Schwindeltorte mit Alptraum

Banktorte

„Hee! Hält mal jemand die Welt an! Wenn sich alles dreht, wird mir noch übel!“
PC-Spiel „Herrscher des Olymp – Zeus“

Nachdem der letzte Vertigo-Anfall nach 3 Tagen abgeklungen war, hatte ich in meiner Geburtags-Nacht diesen Alptraum: Ich pißte im 1.Stock eines Hauses an die Glasscheibe des Treppenhauses, weil kein Klo vorhanden war, und die Pisse lief an der Wand entlang nach unten – draußen mißbilligend beobachtet von einem bebrillten Schüler. Danach begab ich mich ins Erdgeschoß, um festzustellen, wo meine Pisse angekommen war. Von da aus sah ich im Hinterhof eine Riesen-Schildkröte rumkreuzen. Jene vertrieb ich mit geworfenen Ästen, die von einem verknäult gewachsenen Baum stammten. Bei genauerem Hinsehen erkannte ich, daß die Knäuel aus Schlangen bestanden, die mich mit goldich reflektierenden Augen beobachteten. Meine Frau griff sich eine dieser Schlangen hinter dem Kopf. Und während sie damit rumwedelte, rief sie: „Nie wieder …!” Dabei trafen mich 2 Giftzähne an der Hand. Das wurde mir dann doch zu viel, und ich wachte auf. In der nächsten Nacht träumte ich wieder von irgendwelchen unangenehmen Schlangen.

Trotz der ungenießbaren Matschtorte, die mir meine Bank immer zum Geburtstag schenkt, und die nur nach Margarine schmeckt – die Torte – werde ich jetzt zu einer anderen wechseln, da sie – die Bank – wieder eine Überweisung unprofessionell vergeigt hat, ohne den Schaden zu ersetzen. Derartige Kritik an den indonesischen Banken kann man sogar in der Zeitung finden. Die Torte bekommt immer mein sehr armer Pächter Ahmad, der sie mit Frau und 4 Töchtern begeistert verzehrt. Lieber noch würde ich sie vors Hoftor stellen, um zuzusehen, wie sich die Wilden tottrampeln. So geschehen im Hause des gerade zum stellvertretenden Präsidenten gewählten Jusuf Kalla. Denn nachdem sich der Moslem durch den Fasten-Monat Ramadan geschlemmert hat, feiert er Idul Fitri, was etwa Weihnachten und Ostern zusammen entspricht. Und da wird soviel gekocht und gebacken, daß es jedesmal zu Engpässen in der Nahrungs-Versorgung kommt. Die Frau eines unserer ehemaligen Maurer, der immer alles schief mauerte, erscheint dann mit Tüten voller leckerer Sachen. Natürlich bekommt sie was dafür – eine Art Zwangskauf. Und so aß ich mal wieder soto mit lontong, was man nich mit ketupat verwechseln soll. Bei dieser Gelegenheit verteilen die Reichen einen Teil ihrer ergaunerten Tümer an die Armen. Und da die Armen nicht nur bei diesem Anlaß etwas, sagen wir mal, undiszipliniert sind, gibt es jedes Jahr Tote. Bei Kalla wurden einige gequetscht und ein Mädchen totgetrampelt – für 1 Essenspaket und 3EUR.
Und meine Bank schrieb mir: „Wishing you the treasure of happy yesterdays and the gift of brighter tomorrows.” Letzteres wünsche ich der Bank auch.

7 Gedanken zu „Schwindeltorte mit Alptraum

  1. Wenn man Asterix („… und Kleopatra“) glaubt, gab es das Verschenken gefährlicher Torten schon im alten Ägypten. Ich glaube, der Spender im Heft kam dann zu den Krokodilen. Scheint bei dir irgendwie verdreht: da kommt man zuerst zu den Krokodilen und bekommt dann auch noch eine fiese Torte. Da kann man echt nur „Viel Glück!“ wünschen.

  2. Danke, danke!
    Und wie das hier alles verdreht iss. Sogar die Krokodile hamse schon alle aufgefressen. Ich hab hier jedenfalls noch keins gesehn.

  3. Nein, die sich drehende Welt.
    Und „Zwangskäufe“ meint, daß man für was bezahlt, was man nich bestellt hat. Die Gefahr, zwanghaft einzukaufen besteht hier für mich nicht, weil kaum Reizvolles angeboten wird.

  4. Pingback: Weekly Photo Challenge: Cover Art | UNGEMALTES

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