Raumordnung

raumordnung

“It just occurred to me … I’ve traveled halfway around the world, at great expense, simply to kill a different kind of bird.” A man called horse

Raumordnung iss deutsch! Man ordnet den Raum, um bessa drin leben zu können. Iss vernünftich. Hinterher stellt man fest, daß der Raum optisch langweilich und klimatisch unerfreulich geworden iss, und man am besten auswandert. Der Dschungel kann so unordentlich sein, daß man ihn a) eventuell nich betreten und ihn b) deshalb ganich ansehn kann. Auch gips darin Bewohner, die das ablehnen, wie zum Bleistift die Hornisse, die mich in den Arm gestochen hat, daß ich 2 Tage was davon hatte, obwohl ich unschuldich war. Zuerst hatse mich imma verwarnt und mir jedesmal auf den Kopf gepocht, wenn ich nur an der absterbenden Bambus-Staude vorbeiging, in der se anscheinend ihr Einfamilienheim eingerichtet hat, das ich jedoch nich finden kann. Einmal isse mir ins Gesicht geknallt und hat sich hinterher auf ein Blatt gesetzt, um sich zu putzen. Dabei war ich erst aufem Weg zur Arbeit und deshalb noch ganich so dreckich. Immahin lernt man auf solche Weise, daß man 6 Hornissen-Stiche in den Kopf noch übaleben kann. Bei 12 wär ich mir nich so sicha. Zumindest bräuchte ich dann 2 Schmerz-Tabletten. Als der Arm geheilt war, hatse mich gestern innen Kopf gestochen. Die mag mich einfach nich. Da läßt sich beim bestem Willen aus der tatsächlichen Dissonanz keine theoretische Harmonie erzeugen und eine fungible Einheit im komplexen Prozeß von Mensch und Natur hypostasieren, sondan es bleibt nur noch die von Hegel kritisierte „Angst vor dem Objekt“ übrich.
Und dann iss da dieses Sumpfloch an der Grenze zu meinem Nachbarn Anki, dem Schlachter. Ich hab ihn angestochen, den Sumpf, um 2 Zuflüsse für einen großen Teich zu haben, weil man nie weiß, wann die Wilden einem das Wassa abgraben. Vorher hab ich latürnich alle Barsche und Guppys aus dem Loch gekeschert und in den Teich umgesetzt. Aba da gips noch die schmarotzenden Wilden, für die keine Grenzen existieren. Sie klauen, was sie erreichen können: Früchte, Farn, Fische, Frösche, Vögel, Warane, Hunde, Ziegen. Deshalb hab ich den Sumpf als Hindernis jetz mit Wassa gefüllt und auch wieda Guppys gegen die Mücken reingesetzt. Dazu buddele ich einen Grenz-Graben durch die ganze Gummiboden-Zone. Jeden Tach 1-2m. Mehr schaff ich nich. „Und wenner fertich iss, fallen Ankis tote Sago-Palmen und seine Riesen-Bananen um, und haun alles wieda kaputt“, sachte ich noch zu meiner Frau, bevor 1 abgestorbene Sago-Palme und 2 seiner Riesenbananen umkippten und alles plattmachten. Anki kümmert sowas nich. Zum Glück fiel der Sago-Stamm diesmal in Ankis Richtung. Aba die Bananen-Stauden genau in den Sumpf, wo ich sie mit Mühe wieda rauszog. Einmal hat mir das schon den ganzen Grenzzaun zerstört. Danach öffnete 1 Wilder den Sago-Stamm und erntete heimlich Sago auf meinem Grundstück.
Ebenso die mit Sack und Knüppel ausgerüsteten Vogel-Jäger, die ich neulich nachts gejagt hab. Zuerst sieht man nur den Schein ihrer Lampen herumgeistern. Roger, den Australier, der sich in der Nähe angesiedelt hat, ärgert das auch. Da sich das nun wiedaholte, bin ich mit meiner verbogenen Lenkstange von meinem Ex-Jeep raus, vor der mich die Polente gewarnt hat, sie einzusetzen. Sie iss wirklich aus sehr tödlich-solidem japanischem Stahl. Zum Glück schien etwas Mondlicht durch die Regenwolken, sodaß ich meine Lampe nich benutzen brauchte. Außadem kenne ich den Weg vom täglichen Gras-Schneiden für die Ziegen. So konnte ich mich an die 2 jungen Schmarotzer anschleichen. Genau wie die Jäger im deutschen Moor, waren sie derartich im Jachtfieber, daß sie nix anderes mehr sahen. Im Moor durften diese Irren bis in unmittelbarer Hausnähe schießen, da es sich um Außenbereich handelte. Es gibt kaum etwas Erhebenderes, als am Fenster zu sitzen, in Betrachtung eines Fasans versunken, den die selbsternannten Heger extra aussetzen, um ihn umbringen zu können, und dann plötzlich: PANG!
Als ich auf einem Wall genau über den tropischen Arschlöcher stand, brüllte ich sie an. Erschreckt rissen sie ihre mit Lampen bestückten Köpfe hoch, antworteten stotternd „Ja-ja-ja-ja!“ auf meine sehr laute Aufforderung, sofort zu verschwinden, und eilten sehr zügig zurück zu ihren mit übagroßen Soundanlagen verstopften, miserablen Schrott-Hütten.
Raumordnung, das bedeutet hier Ausübung von Macht. Rechts-Ansprüche zählen nich. In D hat der Staat das Monopol, hier muß man es selbstmachen. Was wird, wenn ich 70 bin? Dann fressen mich die Wilden gleich mit auf. Aba man iss ja schon froh, wenn einem das Fluchzeuch von Ternate mit dem Namen „Pilatus“ nich auf den Kopf sondan lieba 10km entfernt in den Pazifik stürzt. Man soll ja sein Fluchzeuch auch nich „Pilatus“ taufen und damit üba christliches Gebiet fliegen. Ich hätt es „Schuppiluliuma“ genannt. Das wa ein hethitischer Könich, der in Ruhe an eina Seuche gestorben iss.
Mit diesem Jahr des Pferdes iss ja wohl total was nich in Ordnung.

crash

17 Gedanken zu „Raumordnung

  1. Gut zu wissen, dass du den Hornissen-Attacken getrotzt hast. Von Bienen und espenist mir bekannt, dass sie ein Personengedächtnis haben, wahrscheinlich ein olfaktorisches, das hat dann deren große Verwandte wahrscheinlich auch.

  2. Genau so verhält die sich! Als ob se mich schon kennt. Aba heute Nachmittag beginnt der große Gegenangriff. Tabletten liegen bereit.
    Du schreibst, als ob Dich auch was gestochen hat.

  3. Ich weiß nicht was besser ist: Das tatsächliche Hauen und Stechen im Dschungel oder das mentale Aufeinanderhacken hier in der sogenannten Zivilisation. Manchmal wäre mir echter stinkender Dreck lieber… manchmal.

  4. @Peggi: Du verkennst, daß ich hier BEIDEM ausgesetzt bin, und daß auch die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen hier WESENTLICH gröber ablaufen.

  5. so wiese da liegen, sehen die blauen blätta aus wie appsturz-teile von diesem jesus fluchzeuch pill at us!
    ansonsten wünsch ich die nötige winta-gelassenheit in eurer embryonic society; dann isse auch wida friedlich, diese horn isse, die will, dasse mit ihr sprichst;
    mich wundatt, dassde als rentna noch imma selba raus inne nacht geest, mach doch so lautsprecha hoch anne bäume, dann kannste se vom bett aus anbrülln; … macht aba waschweinlich die ruhe im haus kaputt, dann iss bessa draußen…

  6. Also das muß irgendwie n Virus sein mit dem Blau. Die Wilden sagn imma blau (biru), wenn was grün (hijau) iss. Vielleicht sone Art verbale Rot-Grün-Blindheit. Die Bananen-Blätta sind oben gelbgrün und unten blaugrün. Unten manchmal mit einer fast weißem Schicht, von der meine Ziegen weiße Nasen bekommen, als obse Kokain geschnupft ham. Aba sie sind nie blau, die Blätta.
    Und auch mit diese Hornissen liechste ganz falsch. Die fliecht Dir final innen Mund, wände mit ihr sprechen willst. Schon wänse Dir von außen innen Hals sticht, könnte das ne arge Verstopfung ergeben. Nich nur diesen wüsten Schock-Schmerz. Stattdessen hab ich mich heut als Moskitonetz verkleidet (Foto folgt), hab den Bambus aufgerissen und das Nest angebrannt und ausgeräuchert.
    Mit dem Sehrlautsprecher iss ansich ne gute Idee. Das Problem wär bloß, daß er sehr laut wär, und dadurch alles noch lauter wird, zusätzlich zu diesen Kirchen-Sehrlautsprechern, mit denen bekanntgegeben wird, wer wieviel gespendet hat, und wann Jesus wieda kommt. Bessa wär n Gewehr mit Nachtsicht-Gerät. Ich hab ma bei der Wehrmacht mit sowas geschossen und bin 2. geworden, obwohl ich nie gedient hab. Man könnte ihnen damit einfach die Lampe vom Kopf schießen. Leida iss sowas streng vaboten. Alhamdulillah, möchte man fast sagen, denn sonst hätten wir hier dauernd Feuergefechte wie aufen Philippinen. Deshalb schmeißen die Wilden nur mit Steinen oda zerhacken sich gegenseitich. Das muß an der Hitze liegen, daß hier imma so heftich reagiert wird. Iss ja auch füsikalisch-atomarisch logisch.

  7. ich meinte nich die blätta, wiese in wirklichkeit sind, sondern die auf dem foto, ohne jezz umne nuance zu streiten, kannste grün im hintergrund der fluchzeuchteile sehn oda beim farn linx vorn, grün iss andas, dassedas nich so genau meer waanimms, kommt davon, weiless zwa sago-pal
    men un hizze bei euch gippt aba kein schnee; das weisse auffa ziegennase reicht als ausgleich dafür nich aus;
    na kla isses vaboten, dasse dir innen mund fliecht, diese horn isse, und wennde eim die lampe vom kopf schießt isses das auch, aba dann geet die kaputt und die kugel iss wech, da issa allein mit seina kaputten lampe und da kanna hintaher nich sagen, dasses ein schuss wa.

  8. Das stimmt schon, daß ich nich mehr alles so genau wanehme. Liecht eher am Alta als annem Weißabgleich. Aba Du hass sicha Deinen Kindan auch imma gesacht: Kinda, verwechslert nich das Bild mit die Wirklichkeit! Das sollte sich ja seit Platon schon ma langsam rumgesprochen ham, aba die Wilden kapiern das nich. Deshalb muß man mit Foto-Farben sehr vorsichtich sein, besondas bei der Bildanalüse.
    Ach son Sniper-Gewehr mit Nachtsicht-Aufsatz wär schon sehr praktisch für die Regulierung der hiesigen Verhältnisse. Ich wünsch mir ja imma 1 zu Weihnachten, aba es kommt keins.
    Und weiße, was hier gerade hinta mir angebrummt kam? Ne Hornisse! Der hab ich gleich eine geklatscht.

  9. Jajaja, ich hab nich angenommen, daß es ein Paradies gibt (die Hölle auf Erden schon), aba man kann es ja mal versuchen.

  10. Ein Hoch auf die Langzeitforschung😉 Halte durch!!! Lass uns weiter teilhaben, den Mittelerdesenf gibt’s gratis. Gute Gelingeswünsche dazu, ehrlich. LG

  11. Pingback: Nachteinsatz | Flaschenpost

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