Jägermeister

Jaegermeister

Killing Season” (2013) ist ein perverser Film, den ich der Kategorie „sich steigernder Sadismus für Voyeure” zuordne. Solche Filme benötigen nur die Andeutung einer Infrastruktur und wenige Schauspieler. Statt irgendeiner überzeugenden Story werden eskalierende Folterszenen in allen Details gezeigt – das einzig Realistische – die vor allem einen Eindruck der verkorksten Fantasie des Drehbuch-Schreibers vermitteln. 2 Veteranen des Bosnien-Krieges verfolgen sich rachsüchtig gegenseitig in der Landschaft Georgias, wobei in stupider Regelmäßigkeit mal Robert De Niro oder John Travolta unten liegt. Die Qälereien dienen nur dazu, den Haß des Betrachters auf Teufel Travolta zu entwickeln und dessen Niederlage am Ende moralisch zu rechtfertigen. Unglaubwürdige Pfeil-Schüsse (auch das besseren Filmen entliehen), die neuerdings besonders beliebte Methode der Kneipschen Kur und das erstaunliche sich immer wieder Erholen der beiden Comic-Figuren sind das eigentliche Thema. Den angedeuteten geschichtlichen Hintergrund finde ich allein schon abstoßend, denn „no one was innocent, some were better at playing victims“.
Nicht nur von „Jägermeister“ plump gesponsort, auch daß der Serbe Travolta dabei angeblich einen slovenischen Namen trägt („Emil Kovac is Slovenian name.“), zeigt, welche kulturelle Leistung der Film bietet: „based on comic book“. Die Flach-Musik von Jonny Cash paßt dazu.
„Shame on you guys for doing such a perverse film.” Und falls Konditormeister Rüdiger Nehbergs „Die Kunst zu überleben – Survival“ (1998) noch nicht verfilmt ist – SO könnte man es machen.

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