Flaschenpost

Flaschenpost

“I tried, I think you would all agree that I tried. To be true, to be strong, to be kind, to love, to be right.” All Is Lost” (2013)

1 alter Schauspieler, 3 ruinierte Segelboote und 1 Drehbuch mit nur 31 Seiten. Die Kritiken überwiegend positiv, aber einige sehen den Film auch als „lousy survival movie“, und ich mag keine feuchten Filme. Wenn der wiederaufbereitete 77jährige Robert Redford schon seine Schwimmweste vergessen mußte, hätte er doch wenigstens noch ne Frau mitnehmen können, dann wär der Film vielleicht nich so quälend geworden. „There’s nothing like a good story.“ Was ist an ihr so bemerkenswert? Schon der Kunstgriff, mit einer Vorausschau zu beginnen, und dann Tage zurück zu springen, ist klischeehaft. Mit einem unbekannten Schauspieler wäre das Werk wahrscheinlich nicht mal bemerkt worden. Da sind die Abenteuer des Einhand-Weltumseglers Joshua Slocum (1844-1909), der leider im Atlantik abhanden kam – man vermutet, sein Boot wäre am Ende so verrottet gewesen wie er selbst – wesentlich interessanter. Während Slocum, der nie Schwimmen lernte, nur mit Wecker, Sextant und einem Boot aufbrach, mit dem sich niemand mehr auf eine Reise um die Welt wagen würde, sind heutzutage Hunderte High-Tech-Ausgerüstete unterwegs. In seiner „Reise der Liberdade“ erfährt man, wie fähig Seeleute damals waren, sich mit einfachen Werkzeugen durchzuschlagen. Doch selbst als Nicht-Seemann hat man den Eindruck, daß der Film etwas realitätsfern und beziehungslos 106min lang vor Sumatra im Indischen Ozean herumdümpelt. Und nachdem der abgesoffene Robert endlich die rettende Hand ergreifen kann, singt dann einer noch zum Abschied: „Aaamen, aaamen, aaamen, …“. Vermutlich war‘s Jesus sein Arm. Dagegen beschreibt Slocum in „Allein um die Welt“, wie calvinistische Buren in Transvaal unter Leitung von Präsident Ohm Krüger noch 1897 fanatisch davon überzeugt waren, die Welt sei eine Scheibe.

1Handtiefbau

Einhandtief- & Hochbauer

6 Gedanken zu „Flaschenpost

  1. Robert Redford ist eben der Spencer Tracy eines weiteren amerikanischen Senioren-Hollywoodepos vom alten Mann und dem Meer.
    In 40-50 Jahren wird dann Leonardo de Caprio wieder ins Eismeer geschickt, da kennt er sich ja aus.

  2. Genau! Leonardo wird in einem Eisberg gefunden, rausgesägt, ungealtert aufgetaut und zerbröselt dann langsam.

  3. Ich sehe es vor mir „Der Fluch der Caipirinhas“ muß der Film heissen, in dem einer neuen Mode zufolge Caipis nur noch mit arktischem Eis chic sind, und darum … hmja.

  4. lt. Wikipedia: „Der Caipirinha ist ein populärer und weltweit getrunkener Cocktail. Er wird gelegentlich auch – in Anlehnung an die portugiesische weibliche Form (a caipirinha) – als die Caipirinha bezeichnet. Im deutschen Sprachraum ist auch die Kurzbezeichnung Caipi verbreitet“ aus Cachaça, Limettensaft, Zucker und Eis

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