1 Ousia in 3 Hypostasen

Friedefuerst

„Denn jeder Schuh, der mit Gedröhn einherschreitet, und der Mantel, der im Blut geschleift ist, der wird verbrannt, ein Fraß des Feuers.“ Jesaja, 9:5

Ja kennen denn die Minahasa-Christen ihre Bibel nich? In D würd ich mich mit diesem Unsinn ganich beschäftigen, doch hier wird er mir jeden Tag per Sehrlautsprecher in die Ohren gequetscht. Dabei steht doch da ganz deutlich, was der Friedefürst vom Gedröhn hält. Und noch mehr Interessantes findet man, wenn man die oberflächlich propagierten Stellen in der Bibel nachliest (Nicht nur, daß sich der indonesische Text ganich in „Yesaya 9:5“ finden läßt!): „Du sollst dir kein Gottesbild machen, keinerlei Abbild, weder dessen, was oben im Himmel, noch dessen, was unten auf Erden, noch dessen, was in den Wassern unter der Erde ist; du sollst sie nicht anbeten und ihnen nicht dienen; denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht, bis ins 3. und 4. Geschlecht an den Kindern derer, die mich hassen, der aber Gnade übt bis ins tausendste Geschlecht an den Kindern derer, die mich lieben und meine Gebote halten.“ 2. Mose, 20:4-6. Das hat dieser hitzige Gott dem Mose sogar schriftlich auf dem Berg Sinai gegeben. Kann man also genauso wenich anzweifeln wie die Auserwähltheit des jüdischen Volkes, das deshalb die Kanaanäer unterjochen durfte, weil Gott den halbnomadischen jüdischen Stämmen angeblich deren Land geschenkt hat. Ein Gott, der zwar viel Wert auf Ästhetik legt und für den Schmuck des neuen Kultus tonnenweise Gold und anderes Edles braucht, jedoch bei seinen Abbildern ganz pingelich iss. Dagegen wimmelt es in Nordsulawesi von Jesus-Darstellungen. So veranstaltet er gerade in Sukur ein Koch-Festival (festival kuliner) und kocht Eier, tritt dabei aber traditionell ohne Schürze auf. Keine Gottes-Darstellung? Das 2. Gebot war in jener Zeit ganz ungewöhnlich fortschrittlich, denn bis heute werden in allen Religionen magische Bilder und Figuren verehrt und zum Werkzeug sehr weltlicher Wünsche gemacht. Und wie ist das mit der Trinität? Handelt es sich nun um einen oder 3 Götter – wie die Moslems vermuten. Darf man Tauben malen? Masaccios Dreifaltigkeits-Fresco reine Blasphemie?
Oh, wie sie sich winden und drehen, denn mit der pseudo-rationalen Erklärung dieser merkwürdigen Konstruktion steht und fällt das ganze Gebäude: Gottes Geist wird als Person verstanden, Paraklet (Beistand, Helfer) genannt, den der Vater aussenden kann. Gleichzeitig ist er auch pneuma (Geist), der im Menschen als wunderbare Kraft tätig sein kann, und die typischen Eigenschaften des Christen erweckt, wie Liebe, Geduld, Sanftmut und Beständigkeit – also alles was der Minahasa nich zeigt. Der vom Heiligen Geist Besessene verschmilzt aber nich im Sinne der Mystik mit Gott. 325n.Chr. kam man in Nicäa zu der Einsicht von der Wesensgleichheit des Sohnes mit dem Vater. Dabei unterschied man zwischen ousia (Wesen) und hypostasis (charakteristische Besonderheit). Vater, Sohn und HG sind völlig wesensgleich, jedoch durch Vater-, Sohn- und Vogelschaft besonders charakterisiert. 1 ousia in 3 Hypostasen, meinten die Kappadokier. Augustin hat das noch klarer gemacht: So wie die menschliche Seele eine Substanz und gleichzeitich abstrakt ist, so sind auch die 3 christlichen Götter absolut identisch. Das sollte doch selbst dem dümmsten Wilden einleuchten. Weshalb man für alle Fälle lieber keine Tauben malen sollte, damit man nich eventuell heimgesucht wird. Am deutlichsten hat es noch Emil Brunner ausgedrückt: „Wir haben den Vater durch den Sohn, im Sohn; aber wir sollen nicht den Vater neben dem Sohn und den Sohn neben dem Vater haben. Wir haben den Sohn durch den Geist, im Geist; aber wir sollen nicht den Geist neben dem Sohn und den Sohn neben dem Geist haben.“ Und haben wir nun, pneumatologisch gesehen, die Taube durch den Geist neben dem Vater ohne Sohn? Oda wie? Und was iss übahaupt mit der Mutta?

6 Gedanken zu „1 Ousia in 3 Hypostasen

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