„Christen-Verfolgung“

Gewitter

Es ist besonders unerfreulich, wenn sich Menschenrechts-Organisationen an der falschen Stelle engagieren, weil sie z.B. wie „Human Rights Watch“ von religiösen Gruppierungen manipuliert werden.
Als ich hier im Jahre 2000 anfing zu bauen, brauchten nur städtische Bauprojekte eine Genehmigung. Obwohl inzwischen JEDER Bau vom Bauamt genehmigt werden muß, und Grundriß- sowie Aufriß-Zeichnungen vorzulegen sind, kümmert sich bisher nur der darum, der sein Haus bei einer Bank verpfänden will. Die Banken fordern dafür neuerdings die Vorlage der Genehmigung. Moscheen existieren in der Regel schon lange, Kirchen werden dagegen in letzter Zeit wie Supermärkte en masse gebaut und erweitert. Vorherrschend ist dabei die Ansicht, daß die Arbeit für Gott – auch der damit verbundene Lautsprecher-Lärm – sowieso über jeder Kritik und Einmischung steht. Tatsächlich existieren aber gerade für religiöse Bauten schon sehr viel länger besondere Vorschriften, die u.a. Mindestabstände festlegen.
Eine wachsende Anzahl von 25-30 christlichen Sekten, hauptsächlich aus den USA und Süd-Korea, versucht die indonesische Kultur zu unterwandern. Ihr erfundener Gott fordert das sogar. Der Jesus-Wahn amerikanischer Provenienz ist zur Plage der Pazifik-Region geworden. WordPress ist voll mit diesen Faselern. Man beginnt mit einer Hütte oder einem jener typischen Garagen-Läden, stört dabei schon mit ekstatischem Lärm die gesamte Umgebung, und überbaut den Brückenkopf nach und nach zur Kathedrale. Zudem sperrt man die Straße zum lautstarken Geld-Sammeln teilweise ab. Auch das ist inzwischen verboten, kümmert Fanatiker jedoch nicht. Dieser Massenwahn ist nur deshalb so erfolgreich, weil er durch finanzstarke Ausländer angetrieben wird. Der indonesische Habenichts, der Unterstützung nur im Paket mit der Bibel bekommen kann, eventuell sogar das Angebot eines Kühlschranks oder Studiums in den USA, wird konvertieren, da er nicht nur die wirtschaftliche Überlegenheit des Missionars spürt, sondern auch keine Alternativen erwarten kann.
„Ein Erlaß aus dem Jahr 1969 bevollmächtigt lokale Behörden, daß ein Gotteshaus nur mit der Einwilligung eines lokalen Regierungsvertreters errichtet werden darf, zum Beispiel des Provinz-Gouverneurs oder Landrates. Im Erlaß heißt es auch, daß wenn nötig, die Regierung die Meinung von religiösen Organisationen und Geistlichen einholen kann, bevor es zum Neubau eines Gotteshauses kommt … Eine Genehmigung für den Bau eines Gotteshauses kann demnach erst dann erteilt werden, wenn Namen und Ausweiskopien von 90 Gemeindemitgliedern, sowie Empfehlungs-Schreiben von mindesten 60 anderen Anwohnern, vom Religionsministerium und dem Forum für religiöse Harmonie (FKUB), einem aus lokalen Geistlichen bestehendem Beratungs-Gremium, vorliegen.“  Niemand in D käme auf die Idee, gegen einen Abriß zu protestieren, der vorhandene Gesetze – wenn auch verspätet – schließlich durchsetzt. Anders in diesem Fall. Christliche Organisationen verstehen es geschickt, die Zusammenhänge zu verschleiern und als Christen-Verfolgung darzustellen. Die indonesische Regierung versucht z.Z., dem Wildwuchs, und das betrifft in erster Linie das expandierende, fanatische Christentum, Einhalt zu gebieten, Geldströme zu beobachten und illegalen Aufenthalt und Tätigkeit von ausländischen Missionaren zu stoppen. Dabei gilt auch schon länger, daß Anmissionieren von Bürgern Indonesiens, die schon eine Religion haben, generell verboten ist. Und in Indonesien müssen ALLE eine haben, Evangelisation ist also von vornherein illegal. Christliche Missionare sind von einer abstoßenden Aufdringlichkeit, dagegen bin ich in 14 Jahren nicht einmal von Moslems missionierend belästigt worden. Diese vom Ausland gesteuerte Missions-Tätigkeit fördert Unruhe, Bürgerkrieg und Terrorismus.
Wenn hier nun Religions-Freiheit als Menschenrecht eingefordert wird, so stehen die Verhältnisse auf dem Kopf. Die Geschichte der Weltreligionen zeigt, wie sie immer und überall bürgerliche Freiheit gehemmt haben, um sich selbst als Wirtschafts-Unternehmen durchzusetzen, die an sämtlichen Fäden ziehen können. Anti-aufklärerisch in sich, versuchen sie, Menschen zu unterdrücken, irrezuführen und saugen gerade in Indonesien die letzte Rupiah für sehr unbescheidene Kirchenbauten aus den Armen, die glauben, der Weg ins Himmelreich ließe sich erkaufen. Und wer meint, er könne sich mit einer Kirche in ein Moslem-Gebiet mogeln, der bekommt natürlich die brutale Art zu spüren, wie man sich hier im Konfliktfall auseinandersetzt. In der Christen-Hochburg Nordsulawesi werden Käufer von Baugrundstücken genau beobachtet, ob eventuell die Gefahr bestünde, sie könnten eine Moschee errichten. Es ist ein nicht immer kalter Krieg um Geld, Einfluß und Macht, der sich da abspielt.
„What should be protected, however, is not religious truth and religious tradition, but people’s freedom.” (Heiner Bielefeldt). Und es wäre ein religionshistorischer Witz, dies ausgerechnet von den Christen zu erwarten.

Star-Vista

Der gleiche Konflikt in Afrika, China und Singapore: Hier das „Star Vista“, eine Shoppingmall, in der auch die 1984 gegründete „New Creation Church“ ihre Gottesdienste zelebriert, die mit 500Millionen Singapore Dollars am Bau beteiligt war und auch in anderen Geschäftsbereichen unternehmerisch tätig ist.

Foto aus „Impulse“, Singapore, 6/7/2013

2 Gedanken zu „„Christen-Verfolgung“

  1. Geldsammeln ist nun mal das wichtigste Sakrament. Hier spielen sie dafür schon amerikanische Weihnachtslieder über Sehrlautsprecher ab.

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