Selbsttest

Crumb-Krafft-Ebing

Neigen Sie zur Computer- oder Internet-Abhängigkeit?
Die Auswertung.
54 Punkte (von 273):
Sie sind ein intensiver Nutzer des Internet und Ihres Computers. Vermutlich sind Sie auch schon das eine oder andere mal als „Computer-Freak“ bezeichnet worden? Natürlich können wir Sie gut verstehen, denn PC und Internet bieten äußerst vieles, dem man nur allzugerne mehr Zeit widmen würde.
Aber – so schön die virtuelle Welt auch immer sein mag, manchmal ertappen Sie sich vielleicht beim Gedanken, daß sie nur ein magerer Ersatz für die Realität ist – in der Sie eigentlich mehr Zeit verbringen sollten. Vielleicht gelingt es Ihnen ja tatsächlich in Zukunft noch etwas öfter als bisher, den Bildschirm abzuschalten und danach einen Spaziergang in der Natur zu genießen oder mit einem Freund oder einer Freundin essen zu gehen – verbunden mit einer möglichst „unvirtuellen“ Unterhaltung.
Letztlich ist es doch so: selbst die spannendsten Computer- oder Internet-Sessions können nur selten auch annähernd so aufwühlen (oder glücklich machen) als die Berührung eines anderen Menschen oder auch ein spannendes, tiefgehendes Gespräch – von Angesicht zu Angesicht.

Ich fand diesen Selbsttest, als ich nach Information über die autistischen Schaukel-Bewegungen (Jactatio corporis) meiner ersten beiden Jahrzehnte suchte. Zwar interessant, doch anscheinend isser nich auf intellektuelle Ziegenzüchter zugeschnitten, die auf Pazifik-Inseln mit unregelmäßiger Stromversorgung leben, denn ich hab keine Probleme mit Ersatz-Realität. Was iss denn son „Spaziergang in der Natur“ anderes als Gassi-Gehn für Stadtneurotiker. Gerade solche Schein-Aktivitäten sind doch Zeichen entfremdeten Lebens. Und was die Berührung und das Gespräch betrifft – ich benutze keine Handphones stattdessen.
Ulrich meinte zu meinem Post „Wie konnte das passieren?“, es wäre ein SUPERFOTO, und seine Frau wolle jetz auch glasiert werden. Kannste ma sehn! Da bemüht man sich um Aufklärung und will die Welt retten, und DAS kommt dabei raus. In diesen Spa-Absteigen kann man sogar auf sich rumtrampeln lassen. Für Geld machen die da alles. Wenn einer auf irgendwas rumtrampelt, dann bin ICH das. Neben den modisch-obskuren Mittelchen, die man irgendwo hingeschmiert bekommt, iss Massieren hier DAS Heilmittel. Gegen Knochenbrüche, Herzinfarkt, Brustkrebs. Wenn die Wilden nich wissen, was sie wogegen tun können – massieren iss imma richtich.

Comic „Psychopathia Sexualis“ von R. Crumb, 1985

6 Gedanken zu „Selbsttest

  1. Ich habe dasselbe salbungsvolle Ergebnis. Wenn die wüßten wieviel du oder ich draußen sind, dann würde ich doch eher die Testentwickler für entfremdet halten. Was für ein Schwachfug.
    Mein Ex hatte übrigens, wie ebenso sein älterer Bruder + Schwester auch diese Angewohnheit. Die drei waren Ende der 40er + Anfang der 50er Jahre geboren und die Älteren waren die ersten Jahre ihres Lebens unter der Woche (außer Sonntags) „in Aufbewahrung“ im Kinderheim bzw. der Jüngere nur bis 3 und sogar anschließend ganz allein zuhause, wo nur alle paar Stunden mal jemand nach ihm sah, bis die Geschwister aus der Schule kamen – das hatte man ihnen seitens Psychologen als Erklärung genannt. Bei Aufregung / Erwartungshaltung kam’s auch später ab und zu vor.

  2. Bei mir war es nur die krasse Einzelkind-Situation mit einem lebenslang anhaltenden Gefühl der Vereinzelung. Später dann mit Musik als Rausch-Erlebnis genossen. Ich will mich damit noch mal ausführlicher beschäftigen.
    Daß die Testauswertung sehr standardisiert ist, habe ich schon vermutet.

  3. Ich kann das nachempfinden, trotz älterem Bruder, den ich nach meiner Erinnerung nicht oft als Gesellschaft hatte, aber ständig mit anderen Dingen beschäftigte Eltern und etliche Umzüge …
    Dass man lernt, aus seinem inneren Erleben zu schöpfen, ist wahrscheinlich die gesellschaftspolitisch unerwünschte Konsequenz.

  4. Ich denke, das ist auch 1 Voraussetzung für besondere Kreativität. Die geselligen Typen sind es meist nicht.

  5. Das entspricht auch meiner Beobachtung. Bei anderen oder mir selbst scheint es außerdem so zu sein, dass Kreativität unter besonderen Bedingungen lebt, und unter „allzu“ spannungslosen Umständen schläft.
    Egal, ob Malen, Schreiben oder Musikmachen empfinde ich es als etwas, das ohne emotionale Bewegung nicht funktioniert.
    Vermutlich mit ein Grund, weshalb so viele Künstler rausch(mittel-)affine Tendenzen haben.
    Im Grunde ist es dieser frühen Bewegungs-Eigenart verwandt: die Umsetzung von als Spannung empfundener Befindlichkeit in Bewegung als Mittel zur Veränderung. Vermutlich ein selbst herausgefundener Weg, um die körpereigenen Endorphine zu mobilisieren.

  6. Ich fühl mich manchma voll endorphiniert, aba jetz muß ich ersma schlafen. Der Text wird schon imma schmaler.

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