Wieviel Götter braucht man?

3Goetter

Laut Punkt 1 der Präambel der indonesischen Verfassung „Panca Sila“ von 1945 darf und muß man nur 1 haben. Ein so elementarer Grundsatz des „Glaubens an den Einen Höchsten Gott“, daß man schon daran die geistige Unterentwicklung der politischen Kultur des Landes erkennt. Ein Religions-Ministerium, das korrupteste von allen, wacht darüber. Am wenigsten Schwierigkeiten haben die Moslems damit. Für sie gibt es nur Allah, mit dem keinerlei optischer Zirkus betrieben werden darf (Gezaubert wird trotzdem viel.). In Malaysia streitet man sich gerade, ob die Christen diese Bezeichnung verwenden dürfen, die eindeutig zum Islam gehört. Dies droht auch in Indonesien, wo die Christen den Begriff – neben „Tuhan“ (Herr) – ebenfalls vereinnahmt haben. Sicher auch als Tarnung, denn um die erheblichen Differenzen besser unter den Gebets-Teppich kehren zu können, pflegt man festzustellen, daß ja alle Religionen letztlich doch in einem Gott vereint wären. Öffentlich widerspreche ich dem aus Sicherheits-Gründen lieber nicht, obwohl die Christen nicht nur eine merkwürdige Trinitäts-Konstruktion erfanden, die kein Moslem versteht, sondern die Katholiken götzendienern zusätzlich vor Gips- und Beton-Marien. So hat eine Notarin in Manado in ihrem Eingangsbereich eine wahrscheinlich von Walt Disney inspirierte Grotte mit lebensgroßer Bunt-Madonna aufgestellt, dazu noch einen ebenso großen Jesus in gehobener Position auf dem Balkon des Obergeschosses. Der Moslem weiß damit sogleich, an wen er sich nicht wendet, und ich auch. Vermute ich doch, daß die Dame geistig unterbelichtet und nicht wirklich auf ihre juristische Arbeit konzentriert ist. Desgleichen die chinesische Notarin, die uns in eine buddhistische Sekte hineinzuziehen versuchte, die von einem obskuren taiwanesischen Guru geleitet wird. Zu glauben, die Chinesen hätten nur 1 Gott, ist völlig abwegig, da sie schon optisch in ihren Tempeln Konfuzius, Buddha und Laotse nebeneinander anbeten. Dazu kommen eine Menge Unter-Götter, bei denen keiner mehr durchblickt. Die Hindus auf Bali haben sich damit aus der verfassungsmäßigen Klemme gezogen, daß sie offiziell das höchste Wesen Sang Hyang Widi noch über die 3 Hauptgötter Brahma, Vishnu und Shiva gestellt haben, ergänzt jedoch durch das wahrscheinlich größte Heer an Göttern.
Sonderbar ist, wie die indonesischen Christen in ihrer lächerlichen Nachahmung alles vermeintlich Christlichen – des Judensterns, des 7-armigen Leuchters und mit der weit verbreiteten Bergrüßungsformel „Shalom!“ – weder den Unterschied zum Judentum begreifen, noch die korrektere Bezeichnung „Jahwe“, der Herr oder der Heilige, der sich von allen Menschen inklusive der Schöpfung völlig unterscheidet, somit auch mit den beschränkten Mitteln menschlicher Phantasie nicht dargestellt werden kann, oder „Jehova“ oder „Elohim“ verwenden. Stattdessen „Allah“ oder „Tuhan Allah“ oder „Jesus ist der Größte!“. Aus Martin Luther wird konsequent idiotisch „Martin Luther King“. Laut Dekalog duldet Jahwe keine anderen Götter neben sich und definiert sich nur als: „Ich bin, der ich bin.“. Jedwede Verehrung in Bildform, die der hyper-christliche Minahasa geradezu manisch nach meist amerikanischen Vorlagen betreibt, lehnt Jahwe ebenso wie Allah ab. Damit ist die katholische Marien- und Reliquien-Verehrung als uralte heidnische Frömmigkeit einzustufen, für die es im Neuen Testament keinerlei Anhaltspunkte gibt. Da sind sogar die „Zeugen Jehovas“, die in Indonesien anfangs nicht zugelassen wurden, fortschrittlicher, in dem sie die Trinitäts-Lehre ablehnen und im Prinzip richtig erkannt haben, daß Staat und Kirche unter der Herrschaft Satans stehen.

Gestern wurde mir von WordPress mitgeteilt, daß von nun an ein Pastor, der sich „Preacher“ nennt, ein Icon mit 3 Kreuzen vor Sonnenuntergang benutzt und „Endzeit-Warnungen“ verbreitet, meinem Blog „Ungemaltes“ folgt. Deprimierend!

respektlos

4 Gedanken zu „Wieviel Götter braucht man?

  1. Ja, da sagste was, aber diese Religionskritik mit dem christlichen Olymp sehen sie ja gaaanz anders. Dabei ist die Legendenbildung um Jesus vom Dionysos- und vom Zoroaster-Kult inspiriert und überhaupt hat man von überallher Versatzstücke zusammengerafft, wie im Kampf um die Topplätze in der Hitparade, > the Axis of Awesome – 4 Four Chord Song ^^

  2. Zwei verschiedene Arten von Gottesvorstellungen

    Man kann sich Gott als eine sich wissende Person vorstellen. Ein ‚Ich‘, wie der Mensch eines ist. Bloß viel mächtiger, umfangreicher etc. Welt und Menschen sind Geschöpfe dieses Gottes, und für alle Zeiten von ihrem Schöpfer getrennt. Die Menschen bzw. ihre Seelen werden nie eins mit dem Schöpfer, auch die nicht, die später die ewige Glückseligkeit oder ähnliches erreichen.

    Man kann sich aber auch eine unpersönliche geistige Kraft vorstellen, die mit dem Weltganzen letztendlich identisch ist. Einen geistigen Kern der Welt, der aber kein sich wissendes ‚Ich‘ ist. Diese zweite Vorstellung ist der Kern dessen, was man unter Pantheismus versteht.

    Gott existiert nicht als Person

    Die Lehre des Pantheismus geht davon aus, dass Gott überall ist und alles mit einschließt: Gut und Böse, den Kosmos, die Natur, alle Lebewesen und jeden Menschen. Im Pantheismus ist die Welt eine Ausdehnung Gottes selbst, was soviel bedeutet: Gott ist nicht personal bzw. Gott geht völlig in der Natur auf und ist somit ein unpersönliches „ewiges Gesetz“ oder eine unbestimmte „kosmische Kraft“. Oder anders gesagt: Gott ist überall und in allem, was vorhanden ist.

    Ein Gedankenexperiment

    Angenommen, man sperrt einen sehr intelligenten Fisch, der über einen dem Menschen ähnlichen Verstand verfügt, direkt nach seiner Geburt in ein 30 mal 60 Zentimeter großes Aquarium, durch das sich nicht nach draußen blicken lässt, so wird der Fisch am Ende seines Lebens und nach der Auswertung alle Eindrücke, die ihm seine Sinne während der ganzen Zeit vermittelt haben, voller Stolz behaupten:
    „Das Universum ist 30 mal 60 Zentimeter groß und ist von einer undurchsichtigen Wand begrenzt.“
    Nun, eine große Leistung für einen Fisch….
    doch nur eine lächerliche, kleingeistige Fehlentscheidung für jemanden, der es besser weiß.
    Die Beweise die ein Wissenschaftler erbringt, sind daher nicht viel mehr wert als die Aussage dieses Fisches. So lange man nur die Fakten kennt, die man sehen und messen kann, und nicht ALLE möglicherweise existierenden Fakten, so lange ist die Wissenschaft nicht überzeugender als jegliche Religion.
    Wissenschaft ist allemal gut, um unser materielles Leben zu verbessern. Doch sie versagt völlig bei dem Versuch, höhere und spirituelle Phänomene mit den uns zur Verfügung stehenden materiellen Mitteln erklären zu können…
    Und daran wird sich wohl auch in absehbarer Zeit nichts ändern, denn Erleuchtung kann man nicht durch Logik erlangen.
    Pantheismus: http://de.wikipedia.org/wiki/Pantheismus

  3. Dein Fisch-Beispiel hat seinen Ursprung in Platons berühmten Höhlen-Gleichnis. Hier spricht man auch vom Frosch im Brunnen mit seiner begrenzten Perspektive. Dabei wird besonders in unterentwickelten Ländern sehr deutlich, wer Fisch und Frosch sind. In der Regel ist ausgeprägte Religiosität mit geringem Bildungsstand gekoppelt. So muß der fanatische Moslem leugnen, daß der Mond je betreten wurde. Wenn es heute deutlich weniger Fragezeichen in der Welterkenntnis gibt als z.B. um 1300n.Chr., so ist das eine Folge der Wissenschaft und nicht subjektiver Spekulation. Heutzutage können sich internationale Wissenschaftler über die Funktion des Gehirns verständigen, während die Weltreligionen Gesellschaften nur auf sinnlose Weise zersplittern. Ich sehe keinen Grund, die noch verbliebenen Fragezeichen durch Phantasie zu ersetzen, nur weil mich die Ergebnisse etwa der Astronomie überfordern. Einst bemerkte der Römer Cato, es sei schon verwunderlich, daß ein Opferbeschauer, wenn er einen anderen sehe, nicht lache.

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