Superior devotion

business

Dies iss ein sehr breites, aus 2 Fotos zusammengesetztes Bild aus einer Werbung meiner Bank, das ich hier ma sehr sorgfältich beschreiben will, damit man es richtich vasteht.
Ganz links hat man die Reproduktion eines Gemäldes aufgehängt, das den am häufigsten fotographierten Tempel Balis, Tanah Lot, zeigt. Es handelt sich um einen hinduistischen Tempel auf einer Felseninsel im Meer westlich von Denpasar, der nur bei Ebbe zugänglich iss. Gemalen wirkt er kulturell latürnich noch wertvoller.
Sehr schön auch das Bücherregal mit beschnitzten und bemalten Leisten. Sowas hätt ich gern, gips hier aba nich. In den Regalen befinden sich Buchattrappen, die dem blöden Betrachter den Eindruck vermitteln sollen, der Eigentümer würde außer Aktien- und Devisen-Kursen noch Teile einer Kloster-Bibliothek studieren, die er von einem deutschen Bischof in Finanznöten erworben hat, der Franziskaner werden will. In Wirkrichkeit leben atheistische Kakerlaken und Cicaks in den leeren Buch-Schachteln und lesen auch nich sondern kacken alles voll. Der Hausherr sitzt in seiner typisch indonesischen Kleidung in einem chinesischen Wurst-Sessel aus echtem Kunst-Leder. Jene sind so wurstich, daß man die kleinen Indonesier darin manchmal nich wiedafindet und deshalb extra das Katastrophen-Suchkommando kommen lassen muß. Vor dem Mann steht ein Telefon auf einem Tischchen, das schon die Holländer benutzt haben – das Telefon. Kann man ma sehn, wie traditionsbewußt der Mann iss. Wascheinlich ein nicht-twitternder Calvinist. Ihm gegenüber sitzt ein junger chinesischer Bäcker und will ihm gerade 1 Torten-Diagramm verkaufen. Doch sacht der Calvinist ersma: „Könnse nich mit dem Preis etwas runtagehn?“ Da lächelt der devote Bäcker gequält – auch weil er keine Rückenlehne hat. Eigenartich sind die sehr akurat getischlerten Fensterrahmen ganz rechts. Sowas gips hier nich. Keine Schmierspuren von der Silikondichtung. Selbst die Lackierung iss völlich gleichmäßich. Deshalb glaub ich nich, daß das Foto auf Sulawesi geknipst worden iss. Vielleicht zeigt das Gemälde links auch ganich Tanah Lot sondern Helgoland.
Typischerweise erfährt man wieda nich, was danach geschah: Der Calvinist hat seine Brille auf das Telefon gehängt und wollte dem Bäcker die Hand schütteln, und dem iss dabei sein Servierbrett runtagefallen.

Tanah-Lot

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s