Im Land des Lächelns

laecheln

Früher soll das Japan gewesen sein, inzwischen hat sich jedoch rumgesprochen, daß es sich dabei um ein Mißverständnis gehandelt hat. Dann versuchte man es mit Thailand. Na ja – Schwamm drüber. Doch die Minahasa geben nicht auf. Sie sind nun mal die größten Lächler – jedenfalls nach eigenem Verständnis. Da wunderte es dann doch – mich allerdings nicht mehr – als sich am 16.10. in der „Manado Post“ mal wieder bestätigte, was Verhaltensforscher schon lange erkannt haben: Das Lächeln ist eigentlich ein Blecken der Zähne.

Nach Meinung des Sekretärs der Initiatoren zur Entstehung von Minahasa Utara [als eigene Verwaltungseinheit] … finden im Tourismus-Geschäft, besonders was die Cottages betrifft, auf den Inseln Bangka, Gangga, Talise und in Likupang keine ordentliche Steuer-Abgaben statt. Deshalb fordert der mutige Mann von der Bezirks-Regierung und den Abgeordneten die sofortige Bearbeitung der Regierungs-Verordnung über die Tourismus-Plätze, besonders die Regelung für Cottages. Seiner Meinung nach wirken sich die Verminderung der Einnahmen und der Versuch der Steuervermeidung seitens der Cottage-Betreiber sehr nachteilig aus.
Nach der Datenüberprüfung sind die gemeldeten Cottages außerdem längst vermarktet worden, trotzdem verhalten sich die Cottage-Betreiber nicht kooperativ, um ihre Pflichten zu erfüllen. Weiter kritisiert der Sekretär, daß sie sich den vorgegebenen Gesetzen des Landes und den Regelungen der Bezirkregierung beugen müssen. „Sie haben bis jetzt noch keine ordentlichen Steuerabgaben gemacht, obwohl sie schon die von der Regierung gegebenen Beguemlichkeiten genossen haben,“ meinte er.
Unter dem Aspekt der Legalität betrachtet, ist fraglich, ob die WNA [Ausländer], die mit Minahasa verheiratet sind, wirklich gewillt sind, dem Land zum Fortschritt zu verhelfen oder das Land nur ausnutzen wollen. „Wenn das wirklich so wäre, dann kann man sagen, daß es ilegale Geschäfte sind. Besonders von denjenigen, die gerne an den Maßnahmen der Regierung für den Aufbau des Landes herumzurütteln versuchen.“
…. „Sie haben schon die Potentiale des Landes via Internet verkauft, so daß dadurch viele ausländische Touristen kommen, sie haben aber die Vorschriften nicht beachtet“, fährt der Sozial-Beobachter fort. „So geht das nicht. Dieses Land gehört nicht ihren Vorfahren. Es muß sofort gehandelt werden, zumindest sollten als erster Schritt die Betreiber von den Abgeordneten zu einem Hearing zusammengerufen werden“, meint er weiter. …. die Betreiber der Cottages operieren nicht offen gegenüber der Regierung. „Sie müssen die Anzahl ihre Gäste melden und ihre Pflichtabgaben bezahlen, damit das Einkommen des Landes deutlich verbessert wird“, meint er. „Die Regierung muß erneut überprüfen, ob das Betreiben der Cottages sich noch lohnt oder ob sie geschlossen werden müssen. Das muß die Regierung deutlich machen, damit es nicht zum Nachteil des Landes wird. Es sollte nicht dazu kommen, daß sie [die Ausländer] glauben, sie wären die besseren Geschäftleute, verglichen mit Industrie-Betreibern, die gerade dabei sind, das zukünftige Wohl des Landes aufzubauen“.

WOW! So ein „mutiger Mann“! Ich vermute, daß er von den Minenbetreibern (meist Chinesen oder Australier) gekauft wurde, die die genannten Stellen frei von Cottages sehen möchten, und für die das Umgehen indonesischer Vorschriften zur Förderung ihres Firmen-Wohls eine Kleinigkeit ist. Denn Tourismus ist natürlich nicht kompatibel mit der totalen Zerstörung und Vergiftung der Region durch Gold- und Eisenförderung. Doch indonesisches Recht gegen korrupte und/oder anarchistische Indonesier anzuwenden, ist so ziemlich das Schlimmste was ein Ausländer hier tun kann. Und falls Geld abhanden gekommen sein sollte, würde ich zuerst die zuständigen Beamten fragen, die zwar für ihre Arbeit bezahlt werden, ihre Leistungen aber – zusätzlich zu den Gebühren – an ihre Kunden zu verkaufen pflegen. 3 Sätze haben sich mir in diesem Zusammenhang eingeprägt: „Wie lange soll er denn hinter Gittern bleiben?“ (bei der Polizei nach einer Anzeige gegen einen Randalierer), „ALLES ist verhandelbar!“ (ein Anwalt über die Höhe des Bestechungsgeldes für einen Richter) und „Wieviel möchten sie denn bezahlen?“ (im Finanzamt). Überhaupt sähe dieses Land viel besser aus, wenn die staatlichen Gelder immer dort landen würden, wofür sie geplant sind. Dagegen ist das „Pulisan Jungle Beach Resort“ sogar als guter Steuerzahler ausgezeichnet worden.

Ein Gedanke zu „Im Land des Lächelns

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