in Indonesien, Ausbildungs-Abschlüsse kaufen kann. Nichtbehandlung bei Geldmangel, falsche Medikamente oder Fake-Drugs und staatlich-zementierte Korruption können gelegentlich schon mal dazu führen, daß ein Arzt gelyncht wird. Beim Naturheiler bekommt man dagegen eventuell noch Lebensberatung inklusive. Allerdings hat die Erfindung von Viagra doch zu starken Einbußen im Naturheil-Markt geführt, was besonders die Nashörner begrüßen. Während Nebeneffekte von Medikamenten auf wissenschaftlicher Basis argwöhnisch beobachtet werden, erfährt man darüber in der Naturheil-Szene wenig. Im günstigsten Falle wirken die Behandlungen nicht, stirbt jemand wegen Nichtbehandlung an Krebs, wird es schon ernster. Auch Empfehlungen an neue Mütter, Duschen und Fernseher zu meiden, sind mehr als nur kurios. Tatsächlich haben Krankenhäuser oftmals mit den negierten Nebeneffekten von Naturheilung zu tun. Manche der Heiler landen sogar im Gefängnis, weil sie ihre Patienten vergiftet haben. Deshalb sind allein 60% der chinesischen Naturheil-Produkte für den Export verboten.
Das alles wird jedoch keinen dummen Bremer davon abgehalten haben, im Jahre 1997 dem Dargebotenen im Übersee-Museum zu folgen: Vorträge wie „Moxen zur Selbsthilfe“, „Energietyp-Bestimmung als Grundlage für Akupunktur-Therapie“, „Ernährung nach Yin und Yang“, „Feng Shui“, „Reflexzonen-Behandlung in Theorie und Praxis“, „Sechs Heilende Laute“, „Schröpfen gegen Schmerzen“ (obwohl deutsche Ärzte im Schröpfen durchaus erstklassig sind), „Ernährung nach den 5 Elementen“, „Gesundheitsförderung mit Taiji, Qi-Gong, Shiatsu“.
Dabei helfen nicht nur Pflanzen sondern auch Tiere: 3-5g Zikade wirken fiebersenkend und krampflösend, sind gut gegen Grauen Star und „Wind“-Hitze. 1-2g Horn des Panzer-Nashorns helfen gegen Nasenbluten, Hitze, Schwindel und Krämpfe (analogisch einleuchtend, daß Nashörner gut gegen Nasen sind). Da es sie deswegen kaum noch gibt, die Hörner, verwendet man Wasserbüffel, allerdings in höherer Dosierung (10g). Deren Gallensteine wiederum wirken gegen Hitze, Reizbarkeit, Krämpfe, Schwellungen und Eiter. Ersatzweise Gallensteine von Kühen oder Schweinen. Die Nasenotter heilt nicht Nasen sondern mit 4-10g sogar Lepra und Rheuma. Wogegen der auch sehr giftige Tausendfüßler gegen die Nasenotter wirkt. Ebenso gegen Angst (vor der Nasenotter?) und Eiter. Mit Regenwürmern reinigt man die Meridiane, weitet die Bronchen und entwässert. 4-8g des Haushuhns sind gut gegen Verdauungs-Störungen und Blasenschwäche. Selbstverständlich fördert man mit 10-25g Schildkröte das Wachstum von Knochen und Knorpeln bei Säuglingen. 3-10g Gottesanbeterin waschen die Nieren, helfen gegen Bettnässen und Impotenz. Und nicht zu vergessen der Esel, der mit 10-15g Blut und Lunge säubert. Dadurch beseitigt er bleiche Gesichtsfarbe und Schlaflosigkeit.
Letztere jedoch nur, wenn er nich schreit.

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