Schmidt in der Sackgasse

Jumi-&-Ike

Schmidt: „I know we’re all pretty small in the big scheme of things, and I suppose the most you can hope for is to make some kind of difference, but what kind of difference have I made? What in the world is better because of me?”

Nun, es sah so aus, als ob wir der ältesten Tochter unseres Hauptpächters einen Arbeitsplatz beschaffen würden, in dem wir ihre Ausbildung finanzierten. Nachdem sie eine Art Fachabitur bestanden hatte, sollte sie als Hilfs-Krankenschwester arbeiten. Stattdessen stand sie wieder vor der Tür und wollte ohne Vorankündigung gleich für den nächsten Tag Geld, um ein 3-jähriges Studium zur Hebamme beginnen zu können, weil sich herausgestellt hatte, daß Hilfs-Krankenschwestern nirgendwo mehr eingestellt werden. Keiner wußte was davon. Es ist diese Art der kurzsichtigen Lebensplanung, die mich immer wieder erstaunt und im völligen Gegensatz zu meinem Lebensstil steht. Da sich ihr Vater durch unsinnigen Umgang mit Geld und 2 Mißernten tief bei uns verschuldet hat, sind wir nun nicht mehr bereit, uns derartig überfahren zu lassen und die Zahlungen fortzusetzen, zumal wir noch 3 weitere Töchter unterstützen, die erfolgreicher im Lernen sind. Jene Tochter dagegen verweigert die Arbeit auf dem Feld. Da wird sie jetzt wohl umdenken müssen, denn mit ihrem Abschluß findet sie nirgendwo einen passenden Job und reiht sich nur in das Heer der besser ausgebildeten Rumlungerer ein. Als Moslemin wird sie im Christen-Gebiet noch zusätzlich benachteiligt.
Rentner Schmidt in „About Schmidt“ (2002), von Jack Nicholson blendend gespielt, will der aufkommenden Leere seiner veränderten Existenz durch gute Werke entgegensteuern: „Well Ndugu, I’ll close now. You probably can’t wait to run and cash this check and get yourself something to eat.” Er ist auf eine anrührende TV-Werbung des Kinderhilfswerks „Plan International“ reingefallen, wie sie die Wohltätigkeits-Mafia in den USA einsetzt, um den persönlichen Reichtum ihrer Manager zu mehren oder sich mit der christlichen Botschaft in fremde Kulturen einzuschleichen. Eingehende Untersuchungen haben die Wirkungslosigkeit und kriminellen Aktivitäten derartiger Unternehmen längst nachgewiesen. Das wird im Film leider nicht reflektiert, sondern der endet damit, daß Schmidt glücklich lächelt – ein therapeutischer Effekt als einzig sicheres Ergebnis für den edlen Spender. Und so bleibt es beim Null-Effekt für die Welt. Der Fehler liegt eher darin, etwas anderes zu erwarten.
Schmidt: „Relatively soon, I will die. Maybe in 20 years, maybe tomorrow, it doesn’t matter. Once I am dead and everyone who knew me dies too, it will be as though I never existed. What difference has my life made to anyone. None that I can think of. None at all.”
Das Profil der in Nord Sulawesi aktiven Patenschafts-Organisation „Compassion”, die zu Unterstützende auffordert, sich nicht in Sonntagskleidung sondern ohne Schuhe fotografieren zu lassen, sieht so aus:
Compassion International exists as an advocate for children, releasing them from spiritual, economic, social and physical poverty and enabling them to become responsible, fulfilled Christian adults. Founded by Rev. Everett Swanson in 1952, Compassion began providing Korean war orphans with food, shelter, education and health care, as well as Christian training. Today, Compassion helps more than one million children in more than 25 countries. All of Compassion’s programs are rooted in Christian child development and child advocacy. It’s truly a long-term process, beginning in some cases with prenatal care and going all the way through leadership development for qualified young adults.”

http://en.wikipedia.org/wiki/Criticism_of_Mother_Teresa

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