Mehr Benzin mit Gott

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„Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewig!“ Psalmen 118:1

Das leuchtet ein – wenn es nich in der Einladung zur Eröffnung einer Tankstelle stände. Benzin währet nich ewich, besonders hier nich. Oft gips keins, jedoch verschiedene Theorien darüber, wohin es verschwindet. Manche bauen sogar heimlich Zapfhähne an Pipelines, um es besser klauen zu können. ALLES wird geklaut. Die staatliche Strom-nicht-Versorgungs-Gesellschaft führt jetzt sogar Zähler ein, die mit gekauften Chips aktiviert werden müssen, um u.a. Betrügereien zu verhindern. Nicht nur das vermittelt mir oft das Gefühl, in einer Art Seeräuber-Kolonie zu leben. Nun werden – um Aufstände zu vermeiden – nach und nach die Benzin-Subventionen gestrichen, aber auch vor der Erhöhung der Preise gab es nie genug Sprit. Dafür kilometerlange Staus der zu zahlreichen Fahrzeuge vor den zu wenigen Tankstellen.
„Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch hege, spricht der Herr, Gedanken zum Heil und nicht zum Unheil, euch eine Zukunft und Hoffnung zu gewähren“ (Jeremias 29:11), so geht es altestamentarisch weiter. Wir können also auf mehr Benzin hoffen, denn „wenn ihr zu mir betet, will ich auf euch hören“ (29:12), obwohl hier in Gottes Namen Worte geredet werden, „die ich ihnen nicht aufgetragen habe.“ (29:23). Ich frage mich, wie er das im Bereich der Spekulation macht, wo der eine für steigende, der andere für fallende Preise betet. Oder auch aktuell bei unserer skandalträchtigen Bürgermeisterwahl, wo beide Kandidaten ständig Gott anrufen. Epidemischer Mißbrauch von Religion und daraus resultierende Intoleranz ist neben der Korruption eins der häßlichsten Phänomene Indonesiens. Es fehlen die Aufseher im Hause des Herrn „über jeden Verrückten, der sich als Prophet aufspielt“ (29:26). „Lasset euch nicht verführen von den Propheten, die unter euch sind.“ (29:8). Nirgendwo ist im alten oder neuen Testament von Tankstellen die Rede, stattdessen: „Bauet Häuser und wohnet darin, pflanzet Gärten und esset ihre Frucht.“ Im Feuer soll geröstet werden, wer nich tut, was Herrchen sagt. Und tatsächlich werden nich nur die Hunde gebraten, sondern auch die Tankstelle von dem Tischler, der mal unser Bauholz veruntreut hat, iss abgebrannt. Katula (Strafe Gottes)! Die Art, wie hier Christentum ohne ethische Konsequenzen praktiziert wird, müßte eigentlich jede Menge Atheisten hervorbringen – so wie auch das Studium des Korans – doch ist diese Welt-Anschauung nicht nur in Indonesien lebensgefährlich. Laut einer kanadischen Studie werden Atheisten als etwa so vertrauenswürdig angesehen wie Vergewaltiger. Dagegen wird der betende Betrüger immer Vergebung finden.

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