Ende der Geduld

Knopf-im-Ohr

Die Unfähigkeit meiner Frau, solide zu wirtschaften, gefährdet nicht nur uns, auch mein Sohn ist betroffen und 5 Pächter-Familien.
Landwirtschaftliche Termin-Geschäfte gehören zum ältesten fundamentalen Geld-Verkehr. Doch meist wird die Ernte von den Landbesitzern gar nicht vorfinanziert. Entsprechend schwach sind die Erträge. Gibt der Land-Eigentümer das Geld für Pflügen, Düngen und Giftspritzen, dann mit Wucherzinsen, und/oder zwingt die Bauern noch, zu seinen Preisen die eigene Mühle zu benutzen, wo sein Anteil gleich einbehalten wird. Unseren Pächtern geht es offensichtlich zu gut. 4 Familien, alles Christen, unterstützen sich gegenseitig und arbeiten erfolgreich. Bei Ahmad, einem Gorontalo-Moslem, funktioniert nichts. Als er anfangs Gewinn machte, kaufte er davon 1 Kuh, anstatt seine Schulden abzuzahlen. Das war nichts. Vom nächsten Gewinn kaufte er 1 Moped. Man kann jedoch nicht gleichzeitig auf dem Feld stehen und auf dem Motorradsattel Leute transportieren. Besonders wenn man keinen Führerschein hat. War also auch nix. Wir stellten seiner Familie, neben weiteren Vergünstigungen, 1 Holzhaus auf einem großen Grundstück kostenlos zur Verfügung – sehr viel besser als die Lebens- und Wohn-Verhältnisse seiner ihn umgebenden Landsleute. Zuerst wurde seine Frau auf Grund von Hüft-Beschwerden weitgehend arbeitsunfähig. Mad selbst bekommt schwere Rheuma-Anfälle in den Beinen, wenn er Alkohol trinkt. Vielleicht sollte er es deshalb sein lassen? Sein Schwiegervater schlich sich ohne unsere Erlaubnis in die Situation ein, was von uns nur geduldet wurde, weil er erfolgreicher war, ohne jedoch seinen Schuldenberg abzutragen. Inzwischen schiebt er den genauso als zinsloses Darlehen vor sich her, wie Mad. Zusammenarbeiten können die beiden nicht. Dazu kommen deren Sippen, die an der Familie wie Blutsauger hängen. Bekommen die Schwiegermütter nichts, nehmen sie einfach die Hühner mit. Mehr als 2 Jahre dauerte es, bis Mad anfing, sein großes Grundstück zu bebauen und den Garten-Ertrag auf dem Markt zu verkaufen. Auch dazu mußten wir erst einen Zaun bauen, damit Ziegen und Rinder der Nachbarn nicht alles zerstörten. Und dann sind da seine 4 Töchter, deren Schulausbildung wir finanzieren. Die älteste haben wir wenigstens zum Abschluß ihrer Hilfs-Schwester-Ausbildung gebracht. Sie arbeitet jetzt probeweise in einer staatlichen Krankenstation. Die 2.Tochter hat noch 1 Jahr, bis sie soweit ist. Sie verbraucht viel Geld für Transport. 1km zu Fuß bis zur Bus-Station ist schon zu weit. Die Sonne steche so, daß ihr schwindelig würde. Die Wilden vertragen keine Sonne. Ich schon. Roger, ein 59jähriger Australier, der sich in der Nähe angesiedelt hat, geht 1km bis zur Hauptstraße, meine Frau früher 2km bis zu ihrer Schule. Bei mir waren es 4.
„Mußt du einen Hut aufsetzen!“
„Ich habe keinen.“
Vielleicht 1 Sonnenbrille von Calvin Großtu? Sie wurde schwer krank und immer magerer. Wir bezahlten die Arzt-Kosten, ohne daß überhaupt klar wurde, woran sie litt.
Kassieren kam immer die 3.Tochter, die in der 8.Klasse Mittelschule ihr Unwesen treibt. Sorgfältig bezeichnete sie auf Zetteln die einzelnen Ausgabe-Posten. Leider kreative Ideen, wie sich jetzt herausstellte, als sich meine Frau mit ihrer Schule kurzschloß, weil die Kosten rätselhaft dynamisch anstiegen. Natürlich gibt es keine Unregelmäßigkeiten, wenn man die Leiter befragt. Die machen nur den großen Schmu. Die untergebenen Lehrer kassieren von den Schülern so für sich – wie alle anderen Beamten auch. In diesem Fall existieren aber verschiedene Ausgaben gar nicht, sondern erklären vielmehr, warum die 3.Tochter immer recht gut und modisch gekleidet ist. Wie clever-falsch sie agiert, war mir nicht erst klar, seit ich sie nackt auf einem Felsen im Kreis ihrer männlichen Bewunderer tanzen sah. Sie durchstreifte regelmäßig mit ihrem Anhang unser Land nach Brauchbarem. Das hat sich leider nicht verwachsen, weshalb wir ihr das Schulgeld nun gestrichen haben, was das Ende ihrer Karriere bedeutet. Ihrem Vater haben wir die ersten hoffnungslos hohen Schulden erlassen. Inzwischen hat sich der 2. Berg angesammelt. Dabei schafft er fleißig eine Mißernte nach der anderen. Ihn rauszuschmeißen, wäre schrecklich für die Familie. Doch was tun?

2 Gedanken zu „Ende der Geduld

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