Ausweglos arm

Banco-Muchapasta

„Laut Deutscher Bundesbank lägen rund 40 Prozent des Geldvermögens der privaten Haushalte in Spareinlagen und Bargeld. Für einen langfristigen Vermögensaufbau und die private Altersvorsorge sei das der falsche Weg, meine Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des deutschen Fondsverbands BVI, und plädiere für die Fonds-Anlage … Durch die aktuelle Geldpolitik der Europäischen Zentralbank seien die Zinsen so niedrig wie nie. Das sei gut für Kreditnehmer, aber Gift für Sparer. Wer sein Geld weiterhin in die hierzulande beliebten und vermeintlich sicheren Geldanlagen wie Spar-Bbuch, Festgeld oder Lebensversicherungen stecke, könne mit den Zinsen kaum den natürlichen Kaufkraftverlust des Vermögens ausgleichen. Auf dem Papier stehe dann nach einigen Jahren zwar ein höherer Betrag, real habe der Sparer aber Geld verloren. Wer den Wert seines Geldvermögens erhalten oder steigern wolle, müsse sich daher nach Alternativen umsehen.“

Welche wären das? Auch Fonds eignen sich perfekt dazu, sein Geld zu verlieren. Selbst wer rechtzeitig Rentenfonds-Anteile zu niedrigen Kursen als Alters-Versorgung gekauft hat, findet sein Portfolio aktuell im Minus. Bleiben noch die Ausschüttungen, die den Zinsen entsprechend sinken. Ganz übel wird es, wenn eine schweizer kriminelle Vereinigung wie die UBS, die in fast jeden großen Finanz-Skandal verwickelt ist, die Ausschüttung ihres Internationalen Rentenfonds einstellt. Ein krasser Vertragsbruch, der jedoch von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht genehmigt wurde. Angeblich gehe nichts verloren, da ich ja anstelle der Ausschüttung Fonds-Anteile verkaufen könne. Deren Preis befindet sich jedoch im Minus. Während ich bei zwar sinkenden doch stattfindenden Ausschüttungen immer noch einen konkreten Gewinn erziele, und sich die Anzahl der Anteile nicht verringert, handelt es sich beim Verkauf von Anteilen mit Negativ-Kursen um realisierten Verlust mit berechenbarem Ende. Dagegen kann man von Ausschüttungen theoretisch unbegrenzt leben.
Dazu kommen aktuell die durch Betrug, Wucherzinsen und krasse Dummheit verursachten 235000EUR Schulden von Frau Ilsebill, die ich begleichen mußte, und von denen höchstens ein Teil in unabsehbarer Zeit wieder reinkommt. Das hängt u.a. von der notorischen Betrügerin Linda ab. Jedenfalls, zusätzlich zu der Aussicht auf negative Zinsen und ohne Rente und Kranken-Versicherung, eine faszinierende Alters-Perspektive. Früher erschienen Anzeigen in Zeitungen, bei denen ich nie erwartet habe, daß ich sie auch mal gerne aufgegeben hätte: „Für die Schulden meiner Frau … komme ich nicht auf.“
„Um heutzutage in eine Schuldenfalle zu geraten, bedarf es wenig eigener Anstrengung und ist oft mit Fahrlässigkeit und Leichtsinn zu erklären. Eine solche Schuldenfalle ist, besonders für junge Leute, das Handy … Eine besonders verbreitete Schuldenfalle ist immer noch die Verwendung von Einkünften, die zwar mit Recht erwartet, die aber ausbleiben.“
„Verschuldung bis zur Überschuldung kann unmittelbare Ursache eines Abstiegs sein, kann aber auch ein falscher Bewältigungsversuch von Abstiegsfolgen sein, nämlich deren Verschleppung oder Kaschierung mit verschlimmernder Wirkung.“
„Mein Lebenskonzept ist völlig aus den Fugen geraten“, berichtet Alfons B. (48). Vor einem Jahr hätte er noch „seinen Alltag als glücklich und seine finanzielle Situation als geordnet bezeichnet“, doch heute stimme nichts mehr. 12,4% der Düsseldorfer seien mit einer durchschnittlichen Höhe von 35000EUR überschuldet. Da haben sie noch Glück gehabt, diese durchschnittlichen Düsseldorfer. Genereller Rat der Evangelischen Schuldner-Beratung: „Reden Sie mit ihren Kindern über Geld.“ Das nützt nicht mal bei Erwachsenen. „Typisch ist ein relativ niedriges Ausbildungsniveau der überschuldeten Personen. Danach waren nur 3,8% der Überschuldeten Akademiker.“ Solange man nicht rechnen kann, sich eher für Twitter als für Finanzwissenschaft interessiert, nicht gewisse preußische Tugenden verinnerlicht oder zumindest ein buddhistisches Verständnis von Gier hat, sollte man das Wirtschaften den Akademikern überlassen.

http://vom-minus-ins-plus.de/grundlagen/was-ist-die-schuldenfalle/index.php
Martin Doehlemann, „Absteiger – Die Kunst des Verlierens“, 1996

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