Daumen nach unten

Torang-Samua
Werdet Vorkämpfer für Sicherheit im Straßenverkehr! Macht die Sicherheit zu einer Notwendigkeit!“

Zu glauben, die Umwelt-Verhältnisse wären schlimm genug, um so etwas wie eine Gegenbewegung auf Nordsulawesi hervorzurufen, ist ein Irrtum. Die größten Zerstörer ihrer Umwelt sind die Menschen Nordsulawesis selbst mit ihrer Disziplinlosigkeit und ihrem Hausmüll. Natur bedeutet ihnen in der Regel nichts. Sie wird nur gern als Kulisse für exessive Krach-Feste benutzt (Das letzte Weihnachts-Feier-Gejaule endete irgendwann nach 3Uhr morgens, begleitet durch halbstündiges Feuerwerk.). Mit Groß-Projekten wird Natur vernichtet, die schnell vergammeln oder, wie das „Batu Nona Resort“, kurz nach Eröffnung in der Pleite untergehen. Meine Pächter kann ich zu umweltbewußterem Verhalten zwingen. Die Umstellung auf „organischen“ Dünger war nur deshalb ein Erfolg, weil es den Ertrag deutlich gesteigert hat. Sind Fanggründe durch Industrie bedroht, werden die Fischer wild, jedoch nicht aus Prinzip. Um gesicherten Ertrag zu erzielen, ist der Wilde für jede Schweinerei zu haben. Das ist keine Klassenfrage sondern zieht sich durch die gesamte indonesische Gesellschaft. Wie gefährlich und auch problematisch es sein kann, hier als Ausländer regulierend einzugreifen, zeigt der von Dr. phil. Katrin Weise gegründete „Freundeskreis Lembeh-Pulisan-Bangka e.V.“, der neben Kindergärten auch Ausbildungen sponsort – u.a. einen Studienabschluß Pfarramt an der Christlichen Universität Tomohon durch ein österreichisches Ehepaar. Das ist nicht nur kontraproduktiv sondern Teil der Misere. Was die Menschen hier wirklich nicht brauchen, sind mehr Religion und mehr schmarotzende Zauberer.

Zur Information über die Bedrohung des Tourismus durch Industrie ein entschärfter Auszug aus dem „Pulisan Jahres-Rundbrief 2013“:

Am 24.9.2013 entschied der Oberste Indonesische Gerichtshof (Mahkamah Agung), daß das im April 2013 gefällte Urteil des Höheren Verwaltungsgerichts Makassar rechtsgültig ist. Der Bezirksvorsteher Sompie Singal muß alle der Joint Venture-Firma „PT. Mikgro Metal Perdana“ und „Aempire Resource Group“ Hongkong, erteilten Bergbau-Genehmigungen für eine Eisenerz-Mine auf der nördlich vorgelagerten Insel Bangka annulieren! Doch stellen sich Provinzgouverneur Sarundajang, Bezirks-Vorsteher Singal und die Chinesen taub und betreiben stattdessen die Umformulierung der eigentlich langjährigen Raumnutzungs-Ordnung (2011– 2035), die unter Druck des Gouverneurs am 2.11.2013 vom Provinzparlament verabschiedet wurde und jetzt zur Absegnung beim Innenminister liegt. Bangka ist nicht mehr Tourismus-/Fischerei- und Agrar-Entwicklungszone, sondern Insel mit Bergbau-Potential. Die im Ministerium für Ozeane und Fischerei eingerichtete Sonderkommission für die beschleunigte Entwicklung kleiner Inseln und abgelegener Küstenregionen stellt zugleich für Bangka eine Sondergenehmigung zum eigentlich auf kleinen Inseln komplett untersagten Bergbau aus. Der Vorsitzende der Kommission ist der ehemalige Fischerei-Minister Dahuri, der wegen Korruption entlassen und zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Ebenso ging die Goldmine „Toka Tindung“, die bereits am Boden lag, ohne Genehmigung in Betrieb, als ein Freund und Wahlhelfer des Präsidenten SBY überraschend die Aktienmehrheit übernahm. Seit jenem Moment stellte der Gouverneur seinen rigorosen Widerstand ein.

Der Fall Bangka
Im Oktober 2011 erfahren die auf Bangka ansässige Bevölkerung und die Resorts von den Minenplänen. 20km² des nur 47km² großen Natur-Kleinods sollen für die Gewinnung von Eisenerz in die Luft gesprengt werden. Das Küsten-Netzwerk Ammalta und Walhi sowie weitere lokale NGOs betreiben Aufklärung, Lobby-Arbeit bei Parlamentariern, Ministerien, Kommissonen. Eine von Walhi angestrengte Strafanzeige versickert im Morast. Im Januar 2012 strengen 10 Insulaner zusammen mit dem Nordsulawesi-Wassersportverband NSWA und Ammalta eine Klage beim Verwaltungs-Gericht Manado gegen den Bezirksvorsteher und die chinesische Firma an. Finanziell wird das Unterfangen vom Freundeskreis und einem extra eingerichteten Bangka-Fonds unterstützt. Eine erste internationale Petition unter dem Schirm von „Rettet den Regenwald e.V.“ im April 2012 erzielt über 30.000 Stimmen, verhallt aber genauso ungehört wie die Interventions-Schreiben an verantwortliche Ministerien in Jakarta. Im August 2012 weist das Verwaltungsgericht Manado die Klage ab, der Bezirksvorsteher verlängert die Bergbaugenehmigung, und am Unabhängigkeitstag (17. August) versucht ein Schiff der indonesischen Marine gegen den Widerstand der Insulaner Bohrgerät der Chinesen anzulanden. Das ganze wird zum Skandal und findet seinen Weg zum Obersten General. Der Schiffskapitän wird sanktioniert, aber der Drahtzieher bleibt im Dunkeln. Ein von den Chinesen angemieteter Bagger geht in Flammen auf. Die Atmosphäre auf der Insel erhitzt sich. Im November 2012 spricht sich der Gouverneur offen für das Bergbauprojekt auf Bangka inklusive Stahlwerk aus. Im April 2013 revidiert das Höhere Verwaltungsgericht Makassar das Urteil von Manado. Trotzdem wird eifrig an der Umwelt-Tauglichkeits-Genehmigung (EIA) gearbeitet und manipuliert. Der Bezirksvorsteher legt Einspruch gegen das Urteil von Makassar ein, so daß es zum Obersten Indonesischen Gericht geht. Derweil häufen sich die Audienzen des Gouverneurs und der Chinesen beim Obersten Richter, aber dennoch entscheidet das Gericht am 24. September 2013 in höchster Instanz gegen das Bergbauvorhaben. Nur wird das Urteil nicht umgesetzt sondern untergraben. Im September formiert sich eine breite Allianz, unterstützt in Jakarta durch change.org, Greenpeace, WWF und engagierte Privatpersonen des Vereins. Der Leader der bekannten indonesischen Band SLANK patroniert eine neue nationale „Rettet Bangka–Kampagne“. Ammalta zieht, zusammen mit dem Freundeskreis und der NSWA, im November mit dreien der Kläger nach Jakarta und sucht Unterstützung bei den involvierten Ministerien und Kommissionen. Das Ende ist offen.

5 Gedanken zu „Daumen nach unten

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