Der unsichtbare Feind

Uebeltaeter

“If you know the enemy and know yourself, you need not fear the result of a hundred battles.” Sun Tzu

“What’s worse is that the concentration of the nasty people increases as the civil ones get fed up and leave.”
David Pogue: “Whatever Happened to Online Etiquette?” (“NYT”, 2006)

Zwar verdeutlichte mir ein extrem ordinärer Haß-Kommentar eines gewissen Karl Liegner noch einmal, mit welchem Reflexionsniveau ich es zu tun hatte, aber ansonsten hielt sich die Aufregung um überflüssige und fehlerbehaftete „Stasi-Widgets“ in Grenzen („Chip“ stellt sogar eine Liste von 25 Schrott-Programmierungen vor, „Terror-Tools“, die man besser vermeidet!).
Die Methode der offenen Aggression aus der Anonymität des Internets heraus, hat sich auch schon in Indonesien durchgesetzt. Die gleichen Leute, die einen im Internet wüst beschimpfen, würden mir in der Realität lächelnd begegnen und jede Konfrontation scheuen. Auch hat der schleichende Konflikt zwischen Land-Besitzern und landlosen Rinder-Haltern Tradition: Sind die Reisfelder abgeerntet, tauchen sofort angepflockte Rinder auf, eventuell mit Kälbern, die sich in der Nähe der Mutter frei bewegen. Was früher zum Düngen der Reisfelder Sinn machte, ist heutzutage nur noch Ärgernis. Die Landbesitzer halten keine Rinder mehr, weil jene durch Motorpflüge ersetzt sind. Es handelt sich um landlose Schmarotzer, die ebenso wie die Squatter Freiräume skrupellos nützen ohne zu fragen. Während die Squatter jeden Platz in einen Slum transformieren, zertrampeln die Rinder Dämme und Wege der mühselig in Stand gehaltenen Reisterrassen. Reagiert der Landbesitzer mit Gewalt auf die Zerstörung eines Zauns, ist das normal. Aber wehe der Weiße erteilt dem meist nicht mal zu identifizierenden Rinder-Besitzer eine Lehre!
Das hält mich nicht davon ab, wieder auf dem Kriegspfad zu wandeln, und dem nicht feststellbaren Rinderbesitzer das Seil in handliche Stücke zu zerhacken. Die Kuh bewegt sich daraufhin ungebunden zusammen mit ihren Kälbern Richtung Süden. Am Nachmittag plündert sie das Anzuchtfeld eines unserer Pächter, was diesen in Bewegung setzt, sie Richtung Osten zu treiben. Man muß eben ab und zu was anstoßen, damit es sich bewegt. Die Kuh hab ich seitdem nicht mehr gesehen.

3 Gedanken zu „Der unsichtbare Feind

  1. Inzwischen hat sich herausgestellt, daß es sich wieder um den selben Mann handelt, mit dem ich beim letzten Mal aneinandergeraten bin. Einer, der schon seit seiner Kindheit dafür bekannt ist, daß er sich nimmt, was er braucht.

  2. Pingback: Der Zerstörer | Flaschenpost

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