Der ultimative Blog-Award

Award

Marketing ist eine Verkaufs-Strategie. Die Führung eines Blogs geschieht dabei bewußt marktorientiert. Maximierung der Zugriffe und Subskriptionen ist das Ziel. Dabei werden manisch wechselnde Programmierungs-Popeleien ebenso eingesetzt wie die Erzeugung einer Corporate Identity. Die üblichen Blog-Awards werden von EINER Person an eine andere verliehen. Was deutlichmacht, daß nich Qualität sondern Multiplikation per Ketten-Brief das Ziel iss. Man stelle sich einen Literatur-Award vor, den man peinlicherweise nur von EINEM Leser bekommt. In Indonesien verleihen Firmen, Behörden und Gruppen Awards in Form von goldich-aufgemotzten Plastik-Pokalen an sich selbst. Der Wilde war schon imma Meister der Selbstauszeichnung. Früha mußte er sich tätowieren oda 1 Knochen in der Nase tragen, heute kauft er sich 1 Doktor-Titel und besitzt eine ganze Vitrine voller Auszeichnungen. In Manado gips Geschäfte, die auf sowas spezialisiert sind. Dieser Award diente als Sonnenschutz eines häßlichen Sofas namens „Liberty“ für 254EUR.

liberty

Der obige Award sollte an Blogger verliehen werden, die schon einen Award besitzen. Dabei sind folgende Fragen zu beantworten:

Wieviele Followers hast Du?
Das weiß ich echt nich. Sicha wird WordPress das irgendwo anzeigen. Müßte ich ersma suchen. Ab und zu krich ich so Statistik-Benachrichtigungen, die ich umgehend vagesse. Sicher iss, daß ein großer Teil der „Leser“ übahaupt nich mitkricht, worum es in meinen Blogs geht – schon weilse kein Deutsch vastehn. Es sind also reine Multiplikations-Versuche.

Wieviele Zugriffe hast Du?
Nach dem Zwangs-Umzug von Windows-Live zu WordPress warns durchschnittlich 100 täglich. Ne Masse mehr, als ich jemals mit Ausstellungen erreichen konnte. Seit ich nich mehr täglich blogge, weil ich so ziemlich alles gesacht hab und Gefahr laufe, mich nur noch zu wiedaholen, isses ruhiger geworden. Und die Damen, die mich als möglichen Partner auserkoren hatten, ham wohl inzwischen aufgegeben, weil sich das nich mehr lohnt.

Warum blogst Du überhaupt?
Grundsätzlich bin ich seit meiner Jugend kreativ, und Bloggen iss schon fast das Gesamtkunstwerk, von dem ich damals geträumt hab. Dazu kommt meine extreme Lebens-Situation, üba die ich imma wieda befragt werde. Und als Nebeneffekt hat sich gezeigt, daß es die letzte inhaltsreiche Kommunikation sein kann, die mir noch bleibt. Insofern wichtich und interessant, wie z.B. gerade eine Anfrage des polnischen Museums in Zoppot, die auf Grund meiner Veröffentlichungen im „Waldschrat“ erfolgt iss.

Welche Seiten meidest Du?
Alle mit Stasi-Widgets. Und die, bei denen sich die Blogger nich um die Ladezeit kümmern. Das iss nämlich ein Problem für viele mit schlechtem Internet-Zugang. Da fallen mir die neuen Cinemascope-Kachel-Designs besonders unangenehm auf. Auch bei den total anonymen Blogs halte ich mich nich gerne auf. Bei den religiösen Kitsch-Blogs, gleich welcher Fantasie entsprungen, bin ich schnell wieda wech. Und wenn es auf einer Seite von Awards nur so wimmelt, sacht mir das gleich was üba den Autor.

Sind Kettenbrief-Awards gesundheitsschädlich?
Wie Schminke. Wer Schminke braucht, iss nich schön genuch. Und kuck dir bloß ma diese Platzhalter-Kommentare und diesen Erich-Mielke-Schleim („Ich liebe doch alle Menschen!“) im „Weekly Photo Challenge“ an. Wenn ich zufällich das neue Thema früh entdecke, kriege ich 100 Leiks, iss kein Schtrom da, und ich find es erst 5Std. späta, krich ich nur 40. Worum geht es da also? Um Sendezeiten, Listenplätze und Einschalt-Quoten?

beastar

5 Gedanken zu „Der ultimative Blog-Award

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