Kampf dem Geist

laut

Dalai Lama: [hearing the Chinese propaganda loudspeakers blaring outside] „They have taken away our silence.”
Chairman Mao: „Religion is poison … like a drug it retards the mind of people and society.”

Letzteres gilt auch für die von Martin Scorsese meisterhaft verfilmte Biographie „Kundun“ (1997). Die verführerische Sinnlichkeit von Bild und Ton („gelungenes Filmgedicht für Buddhismus-Hungrige“) täuscht darüber hinweg, daß die Auswahl des Dalai Lama auf einer okkulten Lüge beruht. Die ausgefeilte Ästhetik der Szenen enhüllt unfreiwillig, wie hier für eine Priester-Kaste das Beste gerade gut genug ist, während das Volk in Elend und geistiger Dunkelheit vor sich hinvegetiert. Solche Produkte können nur gelangweilte Hochzivilisierte erstellen, die nie in Kulturen gelebt haben, die von okkultem Glauben beherrscht werden.
Dalai Lama: „I think, Socialism and Buddhism have something in common.”
Das Christentum auch. Nicht nur die Propaganda-Lautsprecher, mit denen hier Spender und gespendete Summen öffentlich verlesen werden. Es ist die gleiche aggressiv-missionarische Art, die anderen den angeblich einzig richtigen Weg auch gegen ihren erklärten Willen aufzwingen will.

2 Stunden nach dem ich mir „Kundun“ zum zweiten Mal angesehen hab, bekämpft ein Trumm von Mann die Geister mit 16 Kurzspeeren, die er von meinem Hoftor abgebrochen hat. Eine „starke“ Leistung. Der langhaarige junge Mann, ein Ex-Bodybuilder, der nur noch säuft, ist ein Neffe von Stin, deren Sohn inzwischen als Geisel eines Drogen-Händlers in Indien freigelassen wurde. Eigentlich lebt er in den Bergen, doch da Stin erkrankt ist, kommen wie üblich alle Verwandten zum Beten. Danach trinkt er mit Stins tätowiertem Bruder Boka, einem freundlichen Säufer und Schläger, im Lorong Jerman. Angeblich sei der Schnaps in unserem Dorf stärker als der im Süden, was die signifikant hohe Anzahl von Verrückten erklären würde, aber dieser Mann ist es bekanntermaßen. Da unten, wo ich wohne, gäbe es keine Häuser mehr, die Gegend sei nur weiß von Geistern gewesen, die er bekämpft habe. Ein benachbarter Schlachter begegnet dem brüllenden, mit einem „Messer“ bewaffneten Mann im Mondlicht und fürchtet sich, obwohl er auch ein ziemlicher Klotz ist. Nur ich bekomme schlafend nix mit – zum Glück – denn ob ich mit einem wahnsinnigen, mit eisernen Speeren bewaffneten Bodybuilder in meiner Größe fertiggeworden wäre, ohne ihn lebensgefährlich zu verletzen, ist sehr fraglich. Und letzteres wäre dann wieder gegen mich zurückgeschlagen („Reicher Weißer tötet armen Indonesier wegen Beule im Zaun“).
Am nächsten Morgen rückt die Polizei im Mannschaftswagen mit Chef und 3 Untergebenen an, Tin erscheint, bei der Boka wohnt, und erzählt, was der Verrückte über seinen Kampf mit setan phantasiert habe, Boka kommt auf dem Moped und erklärt, wieviel sie getrunken hätten, Mad schleicht heran und berichtet, wie die Moslems von weiter unten den Mann schon wegen seiner Rumschreierei gesucht hätten, dann trabt der kleine Sohn von Anceng herein und bringt 12 weitere Speere, die er im Gebüsch gegenüber von Tins Haus gefunden hat (2 werden noch vermißt, der Täter auch), und zum Schluß reden alle über Fußball, denn wie soll man einen besoffenen Verrückten zur Verantwortung ziehen, der sowieso kein Geld besitzt, um den Schaden zu ersetzen. Das ist in D nicht anders.
Danach fuhren die Polizisten zur Insel Bangka, wo die protestierenden Bewohner die Maschinen der Bergbaufirma angezündet haben.

Geisterspeere

Und eine Kommentatorin schreibt: I love manadonese …They are very warm and bubbly.”

2 Gedanken zu „Kampf dem Geist

  1. Pingback: Was man nich sieht | Flaschenpost

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s