Always smile!

always

Ich hatte diesen Traum, wo ich allein in einer großen Stadt nur mit einem winzigen Koffer herumlief. Keine Wohnung mehr und kein Geld. Ich setzte mich auf den Bürgersteig, legte den geöffneten Koffer vor mich hin und bettelte. Es erschien mir äußerst schwierig, so zu leben. Ich konnte nich mal die Kleidung wechseln. Dann fand ich irgendwo einen Unterschlupf mit einem sehr breiten Bett, in dem mehrere Personen schliefen, u.a. eine Art Affenmensch. Am nächsten Morgen war mir auch noch das Portmonnaie mit Paß und Kredikarte gestohlen worden. Jemand empfahl mir, es bei der Polizei zu melden, damit ich wenigstens die Kreditkarte ersetzt bekäme. Wie sollte ich das tun ohne Identitäts-Ausweis? Ich existierte eigentlich gar nicht mehr. Ich mußte mir eine Höhle oder ein altes Autowrack suchen, wo ich leben konnte. Dabei wurde ich selber zum Affenmenschen.
Als ich aufwachte, waren beide Arme und Beine symmetrisch halbseitig abgestorben. Ich dachte, wenn auch noch die andere Hälfte absterben würde, lebte ich nur noch in meinem Kopf und würde meinen Körper nicht mehr spüren.

Nach neuster Auskunft einer Notarin, die kein Kruzifix benötigt, weil sie Buddhistin ist, kann ich im Falle des Todes meiner indonesischen Ehefrau mittels einer besonderen Konstruktion DOCH in meinen Haus wohnen bleiben: Zwar ist das Eigentums-Recht (sertifikat hak milik = SHM) meiner Frau nicht an Ausländer übertragbar, doch kann ich das Nutzungs-Rechts (hak pakai) erhalten, indem ich das Grundstück auf meinen Namen überschreiben lasse. Dabei wird Grunderwerbs-Steuer fällig, die aber inkl. der Schmier-Gelder nie so unverschämt hoch ist wie in D. Dieses Nutzungs-Recht ist unbefristet und sogar auf Kinder vererbbar. Leben jene nicht in Indonesien, und besitzen sie nicht die Staatsbürgerschaft, müssen sie alles innerhalb 1 Jahres verkaufen. Das sogenannte pelepasan = Abgeben des Erbrechts. Ohne diesen Vorgang geht das Erbe automatisch an die nächsten Verwandten mit indonesischer Staatsangehörigkeit.
Ebenso neu ist die Erkenntnis, daß ich nach indonesischem Recht ganich mit der Last-minute-Frau verheiratet bin, weil die in D geschlossene Ehe in keinem indonesischen Standesamt verzeichnet ist. Somit ist also vorerst auch die obige Konstruktion in Frage gestellt. Doch zeigt sich, wie Indonesien nicht nur ein Land der Risiken sondern auch der gestern noch ungeahnten Chancen ist. So könnte ich hier problemlos Bigamist sein.

Es tue ihr so leid, erklärt die Katasteramts-Beamtin, aber die Grundstückspapiere seien immer noch nicht fertig. Sie hätten aufgehört, die Akten zu bearbeiten, weil ein Dienststellen-Leiter die Gebühren für sich verbraucht habe. Jener sei daraufhin versetzt worden. Die Bürokratie würde völlig zusammenbrechen, wenn man alle Beamten entließe, die „versehentlich“ staatliche Gelder unterschlagen.
Und so lächeln wir uns weiter durch‘s Leben.

6 Gedanken zu „Always smile!

  1. Der Dienststellenleiter erinnert an die Dusche auf dem Campingplatz, die muss man mit Jetons füttern und regelmäßig bleibt man eingeseift stehen, weil das Wasser zu Ende und die Münzen aus sind…. Den Traum würde ich nicht so ernst nehmen, das mit den Affen ist ein beliebtes Bild des Hirns uns an unsere biologische Vergangenheit zu erinnern, als Bi- oder Polygamie noch keine verwerfliche Angewohnheit war. Keep Smiling🙂

  2. Das sind Geschichten von denen ich glaube, sie können mir NIE passieren, (ich weiß das mit dem „du sollst niemals NIE….“), vielleicht macht mich ja die Liebe nicht blind oder nicht ausnutzbar oder manipulierbar, irgendwie natürlich schon, aber nicht auf diese Weise. Wenn am Anfang einer „Liebe“ schon viele Schwierigkeiten auftreten, dann bin ich so gut wie schon wieder weg. Wird ja meistens auch nicht besser. Die jung und naiv Phase ist auch schon eine Weile her …

    … einen anderen link von dir zum Film „Tracks“ finde ich richtig gut, danke! Hatte noch nichts davon gehört…

  3. Mir auch nicht! Ich denke, dazu gehören Voreinstellungen mangelnder Lebens-Klugkeit (wie z.B. das Helfer-Syndrom oder auch sexuelle Hörigkeit), die Menschen auch in ihrer eigenen Kultur in Trouble bringen. Wohl auch eine gewisse Chancenlosigkeit, überhaupt einen Partner zu finden. Solch eine „Blindheit“ findet man ja nicht nur auf Liebe bezogen. Was anderes ist es, wenn sich nach einer langen Ehe Partner verändern, und die Weichenstellungen nicht mehr stimmen. Auch das kein spezifisch kulturelles Problem.

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